ReSource 2010_4

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften

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Kurzübersicht

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften
ISBN: -
ISSN: 1868-9531
Veröffentlicht: 15. Dezember 2010, 4-2010. Auflage, Einband: geheftet, Seiten 48, Format 210x287mm, Gewicht 0.15 kg
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ReSource 2010_4

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Details

 

Inhaltsübersicht HEFT 4_2010:
 

Themenschwerpunkt: Energetische Verwertung

 

Hinweis: Mit Heft 3/2009 wurde der Titel MüllMagazin geändert in "ReSource". Für Abonnenten mit registriertem Online-Zugang stehen die Beiträge der aktuellen Au sgabe ab dem 6. Januar 2011 im Onlinebereich vorab zur Verfügung.

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Editorial

 

        Dr. Barbara Zeschmar-Lahl, Geschäftsführerin der BZL GmbH, Oyten










Prof. Dr. habil. Uwe Lahl,Ministerialdirektor a.D., Geschäftsführer der BZL GmbH, Oyten

So fern und doch so nah

Klimaschutzziele 2050 – wer kann denn überhaupt wissen, was bis 2050 so alles passiert? – „Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Und: Muss ich mich als Praktiker in der Abfallwirtschaft mit der Frage auseinandersetzen, wie sich mein Kerngeschäft 2050 unter einem dann voll entwickelten Klimaschutzregime darstellt, wenn man sich in Cancún im Dezember 2010 nur mit Müh und Not (und nicht mit der der erforderlichen Einstimmigkeit) auf das Zwei-Grad-Ziel hat einigen können?
Ein schlagendes Beispiel, warum das Jahr 2050 nicht mehr ganz so weit in der Zukunft liegt und man sich schon heute mit diesen Themen auseinandersetzen sollte, sind die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls. Danach können Staaten oder Unternehmen über Projekte in Ländern ohne eigene Reduktionsverpflichtung Emissionsgutschriften erwerben, die auf die eigenen Reduktionsverpflichtungen angerechnet werden können. Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern fallen unter Clean Development Mechanism, (CDM), solche in anderen Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls unter Joint Implementation (JI).
Heute treffen Banken strategische Entscheidungen, in welchen Ländern sie zukünftig schwerpunktmäßig ihre Zertifikate „entwickeln“ werden. Es laufen Verhandlungen mit Regierungen von Entwicklungs- und Schwellenländern, um deren nationale Klimaschutzziele zu politischen Paketen zu verschnüren, um CDM-Projekte zu bündeln und besser finanzieren zu können. Überall spielt die Abfallwirtschaft eine zentrale Rolle.
Sollte ein multilaterales Abkommen in den nächsten Jahren nicht gelingen, werden viele bilaterale Agreements mit sehr unterschiedlicher Qualität die Weltlage nicht ein - facher machen, aber die Entwicklung wird weiter gehen. Und mit jeder kollektiven Erfahrung der Auswirkung des Klimawandels wird auch die Bereitschaft steigen, einschneidendere politische Abkommen zu treffen. Alles also Gründe, warum auch in der Abfallwirtschaft die strategischen Überlegungen über die anstehenden Herausforderungen verstärkt werden sollten. Welche Folgen auf die Abfallwirtschaft bei verbindlichen Reduktionszielen zukommen und wo die zukünftigen Handlungsoptionen liegen – ob etwa das Ende der Abfallverbrennung naht, das können Sie in unserem Beitrag „Ofen aus?“ nachlesen.
Auf eine spannende Diskussion mit Ihnen freuen sich
Barbara Zeschmar-Lahl
Uwe Lahl

HEFTÜBERSICHT:

RUBRIK: FORUM

 Ofen aus?
Ohne verstärkten Ausbau der stofflichen Nutzung von Kohlenstoff können die Klimaschutzszenarien für 2050 das Ende der Abfall(mit)verbrennung bedeuten

Seite 4-10

Die Industriestaaten werden bis 2050 eine 80- bis 85-prozentige Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen bezogen auf das Jahr 1990 erreichen müssen. Dieses Ziel wird auch auf die stoffliche Verwendung von Kohlenstoff Auswirkungen haben. Schon heute weisen die stofflichen Kohlenstoff-Verbräuche eine vergleichbare Höhe auf wie die energetische Nutzung von Kohlenstoff, wobei erstgenannte zukünftig an Bedeutung gewinnen werden. Wenn der Bestand an organischen Senkenstoffen fossilen Ursprungs zunächst langsam, aber in immer größerem Umfang in den Abfallsektor eingebracht wird, führt dies dort, würde man die heutigen Entsorgungstechniken anwenden, zu erhöhten klimarelevanten Kohlendioxid-Emissionen. Im Jahr 2050 würde es in einem 95 %-Szenario ausreichen, die Abfallwirtschaft wie heute weiter zu betreiben, und das Einsparziel würde verfehlt. Steht und fällt die Klimaschutzpolitik im Jahr 2050 in den westlichen Industriestaaten mit der Überwindung der Abfall( mit)verbrennung?

