MüllMagazin 2008_2

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften

-

Kurzübersicht

Abfall · Rohstoff · Energie. Fachzeitschrift für nachhaltiges Wirtschaften
ISBN: -
ISSN: 0934-3482
Veröffentlicht: Heft 2/2008, 21. Jahrgang, Einband: geklammert, Seiten 56, Format 210 x 290, Gewicht 0.16 kg
Lieferzeit: 2 - 6 Werktage
Verfügbarkeit: Auf Lager
6,00 €

MüllMagazin 2008_2

Mehr Ansichten

Details

Inhaltsübersicht HEFT 2_2008:

Im Blickpunkt:

RECYCLINGPOTENZIALE IN EUROPA 
Jäger der verlorenen Daten

 

Hinweis: Für Abonnenten des MüllMagazins mit registriertem Online-Zugang stehen die Beiträge dieser Ausgabe ab dem 13. Juni 2008 im Onlinebereich vorab zur Verfügung.

 

EDITORIAL

Autor: Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Karl J. Thomé-Kozmiensky

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit diesem Heft führen wir einige Neuerungen ein. Gleich zu Beginn finden Sie einen Kommentar von Dr. Andrea Versteyl unter der Rubrik „Auf ein Wort“. Wir bieten Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Abfallwirtschaft die Möglichkeit, ihre Position zu aktuellen Themen zu erläutern. Sie, liebe Leser, sind eingeladen, uns Ihre Meinung darzutun.
Die Themen der Rubriken im letzten Teil der Zeitschrift wollen wir in Zukunft erweitern. Verstärkt wollen wir Buch- und Tagungsbesprechungen bringen. Wir planen ein weiteres Projekt: Nach unserer Recherche gibt es in Deutschland fast fünfzig Hochschullehrer, die sich haupt- oder nebenberuflich mit Abfallwirtschaft befassen. Das sind nicht immer Inhaber von Abfallwirtschaftslehrstühlen. Abfallwirtschaftliche Themen sind auch Schwerpunkte in Instituten für Verfahrenstechnik, Bau- und Forstwesen, Betriebs- und Volkswirtschaft. Einige sind nur wenigen Informierten bekannt. Wir wollen zukünftig in jedem Heft ein oder zwei dieser Institute mit ihren Schwerpunkten in Lehre und Forschung vorstellen.
Jetzt noch eine große Bitte: Interessante Nachrichten aus Wirtschaft und Wissenschaft erreichen uns nur unvollständig, zum Beispiel Umstrukturierung, Personalien, Beginn und Ergebnisse von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Bitte benachrichtigen Sie uns, wir wollen Ihre aktuellen Nachrichten veröffentlichen.
Das hier vorgelegte Heft hat drei inhaltliche Schwerpunkte, nämlich Nachhaltigkeit im weiteren Sinne, biologische und thermische Verfahren.
Professor Matthias Finkbeiner, neuberufener Hochschullehrer für Systemumwelttechnik an der Technischen Universität Berlin, und seine wissenschaftliche Mitarbeiterin Kathy Reimann stellen ein Forschungsprojekt über Potentiale zur Reduzierung der Umweltbelastungen von Elektronikkomponenten für Autos vor. In einem gemeinsamen Beitrag der Universität Dortmund und der Prognos AG werden Recyclingpotentiale in Europa aufgezeigt.
In Beiträgen zur Vergärung befassen sich Thomas Raussen und Anke Lootsma sowie Dr. Frank Scholwin und Marco Weithäuser mit der Aufbereitung von Gärresten zur weiteren Verwertung und von Biogas zu Erdgasqualität. Noch gibt es bei der Vergärung etliche Probleme, die gelöst werden müssen: zum Beispiel eine ökologische und nutzbringende Verwertung von Gärresten nach Verarbeitung zu Kompost. Auch muss untersucht werden, ab welchen Mengen, mit welcher Technik und an welchen Orten Biogas sinnvoll in Erdgasnetze eingespeist werden kann. Obwohl seit 2005 das Thema Ersatzbrennstoffe aktuell ist und in zahlreichen Veröffentlichungen abgehandelt wird, ist unser Wissen über diese Brennstoffe im Vergleich zu dem über fossile Brennstoffe noch recht dürftig. Die Bedeutung der Arbeiten von Professor Beckmann und Mitarbeitern über die Charakterisierung der Ersatzbrennstoffe kann daher nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mit dem Anstieg der Energiepreise wird die Energieeffizienz von Abfallverbrennungsanlagen noch wichtiger als früher. Aus dem Anlagenbau gibt es hierzu einen wichtigen Beitrag. Die Diskussion über die ökonomisch und ökologisch günstigste Methode zur Erreichung der geplanten Stickoxid-Grenzwerte ist noch nicht zu Ende. Hier ein Plädoyer für die nichtkatalytische Entstickung. Abgeschlossen wird der Block über die thermischen Verfahren mit einem interessanten Beitrag über die Entsorgung teerhaltiger Asphalte in den Niederlanden. Mit dem Wunsch, Ihnen ein lesenswertes Heft zu präsentieren,

