Reisezeit

Fotografischer Streifzug durch die Südhemisphäre

Antje Unger

Kurzübersicht

Fotografischer Streifzug durch die Südhemisphäre
ISBN: 978-3-941216-90-7
Veröffentlicht: Januar 2010, 1.. Auflage, Einband: Hardcover, Seiten 304, Format 27,4 x 20,5, Gewicht 1.17 kg
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Details

Inhalt

Das Buch dokumentiert unsere fast einjährige Reise durch die Südhemisphäre. Das Besondere daran:  Es vereint alle die Themen, die wir gerne im Vorfeld zu
unserer Reise in einer einzigen Lektüre vorgefunden hätten. Es soll keinen Reiseführer ersetzen und stellt keinen reinen Bildband dar, ergänzt diese Werke aber durch persönliche Erfahrungen und bereitet Lust auf das Reisen und Entdecken anderer Regionen. Das Buch enthält neben zahlreichen Naturaufnahmen auch Reisebeschreibungen, Empfehlungen zu den jeweiligen Ländern, unsere Packliste und Hinweise für ein Erste-Hilfe-Set für eine Weltreise durch Brasilien, Argentinien, Chile, Neuseeland, Australien, Südafrika, Botswana und Sambia.
Zudem befasst sich der Inhalt auch mit den Eindrücken und den speziellen Situationen in denen man sich im Ausland wieder finden kann. Des Weiteren werden auch die Aspekte beleuchtet, die vor Antritt und vor/nach Rückkehr von einer solchen Reise zu beachten sind.
Der Schreibstil spricht den Leser direkt und ganz persönlich an und bezieht ihn mit ein. Die Reisebeschreibungen befassen sich mit den Menschen, der Flora und Fauna sowie den beeindruckenden Landschaften der jeweiligen Regionen und vermitteln einen individuellen Eindruck des Erlebten.

Auszüge

A) Land und Leute

o Seite 161:

Australien ist wild und abenteuerlich. Das hat einen gewissen Reiz, kann aber auch Gefahren mit sich bringen.
Auf unserem Campingplatz haben wir am Abend einen Spaziergang unternommen – natürlich in kurzen Hosen und Flip-Flops. Plötzlich raschelte es im trockenen Gras. Trotz erschrecktem Zusammenzucken packte mich die Neugier.  Die Kamera bereit, haben wir uns langsam auf das Geräusch zu bewegt. Aus dem trockenen Gestrüpp kam eine kleine, wirklich niedliche Schlange hervor. Wie einen Superstar habe ich diese etwa 50 cm lange Entdeckung sofort abgelichtet. Sie hob ihren Kopf und schaute nach uns ... wir waren entzückt. Als wir dem Camp-Inhaber von unserer Entdeckung berichteten, schlug dieser seine Hände über dem Kopf zusammen, schmunzelte dann und schickte uns zum Darwin Museeum. Wir waren der wohl gefährlichsten Schlange Australiens und damit einer der giftigsten Schlangen weltweit begegnet  - wohl gemerkt mit baren Füssen und voller Freude über diese Begegnung. Wie uns auch in Darwin im Museeum bestätigt wurde, handelte es sich tatsächlich um eine Western Brown Snake.

o Seite 96:

Gestern haben wir einen unglaublich packenden Tag mit John, seinem Hund Glen und einer Horde Schafe verbracht. Määää…! Nicht nur das Wetter hat es gut gemeint mit uns, sondern auch die Schäfchen waren uns wohlgesonnen. Keine Spur von „Black Sheep“-Allüren. John und Glen sind mit uns in Richtung Rees-Tal zum Weideland und Schergelände der Schafe gefahren. Kaum angekommen war Glen schon Feuer und Flamme seine Aufgabe zu erfüllen und lief ungestüm am Rand der Wiese auf und ab. Als John ihn dann „endlich“ dazu aufgefordert hatte, preschte Glen wie der Wind über die Wiese, um die Schafe zusammen zu treiben und zu uns zu bringen. Damit hat uns der sehr ruhige und ausgesprochen freundliche Glen ziemlich beeindruckt! Glen liebt seine Arbeit als Hütehund so sehr, dass er dann und wann schon mal ohne Johns Kommando losjagt und ein paar Schäfchen zusammentreibt … sehr zu unserer Unterhaltung!
Aber dann ging es auch schon los und wir durften direkt in die Arbeit eines Schäfers einsteigen. Zunächst einmal haben wir zusammen mit Glen die Schafe in eine abgezäunte Wiese getrieben. Dort haben wir uns mit den Schafen vertraut gemacht, indem wir auf Johns Anraten hin kreuz und quer durch die Herde getobt sind. Das hat uns zum anderen auch gezeigt, dass Schafe wilde Tiere sind. Sie haben immer noch ihren Fluchtinstinkt und laufen einfach weg. Abgesehen von Tom, dem einzigen ausgewachsenen (und nicht kastrierten) Merino-Schafbock in dieser kleinen Herde – seinem Harem. Tom stellte sich sowohl Glen als auch uns einfach gegenüber mit gesenktem Kopf und seine schnell überzeugenden Hörner zeigend.
Von dort aus haben wir die Schafe in die wolligen und die bereits geschorenen Schafe durch die Nutzung eines Wendegatters aufgeteilt. Na ja, das erwies sich als etwas schwieriger, als die Theorie vermuten lies. Der Trend war zwar zu erkennen, aber es hatten sich doch schon einige wollige unter die frisch geschorenen Schafe gemischt und umgekehrt. Als wir die gesamte Bande an Schafen dann unter Schieben und gutem Zureden endlich im Stall hatten, ging es auch gleich mit der nächsten Aufregung weiter.
Nun ging es ans Scheren!! Dazu wird zunächst ein geeignetes Schaf ausgewählt, per Hand geschnappt und aus der Herde herausgezogen – buchstäblich! John hat uns das alles gezeigt, und was bei ihm recht einfach aussah, entpuppte sich als sehr schwere körperliche Arbeit. Als das Schaf dann auf seinem Allerwertesten platziert war, wurde die Schermaschinerie mit einem eindringlichen Getöse angeworfen. Wichtig ist es, so nah wie möglich am Körper des Schafes entlang zu scheren, um die Wolle nicht in zwei zu teilen. Auch wenn das Schaf nicht besonders glücklich aussah, so haben wir es doch nackig gemacht!
Puh … das war nicht nur für das Schäfchen eine aufregende Angelegenheit.


B) Tierwelt

o Seite 200:

An diesem Tag haben wir uns auf die wohl bekanntesten Bewohner Tasmaniens konzentriert … die Tasmanischen Teufel, auch Beutelteufel genannt. Na das sind wirklich spezielle kleine Charaktere. Diese überaus knuddeligen Tiere muss man verstehen lernen um sie nicht in einem falschen Licht zu sehen. Sie haben ihren Namen fälschlicherweise aufgrund ihres typischen – wirklich bedrohlich klingenden – Fauchens und Kreischens, aber wohl auch wegen ihres schwarzen Fells und ihrer roten Ohren, die sich mit Blut füllen um den  Wärmehaushalt des Beutelteufels auszugleichen, erhalten. So funktioniert jedoch die Teufelsprache. Sie sind kleine, aber sehr erfolgreiche Jäger und zählen zur Familie der Raubbeutler, so dass sie sich keinen (Arbeits-)Ausfall erlauben können.
Daher drohen sie einander nur mit diesen für uns ungewohnten Lauten und verhindern so idealerweise einen Kampf, der erhebliche Verletzungen mit sich bringen könnte. Dabei gewinnen meistens die Weibchen. Das finde ich in Ordnung.
Grund hierfür ist die matriarchalische Führung bei den Tasmanischen Teufeln. Diese Tiere weisen ebenfalls einen Beutel auf, der so geschaffen ist wie der der Wombats. Sie leben die meiste Zeit alleine und treffen sich nur zum Fressen und zum Paaren. Aha, das ist auch spannend. Das Männchen wird aufgrund seiner Lautstärke und „Bedrohlichkeit“ von dem Weibchen auserwählt.
Sobald das geschehen ist, schleppt es das Weibchen in seinen Bau und wenn das Liebesspiel vorüber ist, verstopft er mit seinem Hinterteil den Ein- bzw. Ausgang der Höhle von außen. So möchte er verhindern, dass „sein“ Weibchen in die Krallen eines Mitbewerbers gerät. Niedlich, oder? Das Weibchen hat jedoch üblicherweise eine andere Vorstellung und versucht mit Kratzen und Beißen aus dem Bau zu kommen. Das ist der Grund dafür, dass vor allem die älteren Männchen ein blankes und oft stark vernarbtes Hinterteil haben.


