MüllMagazin 2008_3

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften

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Kurzübersicht

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften
ISBN: -
ISSN: 0934-3482
Veröffentlicht: 15. September 2008, Einband: geklammert, Seiten 48, Format 210 x 290, Gewicht 0.14 kg
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MüllMagazin 2008_3

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Details

Inhaltsübersicht HEFT 3_2008: 

Im Blickpunkt:

RISIKO KLÄRSCHLAMMENTSORGUNG
Sachverständigenrat empfiehlt thermische Verwertung


Hinweis: Für Abonnenten des MüllMagazins mit registriertem Online-Zugang stehen die Beiträge dieser Ausgabe ab dem 5. September 2008 im Onlinebereich vorab zur Verfügung.

 

 

EDITORIAL

Autor: Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Karl J. Thomé-Kozmiensky

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Klärschlammentsorgung bewegt wieder die Verantwortlichen in Abfall- und Wasserwirtschaft. Darum ist Klärschlamm das Schwerpunktthema dieses Hefts. Die durchaus nicht neue Frage lautet: Darf Klärschlamm auf den Boden – als Dünger oder Bodenverbesserungsmittel oder ist er besser im Ofen aufgehoben? Eine Fraktion argumentiert, dass Klärschlamm wertvolle und wertgebende Inhaltsstoffe wie Phosphor enthalte, die für die Landwirtschaft oder den Landbau unverzichtbar seien. Die andere Fraktion ist der festen Überzeugung, dass aus Sicht des Umweltschutzes und insbesondere des Bodenschutzes Klärschlämme in den Ofen gehören. Das können Monoverbrennungsanlagen, Müllverbrennungsanlagen, Zement- oder Kohlekraftwerke sein.
Jetzt hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen Position bezogen und empfohlen, Klärschlamm aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes mittelfristig nur noch thermisch zu verwerten. Dennoch soll die landwirtschaftliche Klärschlammausbringung zwar eingeschränkt, aber weiter möglich sein. Kritisiert wird, dass ein Stufenplan für weitere Schritte und eine erkennbare Orientierung an einem übergreifenden Schutzkonzept fehlen. Insbesondere weist der Sachverständigenrat darauf hin, dass die integrierte Betrachtung für alle Düngemittel nach gleichen Grundsätzen weiter verfolgt werden soll.
Unabhängig von den rechtlichen Gegebenheiten ist der Trend zur thermischen Klärschlammbehandlung schon wegen der abnehmenden Akzeptanz der landwirtschaftlichen Verwertung festzustellen. Wegen der begrenzten Kapazitäten von Monoverbrennung für Klärschlamm nimmt die Mitverbrennung in Zement- und Kohlekraftwerken zu.
In Anbetracht der begrenzten Vorräte an Phosphor in natürlichen Lagerstätten interessiert die Gewinnung aus Abwasser, Klärschlamm und Klärschlammasche. Für Deutschland wurde ein Substitutionspotential von mehr als vierzig Prozent ermittelt. Allerdings sind die Verfahren noch nicht wirtschaftlich. Das wird sich voraussichtlich wegen der Preisentwicklung von Rohphosphat ändern.
Eines der wenigen Länder, das keine Veranlassung sieht, die landwirtschaftliche Verwertung schadstoffarmer Klärschlämme zu unterbinden, ist Rheinland-Pfalz. Begründet wird dies mit dem beachtlichen Düngewert und der hohen Bodenverbesserungsqualität des Klärschlamms. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass auch hier genügend thermische Entsorgungskapazität zur Verfügung steht.
Bei der Klärschlammentsorgung in zentralen Anlagen stellt sich die Frage nach der Höhe der Transportkosten. Abhilfe kann unter Umständen durch die Trocknung der Klärschlämme – beispielsweise in der Wirbelschicht – geschaffen werden.
Bayern war schon immer, neben Baden-Württemberg, ein Vorreiter der thermischen Klärschlammbehandlung. Wegen der Aktualität veranstaltete das Bayerische Staatsministerium in Zusammenarbeit mit mehreren Institutionen ein internationales Klärschlammsymposium, zu dem etwa dreihundert Fachleute aus dem In- und Ausland kamen. Der Bericht von Professor Rommel bestätigt im Wesentlichen die offizielle Meinung der Bayerischen Landesregierung.
In diesem Heft wird außerdem berichtet über die Optimierung der Altgeräteentsorgung, über Abfallaufkommen und Entsorgungswege für medizinische Abfälle, zum Recht über die gewerbliche Altpapiersammlung und zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Alternativenprüfung und zum Drittschutz von Grenz- und Kontrollwerten.
Des Weiteren stellen wir – wie im letzten Heft begonnen – Lehr- und Forschungsinstitute für Abfallwirtschaft vor, dieses Mal Stuttgart, Münster und Clausthal.
Aus Anlass der Neustrukturierung der abfallwirtschaftlichen Aktivitäten im E.ON-Konzern wird die neue Struktur präsentiert.
In der Hoffnung, Ihre Meinung über dieses Heft zu erfahren,
grüßt Sie Ihr

