Schulspezifische Ängste von Kindern und deren Wahrnehmung durch ihre Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer

Eine empirische Untersuchung von dritten bis sechsten Klassen in städtischen und ländlichen Regionen Niedersachsens

Ines Oldenburg
ISBN: 978-3-944101-08-8
Veröffentlicht: März 2013, Einband: Broschur, Abbildung und Tabellen: Mehrere Abbildungen und Tabellen, Seiten 392, Format DIN A5, Gewicht 0.57 kg
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Ines Oldenburg

Schulspezifische Ängste von Kindern und deren Wahrnehmung durch ihre Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer

Eine empirische Untersuchung von dritten bis sechsten Klassen in städtischen und ländlichen Regionen Niedersachsens

392 Seiten. Format DIN A5. Kartoniert. Mehrere Abbildungen und Tabellen. Preis: 29 Euro. ISBN 978-3-944101-08-8
Rhombos-Verlag, Berlin 2013.


Schulangst von Schülerinnen und Schülern ist schon in der Grundschule ein weit verbreitetes Phänomen. Der vorliegende Band stellt eine Studie dar, die die subjektive Präsenz von schulspezifischen Leistungs- und Prüfungsängsten aus einer doppelten Perspektive heraus untersucht: Bei den Schulkindern selbst und in der Wahrnehmung ihrer Klassenlehrerinnen und –lehrer. Befragt wurden hierfür im Jahr 2000 über 1000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 3 bis 6 in Niedersachsen und ihre Lehrkräfte. Der Aspekt der Wahrnehmung durch die Lehrerinnen und Lehrer ist von besonderer Bedeutung, weil er zur Entwicklung von pädagogischen Instrumentarien zur Angstreduktion beitragen kann.


Dr. Ines Oldenburg sammelte nach ihrem Lehramtsstudium für Grund-, Haupt- und Realschulen ab 1994 vielfältige Erfahrungen als Lehrerin und Rektorin einer Grundschule. 2004/2005 vertrat sie die Professur für die Didaktik des Sachunterrichts an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Ab 2006 arbeitete sie fünf Jahre als Regierungsschuldirektorin bei der Niedersächsischen Schulinspektion. Seit 2011 ist sie Dozentin an der Fakultät für Pädagogik der Universität Oldenburg.

Vorwort

Die Auseinandersetzung mit und die Untersuchung von Ängsten von Schülerinnen und Schülern hat in den 1960er und frühen 1970er Jahren bei empirischen Schulforschern und pädagogischen Psychologen gro- ße Beachtung und in bemerkenswerten Forschungsvorhaben und Ver- öffentlichungen ihren Niederschlag gefunden. Erstaunlich ist jedoch, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem für den Umgang mit Schulkindern so bedeutsamen Gegenstand „Schulangst“ seit Ende der 1970er Jahre deutlich zurückgegangen ist, ohne dass der Sachverhalt bzw. das Phänomen verschwunden ist oder an Bedeutung im schuli- schen Alltag verloren hat. Diese Beobachtung und Tatsache ist für Ines Oldenburg Anlass und Anstoß gewesen für eine Untersuchung schulspezifischer Ängste von Kindern und deren Wahrnehmung durch ihre Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer. Ihre Klientel fand sie in dritten und vierten Grundschul- klassen und fünften und sechsten Klassen an Orientierungsstufen (Sekundarstufe I) in städtischen und ländlichen Regionen Niedersachsens. Insgesamt haben 1.744 Schülerinnen und Schüler an nach dem Zufalls- prinzip ausgewählten 10 Grund- und Hauptschulen und 10 Orientierungs- stufen im Gebiet der Bezirksregierung Weser-Ems in Niedersachsen an der Befragung teilgenommen. Lediglich zwei der angeschriebenen Schu- len haben an der Befragung nicht teilgenommen. Die Auswahl der Schu- len erfolgte anhand des vom Niedersächsischen Landesamt für Statistik erstellten Verzeichnisses der allgemeinbildenden Schulen.
Ist die Schule für eine immer größere Anzahl von Kindern zu einer kontinuierlichen Quelle der Angst geworden? Nehmen Lehrerinnen und Lehrer die leistungs- und / oder prüfungsbezogenen Ängste ihrer Schul- kinder wahr? Wenn ja, in welcher Weise? Was sind die Ursachen für eine eventuelle Zunahme von Schulängsten? Gibt es einen Zusammenhang zwischen psychosozialen Belastungen (Leistungsanforderungen durch Schule und Elternhaus) und schulspezifischen Ängsten von Kindern? Wie schätzen Lehrkräfte an Grundschulen und Orientierungsstufen die (schulspezifischen) Ängste  ihrer Schulkinder ein?  Gibt es schulform- abhängige Unterschiede in der Wahrnehmung? Nehmen Lehrerinnen diese Ängste anders wahr als ihre männlichen Kollegen? Welche Rolle spielen Einflussgrößen wie Schulform, Geschlecht und/ Region? … Mit diesen Fragen setzt sich die Studie von Ines Oldenburg kompetent und kenntnisreich auseinander, und sie kann sie unter Auswertung der relevanten Forschungsliteratur, vor allem aber über die Durchführung ihrer eigenen fragebogengestützten empirischen Untersuchung beantworten bzw. einer Beantwortung näher bringen. Als Betreuer dieses Forschungsvorhabens, mit dem Ines Oldenburg Anfang des Jahres 2000 an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg den Doktorgrad (Dr. phil.) erwarb, haben wir Frau Oldenburg gebeten, die Ergebnisse ihrer Untersuchung einer interessierten Öffentlichkeit vorzulegen. Wir wünschen diesem Buch interessierte Leserinnen und Leser und hoffen, dass diese dann auch Anregungen erhalten, mit dem stets wiederkehrenden Phänomen Schulangst pädagogisch verantwortungsvoll umzugehen.

