Soziale Kompetenzen von Studierenden

Eine explorative Untersuchung am Beispiel verschiedener Studierendengruppen

Jörg Holle

Kurzübersicht

Eine explorative Untersuchung am Beispiel verschiedener Studierendengruppen
ISBN: 978-3-941216-36-5
Veröffentlicht: Nov 2009, 1. Auflage, Einband: Broschur, Seiten 113, Format DIN A5, Gewicht 0.18 kg
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Soziale Kompetenzen von Studierenden

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Jörg Holle

 

Soziale Kompetenzen von Studierenden -

Eine explorative Untersuchung am Beispiel verschiedener Studierendengruppen

 

113 Seiten. DIN A5. Broschur. 15 Abbildungen und 15 Tabellen. ISBN 978-3-941216-36-5.

Preis: 18,90 Euro. RHOMBOS-VERLAG, Berlin 2009

Soziale Kompetenzen ermöglichen erfolgreiche gesellschaftliche Teilhabe, stärken die psychosoziale Gesundheit und fördern die Arbeitsmarktfähigkeit. In ihren Berufen stehen Diplom-Pädagogen und Lehrer vor der Herausforderung, soziale Kompetenzen vermitteln zu müssen. Der Autor hat zunächst auf Grundlage der vorliegenden Forschungsliteratur die kompetenzbezogenen Anforderungen an diese Gruppen ermittelt und diese anschließend mittels einer empirischen Befragung untersucht. Die Studie bietet einen interessanten Einblick in ein wenig erforschtes Gebiet beruflicher überfachlicher Kompetenzen.


Zum Autor:

Jörg Holle ist Diplom-Pädagoge und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Empirische Lehr-Lern-Forschung und Didaktik der Universität Trier. Derzeit Promotion im Bereich Diagnostik sozialer Kompetenzen. Forschungsschwerpunkte: Soziale und personale Kompetenzen, psychometrische Verfahren und Lern- und Leistungsmotivation.
Kontakt: http://www.uni-trier.de/index.php?id=24442&L=0&0=

Professor Dr. phil. Michaela Brohm - Professur für Empirische Lehr-Lern-Forschung und Didaktik an der Universität Trier

