Flächennutzungsmonitoring XIV. IÖR-Band 80

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Flächennutzungsmonitoring XIV. IÖR-Band 80

Die weltweite Inanspruchnahme von natürlichen Böden für Siedlungs- und Verkehrszwecke ist nach wie vor viel zu hoch. Damit gehen auch immer mehr Böden für die Landwirtschaft verloren. Bei immer noch zunehmender Weltbevölkerung und dem erforderlichen Wandel zu einer ökologischen Landwirtschaft werden aber mehr statt weniger natürliche Böden gebraucht, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Lösen lässt sich dieses Dilemma nur durch eine vollständige Kreislaufwirtschaft für Siedlungs- und Verkehrsflächen, d. h. keine neue Inanspruchnahme von Freiraumflächen ohne Ausgleich. Dieses Ziel umzusetzen, hat sich die EU und Deutschland bis 2050 gestellt. Das ist mit riesigen Herausforderungen verbunden.
Die IÖR-Buchreihe "Flächennutzungsmonitoring" des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung informiert über die vielfältigen Ursachen des Flächenverbrauchs und wie diesen begegnet werden kann. Instrumente dafür sind u. a. ein Siedlungsflächenmonitoring, Innenentwicklungs-, Brach- und Leerstandskataster und Best-Practice-Beispiele des Flächenmanagements.

Flächennutzungsmonitoring XIV
Beiträge zu Flächenmanagement, Daten, Methoden und Analysen

Gotthard Meinel, Tobias Krüger, Martin Behnisch, Denise Ehrhardt (Hrsg.)
IÖR Schriften - Band 80 -2022
368 Seiten. Einband: Broschur. Format 168 x 240 mm. Zahlreiche Tabellen und Abbildungen, viele davon farbig. Preis: 72,00 Euro.
ISBN 978-3-944101-65-1. Rhombos-Verlag, Berlin 2022
Band 80 der Reihe "IÖR Schriften", herausgegeben vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR) Direktor: Prof. Dr. Marc Wolfram, Weberplatz 1, 01217 Dresden Tel.: (0351) 4679-0, Fax: (0351) 4679-212 eMail: info@ioer.de, Homepage: http://www.ioer.de

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Die weltweite Inanspruchnahme von natürlichen Böden für Siedlungs- und Verkehrszwecke ist nach wie vor viel zu hoch. Damit gehen auch immer mehr Böden für die Landwirtschaft verloren. Bei immer noch zunehmender Weltbevölkerung und dem erforderlichen Wandel zu einer ökologischen Landwirtschaft werden aber mehr statt weniger natürliche Böden gebraucht, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Lösen lässt sich dieses Dilemma nur durch eine vollständige Kreislaufwirtschaft für Siedlungs- und Verkehrsflächen, d. h. keine neue Inanspruchnahme von Freiraumflächen ohne Ausgleich. Dieses Ziel umzusetzen, hat sich die EU und Deutschland bis 2050 gestellt. Das ist mit riesigen Herausforderungen verbunden.
Die IÖR-Buchreihe Flächennutzungsmonitoring informiert über die vielfältigen Ursachen des Flächenverbrauchs und wie diesen begegnet werden kann. Instrumente dafür sind u. a. ein Siedlungsflächenmonitoring, Innenentwicklungs-, Brach- und Leerstandskataster und Best-Practice-Beispiele des Flächenmanagements. Mit den Präsentationen im Rahmen des Dresdner Flächennutzungssymposiums und den in diesem Buch verschriftlichten Beiträgen sollen der Praxis hilfreiche und zielgenaue Informationen an die Hand gegeben werden, um dem Flächenverbrauch, der Bodenversiegelung, der Zersiedlung und der Landschaftszerschneidung wirksam zu begegnen.
Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung veröffentlicht hiermit inzwischen den 14. Band der etablierten Buchreihe „Flächennutzungs-
monitoring“(www.ioer.de/publikationen/ioer-schriften).

