Richard, too

Or An Actor?s Kingdom

William Shakespeare / Hans-Dieter Scholz

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Or An Actor?s Kingdom
ISBN: 978-3-930894-67-3
Veröffentlicht: 2002, -. Auflage, Einband: Broschur, Seiten 98, Format DIN A5, Gewicht 0.15 kg
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Richard, too

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Richard, too ist die neue, englischsprachige Bearbeitung der Shakespeare-Historie King Richard the Second unter fantasievoller Einbeziehung der wahren Ereignisse des Jahres 1601: Der Earl of Essex unternimmt zusammen mit seinen Freunden den Versuch, Königin Elizabeth I. zu stürzen, um selbst an die Macht zu gelangen und seine Finanzen zu sanieren. Am Vorabend des Putschversuches lässt er sich dazu von Shakespeares Truppe dessen politisch brisantestes Stück vorspielen: King Richard the Second. Einer der ersten Theaterskandale der Geschichte steht auf dem Programm, und das Theater wird selbst zum Drama. Shakespeare gerät dadurch bis zum Hals in einer politischen Intrige, während sein Liebesleben gleichzeitig durch seine „dark lady“ und eine italienische Commedia dell’arte-Schauspielerin erschwert wird. Richard, too richtet sich primär an Studenten, Lehrer und Schüler der Oberstufe, die mehr über Shakespeare wissen oder einen neuartigen Versuch unternehmen wollen, sich dem berühmtesten Dichter aller Zeiten zu nähern.

Auch im März/April des Schuljahrs 2002/03 brachte die English Drama Group the fringe wieder ein englischsprachiges Stück auf die Bühne. Dieses Jahr war dies jedoch etwas ganz Besonderes, da Richard, too eine Weltpremiere, uraufgeführt im Kleinen Haus der Stadthalle, darstellte. Außerdem hatten wir die Ehre, in Bamberg im Audimax der Uni auftreten zu dürfen und im Willstätter-Gymnasium in Nürnberg. Geschrieben wurde das diesjährige Stück von William Shakespeare in freudiger „Zusammenarbeit“ mit Hans-Dieter Scholz, unserem Regisseur. Nach großen Zweifeln seinerseits und einiger Akteure erzielten wir dieses Jahr jedoch einen phänomenalen Erfolg, mit dem ein neuer Zuschauerrekord (über 1.300 Zuschauer) und höhere Spendeneinnahmen denn je verbunden waren.

Da Richard, too wesentlich mehr Rollen aufzuweist als die Stücke der vergangenen Jahre, erforderte es eine nicht unwesentliche Vergrößerung der Truppe. Folglich stieg die Zahl unserer Mitglieder auf zeitweise 38 Mitglieder an. Dieses Jahr nahmen wir das erste Mal auch zwei Jungtalente aus der 7.Klasse auf (Marlene Münzel und Hanna Raithel). Die reine Personalmenge stellte ein ganz eigenes Problem der Koordination und Disziplin dar.

Richard, too, ein Stück, das große Ansprüche an all seine Darsteller stellte, spielt im Jahr 1601 in England. Es geht hauptsächlich um den gescheiterten Versuch des Earl of Essex (Christian Eggert/Cedric Owens), die regierende Königin Elizabeth I. (Susanne Ruch/Lena Reischl) zu stürzen. Die nötige Unterstützung erhält er hierbei von seinem besten Freund, dem Earl of Southampton (May Brümmer) und seinem Freund Davies (Laura Thiele). Bei Essex’ Auftreten merkt jeder jedoch, das er diese auch dringend nötig hat, da er leider nicht der Intelligenteste ist. Auf Rat seiner Freunde hin lässt er das Stück King Richard the Second von Shakespeare (Martin Riedel/Stephan Hauhs), der dem Earl of Southampton noch einen Gefallen schuldet, aufführen. Wichtig ist hierbei, dass Essex verlangt, eine Frau auf englischem Theaterboden ausgerechnet die Rolle des Königs spielen zu lassen, womit er sich über ein königliches Verbot hinwegsetzt. Da Southampton Shakespeares Schwäche für seine Ehefrau, die Countess of Southampton (Irina Medowaja), kennt, schickt er sie zu ihm, mit dem Auftrag, Shakespeare von Essex’ Wünschen zu überzeugen, was ihr bravourös mit skrupellosem Körpereinsatz gelingt. Die Suche nach einem weiblichen Richard ist beendet, als Virginia Andreini, eine wunderschöne italienische Schaustellerin (Larisa Ring/Nadine Friedrich) in Shakespeares Theater tritt. Bei ihrer Vorstellung finden sofort der „Theaterchef“ Burbage (Stefan Schreiber/Benjamin Schütze) und Shakespeare Gefallen an ihr. Die Schauspieltruppe, die schließlich auftritt, um Richard II zu spielen, ist gemischt aus den drei adligen Verschwörern und den Profis aus Richard Burbages Truppe.

