ReSource 2009_3

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften

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Kurzübersicht

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften
ISBN: -
ISSN: 1868-9531
Veröffentlicht: 20. August 2009, Heft 3/2009, 22. Jahrgang. Auflage, Einband: geklammert, Seiten 56, Format 210x287mm, Gewicht 0.14 kg
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ReSource 2009_3

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Details

Inhaltsübersicht HEFT 3_2009:

Themenschwerpunkt: Biomasse, Biogas


Hinweis: Mit Heft 3/2009 wurde der Titel MüllMagazin geändert in "ReSource". Für Abonnenten mit registriertem Online-Zugang stehen die Beiträge dieser Ausgabe ab dem 25. August 2009 im Onlinebereich vorab zur Verfügung.

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EDITORIAL

 

Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c.
Karl J. Thomé-Kozmiensky
(Chefredakteur der Fachzeitschrift ReSource)

ReSource, der neue Name für das MüllMagazin

Sie haben die gewohnte Zeitschrift in der Hand, auch wenn sie auf den ersten Blick etwas anders aussieht. 1988 wurde das MüllMagazin gegründet. Im Deutschland des Müllnotstands gab es noch unkontrollierte Abfallablagerungen. Viele Gemeinden hatten vor ihren Toren eine Müllkippe. Wenige große Städte verfügten über eine Müllverbrennungsanlage, entweder aus hygienischen Gründen oder weil kein Platz für eine große Deponie war. Die meisten Müllverbrennungsanlagen wurden noch zu Recht Dreckschleuder genannt. Die Abgasreinigung beschränkte sich oft auf eine Staubabscheidung. Kompostiert wurde gemischter Abfall. Weil die Abluft nicht gereinigt wurde, verbreitete sich oft ein impertinenter Geruch. Das Produkt aus gemischten Siedlungsabfällen sah nur äußerlich wie Kompost aus und enthielt zwangsläufig viele Schadstoffe. Die Akzeptanz neuer Abfallbehandlungsanlagen in der Öffentlichkeit war gleich Null. Das Recyceln beschränkte sich hauptsächlich auf Altpapier und Glas, wenn überhaupt.

Das MüllMagazin griff nicht nur die Missstände auf, die engagierten Autoren zeigten auch Lösungswege. Die Situation hat sich seitdem grundlegend geändert, der Blickwinkel hat sich erweitert, das gesamte Abfallspektrum wird mittlerweile betrachtet. Dazu trug auch die Arbeit dieser Zeitschrift bei.

Die Erkenntnis, dass es so nicht weiter gehen kann, brachte den allmählichen Wandel, auch dank der Gesetzgebung, die ihren Anfang mit dem ersten Abfallbeseitigungsgesetz von 1981 nahm. Damals stand noch die Schließung der vielen unkontrollierten Ablagerungen im Focus.

In Deutschland und in einigen anderen Ländern wurden Konsequenzen aus der Erkenntnis gezogen, dass es zu viele Abfälle gibt, dass die im Abfall vorhandenen Ressourcen genutzt und dass Schadstoffe ausgeschleust und von der Biosphäre abgeschlossen werden müssen.

Abfall kann eine Quelle für Rohstoffe sein, die wieder verwertet werden können, so können primäre Rohstoffe substituiert werden. Was nicht stofflich verwertet werden kann, kann zur Energiegewinnung eingesetzt werden. Die Deponie soll eine untergeordnete Rolle spielen.

Mit dem Umweltbewusstsein haben auch die Ansprüche an die Abfallwirtschaft zugenommen. Das bezieht sich nicht nur auf die Emissionen aus Abfallbehandlungsanlagen. Gefordert werden auch Ressourcen- und Klimaschutz, mit einem Wort: Nachhaltigkeit.

Dies schlägt sich auch in der erweiterten Prioritätenfolge der neuen Abfallrahmenrichtlinie nieder: Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung, zum Beispiel energetische Verwertung, Beseitigung.

Stofflich verwertet werden in Deutschland mehr als sechzig Prozent der Siedlungsabfälle, der Rest wird der energetischen Verwertung zugeführt, nur ein geringer Teil wird deponiert. Die Erfolge sind beachtlich, viel bleibt noch zu tun.