Vorwort
Der weltweite Verlust von natürlichen Böden durch Überbauung für Siedlungs- und Verkehrszwecke ist nach wie vor hoch. Damit gehen auch immer mehr Flächen für die Landwirtschaft verloren. Derartige Böden werden aber bei weiter zunehmender Weltbevölkerung und dem erforderlichen Wandel zu einer ökologischen Landwirtschaft dringend gebraucht. Aber auch die Gewährleistung der Ernährungssicherheit, die Produktion gesunder Lebensmittel, die Regionalisierung von Kreisläufen, die Verhinderung der Zersiedelung und Landschaftszerschneidung sowie der Artenschutz zwingen uns, dem Flächenverbrauch den Kampf anzusagen.
Lösen lässt sich das Problem des Flächenverbrauchs letztlich nur durch eine vollständige Kreislaufwirtschaft von Siedlungs- und Verkehrsflächen, d. h. keine Inanspruchnahme von Freiraumflächen ohne Ausgleich. Dieses Netto-Null-Ziel bis 2050 zu erreichen, hat sich die EU und Deutschland gestellt. Das ist mit sehr großen Herausforderungen verbunden.
Neben der laufenden Umwidmung von Freiraum zu Siedlungs- und Verkehrsflächen belastet inzwischen die Energiewende die Freiräume nun zusätzlich. Windenergieanlagen, Freiflächen-Photovoltaik, Biogasanlagen und Hochspannungstrassen brauchen Fläche und beeinträchtigen das Landschaftsbild. Letzteres wird man wohl in Kauf nehmen und sich an zunehmend auch technogen geprägte Landschaftsbilder gewöhnen müssen, sonst lässt sich mit den derzeitigen Technologien die notwendige CO2-freie Energiegewinnung nicht umsetzen.
Zudem führt die anhaltende Zersiedelung zu erhöhten Infrastrukturkosten und Verkehrsaufwendungen; neue Verkehrstrassen zerschneiden die Landschaft mit einhergehendem Verlust an Biodiversität. In Deutschland und Europa ist der ungeminderte Flächenverbrauch auf weiter steigende Wohnflächenansprüche, immer neue Industrie- und Gewerbegebiete sowie Infrastrukturprojekte zurückzuführen. Inzwischen setzt sich zudem langsam die Erkenntnis durch, dass Bodenschutz durch Verzicht auf neue Siedlungs- und Verkehrsflächen mit der einhergehenden Bodenversiegelung auch Klima- und Landschaftsschutz bedeutet. Darum geht kein Weg daran vorbei, noch sparsamer mit der Ressource Fläche umzugehen als bisher. Eine verantwortliche Flächensparpolitik bedarf dabei vieler guter, kreativer Ideen, Instrumente, Maßnahmen und Umsetzungsakteure auf allen Entscheidungsebenen. Die Bedeutung informatorischer Instrumente ist hier von besonderer Bedeutung. Nur wenn der Zustand und die Veränderung der Flächennutzung sehr aktuell, hinreichend genau und durch Indikatoren in verlässlichen Zeitreihen beschrieben und die Entwicklung prognostiziert werden, können Steuerungsinstrumente zur Senkung der Flächeninanspruchnahme zielgenau eingesetzt und deren Erfolg bewertet werden.

Doch welche Eingangsdaten sind für die Flächennutzungsbeschreibung und das Monitoring von Flächennutzungsänderungen geeignet? Beschreiben die bekannten Indikatoren die verschiedenen Aspekte der räumlichen Veränderung genügend genau für eine der Nachhaltigkeit verpflichtete Flächenpolitik? Wie können robuste Zeitreihen aufgebaut werden, die Veränderungen verlässlich widerspiegeln? Sind die Indikatorwerte selbst bei unsicheren Eingangsdaten auch noch bis auf Gemeinde- und Ortsteilebene sicher? Wie können neben amtlichen Geodaten zunehmend auch nutzergenerierte Daten eingebunden werden und wie kann auf Grundlage einer gesicherten Informationsbasis ein effizientes Flächenmanagement realisiert werden?
Diese und ähnliche Fragen zu thematisieren, Lösungsansätze zu entwickeln und vorzustellen und mit Wissenschaft und Praxis zu diskutieren, ist das Ziel des alljährlichen Dresdner Flächennutzungssymposiums (DFNS).
Der vorliegende Band stellt die Beiträge des 14. DFNS vor, welches am 14./15. Juni 2022 stattfand. Neben der Flächenpolitik, dem Flächenmanagement und dem Flächenmonitoring waren 2022 offene Daten, neue Methoden und Tools Themenschwerpunkte. In der Podiumsdiskussion „Mehr nationale Autarkie bei knapper Fläche! Wie kann das gelingen?“ wurde diskutiert, welche zusätzlichen Anforderungen jetzt auf die Fläche und insbesondere die Freiräume zukommen und wie diese gelöst werden könnten.
Die Präsentationen des Symposiums sind unter http://dfns2022.ioer.info/programm/ zu finden. Darunter befinden sich auch die Vorstellung neuer Ergebnisse des Monitors der Siedlungs- und Freiraumentwicklung (www.ioer-monitor.de) zur Flächenneuinanspruchnahme und den Flächenansprüchen zur Windenergiegewinnung.
Allen Autoren sei herzlich gedankt für die konstruktive Zusammenarbeit im Redaktionsprozess. Die Herausgeber wünschen bei der Lektüre interessante Erkenntnisse und Einsichten in diesem für eine nachhaltige Entwicklung so bedeutenden und sich dynamisch entwickelnden interdisziplinären Themenfeld.