Keywords: Zwei-Grad-Ziel, Kohlenstoffkreislauf, Kohlenstoffsenken, Deponierung, Bioabfallverwertung, Baustellenabfallentsorgung, Stoffliche Verwertung, Energetische Verwertung

Autoren: Dr. Barbara Zeschmar-Lahl, Geschäftsführerin der BZL Kommunikation und Projektsteuerung GmbH, Oyten
Prof. Dr. habil. Uwe Lahl, Ministerialdirektor a.D., Geschäftsführer der BZL Kommunikation und Projektsteuerung GmbH, Oyten
 

RUBRIK: BIOENERGIE
 
Bioenergie-Contracting
Studie sieht vorhandene Potenziale, aber aktuell einen noch schwach ausgeprägten Markt


Seite 11-14

Der Anteil der Erneuerbaren Energien bei der Strom- und Wärmeerzeugung ist 2009 in Deutschland weiter angestiegen. Grund dafür ist neben der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein steigendes Bewusstsein in der Öffentlichkeit für eine klimaneutrale und ökologisch nachhaltige Energieerzeugung. Gleichzeitig steigt die Bekanntheit von Contracting bei den relevanten Zielkundengruppen: Vier Fünftel der aktuell Befragten kennen Contracting im Bereich der Energie- und Wasserversorgung beziehungsweise Entsorgung. Wie das Bremer Forschungsinstitut trend:research in seiner Studie „Bioenergie-Contracting“ berichtet, bieten diese Entwicklungen für Contractoren die Möglichkeit, insbesondere in den stark wachsenden Märkten Biogas und Biomasse Projekte zu generieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Im Gesamtmarkt ist die Nutzung von Bioenergie mit einem Anteil von aktuell unter fünf Prozent noch stark unterbewertet. Die Schwerpunkte von Bioenergie-Contracting-Projekten liegen nach Auswertung der Contracting-Projektdatenbank von trend:research derzeit unter anderem im Westen und Südwesten Deutschlands. Neben den Referenzen der Anbieter stehen für die (potenziellen) Kunden Zuverlässigkeit und Versorgungssicherheit an erster Stelle. So sind zum Beispiel über 70 Prozent der befragten Kommunen und öffentlichen Einrichtungen dieser Ansicht. Entscheidend bleibt für die zukünftige Etablierung von Biomasse als Energieträger – und damit auch Bioenergie-Contracting – die lokale/regionale Verfügbarkeit und die langfristige Sicherung ausreichender Brennstoffmengen, die eine professionelle Standortsuche erforderlich macht.

Keywords: Bioenergie, biogene Reststoffe, Biomasse, Brennstoffpotenzial, Contracting, energetische Nutzung, Energiepflanzen, Energiepflanzenanbau, EnergiesteuerG; Energieträger, Energieversorgung, Kommunen

Autoren: trend:research GmbH – Institut für Trend- und Marktforschung Parkstraße 123 28209 Bremen

Große Synergieeffekte
Das Abfallheizkraftwerk erweist sich als ein optimaler Standort für die Errichtung einer Vergärungsanlage 