Aus der Abfallwirtschaft kamen und kommen weiterhin Impulse zur Reduzierung des Rohstoff- und Energieverbrauchs, zur Vermeidung von Schadstoffen in Produkten und zur Gestaltung von Erzeugnissen mit dem Ziel der Verbesserung der Recyclingfähigkeit. Das sind auch erklärte Ziele der Umwelt- und Rohstoffpolitik.

Der sparsame und intelligente Umgang mit Ressourcen ist nicht nur ökologisch sinnvoll. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums könnten in Deutschland durch den konsequenten Einsatz von effizienten Technologien jährlich 27 bis 60 Milliarden Euro an Material- und Rohstoffkosten eingespart werden.
Nachhaltig ist der Umgang mit Abfällen jedoch erst, wenn wir auf dem als zielführend erkannten Weg weitergehen. Dazu will diese Zeitschrift auch zukünftig beitragen.

Der Titel MüllMagazin erschien nicht mehr zeitgemäß, weil er Anspruch und Inhalt der Zeitschrift nur unvollständig wiedergibt. Ziele einer zukunftsorientierten Rohstoff-, Energie- und Umweltpolitik sollen zukünftig auch im Zeitschriftentitel erkennbar sein. Wir haben uns für ReSource entschieden, weil damit zum Ausdruck kommt, dass Abfälle weitgehend zur Quelle rückgeführt und die primären Quellen geschont werden sollen.

Herausgeber und Redaktion wünschen sich von Ihnen, liebe Leser, dass Sie den neuen Titel so gut akzeptieren wie den bisherigen Titel.

Es grüßt Sie Ihr
Karl J. Thomé-Kozmiensky

HEFTÜBERSICHT:

RUBRIK: INTERNATIONAL

Recyclinggesellschaft
Die Abfallrahmenrichtlinie stellt hohe Anforderungen

Seite 4-11

Am 20. Dezember 2008 ist die EG-Abfallrahmenrichtlinie in Kraft getreten. Die Neufassung des rechtlichen Rahmens für den Umgang mit Abfällen war notwendig und setzt einen vorläufigen Abschluss unter die langjährige Diskussion über Einzelfragen. Sie schafft Klarheit im Hinblick auf die Definitionen und Prioritäten. Die hohen Ansprüche der Richtlinie sind in wenigen Ländern der Europäischen Union weitgehend erfüllt, den meisten Mitgliedstaaten stehen noch lange Entwicklungsprozesse bevor; das betrifft nicht nur die neuen Länder. Einzelne Bestimmungen bedürfen der kritischen Begleitung in der Praxis; dies betrifft unter anderem die Quoten für die Verwertung. Die Abfallrahmenrichtlinie ist eine Vorgabe für die Umsetzung in die Gesetzgebung der Mitgliedsländer. Darüber hinaus enthält sie auch Willensbekundungen im Hinblick auf die Abfallvermeidung und den Umgang mit Abfällen sowie Vorgaben für die abfallwirtschaftliche Planung mit Terminsetzung. Für die Umsetzung in nationales Recht ist ein enger Termin vorgegeben, der insbesondere für Staaten, in denen in diesem Zeitraum Wahlen anstehen, hohe Anforderungen an das Gesetzgebungsverfahren stellt. Bei kritischer Lektüre der Abfallrahmenrichtlinie fällt auch auf, wie tief die Rechtsetzung und die davon ausgelösten Kontrollen mit zunehmender Tendenz in private Bereiche und in das Wirtschaftsleben reglementierend eingreifen. Bei aller Einsicht in die Notwendigkeit von Regeln und Reglementierungen durch Umweltschutzmaßnahmen ist es deshalb unabdingbar, auch scheinbare Errungenschaften kritisch zu begleiten und stetig zu überprüfen.

