Türkei: Europa oder Orient?

Repräsentation der Türkei zwischen Europa und Orient

Stefan Stautner

Kurzübersicht

Repräsentation der Türkei zwischen Europa und Orient
ISBN: 978-3-937231-33-4
Veröffentlicht: Juni 2004, 1.. Auflage, Einband: Broschur, Seiten 148, Format DIN A5, Gewicht 0.2 kg
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Türkei: Europa oder Orient?

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Details

Zum Buch:
Das vorliegende Buch behandelt die Verortung der Türkei im deutschsprachigen Raum. Untersucht wurde, wie die Türkei beispielsweise in Tageszeitungen, Magazinen, Romanen, Reiseführern, Operntexten oder Prospektmaterial präsentiert wird. Dabei wurde die Einordnung anhand der Unterschiede zwischen Europa und Orient beobachtet.

Die Perspektive einer zukünftigen EU-Mitgliedschaft der Türkei, so stellte sich im Laufe der Untersuchung heraus, ist im Hintergrund immer präsent. Die Frage, ob die Türkei Teil Europas oder des Orient ist, kann und will die Untersuchung nicht klären, jedoch kann sie aufzeigen, wie entsprechende Zuordnungen entstehen beziehungsweise mit welchen Absichten sie im öffentlichen Diskurs geäußert werden.

Der Autor, Dipl.-Soziologe Stefan Stautner ist Dozent am Institut für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Konradstr.6, D-80801 München, Internet: http://www.soziologie.uni-muenchen.de/

Kontakt zum Autor: stefan.stautner[a]soziologie.uni-muenchen.de, Internet: http://www.lrz-muenchen.de/~stefan.stautner/

  

 

  Aus dem Inhalt:

Vorliegendes Buch ist eine Untersuchung der Türkei anhand von Darstellungen in deutschsprachigen Magazinen, Reiseführern etc. Der Autor versucht die Einordnung „Europa oder Orient“ zu erklären. Der eventuelle Beitritt der Türkei in die EU ist im Hintergrund immer präsent. Die Diskussionen darüber weckten das Interesse des Autors und waren mit ein Ausschlag für das Thema dieses Buches. Die Türkei ist ein Land mit mehrheitlich moslemischer  Bevölkerung. Allein dieser Umstand wird von Vielen als großer, oft als zu großer, Schritt für die EU dargestellt.

Bei der Vertiefung in dieses Thema ergaben sich für den Autor mehrere zentrale Fragen: Wie war die Entwicklung vom mythischen Reich zum modernen Nationalstaat und Tourismusland? Wo wird Türkei eher zu Europa gehörig verstanden, wo zum Orient? Herrscht Angst vor einer zukünftigen fundamentalistisch-islamistischen Regierung? Könnte das negativen Einfluss
auf Europa haben?
Anhand von Texten aus verschiedenen Medien stellt sich ein unterschiedliches Bild der Türkei dar. Das Land wird als dichotom (zweigeteilt) beschrieben, z.b. islamisch versus christlich / modern versus rück-ständig / europäisch versus orientalisch. Selten ist es in einer Zwischenposition. Jeder hat eine klare Zuordnung im Kopf und somit auch immer die Einordnung zu Europa oder Orient. Die Diskussion, ob „Europa oder Orient“ ist entbrannt, weil es viele Phänomene gibt. Z.B. europäisches Gebiet/orientalische Traditionen. Des weiteren zeigt der Autor viele Gegenüberstellungen von Europa – Orient auf (z.b. Chris-tentum – Islam, Modern – Rückständig, Unabhängigkeit – Unterwürfigkeit)

Zahlreiche Abbildungen und viele Fußnoten unterstützen die Anschaulichkeit dieses Werkes. Es ist nicht nur ein Buch für Fachleute auf dem Gebiet der EU-Osterweiterung, sondern auch für Interessierte, die mehr über die Kultur der Türkei erfahren wollen.

Bewertungen:
Die Arbeit macht ihre Bewertung einfach. Es handelt sich nicht um ein Stück vergrübelter Intellektualität, sondern um pragmatische Sozial- bzw. Kulturwissenschaft, die sich nicht lange mit tiefen theoretischen Erörterungen aufhalten will. Dafür bietet die Arbeit eine methodisch gut begründete, empirisch gehaltvolle und hochgradig geschlossene Untersuchung. Stefan Stautner zeigt dabei Cleverness und Begriffsbewußtsein und eine angenehm ungeschwätzige analytische Mentalität gegenüber sozialen Phänomenen.“
(Prof. Stefan Hirschauer)

