MüllMagazin 2008_4

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften

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Kurzübersicht

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften
ISBN: -
ISSN: 0934-3482
Veröffentlicht: 15. Dezember 2008, Einband: geklammert, Seiten 64, Format 210x290, Gewicht 0.18 kg
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MüllMagazin 2008_4

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Details

 

Inhaltsübersicht HEFT 4_2008:

Im Blickpunkt:

 

 

ABFALLWIRTSCHAFT UND KLIMASCHUTZ
Messbare Effekte


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EDITORIAL

 

Autor: Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Karl J. Thomé-Kozmiensky

Liebe Leserin, lieber Leser,

zum Jahresende legenwir ein inhaltsschweres Heft mit Beiträgen über Abfallverbrennung, Bio­gas- undKlärschlammverwertung vor. Aus dem Bundesministerium für Umweltschutz kommteine Betrachtung über den Stand der Technik und Rechtsvorschriften für Emissionenaus thermischen Abfallbehandlungsanlagen. Mi­nisterialdirektor Lahl undRegierungsdirektor Ste­ven zeigen die Entwicklung der Emissionsminde­rungen unddie damit zunächst einhergehende Akzeptanz von Abfallverbrennungsanlagen seitIn-Kraft-Treten der 17. BImSchV auf. Seit den neunziger Jahren werden diegesetzlichen Anfor­derungen nicht nur eingehalten, sondern deutlichunterschritten. Die Grafiken aus einer  Untersu­chung des ifeu Institutsbelegen, dass im Jahres­mittel die Emissionswerte bei den meisten Schad­stoffen– abhängig vom Alter der Anlage – zwi­schen zwei und dreißig Prozent liegen.Eine Aus­nahme bilden die Stickoxide, bei denen in eini­gen Fällen dieGrenzwerte nahezu ausgeschöpft werden; allerdings hält die Hälfte der Anlagendie 50 %-Marke ein. Auch der Immissions- und Gesundheitsschutz sowieEnergieaspekte wer­den berücksichtigt.

Häufig werden imPlanungsvorfeld alternative Verfahren vorgeschlagen. Politiker waren gele­gentlichgeneigt, deren Realisierung zu fördern, obwohl die technischen Voraussetzungennicht ausreichend nachgewiesen waren. Dass dies schief gehen kann, wird anzahlreichen Auf­bereitungs- und thermischen Verfahren nachge­wiesen. Stichwortesind Siemens-Schwel-Brenn-, Thermoselect- und SVZ-Verfahren, aber auch vie­leAufbereitungsanlagen. Die Gründe für das Scheitern und der Weg zurFehlervermeidung werden erläutert.

Aus dem Umweltbundesamt kommt eine Betrach­tungüber den Beitrag der Abfallwirtschaft zum Klimaschutz, insbesondere durchBeendigung der Deponierung, durch Verbrennung und Recycling. Für diejenigen,die es gründlicher wissen wollen, liefert Professor Wolfgang Rotard vom Fach­gebietUmweltchemie der TU Berlin eine Unter­suchung über die Belastung des Menschendurch Dioxine und Furane. Berücksichtigt werden das Vorkommen in der Umwelt unddie Dioxinbil­dung.

Aus dem ifeu Institut berichten Horst Fehrenbach undFlorian Knappe über das Recycling von Aschen/Schlacken ausAbfallverbrennungsanla­gen. Rund 4,5 Millionen Tonnen fallen an, Ten­denzsteigend. Wegen der erheblichen Eisen- und Nichteisenbestandteile haben wir esmit ei­nem längst nicht ausgeschöpften Recyclingpoten­tial zu tun. Auch wirddurch Entfrachtung die Qualität verbessert.

Außerdem bieten wir Ihnen zweiinteressante Beiträge zum Biogas an. Eine Anlage zur Vergä­rung von Restaurant-und Speiseabfällen sowie technische Möglichkeiten der Biogaseinspeisung insErdgasnetz werden vorgestellt. Diese Techno­logien werden mit dem weiteren Bauvon Anla­gen Bedeutung gewinnen.