Autor: Professor Dr. Dr. h. c. Karl J. Thomé-Kozmiensky, Geschäftsführer der vivis Consult GmbH, D-16816 Nietwerder

RUBRIK: BIOLOGISCHE VERFAHREN

Notwendiger Handlungsbedarf
Der Immissionsschutz bei der Energiegewinnung aus Biomasse muss optimiert werden
 

Seite 12-15

Bei der Etablierung des Marktes für Erneuerbare-Energien (E-E-Markt) lag der Schwerpunkt auf zügigem Wachstum und auf dem Kostenaspekt. Da der E-E-Markt und insbesondere die Biomassenutzung mittlerweile keinen Nischenmarkt mehr darstellen, treten jetzt die klassischen Aspekte des Immissionsschutzes stärker in den Vordergrund. Im EEG wurden neue Regelungen eingeführt, die den Immissionsschutz stärken sollen. Hier sind die Ergebnisse abzuwarten, um gegebenenfalls nachsteuern zu können. In einzelnen wichtigen Bereichen ist der Ländervollzug von existierenden Standards gefragt. Weil in einigen Fällen ganze Branchen Nachrüstungsbedarf aufweisen, wird man hierfür auch über angemessene Zeiträume der Umsetzung sprechen müssen. In einigen Fällen wird es erforderlich sein, das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsregime auf E-E-Anlagen auszudehnen, wobei für einzelne Anlagenarten (zum Beispiel Biogasanlagen) dies auch durch Absenkung der Mengenschwellen erfolgen kann. In wichtigen Teilbereichen wird es dann schwerpunktmäßige Aufgabe sein, einen Stand der Technik zu definieren und zu verrechtlichen.

Autor: Prof. Dr. rer. nat. habil Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit,Leiter der Abteilung Immissionsschutz und Gesundheit, Anlagensicherheit und Verkehr, Chemikaliensicherheit, D-53175 Bonn

Biogasanlagen in Deutschland
Neubauboom und positive Marktentwicklung sind die Aussichten des Biogassektors für die nächsten Jahre 

Seite 16-19

Durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird der Markt für Biogasanlagen – nach zwei schwächeren Jahren – 2009 in Deutschland wieder stark wachsen. Aktuell befinden sich mehrere hundert Biogasanlagen in der Planung. Die Wirtschaftlichkeit der Anlagen wird durch eine höhere EEG-Vergütung verbessert. Gleichzeitig steigt die Bedeutung der Wärmeauskoppelung durch den erhöhten Bonus für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Daneben bietet die Aufbereitung und Einspeisung von Biogas attraktive Verwertungsalternativen. Insbesondere kann aufbereitetes Biogas als Bioerdgas zur Strom- und Wärmeerzeugung direkt bei den Wärmesenken eingesetzt werden. Die steigende Zahl von Biogasanlagen erschwert die Suche nach neuen Standorten, an denen sowohl ausreichende Inputstoffe zur Verwertung zur Verfügung stehen als auch die Wärmenutzung oder die Einspeisung ins Erdgasnetz sichergestellt ist.

Autoren: Dipl.-Kaufmann Dirk Briese, Geschäftsführer der trend:research GmbH, Institut für Trend- und Marktforschung, D-28209 Bremen
Dipl.-Ökonom Jens Gatena, Projektleiter im Bereich Erzeugung/ Erneuerbare Energien bei der trend:research GmbH, Institut für Trend- und Marktforschung, D-28209 Bremen


Vorschaltanlagen für die Bioabfallverwertung
Die Nutzungsoptionen für Gärreste und Biogas sowie die vorhandene Infrastruktur und Technik sind wesentliche Eckpunkte zur Integration einer Vergärung  

Seite 20-27

Bei der Integration einer Vergärungsanlage in bestehende Kompostierungsanlagen müssen neben einer rein technisch-wirtschaftlichen Anlagenplanung die wesentlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Beispielsweise muss vorab geklärt werden, welche Anforderungen die Abnehmer an die Produkte kompostierter fester Gärrest, flüssiger Gärrest und Biogas stellen. Erst dann kann die eigentliche Planung zielführend beginnen. Dabei sollte die Nutzung bestehender Anlagenteile, insbesondere im Bereich der Annahme und Substrataufbereitung sowie der Intensiv- und Nachrotte, bei minimierten Anpassungsarbeiten im Vordergrund stehen. Dem Interesse des Anlagenbetreibers dient hierbei am ehesten eine differenzierte Ausschreibung.

