ReSource 2010_3

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften

ISSN: 1868-9531
Veröffentlicht: August 2010, 23. Jahrgang. Auflage, Einband: geheftet, Seiten 48, Format DIN A4, Gewicht 0.22 kg
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ReSource 2010_3

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Inhaltsübersicht Heft 3/2010

 

THEMENSCHWERPUNKT: UMWELTMANAGEMENT


Grüne Universitäten


„Lasst bunte Blumen blühen“, war eine stu-dentische Forderung in den 70er und 80erJahren. Bald darauf wurde der erste Fachbereichfür Umwelttechnik an einer deutschen Universitätetabliert. Inzwischen bieten etliche Hochschuleneinen Studiengang „Umweltwissenschaften“ oderzumindest derartige Seminare an. Doch wie sieht es mit der Umweltleistung derHochschulen selbst aus? Jeder Hochschulbetriebbenötigt elektrische Energie, Wärme, Wasser underzeugt Abwärme, Abwasser und Abfälle. Hinzukommen erhebliche mobilitätsbedingte Emissio-nen, Rohstoffverbräuche für den Papierbedarf so-wie für die Geräte und Gebäude und eine nicht zuunterschätzende Flächeninanspruchnahme. Hochschulen sind öffentliche Einrichtungen undschon deshalb mit dem Anspruch konfron-tiert, Vorreiter für eine nachhaltige Entwicklung zusein. Deshalb ist die Frage berechtigt, ob dieDenkfabriken unserer Zeit ihrer Aufgabe und denAnsprüchen ihrer eigenen Vordenker gerecht wer-den. Oder bleibt es bei der Hoffnung, dass dieHochschulabgänger all die fortschrittlichen An-sprüche und die Methoden einer umweltgerech-ten Gestaltung später in ihrer beruflichen Praxisanwenden?Von den bundesweit 400 Hochschulen könnenderzeit zwölf ein nach EMAS geprüftes Um-weltmanagement vorweisen. Hinzu kommen eini-ge mit einem ISO 14001-Zertifikat sowie einzel-ne Institute und Einrichtungen. Insgesamt sieht esaber eher traurig aus, mit der Umsetzung umwelt-bezogener Ansprüche an der eigenen Bildungs-einrichtung. In der vorliegenden Ausgabe der FachzeitschriftReSource werden nun einige Ansätze darge-stellt, wie Hochschulen ihre Umweltleistung opti-mieren. So die TU Berlin, die auf eine Zertifizie-rung ihres Umweltmanagementsystems verzich-tet, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung inEberswalde, die ein vereinfachtes Verfahren nachEMASeasy anwandte und die BrandenburgischeTechnische Universität, die zu einer Umweltuni-versität wurde.Die Kosten für die Inanspruchnahme von Um-weltgütern sind in den vergangenen Jahrenimmer deutlicher geworden. Gepaart mit demenormen Einspardruck, dem die deutschen Hoch-schulen ausgesetzt sind, besteht berechtigte Hoff-nung, dass künftig weitere Hochschulen den bis-herigen „Grünen Universitäten“ folgen werden.


Dr. Norbert Kopytziok
Umweltwissenschaftler



RUBRIK: UMWELTMANGEMENT

Eine Idee fand ihren Weg
Die Brandenburgische Technische Universität ist eine Umweltuniversität geworden

Seite 4 - 7

Die Brandenburgische Technische Universität in Cottbus (BTU) zählt mit ihren rund 6400 Studierenden zu den kleineren Universitäten in Deutschland und ist die einzige Technische Universität im Bundesland Brandenburg. Aufgrund des Lehrangebots, der Umweltforschung und der erfolgreichen Einführung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS III kann die BTU zu recht als Umweltuniversität angesehen werden. Nachfolgend werden einige Positionen zu den Merkmalen einer Umweltuniversität erörtert, der Cottbuser Weg dargelegt und der spezifische Umweltmanagementansatz an der BTU Cottbus vorgestellt.

Autor: Prof. Dr. habil. Wolf Schluchter ist Vorsitzender des Akademischen Senats und Zentraler Umweltbeauftragter der Brandenburgischen Technischen Universität, D-03046 Cottbus; Dr.-Ing. Jörg Becker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Humanökologischen Zentrum der Brandenburgischen Technischen Universität, D-03046 Cottbus; Dr.-Ing. habil. Norbert Kopytziok ist Geschäftsführer vom Büro für Umweltwissenschaften Berlin. Er koordinierte den Aufbau des Umweltmanagementsystems nach EMAS an der BTU Cottbus, D-10555 Berlin.