„[…] Überzeugend sind dabei insbesondere die empirischen Bemühungen. Die Datenbasis ist äußerst materialreich, in ihrer Zusammensetzung transparent und nach außen gut dokumentiert; die Auswertungen sind thematisch erhellend und methodisch ebenso sorgfältig wie souverän ausgeführt. Dank der gewählten Zugangsweisen gelingt dem Verfasser eine aufschlussreiche, differenzierte und reflektierte Durchdringung des Gegenstands. Die im Diskurs jeweils vorgenommenen Verortungen werden plastisch sichtbar. Vor allem auch die empirisch erkennbare - und für eine qualitative Studie dieser Art unerlässliche - ‚Liebe zum Detail‘ besticht; der Verfasser scheut die Anstrengungen dieser in der Tat nicht.“
(Prof. Dr. Ulrich Beck)

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 9
2. Der Türkeidiskurs  .................13
2.1. Diskurstheorien und Diskursanalyse.. ............14
2.2. Diskurs und Text.. .....................17
3. Die Geschichte des geografischen Raumes der heutigen Türkei als Archiv
des bundesdeutschen Türkeidiskurs. ...............25
4. Vorstellung des Materials  ..................39
4.1. Textart, -funktion, Zeitbezug, Adressaten  39
4.2. Genres  43
4.2.1. Texte aus dem Wissenschaftssystem ... .......43
4.2.2 Offizielle Publikationen der EU und der Türkei.. ...........43
4.2.3. Zeitungen und Zeitschriften   44
4.2.4. Texte aus touristischen Medien....... ..........44
4.2.5. Belletristik  ...............49
4.2.6. Karten. .........................50
4.3. Lücken und Auslassungen .. ...................51
5. Diskursanalyse eine Methode? ... ..............53
5.1. Anleihen aus der Grounded Theory ....... ...................53
5.2. MAXQDA ... ...........................57
6. Verortungen der Türkei im Material ...................59
6.1. Die Begriffe Europa / Orient im Untersuchungsmaterial ... .........59
6.2. Möglichkeiten der Zurechnung.... ............62
6.2.1 Zurechnung als Selbstverständlichkeit . .......62
6.2.2. Zurechnung durch Setzung . .........63
6.2.3. Zurechnung durch Wollen  ............65
7. Analyse des Materials. ..............67
7.1. Türkei als Europa  67
7.2. Türkei als Orient .........87
7.3. Türkei als NICHT Europa ........105
7.4. Türkei als NICHT Orient ........ 107
7.5. Türkei als SOWOHL Orient ALS AUCH Europa 109
7.6. Türkei als WEDER Europa NOCH Orient         112
7.7. Vergleich und Einordnung .....116
8. Fazit  .......................123
Verzeichnis der in MAXQDA verwendeten Codes  125
Kartenverzeichnis  ...........127
Quellen- und Literaturverzeichnis:  ....................143

Informationen zur Türkei: http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkei 

REZENSIONEN

Eurasisches Magazin
http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20040917

LESETIP
Was bedeutet es, wenn die Türken nach Europa kommen?

Die Entscheidungsphase uber einen Beitritt der turkischen Republik zur Europäischen Union bricht an. Das Eurasische Magazin stellt wichtige Hintergrund-Literatur vor.

„Türkei: Europa oder Orient?“ von Stefan Stautner, Rhombos, Berlin 2004, 148 Seiten, ISBN 3-937231-33-1, 24,80 Euro.

Das Buch von Stefan Stautner ist eine wissenschaftliche Arbeit, die eine Fülle von Materialien untersucht und dem Leser anhand dieser Quellen ein Bild der Türkei präsentiert: Tageszeitungen, Magazine, Landkarten, literarische Romane, Reiseführer, Operntexte, Werbeprospekte und Fachpublikationen werden zitiert. Die Frage, ob und inwieweit die Türkei nun Teil Europas oder des Orients ist, soll sich aus den Texten selbst erschließen. Eine Festlegung hat der Autor aus gutem Grund vermieden: Er hat die Frage so offen gelassen, wie sie es seiner Ansicht nach schon seit über hundert Jahren ist. Stautner versteht sein Buch als Beitrag zum deutschen Türkei-Diskurs.

Erst werden die sieben historischen Epochen der Region aufgegliedert, in der sich die Geschichte der Türken vollzogen hat: in der Frühgeschichte, im griechischen Siedlungsraum, im Römischen Reich. Die weiteren Titel für diese Epochenbetrachtung lauten: Oströmisches Reich & Byzantinisches Reich. Osmanisches Reich – ein Reich vieler „Nationen“. Jungtürken – Zerbrechen des Osmanischen Reiches. Türkische Republik – Stabilisierung des neuen Staates – Kemal Atatürk. Diese Epochen sind als Kurz-„Biographien“ geschrieben. So jedenfalls versteht sie der Autor.