Karl J. Thomé-Kozmiensky

 

 

 

RUBRIK: KLÄRSCHLAMM

Zukunft der Klärschlammentsorgung
Aus Gründen des vorsorgenden Bodenschutzes sollte Klärschlamm mittelfristig nur noch thermisch verwertet werden

Seite 4-7

Klärschlamm weist im Vergleich zu anderen Sekundärrohstoffdüngern vergleichsweise hohe Schwermetallgehalte auf und ist insbesondere mit organischen Schadstoffen belastet, die aufgrund ihrer Vielzahl zum Teil noch nicht in Art und Wirkung hinreichend identifiziert sind. Aus Gründen des vorsorgenden Bodenschutzes, so der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) in seinem Umweltgutachten 2008, sollte Klärschlamm daher mittelfristig nur noch thermisch verwertet werden. Das Düngepotenzial der Klärschlämme sollte über die Rückgewinnung von Phosphat aus der Verbrennungsasche aus der Monoverbrennung genutzt werden. In diesem Zusammenhang begrüßt der SRU das derzeit diskutierte Arbeitspapier zur Novellierung der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) als einen ersten Schritt, dem ein Stufenplan für weitere notwendige Schritte sowie eine erkennbare Orientierung an einem übergreifenden Schutzkonzept folgen sollten. Bei dem vorliegenden Beitrag handelt es sich um einen Auszug aus dem Kapitel „Abfall- und Kreislaufwirtschaft“ des Umweltgutachtens 2008 des SRU, das auf dem Internationalen Klärschlammsymposium am 30. Juni und 1. Juli 2008 in Fürstenfeld vorgestellt wurde.

Autoren: Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich, Ordinarius des Lehrstuhls für Rohstoff- und Energietechnologie an der Technischen Universität München (TUM), Geschäftsführender Direktor des Wissenschaftszentrums Straubing und Vorsitzender des Sachverständigenrats für Umweltfragen.
Dr.-Ing. Mechthild Baron, Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), Berlin

Doppelstrategie bei der Entsorgung
Die rheinland-pfälzische Landesregierung setzt neben der landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm auch auf neue thermische Verfahren

Seite 8-11

Die rheinland-pfälzische Landesregierung geht davon aus, dass die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm aufgrund der Novellierung der Klärschlammverordnung und wegen abnehmender Akzeptanz weiter zurückgehen wird. Insbesondere im Interesse der Ressourcenschonung sieht die Landesregierung allerdings keine Veranlassung, diese Entwicklung zu beeinflussen oder die landwirtschaftliche Verwertung schadstoffarmer Klärschlämme gänzlich zu unterbinden. Denn damit würde eine Ressource mit beachtlichem Düngewert und hoher Bodenverbesserungsqualität vernichtet, obwohl diese bisher nach allen vorliegenden Erkenntnissen im Rahmen der gesetzlichen Gegebenheiten umweltverträglich genutzt werden kann. Für den Fall, dass eine öffentliche Akzeptanzdiskussion die landwirtschaftliche Verwertung unerwarteter Weise zum Scheitern bringen sollte, stehen nach den Ergebnissen einer Untersuchung der Technischen Universität Kaiserslautern in und außerhalb des Landes Rheinland-Pfalz genügend Verbrennungskapazitäten zur Verfügung. Darüber hinaus fördert die Landesregierung neue thermische Verwertungsverfahren, die helfen können, die Ressource Klärschlamm in einer weit gespannten Kreislaufwirtschaft auch in Zukunft vor Ort zu verwerten.

