Transformationsprozesse und Entwicklungsperspektiven im Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien

IÖR Schriften - Band 70 - 2016

Isolde Roch, Juliane Banse, Holger Leimbrock, Juliane Mathey (Hrsg.)

Kurzübersicht

In den mittel- und osteuropäischen Ländern mit ehemals sozialistischem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem vollzieht sich seit Ende der 1980er Jahre ein epochaler Strukturwandel, der gesamtgesellschaftlich, regional und sektoral sehr unterschiedlich ausgeprägten Entwicklungspfaden folgt. Daraus ergeben sich die Grundgedanken der IÖR-Schrift, nämlich zeitlich abgegrenzte Entwicklungsphasen des Strukturwandels innerhalb einer räumlich abgegrenzten Region unter Berücksichtigung möglichst vieler Merkmalsausprägungen zu analysieren und zu bewerten.

ISBN: 978-3-944101-70-5
ISSN: 1862-1406
Band 70. Auflage, Einband: Broschur, Abbildung und Tabellen: Zahlr.,z.T. farbig, Seiten 460, Format 168 x 240 mm, Gewicht 800 kg
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Transformationsprozesse

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Isolde Roch, Juliane Banse, Holger Leimbrock, Juliane Mathey (Hrsg.)

Transformationsprozesse und Entwicklungsperspektiven im Dreiländereck
Deutschland – Polen – Tschechien


Band 70 der Reihe "IÖR Schriften", herausgegeben vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR), Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Bernhard Müller, Weberplatz 1, 01217 Dresden Tel.: (0351) 4679-0, Fax: (0351) 4679-212 eMail: info@ioer.de, Homepage: http://www.ioer.de, www.ioer-monitor.de


IÖR Schriften - Band 70 - 2016
460 Seiten. Einband: Broschur. Format 168 x 240 mm. Zahlreiche Tabellen und Abbildungen, zum Teil farbig. Preis: 48,50 Euro (incl. MwSt. und Versand in Deutschland)
ISBN 978-3-944101-70-5. Rhombos-Verlag, Berlin 2016

 

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In den mittel- und osteuropäischen Ländern mit ehemals sozialistischem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem vollzieht sich seit Ende der 1980er Jahre ein epochaler Strukturwandel, der gesamtgesellschaftlich, regional und sektoral sehr unterschiedlich ausgeprägten Entwicklungspfaden folgt. Daraus ergeben sich die Grundgedanken der IÖR-Schrift, nämlich zeitlich abgegrenzte Entwicklungsphasen des Strukturwandels innerhalb einer räumlich abgegrenzten Region unter Berücksichtigung möglichst vieler Merkmalsausprägungen zu analysieren und zu bewerten.
Die durchgeführte Evaluationsforschung bezog sich auf das Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien und die in diesem Grenzraum ablaufenden Prozesse der Transformation vom „Schwarzen Dreieck“ mit Negativimage hin zu einem „Grünen Dreieck“ mit Positivimage. Ziel der am Nachhaltigkeitsprinzip orientierten Forschung, an der deutsche, polnische und tschechische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligt waren, ist die Herausarbeitung von Empfehlungen zum Umgang mit Transformationsprozessen und zur Weiterentwicklung europäischer Grenzräume. Eingeflossen sind hier auch langjährige Erfahrungen, die in zwei westlichen Vergleichsräumen, der Euregio Maas-Rhein (EMR) und der Großregion SaarLorLux, gewonnen wurden.