Seite 15-20

Bioabfallbehandlungsanlagen sind bisher wenig beachtete Quellen der kritischen Treibhausgase Methan und Lachgas. Die europäische Abfallrahmenrichtlinie sowie der aktuelle Arbeitsentwurf des Kreislaufwirtschaftsgesetzes lassen erwarten, dass sich diese Problematik mit zunehmenden Kapazitäten weiter verschärft, da Bioabfälle verstärkt getrennt gesammelt werden sollen. Die Arbeitsgemeinschaft der Be treiber thermischer Abfallbehandlungsanlagen in Bayern e.V. (ATAB) hat deshalb im Herbst 2009 das Konsortium ia GmbH, München und Qonversion, Oberhaid, mit der vorliegenden Studie „Optimierung der Ökoeffizienz von Vergärungsanlagen durch Integration in die thermische Abfallverwertung“ beauftragt. Das Projekt wurde vom Freistaat Bayern, vertreten durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, mitfinanziert und fachlich begleitet. Ziel des Projektes war es, die Integration von Bioabfallvergärungsanlagen (BGA) in den Betrieb und die Infrastruktur bestehender Abfallheizkraftwerke im Hinblick auf die Ökoeffizienz zu prüfen. Im Mittelpunkt der durchgeführten Untersuchungen standen die Minimierung der klimaschädlichen Treibhausgase Methan und Lachgas aus Bioabfallvergärungsanlagen, die Effizienzsteigerung der Bioabfallvergärung sowie die Optimierung des BGA-Betriebs in Hinblick auf eine optimale KraftWärme-Kopplung durch gemeinsame Nutzung der Infrastruktur und der technischen Einrichtungen eines Abfallheizkraftwerks (AHKW). Modellhaft wurden drei Standorte von unterschiedlich großen Abfallheizkraftwerken in Bayern mit einer auf die jeweiligen lokalen Besonderheiten abgestimmten Vergärungsanlage überplant. Nach der detaillierten Untersuchung dieser drei Anlagenlässt sich eine Verbesserung der Ökoeffizienz eindeutig belegen: Die Treibhausgasemissionen einer in ein AHKW integrierten Vergärungsanlage können signifikant reduziert werden. Im Vergleich mit einer allein stehenden Anlage („Grüne Wiese“) können die Treibhausgasemissionen mit dem integrierten Konzept zwischen 53 und 69 Prozent abgesenkt werden. Das Zusammenspiel von Kosten und Erlösen zeigt im integrierten Betrieb Einsparungen gegenüber einer Referenzanlage auf der „Grünen Wiese“ von im Mittel über 25 Prozent. Es hat sich für alle drei betrachteten Beispiele herausgestellt, dass der integrierte Betrieb einer Vergärungsanlage in einem AHKW generell Vorteile bringt. Sofern eine neue Vergärungsanlage errichtet werden soll und dabei die Nutzung eines bestehenden AHKW-Standortes möglich ist, wird diese Realisierungsvariante – auch aus Gründen der Akzeptanz bei der Bevölkerung – mit Nachdruck empfohlen.

Keywords: Abfallheizkraftwerke; Abfallverbrennungsanlage, thermische und stoffliche Abfallverwertung; Abluft; Abluftströme; Ammoniak; Anlagenkonzepte; Bioabfälle; Bioabfallpotenzial; Bioabfallvergärungsanlage; Blockheizkraftwerk; Energienutzung; Entsorgungskosten; Feuerung; Gaskomponenten; Gärrest; Global Warming Potential; Hygienisierung; Klimagase; Klima- und Ressourcenschutz; Kohlenwasserstoffe; Lachgas; Logistik-Infrastruktur, Methangehalt; Nassentschlackung; Nassfermentation; Ökoeffizienz; klimarelevante Schadgase, Treibhausgasemissionen; Vergärungsanlage; Vergärungsverfahren; Verbrennungsluftmenge
 

Autoren: Dipl.-Ing. Athmann Uwe, Geschäftsführender Gesellschafter der dezentec ingenieur gesellschaft mbH
Dipl.-Ing. Werner P. Bauer, Geschäftsführender Gesellschafter der ia GmbH, München
Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kroner, Projektleiter bei der ia GmbH
, München
Dipl.-Kfm. (Univ.) Gerhard Meier, Geschäftsführer des Zweckverbands Müllverwertungsanlage Ingolstadt und 1. Vorsitzender des Vorstands der ATAB – Arbeitsgemeinschaft der Betreiber thermischer Abfallbehandlungsanlagen in Bayern
Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes Technologie der Energierohstoffe (TEER) an der RWTH Aachen


RUBRIK: INTERNATIONAL
 
Betrieblicher Abfallcheck 
In der Steiermark werden neue Wege in der Bewirtschaftung von Gewerbeabfallgemischen beschritten

 
Seite 21-25

 