Autor: Dr. Gottfried Jung, Ministerialdirigent beim Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz


Risiko bodenbezogene Klärschlammverwertung
Aktuellen Untersuchungen zufolge können sich durch die Düngung vor allem organische Schadstoffe im Boden anreichern

Seite 12-15

Der Beitrag gibt einen kurzen Überblick über die Aspekte des Bodenschutzes, die mit der bodenbezogenen Klärschlammverwertung verbunden sind. Anhand neuerer Untersuchungen wird aufgezeigt, dass sich insbesondere organische Schadstoffe in klärschlammgedüngten Böden anreichern können. Die Bodengehalte auf entsprechenden landwirtschaftlichen Praxisflächen lassen zwar keine unmittelbaren Schäden für Mensch und Umwelt erwarten. Die schleichende Anreicherung insbesondere organischer Klärschlammschadstoffe im Boden kann allerdings langfristig mit konkreten stofflichen Risiken verbunden sein und sollte unter den rechtlich vorgegebenen Vorsorgegrundsätzen vermieden werden. Der Beitrag geht auch auf die Frage der Nutzung des im Klärschlamm enthaltenen und für die Pflanzenernährung wichtigen Phosphats ein. In Anbetracht des geringen Beitrags von Klärschlammphosphat zur gesamten landwirtschaftlichen Phosphatdüngung einerseits und der Risiken andererseits ist die Verwertung auf Böden nicht zu befürworten. Sinnvoller ist es, die Entwicklung von Verfahren zur Phosphat-Rückgewinnung auf der Kläranlage oder aus der Verbrennungsasche zu forcieren.

Autoren: Dr. rer. nat. Peter Dreher, Referat 52 Boden & Altlasten im Umweltministerium Baden-Württemberg.
Ministerialdirigent Dipl.-Ing. Peter Fuhrmann,Leiter der Abteilung Wasser und Boden im Umweltministerium Baden-Württemberg

Düngemittel aus Klärschlammasche
Die Ergebnisse aus dem EU-Projekt SUSAN legen die großtechnische Umsetzung eines neuen thermochemischen Verfahrens für die Phosphor-Rückgewinnung nahe

Seite 16-20

Phosphor ist ein für alle Lebewesen essentielles Element. Seine Funktionen, zum Beispiel als Bestandteil der Desoxyribonukleinsäure (DNS) und Ribonukleinsäure (RNS) sowie als Schlüsselelement beim Energiestoffwechsel in Form von Adenosindiphosphat (ADP) und Adenosintriphosphat (ATP) können nicht ersetzt werden. Klärschlammaschen sind aufgrund ihrer hohen Gehalte an Phosphor (15-25 % P2O5) geeignete Sekundärrohstoffe für die Herstellung von Phosphor-Düngemitteln. Aufgrund der schlechten Pflanzenverfügbarkeit des Phosphors und der Gehalte an umweltrelevanten Schwermetallen sollten diese allerdings nicht direkt in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Im Mittelpunkt des EU-Projekts SUSAN steht die Entwicklung und Optimierung einer thermochemischen Behandlung von Klärschlammaschen, mit der die Düngewirkung der Aschen auf das Niveau konventioneller Mineraldünger (Thomaskali und Superphosphat SSP) angehoben wird und die Schwermetallkonzentrationen unter die Grenzwerte nach Düngemittelverordnungen europäischer Länder abgesenkt werden. Die sehr positiven Ergebnisse aus dem SUSAN-Projekt, und die darauf basierenden ökonomischen Betrachtungen, legen es nahe, das Verfahren großtechnisch umzusetzen. Eine Pilotanlage mit einem Tagesdurchsatz von sieben Tonnen wurde im Juni 2008 in Betrieb genommen und die erste großtechnische Anlage befindet sich in der Planungsphase (ASH DEC Umwelt AG).