grüßt Sie Ihr

Karl J. Thomé-Kozmiensky

 

 

RUBRIK: RECYCLING

Intelligent Planen
Herstellung und Nutzung bieten die größten Potenziale zur Reduzierung der Umweltbelastungen von Elektronik-Komponenten im Auto
Seite 4-7
Um fundierte Kenntnisse über eine nachhaltigere Gestaltung der elektrischen und elektronischen Systeme (EES) im Automobilbereich zu erlangen, wurden in dem europäischen Forschungsprojekt SEES (Sustainable Electric & Electronic System for the Automotive Sector) verschiedene Design- und Entsorgungsvarianten für repräsentative EES-Komponenten verglichen. Des Weiteren wurden verschiedene mechanische und chemische Recyclingtechnologien sowie Technologien für das Kunststoffrecycling entwickelt, mit denen es möglich ist, zusätzliche marktfähige Materialen der EES-Komponenten zurück zu gewinnen. Es konnte gezeigt werden, dass Designänderungen, die eine verbesserte Demontage zum Ziel haben, nur geringe ökologische Wirkung besitzen und dass eine Demontage vor dem Schreddern nur in den seltensten Fällen profitabel ist. Aus Sicht des gesamten Lebensweges kann eine Verbesserung, die nur die Entsorgungsphase einbezieht, nicht empfohlen werden, da die Herstellung und die Nutzung im Allgemeinen aus ökologischer und ökonomischer Sicht weitaus relevanter sind. Diese Ergebnisse wurden in der Entwicklung optimierter EES-Designs und -Konzepte berücksichtigt, welche dazu beitragen können, den Einsatz von elektrischen und elektronischen Systemen im Automobilbereich künftig nachhaltiger zu gestalten.

Autoren: Prof. Dr. Matthias Finkbeiner und Dipl.-Ing. Kathy Reimann, Fachgebiet Systemumwelttechnik in der Fakultät III Prozesswissenschaften der TU Berlin.

Jäger der verlorenen Daten
Eine neue Methode zur Ermittlung von Recyclingpotenzialen in Europa erfordert intensive Datenrecherche
Seite 8-13

Trotz der Anstrengungen, die Deponierung zurückzudrängen, werden noch immer 54 Prozent des gesamten Abfallaufkommens der Mitgliedstaaten der Europäischen Union deponiert. Dies geht aus einer aktuellen Studie zur Abschätzung von Abfallmengen und Recyclingpotenzialen in den 27 EU-Mitgliedstaaten hervor. Die Untersuchung wurde vom Institute for Prospective Technological Studies (IPTS) in Auftrag gegeben und 2007 von der Prognos AG und dem Institut für Umweltforschung (INFU), TU Dortmund, durchgeführt. Ausgangspunkt für diese Studie war die Tatsache, dass die beim Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) vorliegenden Datenquellen zu Abfallströmen der EU-Mitgliedstaaten erhebliche Lücken, Unklarheiten und Unsicherheiten aufweisen, so dass daraus nur eingeschränkt abfallstrategische und politisch haltbare Ziele für ein umweltverträgliches zukünftiges Abfallmanagement abgeleitet werden können. Auf Basis des Jahres 2004 liegen diese Daten jetzt vor. In diesem Beitrag wird die Methodik vorgestellt, die für die Untersuchung verwendet wurde, und es werden die Herausforderungen aufgezeigt, die bei der Ermittlung der notwendigen Untersuchungsdaten bestanden. Es hat sich gezeigt, dass die Validierung vorhandener Daten umfangreiche technische, länderspezifische und erhebungstechnische Kenntnisse erfordert, um strategisch nutzbare Daten vorlegen zu können.