o Seite 240:

Hier findet man aufgrund einer riesigen Robbenkolonie ein besonders hohes Aufkommen dieser perfekt ausgerüsteten und faszinierenden Raubfische vor, die wohl zu den elegantesten und wendigsten Schwimmern gehören.
Great White Sharks! Gesichert in einem Käfig, der an der Wasseroberfläche treibt, sind wir in das Reich der wohl berüchtigtsten Meeresbewohner abgetaucht. Mit Thunfischköder  und Heringsresten lassen sich diese blitzschnellen Jäger aus der Tiefe locken. Oft sehr überraschend für uns schießen sie aus dem Wasser. Sie sind außerordentlich gut getarnt und werden erst im letzten Augenblick sichtbar. Ein gewaltiger Schatten zieht scheinbar mühelos und mit dem geringsten Aufwand an Bewegung nur eine Handbreit an unserem Käfig vorbei. Das dunkle, runde Auge des gut 4 m langen Weißen Haies starrt mich friedlich an. Dieser mächtigen und archaischen Kreatur derart nah zu kommen, ist ein wahrlich packender und Respekt einflößender Moment, der Gänsehaut bereitet.
Der Umriss eines weiteren Haies zeichnet sich im leicht trüben Wasser ab. Torpedo gleich schnellt er auf uns zu und stößt gegen den Käfig. Dann geht alles ganz schnell und kaum für unser Auge zu erfassen. Dieses riesige Exemplar rast aus dem Wasser und erbeutet den saftig triefenden Köder – selbst zur Überraschung unserer Crew. Sie sind perfekt auf ihren Lebensraum eingestellt und ich könnte diese Herrscher der Meere ewig bestaunen ... obgleich ich wohl in naher Zukunft nicht in der Nähe der Shark Alley baden gehen werde.


o Seite 252:

Unser Camp befindet sich in Kasane und ist recht nett angelegt. Die Gebäude sind mit Schilfdächern gedeckt und sehr geräumig gestaltet.
Bereits um 5:30 Uhr morgens machten wir uns auf zu unserem Morning Game Drive. In diesen frühen Morgenstunden konnten wir eine Hyäne auf der Jagd beobachten und ein Flusspferd, das sich durch das Gestrüpp schleunigst wieder auf den Weg zum Wasser machte. Chobe ist wahrhaftig der aufregendste Park für uns. Wir haben unglaublich viel Wild gesehen … und das auch sehr nah zu unserem Fahrzeug. Ferngläser könnt ihr hier fast vergessen. Unser Chobe Park Ranger hat die Spuren im Sand gelesen und ist dementsprechend mit uns durch den Park gesaust – immer auf der Suche nach Wildtieren. Und glaubt mir, er war super erfolgreich. Das hat natürlich auch unseren “Jagdinstinkt” geweckt und die Kameras liefen heiß.
Mit ihren 250 Kilogramm Lebendgewicht bestehend aus Muskeln, mächtigen Pranken, messerscharfen Krallen und einem kraftvollen Kiefer sind die Löwen wahrhaftig die eindrucksvollsten Jäger Afrikas. Ihr bebendes Gebrüll kann man über 7 km weit vernehmen und sie durchstreifen ein Gebiet von bis zu 400 km².
Kaum an den Löwen vorbei, die gerade noch eine Familie Warzenschweine gejagt haben, hatten wir leider einen Platten und der sollte schnellstens behoben werden. So mussten wir alle aussteigen – nur 150 m von drei Löwinnen entfernt. Michael hat dem Park Ranger geholfen, während wir unseren Ausflug in die Wildnis mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend genossen haben. Unser Ranger sagte uns solange wir nicht weglaufen, ist alles in Ordnung, da die Löwen uns so nicht als Beute ausmachen. OK, dann bleiben wir
hier!