Abfallgemische aus produktions-oder dienstleistungsspezifischen nicht gefährlichen Abfällen sollen in der Steiermark/Österreich zukünftig anhand wissenschaftlich abgesicherter Kriterien von den andienungspflichtigen gemischten Siedlungsabfällen („Restmüll“) abgegrenzt werden. Wichtige Grundlagen hierfür liefert die Studie „Kriterien zur Trennung von Siedlungsabfall aus Industrie und Gewerbe als Voraussetzung zur Zuordnung zu Behandlungsverfahren – KRIGEZ“, in der auch Szenarien einer steirischen Gewerbeabfallbehandlung entwickelt werden. Erstellt wurde die Studie beim Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU Wien im Auftrag der Fachabteilung für Abfall- und Stoffflusswirtschaft des Landes Steiermark und der Wirtschaftskammer Steiermark. Die größten Vorteile weist eine Sammlung, die konsequent auf die Behandlungserfordernisse ausgerichtet wird, bei den Kriterien Kumulierter Energieaufwand (KEA) und Treibhauspotential (THP) auf, so die Studie. Darüber hinaus empfehlen die Gutachter, dass trockene heizwertreiche Abfälle getrennt von kommunalem Restmüll gesammelt und in speziellen Aufbereitungsanlagen behandelt werden sollten. Als Hilfsmittel zur Analyse der innerbetrieblichen Abfallwirtschaft wird den Betrieben ein speziell entwickeltes Programm („Der betriebliche Abfallcheck!“) zur Verfügung gestellt. Dieses Instrument soll auch die Abgrenzung von Gewerbeabfällen in Bezug auf die Andienungspflicht für Siedlungsabfälle objektivieren.

Keywords: Abfallbezeichnung, Abfallcheck, Abfallgemische, Abfallkatalog, Abfallklassifikation, Andienungspflicht, andienungspflichtige gemischte Siedlungsabfälle, Abfallrecht, Abfallströme, innerbetriebliche Abfallwirtschaft, Abfallzusammensetzung, Behandlungsverfahren, Bundesabfallwirtschaftsgesetz, Kumulierter Energieaufwand, kommunale Entsorgung, Gewerbeabfälle, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle-, Industrieabfälle, Restmüll, getrennte Sammlung, Sortierfraktionen, Treibhauspotential

Autoren: Prokurist Dipl.-Ing. Dr. mont. Roland Pomberger, Leiter der Abteilung Technologie und Stoffströme bei der Saubermacher Dienstleistungs AG, A-8010 Graz
Dipl.-Ing. Erich Gungl, stellvertretender Leiter des Referats II – Betriebliche Abfallwirtschaft der FA 19D Abfall-und Stoffflusswirtschaft des Landes Steiermark, A-8010 Graz

Das kommunale Abfallrecht in Polen (2. Teil)
Ist-Zustand, aktuelle Rechtslage, geplante Gesetzesänderungen und Umsetzung in der Praxis

Seite 26-29 

Gegenstand des zweiteiligen Artikels ist das polnische Kommunalabfallrecht unter besonderer Berücksichtigung gemeinschaftsrechtlicher Vorgaben, welche Polen seit dem EU-Beitritt zu beachten hat. Im ersten Teil des Beitrags (ReSource 3/2010) wurden der Ist-Zustand der kommunalen Abfallwirtschaft in Polen dargestellt, die aktuelle Rechtslage erörtert, einzelne Begriffe erläutert sowie die Aufgaben dar gestellt, die polnische Kommunen im Zuge der Siedlungsabfallentsorgung zu erfüllen haben. Außerdem wurden die Pflichten der Grundstückseigentümer, die Vorgaben zur Ausführung kommunaler Dienstleistungen und zur Abfallverwertung und -beseitigung beschrieben und die geplanten Gesetzesänderungen angesprochen. Der zweite Teil des Beitrags erläutert die Anwendung in der Praxis, bewertet die geplanten Gesetzesnovellierungen und schließt mit einem Fazit.