Autoren: Holger Alwast, Dr. Bärbel Birnstengel, Prognos AG – Europäisches Zentrum für Wirtschaftsforschung und Strategieberatung
Dr. Werner Baumann, Dr. Mark Fleischhauer, Melanie Krüger und Dipl.-Chem. Oliver B. Warzecha, Institut für Umweltforschung (INFU) an der Technischen Universität Dortmund



RUBRIK: BIOLOGISCHE VERFAHREN

Am Ende anfangen
Die Aufbereitung von Gärresten stellt für größere Vergärungsanlagen einen maßgeblichen Verfahrensschritt dar
Seite 14-20

Für die wachsende Anzahl von Biogasanlagen mit großer Leistung und durch ihre Konzentration in einigen Regionen wird der Absatz beziehungsweise die Entsorgung des Gärrestes zu einer zentralen Frage. Bereits während der Projektentwicklung müssen dafür praxistaugliche und wirtschaftliche Konzepte gefunden werden. Erfahrungen aus der Vergangenheit, zum Beispiel bei der Gülletotalaufbereitung, können genutzt werden, um geeignete Lösungen zu realisieren. Abhängig vom Ausgangsgärrest und den gewünschten Produkten kommen mechanische Separation, Trocknung, Eindampfung und Verfahren der Abwasserwirtschaft zum Einsatz. Diese einzeln oder in Kombination betriebenen Verfahren erfordern zum Teil erhebliche Investitionen und den Einsatz von thermischer und elektrischer Energie. Andererseits können Lager- und Ausbringkosten eingespart und mitunter Erlöse für die Gärrestprodukte erzielt werden. Bei Großanlagen ist eine Gärrestaufbereitung kaum zu umgehen und ihre Wirtschaftlichkeit entscheidet nicht selten über die Umsetzbarkeit der Gesamtanlage. Zu einer optimierten Gärrestaufbereitung gehören neben technischen und ökonomischen Aspekten, zu denen noch erhebliche Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu leisten ist, auch die Berücksichtigung ökologischer Faktoren wie die Bodenverbesserung und die Nährstoffrückführung.

Autoren: Dipl.-Ing. Thomas Raussen, Dipl.-Ing. Auke Lootsma, Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH

Ertragreiche Perspektiven
Für die Aufbereitung von Biogas zu Erdgasqualität können praxiserprobte Technologien eingesetzt werden
Seite 21-26

In Deutschland produzieren circa 4.000 Anlagen Biogas, das in Strom, Wärme oder Kraftstoff umgewandelt wird. Immerhin 1,4 Prozent des Stromverbrauches in Deutschland werden heute allein aus Biogas gedeckt. Während vor noch nicht einmal zehn Jahren kleine landwirtschaftliche Biogasanlagen den Markt dominierten, werden heute vorwiegend große industrielle Anlagen professionell betrieben und immer weiter optimiert. Als Betreiber sind zunehmend Energieversorger aktiv, die die Zukunftsfähigkeit der Technologie erkannt haben. Derzeit wird der Markt ganz deutlich von Anlagen bestimmt, die nahezu ausschließlich nachwachsende Rohstoffe vergären. Aufgrund der extrem gestiegenen Agrarpreise und der Diskussion zwischen Nahrungsmittel- und Energiebereitstellung auf der begrenzt verfügbaren Agrarfläche lohnt sich der Blick auch über die Landwirtschaft hinaus. Viele Reststoffe und Abfälle lassen sich effizient zur Biogasproduktion nutzen, zum Teil bietet die Technologie sogar den einzigen wirklich effizienten Ansatz zur umweltschonenden Verwertung. In den vergangenen Jahren wurde die Anlagentechnik deutlich weiterentwickelt, so dass selbst Kreditinstitute im Hinblick auf die Finanzierung dieser Technik keine Vorbehalte haben. Durch die Fortschritte in diesem Bereich wird deutsche Technologie weltweit führend bleiben. Dies zeigen nicht zuletzt die sehr gute Entwicklung der Auslandstätigkeiten der Branchenunternehmen und die verstärkte Nachfrage des Auslandes nach Information. Dieser Trend gilt auch für die Anlagentechnik zur Biogasproduktion und für Technologien zur Biogasaufbereitung auf Erdgasqualität.