Vorwort

Der Systemwechsel Ende der 1980er Jahre markierte in den mittel- und osteuropäischen Ländern mit ehemals sozialistischem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem in vielerlei Hinsicht einen Neubeginn. Seitdem vollziehen sich in Ostdeutschland und den Nachbarländern Polen und Tschechien Transformationsprozesse, die in Art und Umfang neu und spektakulär sind. Ein Autorenteam aus deutschen, polnischen und tschechischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern spürt diesen Prozessen nach, bezogen auf das Dreiländereck mit dem ehemaligen Negativimage des „Schwarzen Dreiecks“ und mit Blick auf die Aspekte Ökologie, Soziales und Ökonomie der Nachhaltigkeitstrias im räumlichen Kontext. Die Forschungen stützen sich auf die Entwicklungsziele der grenzüberschreitenden Entwicklungskonzepte der ersten Generation an der ehemaligen EU-Außengrenze. Diese Entwicklungsziele, an deren Erarbeitung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR) beteiligt waren, werden zum Maßstab der Entwicklungen in den  darauf folgenden 25 Jahren erhoben.
Ziel der Evaluationsforschung war es, Vorgehensweisen und Wirkungen des Umbaus der ökologisch stark geschädigten mitteleuropäischen Bergbau- und Industrieregion vom „Schwarzen Dreieck“ zum „Grünen Dreieck“ aufzudecken, um Empfehlungen zur Weiterentwicklung europäischer Grenzregionen und zum Umgang mit Transformationsprozessen zu generieren. Die Aussagen zur Grenzraumentwicklung stützen sich auf Vergleiche zu den Vorgehensweisen der Euregio Maas-Rhein (EMR) und der Großregion SaarLorLux mit ihren langjährigen Erfahrungen grenzüberschreitender Kooperation und fortgeschrittenen Reifegraden.
Erörtert werden eingangs Transformationstheorien und Transformationsstrategien. Darauf aufbauend werden erstmals die Entwicklungsverläufe anhand entdeckter Entwicklungsphasen vergleichend dargestellt. Konkret wird die Entwicklung im deutschen Teilraum, die dem Modell der Schocktherapie folgt, im Vergleich mit Verläufen im tschechischen Teilraum, die sich am Modell des Gradualismus orientieren, sowie im Vergleich zum polnischen Teilraum, dessen Transformation ebenfalls eher dem gradualistischen Vorgehen folgt, nachgezeichnet.

Detaillierte Analysen auf mehreren räumlichen Ebenen beleuchten die Entwicklungen in den Themenbereichen der Umweltqualität, der Lebensqualität und der Wirtschaft sowie die Bedingungen der Prozesssteuerung in den Nachbarstaaten, Letzteres einschließlich der Akzeptanz dieser Vorgehensweisen durch Akteure der Raumentwicklung mit Blick auf aktuelle Handlungsbedarfe. Der Vergleich mit Vorgehensweisen an der deutschen Westgrenze ermöglicht Schlussfolgerungen zu Zielsetzungen grenzüberschreitender Entwicklung, zu Rahmenbedingungen und zu Handlungsbedarfen. Die Empfehlungen beziehen sich auf die grenzübergreifende Entwicklung und auf den Umgang mit Transformationsprozessen. Letztere überlagerten im „Grünen Dreieck“ die vielschichtigen Entwicklungen. Die Autorinnen und Autoren liefern mit dieser Veröffentlichung erstmals Daten, Fakten und aufschlussreiche Einblicke in die neuartigen Transformationsprozesse. Diese Leistungen wurden nicht zuletzt durch die Mitarbeit externer Partnerinnen und Partner möglich, die ihre Kenntnisse zu Sachverhalten, Erfahrungen sowie Primärerhebungen einbrachten. Ihnen gilt der besondere Dank des Herausgeberteams. Anliegen der Verfasserinnen und Verfasser bleibt es, weiterhin für grenzübergreifende Zusammenarbeit zu werben als Grundlage der Vertrauensbildung in Europa und der Förderung gemeinsamer Stärke.

Die Herausgeber

Isolde Roch, Juliane Banse, Holger Leimbrock, Juliane Mathey
Dresden, Oktober 2016

 

Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung ............. 1
1.1 Beschreibung des Untersuchungsgebietes..1
1.2 Ziele und methodisches Vorgehen ..........15
1.3 Projektteam und Projektarbeit ................19

2 Transformationsprozesse und Entwicklungsverläufe 21
2.1 Transformationstheorien und Transformationsstrategien....21
2.1.1 Transformationstheorien und ihr Gegenstand.........21
2.1.2 Transformationsstrategien............27
2.2 Entwicklungsziele der Grenzraumkonzepte erster Generation im
Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien...............36
2.3 Entwicklungsverläufe der Transformation im Dreiländereck48
2.3.1 Merkmale der Umweltentwicklung und Prozesssteuerung...............48
2.3.2 Sozioökonomische Prozessverläufe der Transformation....................54
2.4 Fazit....64