Autoren: Dr. Michael Kern und Dipl.-Ing. M.Sc Thomas Raussen, Geschäftsführer der Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH. D-37213 Witzenhausen
Dipl.-Ing Nils Oldhafer, Geschäftsführer der Umwelttechnik & ingenieure GmbH, D-30163 Hannover

Biogasanlage für Berlin
Die Berliner Stadtreinigung wird das innerstädtisch erzeugte Biogas in das Gasnetz einspeisen und als Kraftstoff für die erdgasbetriebenen Abfallsammelfahrzeuge einsetzen  

Seite 28-32

Nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung und aktiver Klimaschutz sowie die langfristig steigenden Energiepreise bestimmen die Entscheidungsprozesse kommunaler Abfalldienstleister. Die optimierte Energienutzung aus Abfällen besitzt in der Strategie der Berliner Stadtreinigung (BSR) einen wichtigen Stellenwert. Als größtes kommunales Entsorgungsunternehmen Deutschlands sieht sich die BSR in der Pflicht, eine ökologisch vorbildliche Entsorgung bei weiterhin im bundesweiten Vergleich sehr günstigen Tarifen zu gewährleisten. Daher hat das Unternehmen seine Konzeption zur Verwertung organischer Abfälle aktualisiert und den Bau von zwei Biogasanlagen vorbereitet. Während die Auftragsvergabe für die größere der beiden innerstädtischen Anlagen unmittelbar bevorsteht, sind die Anstrengungen darauf ausgerichtet, die getrennt erfassten Mengen organischer Abfälle in Berlin zu steigern. Bei ausreichender Menge sehen die Planungen vor, dass auch die zweite Anlage errichtet wird. Das entstehende Biogas wird zu BioMethan aufbereitet, in das Berliner Gasnetz eingespeist und anschließend als Kraftstoff für die erdgasbetriebenen Abfallsammelfahrzeuge der BSR genutzt. Dazu wird die vorhandene Erdgasfahrzeugflotte von bisher 50 auf rund 150 Fahrzeuge erweitert. Zusätzlich sind zwei weitere Erdgastankstellen geplant. 

Autoren: Thomas Rücker, Leiter der Abteilung Verwertung Bioabfall bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben.
Dr. Alexander Gosten, Prokurist und Leiter der Geschäftseinheit Abfallverwertung/-beseitigung bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Regelungsverfahren sind die Basis für eine stabile und effiziente Biogaserzeugung  

Seite 33-36

Bei der Biogaserzeugung müssen Betriebssicherheit und Auslastung der Anlagen gesteigert werden. Diese Anforderung kann mit Hilfe von effizienten Prozessregelungen erfüllt werden. Die Prozessregelung setzt voraus, dass eine geeignete Messtechnik installiert ist und dass Modelle zur Prozessüberwachung und Regelung angewendet werden. In einem Forschungsvorhaben konnte jetzt gezeigt werden, dass es möglich ist, den Prozess in Biogasanlagen auf der Grundlage von verfügbarer Technologie hinreichend genau zu regeln. Auf diese Weise können Ausfallzeiten der Anlagen reduziert und die Effizienz der Strombereitstellung erhöht werden.  

Autoren: Dr.-Ing. Jan Liebetrau, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen BiomasseForschungszentrum, D-04347 Leipzig
Dr.-Ing. Frank Scholwin, Bereichsleiter Biogastechnologie am Deutschen BiomasseForschungszentrum, D-04347 Leipzig
Prof. Dr.-Ing Eckhard Kraft, Juniorprofessor für „Biotechnologie in der Abfallwirtschaft“ an der Fakultät Bauingenieurwesen
der Bauhaus-Universität, Weimar.


