Unterwegs auf unwegsamen Pfaden

Flucht, Gefangenschaft und Neuanfang im Nachkriegsdeutschland

Klaus Templin

Kurzübersicht

Flucht, Gefangenschaft und Neuanfang im Nachkriegsdeutschland
ISBN: 978-3-938807-27-9
Veröffentlicht: Dezember 2006, 1.. Auflage, Einband: Broschur, Seiten 392, Format 138,5 x 195, Gewicht 0.5 kg
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Unterwegs auf unwegsamen Pfaden

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Ein bewegender Schicksalsroman über Flucht, Gefangenschaft und Neuanfang im Nachkriegsdeutschland

Der Zweite Weltkrieg ist in vollem Gange. Hermann Schmidtke wird aus dem westpreußischen Deutsch-Eylau zum Kriegsdienst gerufen, denn die russische Front kommt bedrohlich näher und näher. In dem kleinen Ort Deutsch-Eylau machen sich die zurückgebliebenen Frauen mit ihren Kindern und einer spärlichen Habe auf den Weg gen Westen. Unterwegs hinter dem polnischen Korridor erschießt ein polnischer Soldat einen Sohn der Familie Schmidtke. Nach Tagen der Strapazen und des Sterbens erreicht der Flüchtlings-Treck Hamburg - die vorläufige Endstation.

Zeitgleich wird die Geschichte von Hermann Schmidtkes Stationen in der russischen Kriegsgefangenschaft in Nowgorod, Charkow und Odessa erzählt. In Norddeutschland finden die Menschen aus Ost- und Westpreußen ein neues Zuhause, so auch Helene Schmidtke mit ihrem noch verbliebenen Sohn. Das Leben auf dem Bauernhof ist hart, da die Bauern Frau Schmidtke als billige Arbeitskraft ausnutzen.

Als Hermann Schmidtke aus der Gefangenschaft heimkommt, zieht die Familie nach Duisburg. In der Kur erkennt Hermann Schmidtke am Postschalter einen SS-Sturmbannführer aus der ehemaligen Heimat. Der Kriegsverbrecher wird an der französischen Grenze gestellt. Hermann Schmidtke, an Asthma erkrankt, wird in der Klinik von einem Arzt betreut, den er gegen Ende des Krieges im Weichsel-Werder vor dem Erfrierungstod gerettet hat. Als sich beide erkennen, stirbt Hermann Schmidtke in der Nacht vor Aufregung an Herzversagen.

 

Der Autor wurde 1942 in Westpreußen geboren. Nach dem Kriege verbrachte er die erste Zeit inNiedersachsen. Während seiner beruflichen Tätigkeit bei der Stadtverwaltung Duisburg (Fachgebietsleiter der Unteren Wasserbehörde) publizierte er zahlreiche Fachaufsätze für Fachverlage. Sein erstes Buch im belletristischen Genr"Und der Tag hat sich geneigt" ist in Neuauflage ebenfalls im Rhombos-Verlag erschienen.

 

 

Erschienene Rezensionen

Klaus Templin legt zweiten Tatsachenroman vor

 

Duisburger erzählt von der Flucht der Familie Schmidtke 1945

Der Duisburger Klaus Templin hat nun seinen zweiten Roman mit dem Titel "Unterwegs auf unwegsamen Pfaden" vorgelegt. Der Tatsachenroman entführt uns ins westpreußische Deutsch-Eylau und erzählt von der Flucht der Familie Schmidtke im Januar 1945. Die Familie zog schließlich nach Duisburg, nachdem Hermann Schmidtke aus russischer Gefangenschaft heimgekommen war.