Einleitung

Die Relevanz sozialer Kompetenzen wird nicht erst seit Kurzem immer wieder von verschiedenen Seiten betont. Begründet wird das gestiegene Interesse durch den rasanten Wandel, dem moderne Gesellschaften u. a. durch die Globalisierung und den demografischen Wandel ausgesetzt sind.
Entsprechend müssen den neuen, unvorhersehbaren Anforderungen (Erpenbeck, Sauer; 2000) gleichermaßen selbstorganisierte, kompetente Individuen und Organisationen gegenüber stehen, die fähig sind „das eigene [Über-] Leben in einer sich rasant wandelnden Welt erfolgreich [zu] bewältigen“ (Brohm, 2006, S. 87).
Allerdings gibt es noch kein Patentrezept, woher die kompetenten Individuen und Organisationen kommen sollen. Eine mögliche Lösung können Erziehungswissenschaftler bieten. Terhart (2001) erkennt, dass Lehrer verstärkt einen Erziehungsauftrag übernehmen müssen und (soziale) Kompetenzen vermitteln müssen. Zu Recht bemängelt er dabei die fehlenden empirischen Befunde:
„Was Lehramtsstudierende tatsächlich beim ersten bzw. beim zweiten Staatsexamen wissen und können, wie sie dieses Wissen und Können in den ersten Berufsjahren auf die Berufswirklichkeit beziehen, wie sich Professionalität entwickelt und bis zu welchem Niveau der Kompetenz, welche Folgen dies für das Lernen der Schüler hat bzw. haben kann – diese Fragen umreißen einen recht großen weißen Fleck auf der Ergebnis-Landkarte der empirischen Bildungswissenschaften in Deutschland“ (Terhart, 2002, S. 10).
Daher ergibt sich ein enormer Forschungsbedarf, der von vielen Seiten zu behandeln ist. Diese Arbeit will sich von der Seite der Vermittler von sozialer Kompetenz nähern; konkret: Lehramtsstudierende und Diplomstudierende der Erziehungswissenschaft im Hauptstudium. Beide Berufsgruppen sind, wie später gezeigt wird, sehr stark mit sozialer Interaktion befasst. Damit ist neben der allgemeinen sozialen Verträglichkeit auch die Vermittlung sozialer Kompetenzen gemeint.
Das wirft allerdings neue Fragen auf: Was wird nun unter dem Begriff „Kompetenzen“, insbesondere „sozialen Kompetenzen“ verstanden? Kann man sie messen und wenn ja wie? Sind sie vermittelbar und trainierbar? Welche Kompetenzen sind eigentlich für pädagogische Bereiche und die dort Tätigen wichtig? Und wie schließlich steht es um die Kompetenz-Ausstattung dieser Gruppe? Ein Teil dieser Fragen soll in dieser Arbeit beantwortet werden, da das Thema „Kompetenzen“ zu umfangreich ist, als dass es in dieser Arbeit mit allen verschiedenen Facetten angemessen dargestellt werden könnte.
Stattdessen liegt der Fokus auf einer Erhebung der sozialen Kompetenzen der genannten Berufsgruppen. Es soll überprüft werden, ob und in welchem Maße diese Studierenden sozial kompetent sind, und auch, sofern möglich, ein möglicher Schulungsbedarf ermitteln werden.
Kapitel 2 stellt daher die Anforderungen an Diplom-Pädagogen und Lehrer heraus, die momentan durch Wirtschaft und Staat nachgefragt werden. Zu bedenken ist dabei, dass sich diese vor dem o. g. Wandel verändern können, ohne dass diese Veränderungen konkret benannt werden können. Gleichzeitig werden hier die Kompetenzen der beiden Gruppen identifiziert, da diese als Lösung des Problems gesehen werden (s. o.).
Kapitel 3 beschäftigt sich daran anschließend mit der Frage, wie das Konstrukt „Kompetenz“ definiert wird. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die sozialen Kompetenzen gelegt. Zudem ist eine Abgrenzung zu synonym verwendeten Begriffen wie Fähigkeiten und Fertigkeiten notwendig, genauso wie die Darstellung verschiedener Kompetenzmodelle, in denen die Kompetenzen verortet werden können.
Die Frage nach der Messung von Kompetenzen wird in Kapitel 4 näher untersucht. Dazu werden mögliche Methoden aus sowohl dem qualitativen als auch dem quantitativen Paradigma auf ihre Einsatztauglichkeit überprüft.
Im empirischen Teil wird beschrieben wie die Messung sozialer Kompetenz bei angehenden Diplom-Pädagogen und Lehrern vorgenommen wurde. Dazu werden auf Grundlage der theoretischen Vorüberlegungen entsprechende Hypothesen aufgestellt und überprüft.
Der Zweck dieser Arbeit liegt somit darin, den von Terhart (2002) beschriebenen weißen Fleck etwas zu verkleinern. Sie soll neue Erkenntnisse über Lehramtsstudierende und Diplom-Studierende als Vermittler von sozialen Kompetenzen liefern, da sie durch ihre Tätigkeit kommende Generationen dahin begleiten sollen, als kompetente Individuen den künftigen Aufgaben und Anforderungen der Gesellschaft gewachsen zu sein.
Gleichzeitig soll sie Anregung sein, weitere Studien in den Bereichen der (Personal-)Diagnostik, Kompetenz- und Professionsforschung zu unternehmen und macht sich somit ein wenig stark für mehr empirische Forschung in der Erziehungswissenschaft.


Inhalt

1    Einleitung     11
2    Kompetenzen von Diplom-Pädagogen und Lehrern     15
2.1    Profile von Diplom-Pädagogen     15
2.1.1    Kompetenzen von Diplom-Pädagogen     16
2.1.2    Anforderungen an Diplom-Pädagogen     19
2.2    Profile von Lehrern     20
2.2.1    Kompetenzen von Lehrern     21
2.2.2    Anforderungen an Lehrer     23
2.3    Fazit Kapitel 2     26
3    Kompetenzen – Begriffsklärung und Modelle     29
3.1    Synonyme Begriffe     30
3.2    Der Kompetenzbegriff     33
3.2.1    Kompetenzmodell der QUEM     35
3.2.2    Kompetenzmodelle nach Weinert     36
3.2.3    Kompetenzmodell nach Erpenbeck und von Rosenstiel     39
3.3    Kompetenz und Performanz     44
3.4    Strukturalistisches Kompetenzmodell
nach Brohm     45
3.5    Fazit Kapitel 3     47
4    Kompetenzmessung     49
4.1    Messbarkeit von Kompetenzen     49
4.2    Quantitative Methoden     50
 4.2.1    Beobachtung     51
4.2.2    Tests     53
4.2.3    Befragung     54
4.2.4    Assessement Center (AC)     56
4.3    Qualitative Methoden     57
4.3.1    Beobachtung     58
4.3.2    Befragung     59
4.3.3    Biographiebezogene Verfahren     61
4.4    Fazit Kapitel 4     63
5    Darstellung der Untersuchung     67
5.1    Stichprobe     67
5.2    Instrumente     71
5.3    Hypothesen     82
5.3.1    Hypothesen zu sozialen Kompetenzen     82
5.3.2    Hypothesen zur Leistungsmotivation     82
5.4    Ergebnisse     83
5.4.1    Ergebnisse zu sozialen Kompetenzen     83
5.4.2    Ergebnisse zur Leistungsmotivation     88
5.5    Diskussion     91
5.6    Fazit Kapitel 5    94
6    Fazit         95
Literatur        97
Anhang        107

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