RUBRIK: RECHT

Verfüllung von Abgrabungen
 

Die Lösung des Problems der Entsorgung heizwertreicher Sortierreste in Abgrabungen und Tagebauen muss an der Quelle beginnen

Seite 37-44

Die Lösung des Problems der Entsorgung heizwertreicher Sortierreste in Abgrabungen und Tagebauen muss an der Quelle beginnen
Nach den Erkenntnissen der Länder und der betroffenen Wirtschaft sind Abgrabungen und Tagebaue in den zurückliegenden Jahren auch mit heizwertreichen Abfällen verfüllt worden, die aufgrund der Vorgaben der Abfallablagerungsverordnung noch nicht einmal auf Deponien hätten abgelagert werden dürfen. Dadurch wird die Bereitschaft der Entsorgungswirtschaft gefährdet, in moderne Abfallbehandlungsanlagen zu investieren und damit die Voraussetzungen für eine Entsorgungssicherheit auf hohem technischem Niveau zu schaffen. Aus ökologischer Sicht kann die Verfüllung von Abgrabungen mit diesen Abfällen zu erheblichen Belastungen von Boden und Grundwasser führen. Darüber hinaus wird die in den heizwertreichen Abfällen enthaltene Energie bei einer Verfüllung nicht genutzt. Diese Praxis ist mit den abfallrechtlichen und bodenschutzrechtlichen Anforderungen nicht vereinbar und kann durch eine konsequente Anwendung der geltenden Rechtsvorschriften unterbunden werden.

Autor: Ministerialrat Dr.-Ing. Heinz-Ulrich Bertram, stellvertretender Leiter des Referates Abfallwirtschaft, Altlasten im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz, D-30169 Hannover

Herr des Verfahrens
 Auch bei Beauftragung von Sachverständigen ist der Auftraggeber in einem Vergabeverfahren verantwortlich für die Rechtmäßigkeit des Verfahrens, die Prüfung der Angebote und die Erteilung des Zuschlags

Seite 45-47

Es gehört zu den Grundsätzen der Vergabe, dass Leistungen unter ausschließlicher Verantwortung der Vergabestellen zu vergeben sind. Die Vergabestelle kann sich zwar von Dritten Informationen zur Bewertung der Angebote verschaffen, die sie in die Lage versetzen, die Angebote zu beurteilen. Dieser Aufgabe kann sie sich jedoch nicht entziehen. Eine Vergabestelle, die mit der Vorbereitung und Durchführung eines Vergabeverfahrens ganz oder teilweise eine dritte Stelle betraut, bleibt dennoch weiter in vollem Umfang für die Rechtmäßigkeit des Verfahrens verantwortlich. Sie hat insofern das Handeln der eingeschalteten Stelle zu begleiten, zu überwachen und gegebenenfalls zu korrigieren. Die Vergabestelle darf ihre Mitwirkung an dem Vergabeverfahren nicht auf das Abnicken beschränken. Sie muss eigenverantwortlich das Vergabeverfahren durchführen, also auch die Angebote prüfen und eigenverantwortlich über mögliche Ausschlussgründe und den Zuschlag entscheiden4. Insbesondere diejenigen Entscheidungen, bei denen die Ausfüllung eines Beurteilungsspielraumes beziehungsweise eine Ermessenausübung notwendig ist, sind von der Vergabestelle selbst zu treffen. Dass dies im Entsorgungsbereich nicht immer vergabegerecht von öffentlichen Auftraggebern praktiziert wird, zeigt eine aktuelle Entscheidung der Vergabekammer Südbayern. 

Autoren: Rechtsanwalt Dr. jur. Thomas Ax und Rechtsanwalt Jens Baumann, Kanzlei Ax/Schneider & Kollegen, D-69151 Neckargemünd


Nachhaltigkeitsverordnung im Überblick

 Strom aus Biomasse muss nachhaltig erzeugt sein

Seite 48

Für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien dürfen zukünftig nur noch Pflanzenöle eingesetzt werden, die nachhaltig hergestellt worden sind. Dies sieht die Nachhaltigkeitsverordnung für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (BiomassestromNachhaltigkeitsverordnung/BioSt-NachV) vor, die am 24. August 2009 in Kraft getreten ist. Mit ihr soll eine nachhaltige Erzeugung von Biomasse zur Herstellung von flüssigen Biobrennstoffen sichergestellt werden. Die BioSt-NachV, die die europäische Richtlinie 2009/28/EG vom 23. April 2009 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen umsetzt, gilt sowohl für Biomasse aus Deutschland als auch aus anderen Staaten, wenn eine Vergütung nach dem EEG in Deutschland erfolgen soll.

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