Die Klärschlammverwertung tritt wieder in denFokus der Abfallwirtschaftspolitik. In einigen Bun­desländern ist der Trend zumAusstieg aus der landwirtschaftlichen Verwertung unübersehbar. Anerkannt wirdin jedem Fall, dass schadstoffbe­lasteter Klärschlamm nicht auf den Bodengehört. Dr. Quicker vom ATZ Entwicklungszentrum zeigt Alternativen derenergetischen Verwertung in Mono- und Mitverbrennungsanlagen, etwa inAbfallverbrennungsanlagen, Kohlekraft- und Ze­mentwerken. Auch Kleinanlagen mitverschiede­nen Verfahrenstechniken werden beschrieben. Dr. Klaus Hoppenheidtvom bifa Umweltinstitut beschreibt Risiken der Bodenverunreinigung durchumwelthygienisch relevante Krankheitser­reger und empfiehlt, diese stärker indie Diskussi­on einzubeziehen.

Wir hoffen, Ihnen eine interessante Lektüre fürdie kommende, hoffentlich geruhsame Zeit zu geben.

Redaktion und Verlag wünschen Ihnen besinnliche und ruhige Tagezum Jahresausklang.

Ihr Karl J.Thomé-Kozmiensky

 

 

RUBRIK: FORUM

Gesamtemissionen deutlich verringert 
Stand der Technik und Rechtsvorschriften gewährleisten ein hohes Umweltschutzniveau der thermischen Abfallbehandlung

Seite 4-11
Die Emissionen der alten Generation der Müllverbrennungsanlagen (MVA) in den achtziger Jahren waren nicht zu akzeptieren. Bürgerproteste und der damit verbundene Legitimationsdruck haben mit der siebzehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (17. BImSchV) in den neunziger Jahren zu einem Anforderungsstandard geführt, der die thermische Abfallbehandlung nicht nur akzeptabel macht, sondern ihr einen so hohen Abgasreinigungsstandard abverlangt, dass die thermische Abfallbehandlung per saldo durch Erzeugung von Energie die Umwelt entlastet. Eine genaue Analyse alter und neuer Daten zeigt, dass Anlagen, die die gesetzlichen Anforderungen einhalten, auch für die unmittelbare Nachbarschaft keine negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit besitzen. Hinzu kommt, dass die thermische Abfallbehandlung für den Klimaschutz eine herausragende Bedeutung hat. Die mit Abstand quantitativ bedeutendste Einsparung von Treibhausgasen wird durch das Beenden der Deponierung der Siedlungsabfälle erzielt. Um dies zu erreichen, müssen thermische Abfallbehandlungsanlagen gebaut werden. Auch unter regionalen Gesichtspunkten ergibt sich darüber hinaus die Notwendigkeit zum Bau weiterer Anlagen.

Autoren: Dr. habil. Uwe Lahl, PD, iMinisterialdirektor im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Leiter der Abteilung Immissionsschutz und Gesundheit, Anlagensicherheit und Verkehr, Chemikaliensicherheit. Bundesumweltministerium, Bonn
Dr. Wilhelm Steven, Regierungsdirektor, Referat IG I 3, Gebietsbezogene Luftreinhaltung, Atmosphäre, Klima. Bundesumweltministerium, Bonn

Vermeidbare Fehler
Die Realisierung politisch erwünschter Projekte auf Basis unzureichender verfahrenstechnischer Erkenntnisse führt oft in eine Sackgasse

Seite: 12-17
Die Abfallwirtschaft in Deutschland hat sich seit dem Beginn der siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts in damals nicht vorstellbarer Weise entwickelt. Dies bezieht sich auf die Abfallvermeidung, die stoffliche Verwertung und die Restabfallbehandlung. Allerdings wurden durch Fehlentwicklungen, die häufig politisch motiviert waren, erhebliche Ressourcen verschwendet. Für die Zukunft sollte aus den Erfahrungen gelernt werden.

Autor: Professor Dr. Dr. h. c. Karl J. Thomé-Kozmiensky, vivis Consult GmbH, Nietwerder

Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz
Effizient genutzte Waste-to-Energy-Anlagen bewirken eine Reduzierung von Treibhausgasemissionen