Autoren: Dr.-Ing. Christian Adam, Fachgruppe „Abfallbehandlung und Altlastensanierung“ bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin-Adlershof
Dr. Sylvia Kratz und Judith Schick, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen des Instituts für Pflanzenbau und Bodenkunde im Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Braunschweig
 

Trocknen in der Wirbelschicht
Optimierte Konzepte zur Klärschlammtrocknung bieten hohe Energieeinsparpotentiale und einen flexibel einsetzbaren Ersatzbrennstoff 

 Seite 21-24

Die thermische Behandlung von Klärschlämmen wird zukünftig an Bedeutung gewinnen, wobei insbesondere der optimierte Einsatz der Trocknung hohe Einsparpotentiale für den Energieaufwand bietet. Darüber hinaus erzeugt die Klärschlammtrocknung als Teilschritt der thermischen Entsorgung bei einer energieeffizienten Einbindung (Abwärmenutzung) einen Ersatzbrennstoff, der flexibel eingesetzt werden kann. Klärschlammtrocknungsanlagen können nur bei hohen jährlichen Betriebszeiten und Durchsätzen wirtschaftlich betrieben werden. Darüber hinaus müssen die Fehler der Vergangenheit vermieden werden, wie unzureichende Anlagensicherheit, geringe Verfügbarkeit und schlechte Umweltverträglichkeit. Am Beispiel der Wirbelschichttrocknungsanlage in Houthalen-Helchteren (Belgien) wird dargestellt, wie seit mehr als sieben Jahren Klärschlamm-Trockengranulat als Ersatzbrennstoff für ein Kohlekraftwerk unter Einsatz von Heizdampf aus einer Müllverbrennungsanlage sehr zuverlässig erzeugt wird.

Autor: Dr. Jürgen Geyer, Produktleiter Klärschlammtrocknung bei Andritz Fließbett Systeme, Ravensburg

Internationales Klärschlamm-Symposium
Experten diskutierten Wege zu einer verantwortungsvollen Klärschlammentsorgung

Seite 25-26

Vom 30. Juni bis zum 2. Juli 2008 veranstaltete das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Kooperation mit dem atz Entwicklungszentrum, der Technischen Universität München, dem Umweltcluster Bayern sowie der Universität der Bundeswehr München unter der organisatorischen Federführung der bifa Umweltinstitut GmbH das Internationale Klärschlammsymposium im Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck (OBB.). Über 300 Teilnehmer aus dem In- und Ausland trafen sich, um zwei Tage intensiv über „Wege zu einer verantwortungsvollen Klärschlammentsorgung“ zu diskutieren und am dritten Tag die Klärschlamm-Monoverbrennung auf der Kläranlage München I sowie die Mitverbrennung im Kraftwerk Zolling der E.ON AG zu besichtigen. Das Vortragsprogramm war von den Veranstaltern breit angelegt und spannte sich von der Darstellung der politischen Rahmenbedingungen über die unterschiedlichen Positionen von Bundesländern, Verbänden und der Entsorgungswirtschaft über die hygienischen und Schadstoffaspekte bis hin zu modernen Verfahren der Klärschlammentsorgung. Ganz bewusst sollten unterschiedliche Sichtweisen und Einstellung durchaus kontrovers diskutiert werden, was dann auch so eintraf.