Es folgt ein kleiner Abriß zur Vorgeschichte des türkischen Aufnahmebegehrens in die EU. Und dann beginnt die Aufbereitung des Materials für den Diskurs, von offiziellen Stellungnahmen bis zum Baedeker. – Leser, die Spaß haben am Suchen und Finden und am Diskurs über das Thema, können nach Herzenslust Argumente zusammentragen. Wer eine fertige Anwort sucht, wird eher verzweifeln.
„Türkei: Europa oder Orient?“ von Stefan Stautner, Rhombos, Berlin 2004, 148 Seiten, ISBN 3-937231-33-1, 24,80 Euro.
Das Buch von Stefan Stautner ist eine wissenschaftliche Arbeit, die eine Fülle von Materialien untersucht und dem Leser anhand dieser Quellen ein Bild der Türkei präsentiert: Tageszeitungen, Magazine, Landkarten, literarische Romane, Reiseführer, Operntexte, Werbeprospekte und Fachpublikationen werden zitiert. Die Frage, ob und inwieweit die Türkei nun Teil Europas oder des Orients ist, soll sich aus den Texten selbst erschließen. Eine Festlegung hat der Autor aus gutem Grund vermieden: Er hat die Frage so offen gelassen, wie sie es seiner Ansicht nach schon seit über hundert Jahren ist. Stautner versteht sein Buch als Beitrag zum deutschen Türkei-Diskurs.

Erst werden die sieben historischen Epochen der Region aufgegliedert, in der sich die Geschichte der Türken vollzogen hat: in der Frühgeschichte, im griechischen Siedlungsraum, im Römischen Reich. Die weiteren Titel für diese Epochenbetrachtung lauten: Oströmisches Reich & Byzantinisches Reich. Osmanisches Reich – ein Reich vieler „Nationen“. Jungtürken – Zerbrechen des Osmanischen Reiches. Türkische Republik – Stabilisierung des neuen Staates – Kemal Atatürk. Diese Epochen sind als Kurz-„Biographien“ geschrieben. So jedenfalls versteht sie der Autor.

Es folgt ein kleiner Abriß zur Vorgeschichte des türkischen Aufnahmebegehrens in die EU. Und dann beginnt die Aufbereitung des Materials für den Diskurs, von offiziellen Stellungnahmen bis zum Baedeker. – Leser, die Spaß haben am Suchen und Finden und am Diskurs über das Thema, können nach Herzenslust Argumente zusammentragen. Wer eine fertige Anwort sucht, wird eher verzweifeln.
(EM 09-04 · 29.09.2004)

 

iz3w - informationszentrum 3 - welt

\"Wir sind Weltmeister\" oder gar \"Wir sind Papst\" funktioniert bislang nur auf nationaler Ebene. Ob \"unsere Jungs\" Fußball spielen oder \"unser\" Bildungssystem bei PISA schlecht abschneidet - stets wissen  wir, dass es um Deutschland geht. Auf europäischer Ebene dagegen ist noch nicht einmal die Verfassung gemeinsame Grundlage geworden. Der \"europäische Geist\", so scheint es, ist noch in der Flasche.

Wo das \"Wir\" noch in den Anfängen, ist das \"Ihr\" umso wichtiger. Folgerichtig wird in jüngster Zeit gerne darüber gestritten, wo denn die Grenzen Europas verlaufen. Die Stacheldrähte und Abschiebeknäste in Spanien und Nordafrika markieren die Grenzen mehr als deutlich. Und auch in der Debatte um den Eintritt der Türkei in die Europäische Union geht es zuallererst um Abgrenzung.

Stefan Stautner analysiert in seinem Buch \"Türkei: Europa oder Orient?\" diesen Diskurs anhand von wissenschaftlichen Texten, offiziellen Publikationen, Zeitungen, Reiseführern und Karten. Der Autor weist nach, dass in der Grenzziehung Europas der \"Orient\" eine entscheidende Rolle spielt. Umstritten ist lediglich, welchem Kulturraum die Türkei zugeschlagen wird. Sie gehört zwar zu den Teilnehmern des Eurovision Songcontest, wird jedoch im Weltatlas oder bei der Definition von zehn \"Kulturerdteilen\" dem Orient zugeteilt. Einig sind sich die Autoren und Kartenzeichner laut Stautner lediglich darin, dass \"die Türkei eine spezifische, verteidigungspolitische Funktion für uns\" erfüllt.

(iz3w, Ausgabe 290, Jan/Feb 2006)
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