Seite: 18-22
Die Beendigung der Deponierung und die damit einhergehende Verringerung der Methanemissionen sind wesentliche Beiträge der Abfallwirtschaft zum Klimaschutz. In Europa und weltweit besteht noch ein enormes Potenzial zur Reduzierung klimarelevanter Gase im Abfallsektor. Darüber hinaus trägt eine nachhaltige Abfallwirtschaft, die in vielen Ländern erst ganz am Anfang steht, zur Schonung natürlicher Ressourcen und zum Schutz der Gesundheit bei. Mit zunehmender Industrialisierung in Schwellen- und Entwicklungsländern nimmt der Bedarf an Umwelttechnik weltweit zu. Hier bieten sich gute Exportchancen für die deutsche Abfallwirtschaft, die innovative Lösungen vorweisen kann. In Deutschland, wo die Abfallwirtschaft bereits einen großen Beitrag zur Senkung klimarelevanter Emissionen geleistet hat, bestehen weiterhin Optimierungsmöglichkeiten, um das Klimaschutzpotenzial im Abfallsektor voll auszuschöpfen. Die größten Potenziale sind vorhanden in der Steigerung der Energieeffizienz von Müllverbrennungsanlagen (MVA), einem gesteigerten effizienten Einsatz von Ersatzbrennstoffen und der Umstellung von Kompostierung auf Vergärung bei den Bioabfällen.

Autorinnen: Dipl.-Ing. Jutta Penning, Direktorin und Professorin im Umweltbundesamt (UBA), Fachbereich III Umweltverträgliche Technik – Verfahren und Produkte
Marlene Sieck, Tierärztin und Master of European Administrative Management, Fachgebiet III 3.3 Abfalltechnik, Umweltbundesamt (UBA)

Immer noch ein heißes Thema
Die Belastung des Menschen durch Dioxine und Furane konnte in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich verringert werden

Seite: 23-29
Die hochtoxischen Polychlorierten Dibenzodioxine und Dibenzofurane (PCDD/F) gelangen durch Emission in die Atmosphäre, durch Transmission erfolgt die Ausbreitung und durch Deposition kontaminieren sie Boden, Pflanzen und Gewässer und akkumulieren zum Beispiel über Futtermittel in Nutztieren und Fisch. Für den Menschen stellen Fisch und Lebensmittel tierischen Ursprungs die Hauptkontaminationsquelle dar. Da in den neunziger Jahren die Belastung des Säuglings durch Muttermilch inadäquat hoch war, wurden extrem niedrige Grenzwerte für verschiedene Emittenten wie die Abfallverbrennung (0,1 Nanogramm Toxizitätsäquivalente pro Kubikmeter) eingeführt. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen griffen diese administrativen Maßnahmen überraschend schnell. Die PCDD/F-Belastung des Menschen liegt heute nur noch bei einem Drittel der früheren Werte. Die PCDD/F entstehen bei der Verbrennung jeglichen organischen Materials, ja sogar von partikulärem Kohlenstoff unter dem Einfluss von Metallkatalysatoren (zum Beispiel Kupfer-, Eisenverbindungen) und Chloriden. Sie können auch direkt aus chlororganischen Stoffen wie Polyvinylchlorid (PVC) entstehen. Bei der Abfallverbrennung sind die genannten Voraussetzungen gegeben, daher erfolgt die PCDD/F-Bildung zwangsläufig und ist auch durch die Auswahl von Abfällen wenig beeinflussbar. Die relevanten Bildungswege bei der Abfallverbrennung werden hier vorgestellt.

Autor: Prof. Dr. Wolfgang Rotard, Fachgebiet Umweltchemie am Institut für Technischen Umweltschutz an der Technischen Universität Berlin


RUBRIK: RECYCLING

Recycling von Abfallverbrennungsschlacken
Bei der Wahl des Entsorgungswegs sind ökologische sowie ökonomische Nutzen und Risiken zu betrachten

Seite: 30-33
Mit der nahezu flächendeckenden Umsetzung der Abfallverbrennung ist auch das Plateau der zu entsorgenden Schlackemenge erreicht. Ebenso ist das Ziel, Schlacke anstelle von einer Deponierung zu verwerten, formal weitgehend verwirklicht. Mit den erwarteten, rechtsverbindlichen Anforderungen der Bundes-Ersatzbaustoffverordnung, die im Entwurf vorliegt, wird das bisherige System der Zuordnungswerte (Z-Werte) abgelöst. Schlackerecycling wird dann umso stärker mit anderen, massenmäßig bedeutsameren mineralischen Abfällen um die begrenzten Verwertungspotenziale konkurrieren müssen. Der ökologische Nutzen einer substanziellen Verwertung macht sich vor allem in der Schonung von Ressourcen und Naturräumen fest, beispielsweise im Hinblick auf Abgrabungsflächen für Kies undSand. Über die Anforderungen der kommenden Verordnung hinaus gilt es jedoch, die Langzeitrisiken weiter zu verringern, indem die technischen Möglichkeiten der Schadstoffimmobilisierung. ausgeschöpft werden. Davon wird die Akzeptanz der Schlacke bei den Verwertern wesentlich abhängen, die schließlich das effektiv realisierbare Potenzial bestimmt.