Die Herausgeber
Gotthard Meinel, Tobias Krüger, Martin Behnisch und Denise Ehrhardt
Dresden, September 2022

Inhaltsverzeichnis

Flächenpolitik
Bauland- und Innenentwicklungspotenziale in deutschen Städten und Gemeinden
– Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung und Schlussfolgerungen
Andreas Blum, Fabian Dosch............................................................................................... 3

Gemeinwohlorientierte Flächenpolitik unter Zugzwang
– Überblick und Einblicke in bottom-up Initiativen
Insa Theesfeld, Jarmila Curtiss.......................................................................................... 13

Politik für den Freiraum
– wovon hängt sie ab? Die Perspektive des Multiple-Streams-Ansatzes
Gerd Lintz............................................................................................................................ 23

Qualitative Nachverdichtungsberatung als Mittel zur Steigerung des Wohnraumangebots
in Zeiten von steigenden Baulandpreisen
Florian Schöpflin, Thomas Prinz, Josef Reithofer............................................................ 35

Integrierte Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung am Bayerischen Untermain
– Synergieeffekte für Kommunen und regionale Akteure sichtbar machen
Sabine Müller-Herbers, Max Bohnet, Sandra Lanig........................................................ 43

Klimaanpassung und Schwammstadt als Querschnittsaufgabe der Stadtplanung
Arne Siemer......................................................................................................................... 51

Flächenmanagement
Nachhaltige Siedlungsflächenentwicklung in prosperierenden Stadtregionen
– Herausforderungen, Konzepte und Methoden der Modellierung
Mirko Blinn, Theo Kötter................................................................................................... 63

Projekt Nachhaltiges Flächenmanagement des Landes Schleswig-Holstein
Axel Hilker........................................................................................................................... 75

Wie viel wollen wir bauen? Ein konzeptioneller Ansatz zur Ermittlung des Wohnbauflächenbedarfs
Anna Dunkl, Manuela Lagrange, Thorben Sell................................................................ 81

Stadtentwicklung in Bergbaufolgelandschaften:
Das Gesamtkonzept Lauchhammer
Josefine Petrenz, Laura Liepelt........................................................................................... 93

Die KFMplus:
Integriertes kommunales Flächen- und Ressourcenmanagement
Stefan Fina, Alexander Weiß, Sabine Müller-Herbers, Sandra Lanig.......................... 101

Potenzialflächenbewertung und -ranking zur nachhaltigen Entwicklung der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler
Pascal Glass, Paul Goede, Tobias Henning, Alexander Stricker................................... 109

SAVE – Strategische Aktivierung und Verzinsung naturschutzfachlicher Ersatzflächen
Christian Günster.............................................................................................................. 119

Für mehr Zirkularität
– Flächenbedarfe der Bauschuttaufbereitung als Grundlage zur Kreislaufführung mineralischer Bau- und Abbruchmaterialien
Georg Zinder, Daniel Kretzschmar, Tobias Buchwald................................................... 127

Flächenmonitoring
Innenentwicklung in Deutschland
– ein Klassifizierungsansatz
Sebastian Eichhorn, Stefan Siedentop............................................................................ 139