 

Mit Blick nach vorn
Am Beispiel des Aufbaus und Betreibens eines Umweltmanagementsystems an einer deutschen Hochschule lassen sich Optimierungspotentiale aufzeigen

Seite 8 - 12

Betrieblicher Umweltschutz an deutschen Hochschulen wird seit Anfang der 1990er Jahre zunächst unbezahlt und dann mit festen Stellen systematisch betrieben. Der Umfang und die Wirksamkeit dieser Tätigkeit hängen stark von den zuständigen Personen und der Präferenz in den jeweiligen Institutionen ab. Das Ziel des betrieblichen Umweltschutzes besteht darin, die Hochschule weniger umweltbelastend zu betreiben und entsprechende Maßnahmen risikoarm, rechtssicher, kostensparender und vorbildhaft zu gestalten. Dieser Artikel beschreibt die langjährigen Erfahrungen des Autors im Aufbau und Betreiben eines Umweltmanagementsystems im betrieblichen Umweltschutz der Technischen Universität Berlin. Diese Universität steht hier beispielhaft für andere Hochschulen. Akteure undZielgruppe des Umweltbeauftragten an der großen technischen Universität sind die Beschäftigten der Universitätsverwaltung, die Wissenschaftler und die Studierenden. Ein hoher Standard kann beim sicherheitsbezogenen Umweltschutz festgestellt werden. Der Vollzug im Ressourcenschutz bietet weiterhin erhebliche Einsparpotentiale. Der Beitrag zeigt auch einen pragmatischen Weg, wie der Stellenwert des nachhaltigen Umweltschutzes in Lehre und Forschung der Hochschule ermittelt werden kann.

Autor: Dipl.-Ing. (FH), M.A. Tom Albrecht, Umweltbeauftragter TU Berlin. In seiner Altersteilzeit bearbeitet er künstlerisch das Thema „Mensch und Natur“, D-10999 Berlin.

 

Vielseitige Impulse sind auschlaggebend
Die EMASeasy-Methodik eignet sich gut für den Aufbau eines Umweltmanagementsystems an Hochschulen

Seite 13 - 19

Umweltmanagement erlebt derzeit eine Renaissance an Hochschulen und Universitäten. Meist wird eine Validierung des Managementsystems nach der europäischen EMAS-Verordnung angestrebt. Neue Wege zur EMAS- Zertifizierung wurden an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) gegangen. Durch Weiterentwicklung der EMAS easy-Methodik wurde die Zertifizierung effektiver gestaltet und als langfristiger Prozess angelegt. Die Einführung von Musterroutinen und der Einbezug von Mitarbeitern und Studierenden belebt das Umweltmanagement.

Autor: Diplom-Chemikerin Kerstin Kräusche ist Umweltmanagerin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH), D-16225 Eberswalde.

 

Die Motivation ist entscheidend
Hochschulen nutzen erfolgreich Managementsysteme für Umwelt- und Arbeitsschutz

Seite 20 - 24

Über die erfolgreiche Einführung und Aufrechterhaltung von Managementsystemen im praktischen Hochschulbetrieb liegen langjährige Erfahrungen vor. Die Auswertungen zeigen: Für den Erfolg benötigen Umweltmanagementsysteme vor allem engagierte Akteure. Folgerichtig bezieht die HIS Hochschul-Informations-System GmbH (HIS GmbH) diese Mitarbeiter frühzeitig in ihr Berichterstatterverfahren ein, das eigens für Hochschulen entwickelt wurde. Der Artikel gibt einen Überblick über die Entwicklung und den Stand von Umweltmanagementsystemen an Hochschulen. Abschließend wird die Methode des Berichterstatterverfahrens vorgestellt.

Autor: Dipl.-Geogr. Joachim Müller ist bei der HIS Hochschul-Informations-System GmbH im Unternehmensbereich „Hochschulentwicklung“ Ansprechpartner für den Arbeitsbereich Hochschulinfrastruktur, D-30159 Hannover; Dipl. Wirtsch.-Ing. Ingo Holzkamm ist bei der HIS Hochschul-Informations-System GmbH im Unterneh-mensbereich „Hochschulentwicklung“ Ansprechpartner für den Arbeitsbereich Hochschulinfrastruktur, D-30159 Hannover.

 

RUBRIK: RECYCLING

Eingeschränkte Planungssicherheit
Die Rohstoffmärkte und die Verfügbarkeit von Primär- und Sekundärrohstoffen unterliegen weiterhin starken zyklischen Schwankungen

Seite 25 - 29

Die Preisentwicklung und die Verfügbarkeit von Primär- und Sekundärrohstoffen weisen an den Rohstoffmärkten zum Teil sehr große Schwankungen auf. Die heimische Rohstoffgewinnung aus primären Quellen sowie das Recycling stellen neben Rohstoffimporten deshalb eine wichtige Basis für Deutschlands Rohstoffversorgung dar. Darüber hinaus können Substitution und Materialeffizienz helfen, Lieferrisiken und -abhängigkeiten zu verringern. Derartige Potenziale können durch gezielte Forschungsaktivitäten weiter ausgebaut werden.

Autor: Dr. rer. nat. Peter Buchholz ist Leiter des Arbeitsbereichs Rohstoffwirtschaft der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), D-30655 Hannover; Dr. Martin Schmitz ist wissenschaftlicher  Mitarbeiter im Arbeitsbereich Rohstoffwirtschaft der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), D-30655 Hannover.