Autoren: Dipl.-Biol. Horst Fehrenbach, IFEU Projektleiter unter anderem im Themenbereich Ökobilanzen für Abfall- und Energiesysteme. Dipl.-Geogr. Florian Knappe IFEU Projektleiter unter anderem im Themenbereich Abfallwirtschaft und Recycling mineralischer Abfälle. Dipl.-Ing. (FH) Maika Meyer, Themengebiet Ökobilanzen und Stoffstromanalysen, IFEU Institut für Energie- und Umweltforschung, Heidelberg


RUBRIK: BIOLOGISCHE VERFAHREN

Biogasanlage in Malchin
Die Vergärung von Restaurant- und Speiseabfällen rechnet sich

Seite: 34-36
Zum Jahreswechsel 2007/2008 wurde die Anlage zur Biogasproduktion aus Restaurant- und Speiseabfällen in Malchin in Betrieb genommen. Nach nunmehr über einem halben Jahr kann über erste Erfahrungen mit dieser Anlage berichtet werden. Es zeigt sich, dass eine solche Anlage – eine sorgfältige Planung vorausgesetzt – ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Durch diese Art der Entsorgung wird erneuerbare Energie gewonnen und der Gärrückstand als biologischer Flüssigdünger verwertet. Der Anlagenbetreiber kann aus den Erlösen des Energieverkaufs und aus den Entsorgungsgebühren eine solche Anlage wirtschaftlich betreiben.

Autor: Dr. Johann Chaloupka, Leiter Verfahrenstechnik bei der entec biogas GmbH, A-6972 Fußach

Biomethaneinspeisung in Erdgasnetze
Aufbereitetes Biogas wird im deutschen Gasmarkt an Bedeutung gewinnen

Seite: 37-41
An immer mehr Standorten in Deutschland wird Biogas zu Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist. Das Interesse an der Technologie und an der Umsetzung ist weiterhin hoch, nicht zuletzt aufgrund entsprechender Regelungen durch den Gesetzgeber und der langfristig zu erwartenden Preissteigerungen für fossile Energieträger. In der Praxis besteht die größte Hürde darin, die Einspeisung des Gases in das Erdgasnetz zu organisieren und eine effektive Vermarktung zu betreiben. Diese Aspekte stehen im Mittelpunkt des nachfolgenden Beitrags, der an die Diskussion der Aufbereitungstechnologien in einem vorangegangenen Heft1 anschließt.

Autor: Dr.-Ing. Frank Scholwin, Bereichsleiter Biogastechnologie am Deutschen Biomasse-ForschungsZentrum, D-04347 Leipzig


RUBRIK: KLÄRSCHLAMM

Thermische Klärschlammverwertung im Überblick
Die großtechnische Monoverbrennung ist lange etabliert, die Mitverbrennung in Kraft- und Zementwerken Stand der Technik und neue dezentrale Verfahren gewinnen an Bedeutung

Seite: 42-47
Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Technologien zur thermischen Klärschlammbehandlung. Die großtechnische Verbrennung ist bereits lange etabliert. In kommunalen und industriellen Monoverbrennungsanlagen wird Klärschlamm fast ausschließlich in Wirbelschichtanlagen meist unter Gewinnung von Wärme, Strom oder Prozessdampf verwertet. Die Mitverbrennung erfolgt in Müllverbrennungsanlagen, Kraft- und Zementwerken. Die Müllverbrennung ist die teuerste und ökologisch am wenigsten vorteilhafte Verwertungsart, da sowohl eine Phosphorrückgewinnung aus den Aschen ausgeschlossen ist als auch die Energie nur in geringem Umfang genutzt wird. Stein- und Braunkohlekraftwerke stellen eine schadlose Verwertung mit hoher Energieeffizienz sicher. Die Aschen werden in der Regel im Baubereich verwertet. In den Zementwerken erfolgt, seit einigen Jahren auch in Deutschland, eine simultane energetische und stoffliche Verwertung. Allerdings geht bei den letztgenannten Verwertungswegen die Ressource Phosphor verloren. Darüber hinaus gibt es eine Reihe bereits marktverfügbarer Verfahren zur dezentralen thermischen Behandlung von Klärschlamm in Kleinanlagen, die – ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben – hier ebenfalls vorgestellt werden.