Keywords: Abfallentsorgungssatzung, Abfallüberlassungspflicht, kommunale Abfälle, Anschluss- und Benutzungszwang, EU-Beitritt, kommunale Abfallwirtschaft, Kommunen, Deponierung, EG-Deponierichtlinie, Entsorgungsdienstleister, Entsorgungsinfrastruktur, Entsorgungspflichten, polnisches Kommunalabfallrecht, Polen, Sammellizenz, Sammelsysteme, Siedlungsabfallentsorgung

Autorinnen: Dr. iur. Anja Schäfer, M.E.S., Rechtsanwältin im Fachbereich Umweltrecht der Sozietät Wolter & Hoppenberg, Hamm
Dr.-Ing. Karolina Kapsa, Projektleiterin bei Gut Certifizierungsgesellschaft für Managementsysteme mbH, Umweltgutachter, Berlin

RUBRIK: RECHT
 
Alles hat seinen Preis
Über die Folgen, wenn in einem Angebot der Betrag, der für die betreffende Leistung beansprucht wird, von den kalkulierten Kosten abweicht


Seite 30-33 

In einer aktuellen Entscheidung befasst sich die Vergabekammer bei der Bezirksregierung Münster mit der praxisrelevanten Frage, ob die Angabe von Preisen, die von den kalkulierten Preisen abweichen, einer unvollständigen Preisangabe gleichstehen, was einen zwingenden Angebotsausschluss zur Folge hätte.

Keywords: Vergaberecht

Autor: Rechtsanwalt Prof. Dr. jur. Thomas Ax, Maître en Droit (Paris X-Nanterre), Seniorpartner der Kanzlei Ax, Schneider & Kollegen, Neckargemünd, Professor für europäisches Wirtschaftsrecht an der SRH Hochschule Heidelberg

Alle zurück auf Los
Ungewöhnliche Wagnisse bei der Ausschreibung der Altpapierverwertung führten zu einer Wiederholung des Bieter-Verfahrens


Seite 34-36

Mit vergaberechtlichen Maßstäben für die Leistungsbeschreibung und für ungewöhnliche Wagnisse bei der Ausschreibung der Altpapierverwertung befasst sich die Vergabekammer Südbayern in einem aktuellen Beschluss (Beschluss vom 24. Juni 2010 – Az.: Z3-3-3194-1-23-04/10).

Keywords: Vergaberecht, Altpapierverwertung

Autor: Rechtsanwalt Prof. Dr. jur. Thomas Ax, Maître en Droit (Paris X-Nanterre), Seniorpartner der Kanzlei Ax, Schneider & Kollegen, Neckargemünd, Professor für europäisches Wirtschaftsrecht an der SRH Hochschule Heidelberg

Ausschreibungsfreie Mitgift
EuGH-Urteil ermöglicht neue Wege für die In-House-Vergabe an Öffentlich-Private Partnerschaft-Gesellschaften in der Entsorgungswirtschaft


Seite 37-39

In der Entsorgungsbranche ist in den vergangenen Jahren ohne Ausschreibung eine Vielzahl von gemischt-wirtschaftlichen Gesellschaften in sogenannten PPP-Modellen (Public-Private-Partnership) entstanden. Grund hierfür war, dass bis zu diesem Zeitpunkt die Gründung eines PPP-Modells und Beauftragung des PPP mit Entsorgungsdienstleistungen auch dann im Einzelfall nicht ausschreibungspflichtig waren, sofern private Dritte an der gemischt-wirtschaftlichen Gesellschaft beteiligt waren. 2005 hatte der EuGH im Rahmen der sogenannten „Stadt Halle-Entscheidung“ PPP-Modellen unter Beteiligung von privaten Dritten ohne Ausschreibung eine Absage erteilt. Danach schließt jede – auch eine nur minderheitliche – Beteiligung eines privaten Unternehmens am Kapital einer Gesellschaft, an der auch der betreffende öffentliche Auftraggeber beteiligt ist, aus, dass ein vergaberechtsfreies In-House-Geschäft vorliegt. Eine Veräußerung von Gesellschaftsanteilen und somit die Privatisierung im engeren Sinne ist danach nicht ausschreibungspflichtig; ausschreibungspflichtig ist jedoch meistens die (weitere) Beauftragung der PPP mit Entsorgungsdienstleistungen. Nachfolgend wird aufgezeigt, dass diese Vorgaben nicht das Ende der Inhouse-PPP in der Entsorgungswirtschaft bedeuten.

Keywords: Vergaberecht, Public-Private-Partnership, Inhouse-PPP

Autor: Rechtsanwalt Prof. Dr. jur. Thomas Ax, Maître en Droit (Paris X-Nanterre), Seniorpartner der Kanzlei Ax, Schneider & Kollegen, Neckargemünd, Professor für europäisches Wirtschaftsrecht an der SRH Hochschule Heidelberg

SERVICE-RUBRIKEN:
Auf ein Wort; GESETZGEBUNG & RECHTSPRECHUNG, Forschung und Lehre; Tagungen

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