Im Januar 1945 näherte sich die Kriegsfront Ostpreußen, als nahezu zweihundertfünfzig sowjetische Divisionen zum Sturm auf das Deutsche Reich angetreten waren - zur Winteroffensive der Roten Armee. Das ist überliefert. Die Menschen in Ost- und Westpreußen hatten nur wenige Tage Zeit, mit den Flüchtlingstrecks in den Westen zu gelangen. Ganze Dörfer leerten sich. Bereits am 27. Januar war Ostpreußen bei Elbing abgeschnürt.
Templin springt in diese Zeit und richtet den Fokus auf die Familie Schmidtke, die sich auch einem Treck anschloss, um einen Zug nach Hamburg zu bekommen. Er erzählt über ihre Gedanken während der Flucht, spricht über ihre Ängste und Hoffnungen. Gleichzeitig erzählt der Autor die Geschichte des Familienvaters, des Soldaten Hermann Schmidtke, der zunächst bedingt durch eine Kriegsverletzung in einem Lazarett Nahe der Halbinsel Hela untergekommen war. Zusammen mit seinem Genossen Egon schmiedet er einen Plan, wird fahnenflüchtig. Spätestens an dieser Stelle, nach dem zweiten Kapitel des 391 Seiten starken Buches, hat Templin den Leser ergriffen, der nun wissen möchte, wie es den Protagonisten weiter ergeht.

Der städtische Pensionär hat den Roman in nur anderthalb Jahren verfasst, nachdem sein erstes Buch "Und der Tag hat sich geneigt" verlegt worden war. Wieder griff der Autor in die Schatzkiste seiner persönlichen Erinnerungen. "Das Buch handelt von einer mir bekannten Familie aus Duisburg. Früher wurden immer Kriegsgeschichten erzählt", berichtet Templin. "Als ich das Buch schrieb, kam es mir so vor, als wäre es erst vor Kurzem gewesen. Ich konnte die Erinnerungen so runter schreiben, weil ich die Geschichten als Junge immer wieder gehört habe." Und Ruhe gibt der 65-Jährige noch lange nicht, bereits jetzt fließt Neues aus seiner Feder. Templin verrät nur soviel: "Es wird wieder ein Tatsachenbericht, ein realitätsbezogener Hintergrund muss schon vorhanden sein."
(Herr/Frau Landgraf, Wochenanzeigen Duisburg-Rheinhausen, Nr. 15/21. Februar 2007)

 

 

Das heikle Thema

Klaus Templin beschreibt das Elend der Vertreibung deutscher Flüchtlinge aus ehemals deutschen Gebieten Polens aus der Sicht eines Jungen, der 1945 noch ein Kind von zwei Jahren war.

Wo das Artikulieren der Erfahrungen von Leid und Verlust vergangener Zeiten die Ängste anderer Menschen wachruft, die ebenfalls Leid und Verlust erfahren haben, ist sorgsames Vorgehen angezeigt. Das macht das Thema heikel, weil politisch instrumentalisierbar. Die Rede ist von den Flüchtlingsdramen, die mit dem Ende des zweiten Weltkrieges einhergingen und die in der Gegenwart häufiger thematisiert werden. Auch der Autor des vorliegenden Buches macht solch ein Flüchtlingsdrama zum Gegenstand seines Buches.

Er erzählt die Geschichte des Rainer Schmidtke von der Zeit an, als dieser zwei Jahre alt ist. Da nämlich muss seine Mutter ihm und dem nur wenig älteren Bruder Günter aus den ehemals deutschen Gebieten Polens fliehen. Die Dorfbevölkerung macht sich auf den Weg. Zurück bleiben die, die sich der Flucht nicht mehr gewachsen fühlen, wie die Großmutter von Rainer und Günter.

Unterwegs wird Günter von einem polnischen Soldaten erschossen. Die Tante der Jungen wird danach zeitweise fast verrückt. Rainers couragierte Mutter muss sich trotz des eigenen Schmerzes noch zusätzlich um sie und ihre beiden kleinen Töchter kümmern. Der zusammen mit der Dorfbevölkerung geflohene Dorfgeistliche vermag ihren Kummer kaum zu lindern. Das einzige was hilft weiterzuleben, ist der Zusammenhalt der Flüchtlinge.

Nach Ende des Krieges kommen Mutter und Sohn in einem fremden Ort bei einer Bauernfamilie unter. Rainers Mutter wird als billige Arbeitskraft ausgebeutet. Er selbst von dem Bauern schikaniert, denn diesen wurmt es, selbst "nur Töchter" zu haben. Doch sie finden bei anderen Bewohnern ihrer neuen Heimat Hilfe und schließlich eine neue Unterkunft.

