MüllMagazin 2007_3

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

RHOMBOS-VERLAG

Kurzübersicht

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge
ISBN: -
ISSN: 0934-3482
Veröffentlicht: 15. Oktober 2007, Einband: geklammert, Seiten 48, Format 210 x 290, Gewicht 0.15 kg
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MüllMagazin 2007_3

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MüllMagazin
Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhaltsübersicht HEFT 3_2007 

Hinweis: Für Abonnenten des MüllMagazins mit registriertem Online-Zugang stehen die Beiträge dieser Ausgabe ab dem 6. Oktober 2007 im Onlinebereich vorab zur Verfügung.

 

 


EDITORIAL

Verschärfung der Abgasgrenzwerte für die Abfallverbrennung – warum?


Autor: Dr. habil. Uwe Lahl Ministerialdirektor im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Leiter der Abteilung Immissionsschutz und Gesundheit, Anlagensicherheit und Verkehr, Chemikaliensicherheit.

Das Bundesumweltministerium hat am 17. September 2007 den beteiligten Kreisen den Entwurf einer Verordnung zur Absicherung der Nationalen Emissionshöchstmengen übersandt. Der Verordnungsentwurf sieht für Kraftwerksneubauten und für Abfallverbrennungsanlagen einen gemeinsamen, verschärften Grenzwert für die Emissionen von Stickoxid— Frachten vor. Für die Gleichbehandlung aller thermischen Verfahren gibt es wichtige Gründe. Nicht zuletzt beugt die Verschärfung der Abgasgrenzwerte für die Abfallverbrennung möglichen Akzeptanzverlusten dieser Technologie vor.
Hinweis: Das vollständige Editorial finden Sie oben zum Herunterladen als PDF-Datei.

 


Schwerpunkt: Mitverbrennung

Akzeptanz von Abfallverbrennungsanlagen
Die verfahrenstechnisch optimierte Verbrennung ist ein unverzichtbarer Baustein einer ökologisch orientierten Abfallwirtschaft

Autor: Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Karl J. Thomé-Kozmiensky, Thomé-Kozmiensky Ingenieure, Nietwerder

Die deutsche Abfallwirtschaft konsolidiert sich nach zeitweilig stürmischer Entwicklung auf hohem Niveau. Wesentliche Grundsatzentscheidungen sind gefallen, ihre Implementierungen in die Praxis sind in den meisten Fällen auf gutem Weg. Die zukünftigen Entwicklungen werden durch Abläufe gekennzeichnet sein, wie sie aus anderen Branchen bekannt sind. Die Konzentrationen im Anlagenbau und in der Entsorgungswirtschaft werden weitergehen; gleichzeitig wird das eine oder andere Unternehmen vom Markt verschwinden, andere werden neu auf den Markt kommen. Anlagen, die während der vergangenen Jahre auf der Basis neuer Technologien errichtet wurden, werden sich bewähren, anderenfalls werden sie geschlossen werden. Recyclingstrategien werden sich auf der Basis praktischer Erfahrungen und wissenschaftlicher Untersuchungen ändern, wie dies am Beispiel des zurzeit diskutierten Umgangs mit den Verpackungsabfällen beobachtet werden kann. Von Einzelfällen abgesehen, verlaufen die Entwicklungen in von Sachlichkeit und vom Ringen um optimale Lösungen geprägten Bahnen. Die folgenden Thesen zum Stellenwert der Verbrennung in der Abfallwirtschaft beschränken sich im Wesentlichen auf den Umgang mit Restabfällen, wohl wissend, dass ein enger Zusammenhang mit der Abfallvermeidung und -verwertung besteht. Die Thesen sollen zur sachlichen Diskussion in der Öffentlichkeit beitragen.

Einfacher bilanzieren
Kohlendioxid-Emissionen von Verbrennungsanlagen lassen sich ohne zusätzlichen Messaufwand bestimmen

Autor: Dr. Johann Fellner, Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der Technischen Universität Wien

„Unmöglich, aufwändig, teuer, ungenau“. Dies sind Argumente, die bis vor kurzem im Zusammenhang mit der Bestimmung der fossilen Kohlendioxidemissionen bei der Verbrennung von Abfällen zu hören waren. Grund dafür war die Tatsache, dass in der Vergangenheit zur Beantwortung dieser Frage aufwändige Beprobungen und Analysen des Abfalls notwendig waren. Seit kurzem existiert jedoch eine neue Methode, die es den Betreibern von Müllverbrennungsanlagen ermöglicht, ohne zusätzlichen Messaufwand ihre treibhausgasrelevanten CO2-Emissionen zu bestimmen. Entwickelt wurde dieses Verfahren, das auf Grund seiner Konzeption die Bezeichnung „Bilanzen-Methode“ trägt, an der Technischen Universität Wien. Bislang wird das Verfahren in drei österreichischen Müllverbrennungsanlagen routinemäßig angewandt, um die Energieträgeranteile der eingesetzten Abfälle zu bestimmen. Darüber hinaus bestehen aktuell Implementierungsprojekte für Anlagen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden.