C) Landschaft

o Seite 104:

Der Abstieg in Richtung Meer führte uns noch ein wenig über den Hump Ridge und wir konnten diesen wunderschönen Blick für ein paar Stunden genießen. Dann ging es wieder in die herrlichen Wälder, die einen förmlich mit ihrem dichten Laub umarmen. Diesmal ist uns sogar ein riesengroßer Hirsch begegnet. Fragt mal Michael … dann ist er bestimmt noch größer. Zum anderen haben wir Waldtauben gesehen, Keas gehört und die freundlichen Fantails (kleine Singvögel, die nach ihrem Fächerschwanz benannt sind) haben uns sogar für einige Strecken mit ihrem fröhlichen Gesang begleitet.
Zum Teil schien der Wald einer anderen fantastischen Welt entsprungen zu sein – einfach wunderbar, besonders als das warme Morgenlicht sich durch die diversen kleinen Äste und das Moos an den Stämmen und durch die zahlreichen Farne erstreckt hat. In etwa vier Stunden kamen wir dann wieder auf den South Coastal Track, direkt an einem Viadukt, und sind dann auf der historischen Bahnlinie für die Holzindustrie in Richtung Waitutu Lodge weiter gelaufen. Oje, das war ein schier endloser Weg auf alten Bahngleisen und einigen prachtvollen Schlammlöchern.


o Seite 112:

Weiter ins Inland der Insel wandernd ging es recht anstrengend durch eine sich weit erstreckende Dünenlandschaft. Der puderige Sand rutschte bei jedem Schritt ab und machte den Anstieg eher beschwerlich! Als wir uns langsam aufwärts geschuftet hatten, gelangten wir in ein recht feuchtes und modriges Gebiet. Dabei haben wir terrassenähnliche Stufen erklommen, glitschige Baumstämme und Äste überwunden, um dann wieder an die nächste Pfütze zu gelangen.
Nach diesem kraftraubenden Anstieg und etwa 600 Höhenmetern mussten wir uns am Nachmittag praktisch entlang einer Kette von kleinen Wasserlöchern, über moosige Stämme und rutschige Steine und an Ästen hangelnd herunter arbeiten. Diese Akrobatik bringt einen ganz ordentlich ins Schwitzen und manchmal auch zum Fluchen – wenn sich der vermeintlich starke Ast einem Schlammloch nähert und man droht, langsam darin einzutauchen oder wenn der Untergrund so feucht und lehmig ist, dass man seinen Anstieg auf Händen und Knien fortsetzen muss.


Die Autorin


Schon von Kindesbeinen an war Antje Unger gern in der Natur unterwegs und hat die verschiedenen Details ihrer Umgebung genauestens in Augenschein genommen. Diese Neugier und der Wunsch das Erlebte und Gesehene nicht verblassen zu lassen, führte sie zur Fotografie.
Auch wenn sie beruflich einen anderen Werdegang eingeschlagen hat und als Diplombetriebswirtin erfolgreich im Software-Vertrieb tätig ist, blieb das Fotografieren eine ihrer grossen Leidenschaften.
Ihre Begeisterungsfähigkeit und ihr Entdeckerdrang vereinen sich zu ihrer Passion die Welt zu erkunden. Immer auf der Suche nach neuen Motiven hält sie ihre Erlebnisse beim Wandern durch Regenwälder, Überqueren von Flüssen, Kajaken an entfernten Stränden, Eisklettern oder Tauchen … aber auch zauberhafte Blüten, bizarre Bäume, märchenhafte und entlegene Landschaften sowie das faszinierende Leben der Tiere in einem Bild ist.
Die Erfahrungen und zahlreichen Aufnahmen, die sie mit ihrem kanadischen Mann Michael auf ihrer Reise durch die Südhemisphäre gemacht hat, sind in ihrem Buch “Reisezeit – Fotografischer Streifzug durch die Südhemisphäre” beim RHOMBOS-Verlag erschienen. Zudem sind einige Fotografien von Antje Unger bereits veröffentlicht worden (z.B. Sydney Aquarium, Tourismus- und Sportvereine).

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