Frau Schmidtke wird anerkannt. Sie ist mutig (sie beschwert sich bei einem englischen Offizier, als Piloten jetzt noch einfach so aus der Luft auf sie und ihren Jungen schießen). Und sie versteht viel von der Landwirtschaft. Bald kehrt der Vater des Jungen aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück.

Schön sind die dialektgefärbten sprachlichen Einsprengsel, die aus der sprachlichen Gestaltung herausragen. Und schön ist, dass der Autor über dem geschilderten Leid dessen Ursachen nicht aus dem Blick verliert - so neuen Revanchisten keine Nahrung gibt.

(Dorle Gelbhaar, erstellt am 04.06.2007, für vorwärts-online.de; im Internet: http://www.vorwaerts.de/magazin/artikel.php?artikel=5178&type=&menuid=397&to)

 

 

Auf Simmels Spuren

Klaus Templin hat früher die Untere Wasserbehörde Duisburg geleitet. Im Ruhestand widmet er sich dem Schreiben.

Gerade ist sein zweiter Roman "Unterwegs auf unwegsamen Pfaden" erschienen.
Fast fühlte er sich wie der Simmel aus Rumpeln-Kaldenhausen, sagt Klaus Templin. Nach seinem Erstlin "Und der Tag hat sich geneigt" aus dem Jahr 2005 hat der 65-jährige frühere Leiter der Unteren Wasserbehörde in Duisburg jetzt seinen zweiten Roman vorgelegt."Unterwegs auf unwegsamen Pfaden" schildert auf rund 400 Seiten ein wichtiges Kapitel deutscher Kriegs- und Nachkriegsgeschichte. Hier geht es um Krieg und Frieden, Flucht und Vertreibung, Schuld und Sühne. Dabei versucht
Templin, Fiktion und Fakten in einem ebenso spannenden wie hintergründigen Tatsachenroman zu verquicken. Er entführt den Leser in den Winter 1944/45 nach Deutsch-Eylau in Westpreußen, von wo sich die heimliche Heldin des Buches,
Helene Schmidtke, mit ihren Kindern auf die Flucht vor der Roten Armee gen Westen macht. Zeitgleich desertiert ihr Mann Hermann von der Wehrmacht, gerät aber während der Flucht in russische Kriegsgefangenschaft. Für ihn beginnt damit eine jahrelange Leidenszeit.

Tragisches Ende

Templin hat hier zweit Handlungsstränge parallel laufen lassen. Nach Kriegsende spinnt Templin den roten Faden dann wieder in einer einheitlichen Handlung fort. Nach seiner Entlassung einige Jahre später trifft Hermann Schmidtke seine Frau und seinen überlebenden Sohn in Schleswig-Holstein wieder. Von dort zieht die Familie nach Duisburg um, weil Schmidtke hier Arbeit bei der Bundesbahn erhält. Die Geschichte endet tödlich-tragisch - und damit glaubhafter und authentischer als viele Werke von Templins Vorbild Johannes Mario Simmel.
Ein hohes Maß an Authentizität gewinnt "Unterwegs auf unwegsamen Pfaden" zusätzlich dadurch, dass seine Protagonisten zum Teil mit preußischem Dialekt sprechen. "Ich habe lange überlegt, ob der Dialekt nicht das Verständnis beim Lesen erschwert", erläutert Templin im Gespräch mit unserer Zeitung. Letztlich habe er sich aber doch dafür entschieden, um seiner Schilderung mehr Tiefe und Realitätsnähe verleihen zu können. Gerade jüngere Leser werden bei der Lektüre die Sprache ihrer Großeltern-Generation (wieder-)entdecken. Gleichzeitig müssten Achtung und Respekt vor der Lebensleistung dieser Generation gerade bei den jüngeren steigen.
Das hilft dann auch über einige sprachliche Unstimmigkeiten hinweg. So grenzt es schon an unfreiwillige Komik, wenn Templin - auf Anraten eines Verlagslektors - versucht, eine Prise deftiger Erotik in die Handlung einzustreuen.