Autor: Dr.-Ing. Peter Quicker, Abteilungsleiter Verfahrenstechnik am ATZ Entwicklungszentrum, D-92237 Sulzbach

Landwirtschaftliche Klärschlammverwertung
Die Risiken der Bodenverunreinigung mit umwelthygienisch relevanten Krankheitserregern sind verstärkt in die Diskussion einzubeziehen

Seite: 48-54
Bei der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung dürfen innerhalb von drei Jahren maximal 5 Megagramm (Mg) Klärschlamm pro Hektar ausgebracht werden. Durch die Einarbeitung in etwa 5.200 Mg Ackerboden liegen die einzelnen Klärschlammbestandteile in der Boden-Klärschlamm-Mischung nur in Spurenkonzentrationen vor. Bei einer einmaligen landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung lassen sich in der resultierenden Boden/Klärschlammmischung keine signifikant erhöhten akut toxischen und ökotoxischen Wirkpotenziale mit Biotests nachweisen1. Im Unterschied dazu führt eine landwirtschaftliche Verwertung nicht-hygienisierter Klärschlämme zu einer nachweisbaren Bodenverunreinigung mit umwelthygienisch relevanten Krankheitserregern. Die im Beitrag zusammengetragenen Literaturbefunde unterstützen die Forderung, verstärkt auch hygienische Aspekte in die Diskussion der zukünftigen Klärschlammverwertung einzubeziehen.

Autor: Dr. Klaus Hoppenheidt, Projektmanager Biologische Verfahrenstechnik und Analytik beim bifa Umweltinstitut, D-86167 Augsburg


RUBRIK: WIRTSCHAFT

Made in Germany
Das Internetportal der Initiative Recycling- und Effizienztechnik (RETech) unterstützt den Wissenstransfer und Technikexport

Seite: 55-57
Die Exportinitiative Recycling- und Effizienztechnik (RETech) des Bundesumweltministeriums (BMU) wurde im Herbst 2006 ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Wissenstransfer und Technikexport zu fördern und die Entwicklung höherer ökologischer Standards in der Abfallwirtschaft im Ausland zu unterstützen. Ein zentrales Element der RETech-Initiative stellt das Portal www.retechgermany.net dar, das Ende Oktober 2008 freigeschaltet wurde. Die Portalinhalte sind auf die deutschen Anbieter im Inland, im Wesentlichen Unternehmen der Entsorgungswirtschaft, des Anlagen- und Maschinenbaus sowie auf interessierte Kreise im Ausland ausgerichtet. Das Portal versteht sich als ein Multiplikator, der dazu dient, den Bekanntheitsgrad und die Anwenderfreundlichkeit der bestehenden staatlichen und privatwirtschaftlichen Tätigkeiten zu erhöhen. Auch bietet es Inhalte, die speziell im Rahmen der Exportinitiative generiert werden, wie abfallwirtschaftliche Länderprofile, eine neue Exportdatenbank sowie ein sogenanntes Schwarzes Brett. Die RETech-Anlaufstelle hält die Portalinhalte auf dem neusten Stand. An der Anlaufstelle sind das Bundesumweltministerium (BMU), das Umweltbundesamt (UBA), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) und die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) beteiligt. Die Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai; ab 1. Januar 2009: Germany Trade and Invest) koordiniert diese Arbeit in der Pilotphase (2009 bis 2011).

Autoren: Dr. Vassilios Karavezyris, Referent im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Referat WA II 1, Allgemeine und grundsätzliche Angelegenheiten der Abfallwirtschaft, grenzüberschreitende Verbringung von Abfällen. Dr. Andreas Jaron, Leiter des Referats WA II 1 beim BMU, D-53048 Bonn
Martin Wiekert, Leiter des Branchenreferats bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (ab 1. 1. 2009: Germany Trade and Invest), D-50676 Köln

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