Essex’ Plan bleibt allerdings nicht unbemerkt. Lord Burghley (Kathrin Hoffmann/Anna Bednorz), die rechte Hand der Königin, erfährt von Essex’ Vorhaben und installiert seine Männer im Theater. Außerdem nimmt die Königin selbst getarnt im Publikum Platz, während Burghley sich während des Stücks auf die Bühne wagt, nachdem die Illusion des Stücks durch mehrere Textänderungen auf Wunsch Southamptons und Essex’ schon gestört wurde. Durch Burghleys Auftreten fällt der spielende Adel aus seinen Rollen, was das Stück Shakespeares völlig zusammenbrechen lässt. Es kommt zu einem erbitterten Kampf u.a. zwischen Burghley und Essex. Am Ende flieht Essex mit seinen Verschwörern.

Bild: zentrale Charaktere und Mitglieder der Truppe: hinten v.l.n.r. Irina Medowaja, May Brümmer, Silvana Pyritz und Susanne Ruch, vorne v.l.n.r. Larisa Ring, Nadine Friedrich und Eva Götz

Nun tritt die Königin aus dem Publikum und zeigt sich in ihrer vollen Pracht. Das Stück neigt sich dem Ende zu: Shakespeare muss erkennen, dass eine Beziehung mit Virginia keinen Sinn hätte, da sowohl er als auch sie verheiratet sind. Essex muss seiner Ex-Geliebten, der Queen, bei einem Gespräch vor seiner Hinrichtung einiges erklären, was ihn aber auch nicht vor dem Tode rettet. So gibt es nur ein letztes Gespräch zwischen ihm und Lady Essex (Daniela Kawan/Silvana Pyritz), wonach er vom Executioner (Stefan Schreiber) abgeführt wird. Ein Page (Hanna Raithel) liest seine letzten Gedanken, die er in seiner Bibel notiert hatte, als Schlusswort vor. Er drückt darin seine Überzeugung aus, dass das Leben nicht umsonst und mit dem Tod keineswegs alles zu Ende ist. Er mag ein Idiot gewesen sein, aber er stirbt aufrecht, ehrenhaft, und im Glauben an die Auferstehung.

 

 Was das Stück außerdem sehenswert machte, waren die Verwandlungen von Frauen in Männer und Männern in Frauen, die vor allem von der weiblichen Seite oft beklagt wurden, letztendlich aber für das Spiel essentiell waren. Jedoch hörte man immer wieder Klagen über kratzende Bärte und den übelriechenden Bartkleber, was leider nicht zu vermeiden war. Damit die Verwandlung perfekt wurde, mussten aber auch noch Kostüme und Schminke her, wofür an dieser Stelle vor allem Frau Peda (Villa Kunterbunt) und Frau Friedrich gedankt werden muss, sowie Nadine Friedrich und ihrem Schmink- und Frisurenteam, bestehend aus Eva-Maria Götz, May Brümmer, Larisa Ring und Irina Medowaja. Auch unseren „Lichtmenschen“, Markus Otto und Oliver Sticht sowie unserer Bühnenbildnerin Madlen Böhm (unter Mithilfe von Herrn Schöffel) gebührt Dank, sowie unseren Inspizientinnen Silvana Pyritz und Alice Riedel und unserer Souffleuse Andrea Dumler. Ohne die logistische Hilfe des Möbelhauses Becher wären die Umzüge ins Kleine Haus nicht zu schaffen gewesen, und unsere Gastspiele in Nürnberg und Bamberg wurden möglich gemacht durch unsere großzügigen Sponsoren, die die Fahrtkosten trugen (FAW Bamberg, Elternbeirat des Willstätter Gymnasiums, Bayerischer Philologenverband Sektion Mittelfranken).

Wie immer gab es auch Probleme, die aber von einer Gruppe dieser Größe erstaunlich gut gelöst wurden. Insgesamt war es wieder ein Jahr voller Konflikte, Spannung, Spaß und Freude am Spiel, was wir nicht zuletzt unserem Regisseur und seinen Regieassistentinnen zu verdanken haben. Der Dank der gesamten Truppe gilt ihnen für die schöne Zeit während der Proben und Aufführungen.

(May Brümmer)

 

 

Zum Autor:
Autor und Regisseur Hans-Dieter Scholz (geb. 1965) hat an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg Englisch und Geschichte studiert und ist jetzt Lehrer am Bayreuther Graf-Münster-Gymnasium. 1996 gründete er dort die English Drama Group the fringe, für die er dieses Stück zunächst schrieb. the fringe ist die einzige englischsprachige Schülertheatergruppe in Nordbayern, die jedes Jahr ein Stück produziert und damit sogar Gastspiele gibt. Die Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 13 und 20 Jahren interpretierten bislang Stücke von Agatha Christie, Richard Sheridan, Arthur Miller, William Shakespeare und Mary Chase. Ihr Ziel ist es, englischsprachige Autoren in ihrer eigenen Sprache einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

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