Dr.-Ing. Frank Scholwin, Dipl.-Ing. Marco Weithäuser, DBFZ – Deutsches Biomasseforschungszentrum gGmbH, Leipzig

 

RUBRIK: THERMISCHE VERFAHREN

Klare Pluspunkte
Mit der SNCR-Technik steht der thermischen Abfallbehandlung ein leistungsfähiges Entstickungsverfahren zur Verfügung
Seite 28-31

Die SNCR-Technik (SNCR = Selektive nicht katalytische Reduktion) hat sich seit Jahren bewährt und ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Dies gilt sowohl in Hinblick auf die derzeit in Deutschland geltenden Anforderungen zur Begrenzung der Stickstoffoxidemissionen (NOx) auf maximal 200 Milligramm NOx pro Normkubikmeter (Nm3), als auch bei verschärften Anforderungen von maximal 100 Milligramm NOx pro Normkubikmeter (Nm3) und Limitierung des Ammoniakschlupfs auf 10 mg NH3/Nm3. Unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte ist nach Meinung des Autors die SNCR bei der thermischen Abfallbehandlung das zu bevorzugende Verfahren.

Dr.-Ing. Thomas Reynolds, Geschäftsführer der ERC Emissions-Reduzierungs-Concepte GmbH, Buchholz i.d.N.

Druck im Kessel
Eine Reihe von technischen Maßnahmen kann die Energieeffizienz von Abfallverbrennungsanlagen verbessern
Seite 32-37

Die Nutzung von Energie aus Abfall kann mit Rost- und Wirbelschichtfeuerungen oder durch die Mitverbrennung in Kohlekraftwerken und Industrieprozessen realisiert werden. Die Technologien, die heute eingesetzt werden, sind das Resultat von vielfältigen Innovationen, unter anderem bei der Feuerungstechnik, Vorbehandlung, Abgasreinigung und Qualität der Nebenprodukte. Dieser Beitrag legt den Fokus auf die Möglichkeiten, die Wirkungsgrade bei der energetischen Nutzung von Siedlungsabfällen zu erhöhen. Um die Vergleiche zu vereinfachen, wird hier allerdings die ausschließliche Erzeugung von Strom betrachtet. Die zusätzliche Nutzung von Wärme ist zwar eine sinnvolle Maßnahme, wird aber ausgeklammert, weil sie mehr durch die örtliche Verfügbarkeit von Netzen oder Abnehmern und weniger von der Technologie abhängig ist.

Autoren: Dr. rer. nat. Ing. Oliver Gohlke, Dipl.-Ing. Ralf Dräger, M. sc. Alexander Seitz, Martin GmbH für Umwelt- und Energietechnik, München

Charakterisierung von Ersatzbrennstoffen
Die Bestimmung der brennstofftechnischen Eigenschaften von Brennstoffen ist von grundlegender Bedeutung für die Planung und Bilanzierung von Anlagen
Seite 38-41