Autor: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel, Geschäftsführer der bifa Umweltistitut GmbH, Augsburg


RUBRIK: LOGISTIK

Hilfe für die Praxis
Mit der VDI-Richtlinie 2343 Blatt „Logistik“ lassen sich Potentiale zur Optimierung der Altgeräteentsorgung aufdecken und nutzen

Seite 27-31

Der Arbeitskreis des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) zur Überarbeitung der VDI-Richtlinie 2343 „Recycling elektrischer und elektronischer Geräte“ hat das Blatt „Logistik“ fertig gestellt, welches jetzt als Gründruck verfügbar ist. Das Blatt behandelt die komplexen Zusammenhänge innerbetrieblicher und externer Logistik von Altgeräten. Dabei analysiert die Richtlinie die rechtlichen Rahmenbedingungen, die unterschiedlichen Einsatzfelder von Hol- und Bringsystemen und gibt eine Übersicht und Bewertung einsetzbarer Transport- und Ladehilfsmittel. Dieser Beitrag bietet einen ersten Einblick in die Ergebnisse der Arbeit.

Autoren: Dr.-Ing. Ralf Brüning, Obmann des Ausschusses zur Erstellung der Richtlinie 2343, Lehrbeauftragter für Kreislaufwirtschaft und Entsorgungstechnik an der Universität Dortmund und Inhaber der Beratungsfirma Dr. Brüning Engineering, Brake
Dipl.-Ing. Ludger Nuphaus, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Umweltstudie und angewandte Forschung (I.E.S.A.R) der Fachhochschule Bingen


RUBRIK: BETRIEBE

Desinfektion schafft Abhilfe
An einem Krankenhaus der Maximalversorgung in Jena wurden Abfallaufkommen und Entsorgungswege medizinischer Abfälle analysiert
 

Seite 32-35

In einem Krankenhaus der Maximalversorgung fallen Abfälle unterschiedlicher Art mit verschiedenen Gefährdungspotentialen an. Am Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland, wurden die Managementmethoden und anfallenden Mengen für verschiedene Abfälle analysiert. Der Schwerpunkt lag auf der Entsorgungssituation infektiöser Abfälle. Nach der Desinfektion dieser Abfälle können diese als nicht gefährliche Abfälle (AS 180104) transportiert und entsorgt werden.

Dipl.-Ing. Marc Hoffmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Abfalltechnik der Technischen Universität Darmstadt

Dipl.-Ing. René Stolze, Projektingenieur, Berlin


RUBRIK: RECHT

Gesetz der Straße
Die restriktive Anwendung des Straßen- und Wegerechts scheint kein tauglicher Weg zur Unterbindung der privatwirtschaftlichen Altpapiersammlung zu sein

Seite 36-37
Die Entsorgung von Altpapier ist finanziell lukrativ. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch private Unternehmen durch den Aufbau eines gewerblichen Sammelsystems versuchen, die vorhandenen finanziellen Vorteile des Altpapiers zu nutzen. Dies ist freilich den kommunalen Entsorgungsträgern nicht selten ein Dorn im Auge, gehen doch erhoffte zu erzielende Erlöse durch die gewerbliche Konkurrenz verloren. Durch Erlass einer Untersagungsverfügung wurde vielerorts daher versucht, die gewerbliche Altpapiersammlung zu unterbinden. Die aktuelle Rechtsprechung geht allerdings vornehmlich davon aus, dass die gewerblichen Altpapiersammlungen zulässig und die dagegen gerichteten Unterlassungsverfügungen rechtswidrig sind1. Es werden daher Versuche unternommen, die gewerbliche Altpapiersammlung auf anderen (Um-)Wegen zu erschweren. Beispielsweise wurde in Nordrhein-Westfalen (NRW) die gewerbliche Altpapiersammlung per Verfügung untersagt und aufgegeben, bereits verteilte Blaue Tonnen wieder abzuholen, sofern keine Sondernutzungserlaubnis gemäß § 18 Straßen- und Wegegesetz NRW (StrWG NRW) nachgewiesen werden konnte. Es stellt sich somit die weitreichende Frage, ob und inwieweit das Abstellen bzw. Leeren der von den Bürgern auf öffentlichen Straßen bereitgestellten Altpapiertonnen einer Sondernutzungserlaubnis nach dem StrWG NRW bedarf.

Autoren: Dr. jur. Thomas Ax, Maître en Droit (Paris X-Nanterre) und Rechtsanwalt Carsten Schmidt, LL.M, Kanzlei Ax, Schneider & Kollegen (ASK), Neckargemünd/Essen

 

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