 

Lagerstätten auf Rädern
Intelligente Recyclingkonzepte könnten wesentlich zur Versorgungssicherheit bei Technologiemetallen beitragen

Seite 30 - 33

Nach Schätzungen werden rund 60 Prozent des Anfalls an Elektroaltgeräten in Europa nicht ordnungsgemäß recycelt, die darin enthaltenen Metalle gehen verloren. Die Sammelquoten sind unbefriedigend niedrig. Viele Altgeräte oder Fraktionen daraus gehen oft in dubiose Exporte in Entwicklungs- und Schwellenländer, wo sie nicht oder oft unter katastrophalen Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen in Hinterhof-Betrieben verarbeitet werden. Die Verluste sind gewaltig: Allein die Gerätegruppen Mobiltelefon und Computer benötigen jeweils rund drei Prozent der Weltbergbau-Produktion an Gold und Silber sowie deutlich über zehn Prozent der Minenförderung an Palladium und Kobalt. Die Dimension des Elektro- und Elektroniksegments für den weltweiten Metalleinsatz wird deutlich, wenn man die Vielzahl weiterer Geräte – von der Digitalkamera bis zum Laserdrucker – hinzunimmt.  Auch die Fahrzeuge sind eine „Lagerstätte auf Rädern“, insbesondere im Hinblick auf den Abgaskatalysator. Rund 50 Prozent des Weltbergbaus auf Platin und Palladium entfallen allein auf dieses Bauteil, bei Rhodium sind es sogar über 80 Prozent. Für viele Industriezweige könnte ein effizientes Recycling deshalb eine Chance darstellen, um sich die Rohstoffbasis für zukünftige Produkte zu sichern und die Abhängigkeit von stark schwankenden Metallpreisen zu verringern.

Autor: Dr.Christian Hagelüken ist Leiter der Umicore Precious Metals Refining, Abteilung Business Development & Marketing, D-63457 Hanau-Wolfgang.

 

RUBRIK: RECHT

Das kommunale Abfallrecht in Polen (1. Teil)
Ist-Zustand, aktuelle Rechtslage, geplante Gesetzesänderungen und Umsetzung in der Praxis

Seite 34 - 38

Gegenstand des zweiteiligen Artikels ist das polnische Kommunalabfallrecht unter besonderer Berücksichtigung gemeinschaftsrechtlicher Vorgaben, welche Polen seit dem EU-Beitritt zu beachten hat. Der erste Teil des Beitrags beschreibt zunächst den Ist-Zustand der kommunalen Abfallwirtschaft in Polen und stellt die aktuelle Rechtslage dar. Der kommunale Abfallbegriff und der Abfallbesitzerbegriff werden ebenso erläutert wie die einer polnischen Kommune im Zusammenhang mit der Siedlungsabfallentsorgung obliegenden Aufgaben. Er beschreibt die Pflichten der Grundstückseigentümer und die Vorgaben zur Ausführung kommunaler Dienstleistungen. Er erläutert die gesetzlichen Vorgaben für die Abfallverwertung und -beseitigung. Der erste Teil des Artikels schließt mit einem Ausblick auf die aktuell geplanten Gesetzesänderungen. Der zweite Teil des Beitrags in der kommenden Ausgabe dieser Zeitschrift erläutert die Anwendung des kommunalen Abfallrechts in der Praxis, bewertet die geplante Gesetzesnovellierung und zieht abschließend ein Fazit.

Autor: Dr.iur. Anja Schäfer, M.E.S. ist Rechtsanwältin im Fachbereich Umweltrecht der Sozietät Wolter · Hoppenberg, D-59065 Hamm; Dr.-Ing. Karolina Kapsa ist Projektmanagerin für Nachhaltige Biomasse bei der Gut Certifizierungsgesellschaft für Managementsysteme mbH, D-12435 Berlin.

 

Berechtigter Grund zur Klage
Auftraggeber sollten die vergabe- und vertragsrechtliche Qualität der Ausschreibung von Entsorgungsverträgen stärker berücksichtigen

Seite 39 - 43

Öffentliche Auftraggeber sollten auf die Qualität ihrer Ausschreibungen auch und insbesondere in vergabe- und vertragsrechtlicher Hinsicht achten. In der Praxis kommt es zunehmend zu Verstößen gegen insoweit zwingende Maßgaben, die von dem Bieter zu rügen und dann von dem Auftraggeber aufwendig zu prüfen und abzustellen sind. Der nachfolgende Beitrag beschreibt typische Problemlagen.

Autor: Rechtsanwalt Professor Dr. jur. Thomas Ax ist Professor für europäisches Wirtschaftsrecht an der SRH Hochschule Heidelberg und Seniorpartner der Kanzlei Ax, Schneider & Kollegen, D-69151 Neckargemünd.

 

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