Ersatz- und Biomassebrennstoffe stellen besondere Anforderungen an die Prozessführung. Aus verfahrenstechnischer Sicht gibt es sehr umfangreiche Möglichkeiten zur Prozessgestaltung und -führung. Schwierigkeiten bei der Planung von neuen Anlagen und der Optimierung oder aber auch bei einer beabsichtigten Brennstoffsubstitution ergeben sich aufgrund fehlender und unzureichender Daten zu den brennstofftechnischen Eigenschaften von Ersatz- und Biomassebrennstoffen. Die brennstofftechnischen Eigenschaften dieser Brennstoffe wurden bisher häufig nur auf Grundlage von empirischen Ergebnissen an Großanlagen beurteilt. Diese Beurteilung war rückwärts gerichtet und damit auch mit erheblichen wirtschaftlichen Verlusten verbunden. Die Methoden zur Charakterisierung von Regelbrennstoffen lassen sich nicht ohne weiteres auf die Ersatzbrennstoffe übertragen. Für diese sind mit Blick auf eine vorwärts gerichtete Bewertung zunächst Methoden zu entwickeln, die es ermöglichen, die brennstofftechnischen Eigenschaften zu ermitteln. Die von Beckmann/Ncube2 vorgestellten Methoden der Untersuchung in verschiedenen Labor- und Pilotanlagen, wie zum Beispiel Thermowaagen, Zünd-, Verschlackungs- und Batch-Reaktoren, können hierbei einen Beitrag leisten. Im Folgenden werden Zusammenhänge dargestellt, die sich aus den chemischen und kalorischen Eigenschaften verschiedener Ersatzbrennstoffe und Abfallfraktionen ergeben. Auf dieser Basis kann, insbesondere mit Blick auf das Kohlenstoff/Wasserstoff- und das Kohlenstoff/Sauerstoff-Verhältnis des Brennstoffes, eine Heizwertformel speziell für Ersatzbrennstoffe entwickelt werden.

Autoren: Prof. Dr.-Ing. Michael Beckmann, Dipl.-Ing. Martin Pohl, M.Sc. Sokesimbone Ncube und Dr. rer. nat. Kathrin Gebauer, Lehrstuhl Verbrennung, Wärme- und Stoffübertragung an der Technischen Universität Dresden

Pech und Schwefel
Bei der Entsorgung teerhaltiger Asphalte setzen die Niederlande auf eine thermische Lösung
Seite 42-49

Im Straßenbau wurde Teer sehr lange als Bindemittel verwendet. So wurde in den Niederlanden seit etwa 1960 Kohlenteer in Trag- und Deckschichten beim Straßenbau eingesetzt. Teer gilt als krebserregend, insbesondere aufgrund seines Gehaltes an krebserzeugenden Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK, auch PAH, polycyclic aromatic hydrocarbons). Aufgrund des Krebsrisikos für die Beschäftigten wurde das Arbeiten mit Teer in den Niederlanden im Jahre 1991, in Deutschland 1993 verboten. Da der Einsatz von Teer weitestgehend verboten ist, stellt er heute in erster Linie ein Altlastenproblem dar. Unter gewissen Bedingungen war es (und ist es in Deutschland noch immer) gestattet, Straßenaufbrüche mit teerhaltigem Asphalt wieder zu verwenden. Dieser Teer ist noch immer im Straßenbestand vorhanden und wird bei Sanierungsmaßnahmen auch wieder verbaut. In den Niederlanden wurde eine Lösung gefunden, wie der krebserregende Teer zerstört und zugleich wertvolle mineralische Ressourcen einer erneuten Nutzung zugeführt werden können.

Autoren: Dipl.-Ing. Willem Willart, Koordinator der Hauptabteilung Abfall (i.R.) im Niederländischen Umweltministerium (VROM), Generaldirektion Umweltschutz, Abteilung für Chemikalien, Abfall und Strahlenschutz
Dr. Barbara Zeschmar-Lahl, Geschäftsführerin der BZL Kommunikation und Projektsteuerung GmbH

 

SERVICE-RUBRIKEN:
Auf ein Wort; Neues aus der Rechtsprechung; Forschung und Lehre; Publikationen; Tagungen; Nachrichten; Impressum; Termine

Zusatzinformation

Gewicht 0.1600
Lieferzeit 2 - 6 Werktage