So zum Beispiel beim missglückten Ausflug in die Landessprache einer russischen Militärarztin: "Was mag der Schwarzhaarige bloß für'ne Granate in der Hose haben, wenn die ausgefahren ist? Den Schlagbolzen im Bauch spüren und seine Geschoss-Salven erleben... was muss das für ein Gefühl sein..." Das wollen wir dann doch lieber so genau gar nicht wissen, zumal es für den Fortgang der Handlung völlig bedeutungslos bleibt. Hier wäre es sicher besser gewesen, wenn Templin bei seiner eigenen Sprache geblieben wäre und den Ratschlag des Verlages missachtet hätte.
"Das Schreiben ist für mich schon so etwas wie eine Berufung und wird meinen gesegneten Unruhestand auch weiter begleiten", sag Templin, der seinen Spaß am Schreiben gefunden hat. Auf sein drittes Werk dürfen wir gespannt sein.
(Rheinische Post, Rheinausen/Homberg, Hernn Mike Michel, 19.06.2007; Internet: http://www.rp-online.de)

 

 

Auf der Flucht

Klaus Templin hat sein zweites Buch veröffentlicht

Es gibt Menschen, die erst nach ihrer Pensionierung zu ihrer wahren Bestimmung finden. So etwa der amerikanische Bestseller-Autor Louis Begley, der nach seiner Karriere als Anwalt die Literatur-Szene mit seinen Romanen bereicherte. Und auch in Duisburg ist mit Klaus Templin ein Ruheständler unter die Literaten gegangen.
Der 1942 in Westpreußen geborene Klaus Templin, Stadtoberamtsrat bei der Duisburger Verwaltung und viele Jahre lang Leiter der Unteren Wasserbehörde, hat mit "Unterwegs auf unwegsamen Pfaden" sein zweites Buch im Berliner Rhombos-
Verlag veröffentlicht. War schon sein erstes Buch "Und der Tag hat sich geneigt" ein Tatsachenbericht, so beruht jetzt sein zweites Werk auf historischen Fakten, die sehr eng mit der persönlichen Biografie des Autoren verbunden sind.
Der "authentische Bericht" so Templin, sei eng an die eigene Biographie angelehnt. Klaus Templin beschreibt in einer klaren und präzisen Sprache die Geschichte einer Flucht gegen Ende des 2. Weltkrieges, die nach Tagen der Strapazen
und des Sterbens von Westpreußen nach Hamburg führt.
Klaus Templin ist eine packende Geschichte gelungen, die ihre Lektüre wert ist. Templin, der auch begeisterter Maler ist, verspricht schon jetzt, dass ein drittes Buch in Vorbereitung ist.
(erschienen in der WAZ - Westdeutschen Allgemeinen Zeitung am 06.11.2007, rezensiert von Thomas Becker,Internet: http://www.derwesten.de/nachrichten/waz.html)

 

 

Die Flucht ist noch präsent

Buchvorstellung. Klaus Templin aus Rumeln-Kaldenhausen schildert in Romanform die letzten Kriegsmonate im Osten am Beispiel einer Familie - seiner eigenen.
Wie soll es weitergehen? Und wohin? Nach Danzig vielleicht? "In Doanzig schnappt euch die Wehrmacht sofort", warnte ein Bauer. "De Braunen sind iberoall
verstreut und kucken, wo se noch jemand n'Jewehr inne Hand dricken kennen." Die Warnung kennt Klaus Templin gut, nicht nur, weil er sie in seinem Buch
"Unterwegs auf unwegsamen Pfaden" geschrieben hat, sondern weil er sie als kleiner Junge selbst gehört hat, damals gegen Ende des 2. Weltkriegs auf der Flucht aus dem Osten. Wohin? Irgendwohin. Nach Westen.
Ein Roman ist es. "Aber es steht ganz bewusst nicht auf dem Umschlag", betont Templin, weil es eben stark autobiographisch ist. Die Namen sind geändert.
"Aber viele Menschen leben heute noch, sind in meinem Alter", berichtet der 65-jährige Duisburger.

