MüllMagazin 2007_4

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

RHOMBOS-VERLAG

Kurzübersicht

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge
ISBN: -
ISSN: 0934-3482
Veröffentlicht: 15. Januar 2008, Einband: geklammert, Seiten 48, Format 210 x 290, Gewicht 0.15 kg
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MüllMagazin 2007_4

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Details

MüllMagazin
Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

 

Inhaltsübersicht HEFT 4_2007

Hinweis: Für Abonnenten des MüllMagazins mit registriertem Online-Zugang stehen die Beiträge dieser Ausgabe ab dem 19. Januar 2008 im Onlinebereich vorab zur Verfügung.

 

EDITORIAL

 

Autor: Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Karl J. Thomé-Kozmiensky

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor wenigen Jahrzehnten war die Entsorgung gekennzeichnet durch einige zehntausend Kippen, die euphemistisch als Deponien bezeichnet wurden, Kompostwerke, in denen Restabfall behandelt wurde und es gab Verbrennungsanlagen, die getrost als Dioxinschleudern bezeichnet werden durften.
Die Zeiten haben sich geändert: Heutige Entsorgungsanlagen in Deutschland und in wenigen anderen Ländern dieser Welt haben ein damals unvorstellbar hohes Niveau erreicht. Es gibt noch rund dreihundert Deponien höchsten Standards, auf denen unvorbehandelte Abfälle nicht mehr abgelagert werden dürfen.

Hinweis: Das vollständige Editorial finden Sie oben zum Herunterladen als PDF-Datei.


 

Schwerpunkt: VERPACKUNGSVERORDNUNG

Solide Grundlagen
Die 5. Novelle der Verpackungsverordnung erfüllt die verfassungs- und europarechtlichen Vorgaben

Autor: Univ.-Prof. Dr. jur. Walter Frenz, Lehr- und Forschungsgebiet Berg- und Umweltrecht,
an der RWTH Aachen

 Ziel der 5. Novelle der Verpackungsverordnung ist, für einen fairen Wettbewerb bei der Sammlung von Verpackungsabfällen zu sorgen und die haushaltsnahe Sammlung von Verpackungsabfällen zu sichern. Bis zur Entscheidung des Bundesrates am 20. Dezember 2007 war die von der Bundesregierung vorgelegte Verordnung heftig umstritten – die Grundprobleme blieben. Weil die Verordnung vom Bundesrat in veränderter Form beschlossen wurde, bedarf sie erneut der Zustimmung von Bundeskabinett und Bundestag. In diesem Beitrag werden die wichtigsten Grundlagen und Neuerungen der Verordnung im Hinblick auf verfassungs- und europarechtliche Fragestellungen erörtert.

 

1:0 für Mehrwegbecher
Gutachter erstellten eine vergleichende Ökobilanz für verschiedene Bechersysteme bei der Fußballeuropameisterschaft 2008

Autoren: Dipl.-Ing. Christian Pladerer, Dipl.-Ing. Markus Meissner, Österreichisches Ökologie-Instituts, Wien.
Dr. Fredy Dinkel, Dipl.-Ing. Mischa Zschokke, Carbotech AG, Basel.
Dipl.-Ing. Günter Dehoust, Dr. Doris Schüler, Öko-Institut e. V., Büro Darmstadt:


Bei Großveranstaltungen sind auch unter ungünstigsten Annahmen Mehrwegbecher-Systeme den Einweg-Lösungen ökologisch deutlich überlegen. Selbst das beste Einwegszenario führt zu einer doppelt so hohen Umweltbelastung wie das ungünstigste Mehrweg-System. Kompostierbare Einwegbecher aus nachwachsenden Rohstoffen schneiden nicht besser ab als herkömmliche Einwegbecher. Zu diesen Ergebnissen kommt eine vergleichende Ökobilanz für verschiedene Bechersysteme (Einweg und Mehrweg) beim Getränkeausschank, die von den Umweltministerien Österreichs und der Schweiz in Auftrag gegeben und vom deutschen Umweltministerium unterstützt wurde. Für die Stückzahl, Umlaufzahlen und Transportdistanzen wurden in der Studie die Bedingungen zugrunde gelegt, die bei der Fußballeuropameisterschaft UEFA EURO 2008 gelten werden. Die Studie liefert die neuesten ökologischen Vergleichsdaten der gebräuchlichsten Mehrweg- und Einwegbecher, die heute auf dem Markt erhältlich sind. Verglichen wurde ein Mehrwegsystem, bei dem unterschiedliche Umlaufzahlen für die Becher angenommen wurden, mit jeweils unterschiedlich zu entsorgenden verschiedenen Einwegbechern aus den Materialien PET, Polystyrol, Karton, PLA sowie aus dem Spezialkunststoff der Firma Belland.


RUBRIK: RECHT

Brüche vermeiden und Probleme vermindern
Die Europäische Abfallrahmenrichtlinie und die Abfalleinstufung sollten möglichst eng mit dem Chemikalienrecht verzahnt werden

Autor: Dr. rer. nat. Detlef Bimboes, im Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz

Das Europäische Abfallverzeichnis (EWL) wurde mit der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) in nationales Recht umgesetzt. Da für die Einstufung von Abfällen nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Chemikalienrecht übernommen worden ist, werden nicht wenige Abfälle in ihrem Gefährdungspotential unterschätzt. Zudem tauchen immer wieder praktische Vollzugsprobleme auf. Für die nächste Novelle der EWL werden deshalb Vorschläge für eine Überarbeitung vorgelegt. Sie zielen im Kern darauf ab, die Einstufung von Abfällen nunmehr umfassend mit der nach dem Chemikalienrecht zu verzahnen. Hierfür wäre es wichtig, diesbezüglich bestehende Widersprüche im Entwurf der neuen Abfallrahmenrichtlinie – wo sie auf das Chemikalienrecht samt Zubereitungsrichtlinie verweist – auszuräumen. Die Möglichkeit dafür besteht noch in der Zweiten Lesung durch Europäisches Parlament und Rat im Frühjahr dieses Jahres.

 

RUBRIK: VERBRENNUNG

Abfallverbrennung heute
Warum die MVA-Technik von Betroffenen nach wie vor mit großer Skepsis verfolgt wird

Autor: Dipl.-Ing. Peter Gebhardt, Ingenieurbüro für Umweltschutztechnik.

Seit Jahren gibt es bei der Abgasreinigung von Müllverbrennungsanlagen (MVA) einen Trend zu relativ einfachen, kostengünstigen Verfahren, deren wesentliche Abscheidestufe der Gewebefilter darstellt. Kombiniert werden diese Anlagen in der Regel mit einem nichtkatalytischen Verfahren zur Stickoxidreduktion (SNCR-Verfahren). Zwar sind auch solche Anlagen in der Lage, die Grenzwerte der 17. BImSchV einzuhalten, sie bleiben jedoch im Hinblick auf ihre Abscheideleistung deutlich hinter den teureren mehrstufeigen Verfahren mit nasser Stufe und selektiver katalytischer Entstickung (SCR-Verfahren) zurück. Diese Entwicklung ist mit erheblichen Einbußen für die Anlagensicherheit verbunden. Insbesondere beim Eintrag größerer Mengen an Schadstoffen steigt dann das Risiko, dass die Grenzwerte nicht sicher eingehalten werden können. Weil Eingangskontrollen kaum durchgeführt werden und viele Schadstoffe nur einmal im Jahr messtechnisch zu erfassen sind, betrachten Betroffene im Umfeld von bestehenden oder neuen Anlagen diesen Trend mit großer Sorge. Dies erklärt, warum der Widerstand gegen Neuplanung in vielen Fällen massiv ist.