3 Erreichter Entwicklungsstand......... 69
3.1 Theoretische und forschungspraktische Problemstellungen69
3.2 Umweltqualität..............76
3.2.1 Einführung – Umweltqualität im Dreiländereck......76
3.2.2 Emissionen.........84
3.2.3 Waldschäden...100
3.2.4 Natur- und Landschaftsschutz....112
3.2.5 Fazit – neue/weiterführende Aufgaben................137
3.3 Lebensqualität.............144
3.3.1 Einführung – Lebensqualität im Dreiländereck......144
3.3.2 Bevölkerung und Wohnen.........146
3.3.3 Versorgung mit Bildungsangeboten.....................162
3.3.4 Gesundheitswesen.....................169
3.3.5 Kultur..............178
3.3.6 Erreichbarkeit und Kommunikation......................186
3.3.7 Fazit................204
3.4 Wirtschaft....................207
Eine europäische Post-Transformationsregion auf dem Weg
zur Integration: Wirtschaftliche Lage und Perspektiven
im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck
3.4.1 Wirtschaftliche Lage im regionalen und nationalen Kontext ..........207
3.4.2 Empirische Befunde zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung
im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck – eine vergleichende
Betrachtung......................210
3.4.3 Grenzüberschreitende wirtschaftliche Zusammenarbeit – ein
Literaturüberblick.......................215
3.4.4 Fazit und regionalpolitische Implikationen............220
Erwerbstätigkeit und Veränderung der Wirtschaftsstrukturen
im „Grünen Dreiländereck“
3.4.5 Entwicklungsstand der Wirtschaft in den frühen 1990er Jahren ....221
3.4.6 Strukturelle Veränderungen von 1990 bis heute ..226
3.4.7 Fazit................234

4 Prozesssteuerung/Instrumente im Dreiländereck... 235
4.1 Verständnisse und Strategien der Raumentwicklung
in den Nachbarländern .........................235
4.2 Systeme der Raumentwicklung in den Nachbarländern....239
4.2.1 Bundesrepublik Deutschland......239
4.2.2 Polen...............243
4.2.3 Tschechien.......246
4.2.4 Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der Raumentwicklung
in den Nachbarländern Deutschland, Polen, Tschechien.................248
4.3 Steuerung auf europäischer Ebene.........252
4.3.1 Europäische Umweltplanung – Instrumente des Umweltschutzes...252
4.3.2 Raumordnerische Ausrichtung der EU..................268
4.3.3 Förderprogramme......................269
4.4 Akzeptanz der Prozesssteuerung bei den Akteuren..........275
4.5 Fazit .282

5 Prozesssteuerung in ausgewählten Grenzräumen der deutschen
Westgrenze....... 285
5.1 Nordrhein-Westfalen...285
5.1.1 Beschreibung der Euregio Maas-Rhein (EMR)......285
5.1.2 Strategisches Vorgehen..............288
5.1.3 Fazit................302
5.2 Großregion SaarLorLux305
5.2.1 Historische Entwicklung der Großregion...............305
5.2.2 Geografische Lage und charakteristische Merkmale der Großregion................308
5.2.3 Organisation der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.............310
5.2.4 Aufgabenfelder der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.........316
5.2.5 Aktuelle Situation: Die Großregion, eine grenzüberschreitende
polyzentrale Metropolregion......321
5.2.6 Fazit und Schlussfolgerungen.....325

6 Schlussfolgerungen..................... 329
6.1 Rahmenbedingungen..329
6.2 Erfolgskontrolle der Entwicklungsverläufe
im „Schwarzen Dreieck“........................330
6.2.1 Umweltqualität331
6.2.2 Wirtschaft und Verkehr..............339
6.2.3 Lebensqualität.348
6.2.4 Schlussfolgerungen aus den Entwicklungsverläufen.......................357
6.3 Entwicklungen der EMR und Großregion SaarLorLux an der
deutschen Westgrenze im Vergleich zum „Grünen Dreieck“
an der deutschen Ostgrenze..................360
6.3.1 Zielsetzungen und Entwicklungen........................360
6.3.2 Vergleich der Rahmenbedingungen.....................362
6.3.3 Aktueller Entwicklungsstand und Handlungsbedarfe......................365

7 Empfehlungen... 371
7.1 Die Zukunftsstrategie EMR2020............371
7.2 Instrumente grenzübergreifender Zusammenarbeit..........374
7.3 Umgang mit Transformationsprozessen.379
7.4 Fazit..387
7.5 Ausblick.......................389

Literaturverzeichnis. 391

Abbildungsverzeichnis...................... 433

Tabellenverzeichnis. 439

Abkürzungsverzeichnis...................... 441

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren..................... 447

Zusatzinformation

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