Dasselbe erlebt wie viele andere

Er erzählt die Geschichte der Familie Schmidtke, die letztendlich seine Geschichte ist. Er selbst, das ist im Buch der zweijährige Rainer Schmidtke. "Viele Menschen haben mich bereits angesprochen, wie sehr sie ihre eigene Geschichte in meinem Buch wiederfinden",sagt Templin. Er erzählt diese Geschichte ohne erhobenen Zeigefinger. Und er erzählt sie, nicht ohne die Hintergründe zu vergessen. Stets ist klar, von wem das Leid des Krieges ursprünglich ausging.
Im Blickpunkt steht aber die Geschichte einer einfachen, normalen Familie, wie sie sich durchschlagen musste, welche Opfer sie bringen mussten. Und immer wieder die Tiefflieger-Angriffe.
Rund ein Jahr lang arbeitete Templin an seinem Buch. "Es ist erstaunlich, wie viel noch in meinem Gedächtnis präsent war." Der Grund: "In der Familie haben wir sehr oft darüber gesprochen." Gibt es noch eigene Erinnerungen? Schließlich ist Templin zu der Zeit ja noch ein kleines Kind gewesen. "Das Erlebte ist beim schreiben wieder hochgekommen", so der Autor.
Die Nähe zur Wirklichkeit sucht Templin auch in der Sprache. Zitate gibt es im jeweiligen Dialekt, so wie es damals eben geklungen hat. Die Familie von Rainer Schmidtke - oder eben Klaus Templin - schlug sich durch, landete schließlich in Duisburg. Und hier, genauer gesagt in Kaldenhausen, lebt Templin, der
nun bereits sein zweites Buch veröffentlicht hat, noch heute.
(NZR - Neue Ruhr-Zeitung, 10. Dezember 2007, Friedhelm Thelen, Internet: http://www.derwesten.de/nachrichten/nrz.html)

 

 

 

Dramatische Zeiten

Vertreibung und Flucht sind in jüngster Zeit mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Ob in dem Fernsehdrama "Die Flucht" mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle oder in der literarischen Aufbereitung durch Nobelpreisträger Günter Grass ("Im Krebsgang", Novelle über den Untergang der Wilhelm Gustloff): Die Tragödie im Osten Deutschlands berührt die Zeitgenossen ebenso wie die Nachgeborenen.
Klaus Templin hat dieses Thema in den Mittelpunkt seines Romans "Unterwegs auf unwegsamen Pfaden" gestellt. Die Geschichte trägt autobiografische Züge. Der
langjährige Beamte in Duisburgs Stadtverwaltung wurde in Westpreußen geboren und war ein kleiner Junge, als die Flüchtlingstrecks gen Westen aufbrachen.
Er erzählt von den Schmidtkes, die sich aus Deutsch-Eylau aufmachen, als die Front näherrückt. Unterwegs wird ein Sohn der Familie erschossen. Nach Tagen der
Strapazen und des Sterbens erreicht die Karawane Hamburg - die vorläufige Endstation. Zeitgleich schildert Templin das Schicksal von Familienoberhaupt
Hermann Schmidtke in russischer Kriegsgefangenschaft. In Norddeutschland finden die Menschen aus Ost- und Westpreußen ein neues Zuhause, so auch Helene
Schmidtke mit ihrem überlebenden Sohn. Das Leben auf dem Bauernhof ist hart, da die Bauern Frau Schmidtke als billige Arbeitskraft ausnutzen. Als Hermann
Schmidtke aus der Gefangenschaft heimkommt, zieht die Familie nach Duisburg. Der schwierige Neubeginn im Westen, der begleitet wird von tragischen Ereignissen, ist der dritte Handlungsstrang des Buches.
All dies beschreibt Templin aus der Sicht eines Jungen, der 1945 noch ein Kind von zwei Jahren war. Die Artikulation der persönlichen Leiderfahrungen der Protagonisten erfolgt wohltuend ausgewogen, ohne dass der Autor der Versuchung erliegt, hier einfache Schuldzuweisungen vorzunehmen. Er verliert über dem geschilderten Elend dessen Ursachen nicht aus dem Blick und gebietet auf diese Weise Relativierungsversuchen Einhalt. Die Schicksale der Menschen sind einprägsam genug.
(Zeitschrift "Die Bundeswehr", Ausgabe 1/2008; Internet: http://www.dbwv.de/dbwv/interd.nsf/d/starte)

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