Auf Akzeptanz-Suche
Die Umweltmedizin ermöglicht eine fundierte Bewertung der Gesundheitsgefahren von Abfallentsorgungsanlagen

Autoren: Prof. Dr. med. Thomas Eikmann, Institut für Hygiene und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Dr. rer. nat. Sabine Eikmann, GUK - Gesellschaft für Umwelttoxikologie und Krankenhaushygie mbH, Wetzlar

Um die Abfallbeseitigung in Deutschland wird seit Jahrzehnten eine heftige öffentliche Diskussion geführt. Seitdem ab Juni 2005 kein (unbehandelter) Müll mehr auf Deponien verbracht werden darf, werden vermehrt Thermische Abfallbehandlungsanlagen (Müllverbrennungsanlagen, MVA) errichtet, um die fehlenden Müllbeseitigungskapazitäten auszugleichen. Der Widerstand der Bürger bei der Planung und Errichtung von solchen Anlagen ist erheblich und führt immer wieder zu den Fragen, wie die Emissionen aus MVA auf die Nachbarschaft von solchen Anlagen zu bewerten sind oder welche alternativen Verfahren grundsätzlich zur Verfügung stehen. In der Regel spielt dabei die (umwelt-)medizinische und humantoxikologische Bewertung eine wichtige Rolle in der öffentlichen Diskussion. In den vergangenen Jahren wurde – auch auf Druck aus der Politik hin – vermehrt die Errichtung von Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlagen (MBA) als ökologisch sinnvolle Alternative zu den MVA gefördert. Inzwischen hat sich die Akzeptanz derartiger Anlagen bei den Bürgern allerdings deutlich verändert. Insbesondere wegen der erheblichen Geruchsbelästigung, die bei mehreren Anlagen seit der Inbetriebnahme aufgetreten ist, kommt es zu erheblichen Widerständen bei den Anwohnern. Darüber hinaus wird als Argument gegen diese Anlagen die Vermutung vorgebracht, dass hier ähnlich wie bei Biokompostierungsanlagen mit einer gesundheitsgefährdenden Emission von biologischen Aerosolen zu rechnen ist. Unter anderem auch wegen der ungewöhnlich heftigen Ablehnung in der Bevölkerung wurden zwischenzeitlich bereits zwei MBA-Anlagen in Baden-Württemberg still gelegt, da nach Angaben der Betreiber, eine wirtschaftlich tragbare technische Sanierung nicht mehr möglich erschien. In diesem Beitrag wird aus umweltmedizinischer Sicht einÜberblick über den aktuellen Status der Bewertung verschiedener Müllbeseitigungsverfahren gegeben werden. Dabei soll ins besondere auch auf die Akzeptanzprobleme der Bevölkerung eingegangen und dargelegt werden, welche Rolle dabei die Umweltmedizin spielen kann.

 

RUBRIK: BETRIEBE

Gute Entwicklungschancen
Die deutsche Entsorgungswirtschaft verfügt über ein großes Potential für Umwelttechnik und Arbeitsplätze

Autoren: Dipl. Geograph Florian Knappe, ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH.
Dr. Joachim Wuttke, Fachgebiet "Übergreifende Angelegenheiten der Abfallentsorgung, Anlaufstelle Basler Übereinkommen" am Umweltbundesamt.

Die Abfallwirtschaft in Deutschland besitzt ein großes Potential für Arbeitsplätze, das über die in diesem Sektor unmittelbar Beschäftigten hinausreicht. Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt resultieren nicht nur aus der Inlandsnachfrage, sondern vor allem auch aus den Exportchancen des Anlagen- und Maschinenbaus. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt, das im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt wurde. Der Bericht, der kürzlich in der Reihe UBA-Texte1 veröffentlicht wurde, benennt die möglichen und notwendigen Entwicklungen der Entsorgungswirtschaft in und außerhalb Deutschlands, schätzt den daraus resultierenden Investitionsbedarf ab und beziffert die daraus folgenden Beschäftigungseffekte.

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