Flächenmonitoring im Spannungsfeld von Kontinuität und Innovation:
Raumbeobachtung mit incora-flaeche.de
Stefan Fina, Silas Eichfuss, Guido Riembauer, Shaojuan Xu, Benjamin Scholz, Fabian Dosch..................................................................................................................... 149

Entwicklung der Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrsflächen
Martin Schorcht, Jörg Hennersdorf, Tobias Krüger, Gotthard Meinel......................... 157

Monitoring der Siedlungs- und Freiraumentwicklung
– Entwicklung und Perspektiven des IÖR-Monitors
Gotthard Meinel............................................................................................................... 167

Offene Daten
Offene Geodaten in Raum- und Umweltwissenschaften
– Stand und Potenziale
Ralf Bill.............................................................................................................................. 185

Offen und effektiv? Kommunale Open-Data-Portale für die Stadtentwicklung am Beispiel Berlins
Mohit Kapoor, SaeBom Song, Mathias Jehling............................................................. 193

Digitale Geodaten in der Verwaltung
– Relevanz und Durchdringung auf Landes- und Kommunalebene in Sachsen
Christoph Mengs, Christian Bender, Mario Hesse........................................................ 205

Neue Methoden und Tools
Indikatoren für die Daseinsvorsorgeplanung: Wo stehen wir heute?
Sebastian Seisenberger, Denis Reiter.............................................................................. 217

Eine Methodik zur Ermittlung von Flächengerechtigkeit am Beispiel des Wrangelkiezes in Berlin
Johannes Roderer, Oliver Schwedes, Till Uppenkamp, Martha Vobruba................... 227

Auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt 2030
– Quantifizierung des urbanen Solarpotenzials der Landeshauptstadt Dresden
Martin Behnisch, Dirk Hladik, Markus Münzinger, Hanna Poglitsch.......................... 239

Ableitung demographischer Indikatoren aus offenen Datenquellen
Dominik Visca, Max Hoppe, Pascal Neis....................................................................... 251

„Klima-Isopren-Navigationssystem“
– Ein Tool für human-biometeorologisch angepasste Routenführungen
Lena Albert, Sascha Henninger........................................................................................ 259

Erfassung der Bodenversiegelung im Freistaat Sachsen
Bernd Siemer, Uwe Ferber, Karl Eckert........................................................................... 267

KI-basierte Simulation des Einflusses von Flächennutzungsänderungen auf die städtische Luftqualität
Hendrik Herold, Thomas Meiers, David Reuschenberg, Lisanne Petry....................... 277

Modellierung regionaler Zeitreihen landwirtschaftlicher Anbauflächen und Produktionsmengen
Friederike Naegeli de Torres, Tom Karras, Sebastian Semella...................................... 285

Unplausibilitäten filtern: Ein Ansatz zur Verbesserung fernerkundungsbasierter Landbedeckungsdaten
Silas Eichfuss, Martina Hollen......................................................................................... 295

Automatische Extraktion von Brachflächen aus Luftbildern mittels eines neuronalen Netzes
Konrad Dürrbeck, Stefan Lippl-Seifert............................................................................ 305

Erreichbarkeits- und Analyseinstrumente für die Daseinsvorsorgeplanung: Potenziale und Hindernisse
Robert Hecht, Benjamin Büttner, Ulrike Jehle, Manfred Klaus, Falko Krügel, Bartosz McCormick, Elias Pajares, Denis Reiter, Theodor Rieche,
Sebastian Seisenberger, Mathias Jehling........................................................................ 315

Anforderungen an innovative und praxistaugliche Methoden, Informationen und Tools für die urbane Hitzeanpassung
Juliane Wright, Hendrik Herold...................................................................................... 321

Analysen
Analyseergebnisse zur Flächennutzung in Naturschutz- und FFH-Gebieten Deutschlands
Lisa Eichler, Gotthard Meinel.......................................................................................... 329

Raumzeitliche Muster und Determinanten der COVID-19-Ausbreitung in Deutschland
Nguyen Xuan Thinh, Kerstin Malcher............................................................................. 339

Kartierung theoretischer Biomassepotenziale in Europa
Susann Günther, Sebastian Semella................................................................................ 347

Autorenverzeichnis.................................................................................. 353

 

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Autor Gotthard Meinel, Tobias Krüger, Martin Behnisch, Denise Ehrhardt (Hrsg.)
ISBN 978-3-944101-80-4
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