Oldenburg, im Dezember 2000

Prof. Dr. Friedrich W. Busch Prof. Dr. Wolf-Dieter Scholz

(Dieses Vorwort verfassten Prof. Dr. W.-D. Scholz und Prof. Dr. F.-W. Busch zu einer Kurzfassung dieser Dissertation.)

Vorwort zur 2. Auflage 2013

Das Phänomen von leistungs-und prüfungsspezifischen Ängsten v on Schülerinnen und Schülern ist auch über zehn Jahre nach Erscheinen der Studie im Jahr 2000 nicht zu vernachlässigen. Vielmehr ist es kontinuierlich von Bedeutung. Für eine gelingende gesellschaftliche Teilhabe wird ein qualifizierter Ausbildungsabschluss mehr denn je als Grundbedingung angesehen. Die damit einhergehenden psychosozialen Belastungen von Kindern und Jugendlichen im Kontext Schule haben nachweislich an Bedeutung gewonnen, so dass die Beschäftigung hiermit weder in der Forschung, in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern noch im schulischen Alltag unterschätzt werden darf.

Oldenburg, im März 2013 Dr. Ines Oldenburg

Inhaltsverzeichnis

1    Entfaltung der Fragestellung    15

2    Schulangst    23
2.1    Zur Definition von Schulangst    23
2.2    Probleme bei der Erfassung und Messung von Angst    27
2.3    Das den Erhebungsinstrumenten zugrunde liegende Angst-Theorem    31
2.4    Schulangst und Schulstress: Eine Gegenüberstellung    38
2.5    Desiderate der Schulangstforschung und Stand der wissenschaftlichen Diskussion nach
unterschiedlichen Variablen    45

3    Planung und Durchführung der Studie    79
3.1    Die Erhebungsinstrumente    79
3.2    Zur Datengewinnung    93
3.3    Zeitplan der Erhebung    97
3.4    Die an der Erhebung zu beteiligenden Klassenstufen und Schulen    98

4    Schulangst aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler    101
4.1    Das Schülerinnen- und Schülersample    101
4.2    Grundverteilung    104
4.3    Ergebnisse der Skalen für Prüfungsangst, manifeste Angst, soziale Erwünschtheit und Schulunlust    114
4.4    Vergleich der Skalen zwischen Grundschulen und Orientierungsstufen    117
4.5    Vergleiche der Skalenwerte mit den Ergebnissen der Eichstichprobe für den Angstfragebogen für Schüler    120
 
4.6    Zusammenfassung: Pädagogische Relevanz der Ergebnisse    124
4.7    Geschlechtsspezifische Unterschiede    125
4.8    Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen    127

5    Die Schulangst der Schulkinder in der Wahrnehmung ihrer Klassenlehrerinnen und -lehrer    153
5.1    Das Klassenlehrerinnen- und -lehrersample    153
5.2    Problembelastung der Schülerinnen und Schüler in der eigenen Klasse und im Allgemeinen aus der Sicht der befragten Klassenlehrkräfte    158
5.3    Diskrepanzen zwischen der Einschätzung der eigenen Klassen und Schulkindern im Allgemeinen    193

6    Korrelation der Lehrerinnen- und Lehrereinschätzung von Prüfungs- und manifesten Ängsten und von Schulunlust mit den Angaben ihrer Schülerinnen und Schüler    207
6.1    Bildung und Resultate der Lehrerinnen- und Lehrereinschätzungsskalen für Prüfungs- und manifeste Ängste und Schulunlust    207
6.2    Korrelationen der Lehrerinnen- und Lehrerskalen mit den Schülerinnen- und Schülerskalen    212
6.3    Korrelationen der PA-, PAE-, MA- und SU-Skalen von Lehrerinnen und Lehrern mit denen von Schülerinnen und Schülern aus städtischen und ländlichen Regionen    215
6.4    Korrelation der PA-, PAE-, MA- und SU-Skalen von Lehrerinnen und Lehrern mit denen von Schülerinnen und Schülern aus allen befragten Grundschulen und
Orientierungsstufen    221
 
6.5    Korrelation der PA-, PAE-, MA- und SU-Skalen für weibliche und männliche Lehrkräfte an Orientierungsstufen    227
6.6    Zusammenfassung    230

7    Die Angemessenheit der Wahrnehmung schulspezifischer Ängste der Kinder durch ihre Klassenlehrkräfte    233
7.1    Methodische Entscheidungen unter dem Aspekt der Angemessenheit    233
7.2    Ergebnisse der itembezogenen Vergleiche von Lehrerinnen- und Lehrer- und Schülerinnen- und Schülerangaben    240
7.3    Ergebnisse der Einflussfaktoren des Geschlechts der Lehrkräfte, der Schulform und Region auf die angemessene Wahrnehmung der Gefühle der Schulkinder    243

8    Resümee    265

Abbildungsverzeichnis    275
Tabellenverzeichnis    279
Literaturverzeichnis    283
Danksagungen    295
Anhang    297
Anhang 1:  Das verwendete Fragebogeninstrumentarium    299
Anhang 2:  Ergebnisse der Schülerinnen- und Schülerbefragung    311
Anhang 3:  Ergebnisse der Klassenlehrerinnen- und Klassenlehrerbefragung    373

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