Klassierung reicht nicht
Auf der alleinigen Basis von Trennverfahren kann aus Rest- und Wertstofffraktionen kein chlorarmer Ersatzbrennstoff produziert werden

Autoren: Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. Bernd Bilitewski,Geschäftsführender Direktor des Instituts für Abfallwirtschaft undAltlasten (IAA) an der Technischen Universität Dresden
Dipl.-Ing. Gaston Hoffmann, IAA
Dr.-Ing. Matthias Schirmer, EVONIK New Energies GmbH, Dresden

Das Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten (IAA) der TU Dresden hat im Auftrag des Wirtschaftsförderungszentrum Ruhr für Entsorgungs- und Verwertungstechnik e.V. (WFZ Ruhr) eine Studie zu Hauptchlorträgern in verschiedenen Abfallströmen durchgeführt. Das IAA untersuchte die Chlorfrachten und Chlorbindungsformen verschiedener Rest- und Wertstofffraktionen und prüfte darüber hinaus die Möglichkeit einer Chlorentfrachtung mittels Klassierung. Hauptchlorträger in den analysierten Abfallfraktionen waren die Kunststoff- und die Organik-Fraktion, die zusammen für etwa 50 Gewichtsprozent der Chlorfracht verantwortlich waren. Dabei lag das Chlor in den Kunststoffen vorwiegend organisch gebunden vor, wohingegen in der Organik-Fraktion hauptsächlich anorganische Chloride gefunden wurden. Bei der Beprobung des Trommelsiebes konnte festgestellt werden, dass sich anorganische Chloride in dem Feinkornanteil anreicherten. Die Untersuchungen der Fraktion des Gewerbeabfalls und des Hausmülls belegten eine Anreicherung des Chlors in der Grobfraktion. Zusätzlich wurde eine konstante Hintergrundbelastung von 0,3 Gewichtsprozent Chlor in allen Fraktionen analysiert.

Stand und Perspektiven
Die Erfahrungen bei der Mitverbrennung von Ersatzbrennstoffen in Kohlekraftwerken ermöglichen eine Bewertung und vorsichtige Prognosen

Autorin: Dipl.-Ing. Stephanie Thiel, TK Verlag Karl Thomé-Kozmiensky, Nietwerder

Die ersten Versuche zur Mitverbrennung von Ersatzbrennstoffen aus gemischten Siedlungsabfällen und produktionsspezifischen Gewerbeabfällen in Kohlekraftwerken wurden Ende der neunziger Jahre durchgeführt. Zwischenzeitlich haben neun Kraftwerke den Dauerbetrieb aufgenommen. An weiteren Standorten wurde der Versuchsbetrieb begonnen oder es wurden Einzelversuche über mehrere Tage bis Wochen durchgeführt. Der folgende Beitrag gibt einen aktuellen Überblick über die einzelnen Mitverbrennungsprojekte, deren derzeitigen Stand sowie weitere Planungen. Auf Grundlage der Betreiberangaben zu den bislang mitverbrannten Ersatzbrennstoffmengen und zur Einsatzplanung für die kommenden Jahre werden Mengenprognosen bis 2009 erstellt. Zur energetischen Bewertung der Brennstoffsubstitution werden für ein konkretes Anlagenbeispiel eine Energiebilanzierung der Verfahrenskette des Koppelprozesses (Ersatzbrennstoff- Herstellung aus Siedlungsabfall und Energieumwandlung von Ersatzbrennstoff und Kohle im Kraftwerk) im Vergleich zum Referenzsystem der Einzelprozesse (Energieumwandlung der Kohle im Kraftwerk und thermische Behandlung des Siedlungsabfalls in einer MVA) durchgeführt sowie wesentliche Einflussfaktoren diskutiert. Abschließend werden mittelfristige Perspektiven der Mitverbrennung siedlungs- und gewerbeabfallstämmiger Ersatzbrennstoffe in Kohlekraftwerken aufgezeigt.

 

 RUBRIK:RECYCLING

 

Eisen und Zink
Ein neues Verfahren ermöglicht die Aufbereitung von Mischbeizen aus Feuerverzinkereien

Autoren: Dr. Peter Wunsch, Abteilungsleiter Consulting am Forschungs- und Entwicklungszentrum für Sondertechnologien (FES).
Dipl-Ing. (FH) Norbert Hopf, Projektleiter am FES.

 Vor dem Feuerverzinken müssen Stahlteile von Rost und Verschmutzungen befreit werden. Dazu werden die Stahlteile in Salzsäure getaucht. Bei diesem Prozess, dem sogenannten Beizen, wird die Säure verbraucht und mit aufgelöstem Eisen und Zink angereichert. Die Mischbeizen, die hierbei entstehen, müssen zumeist als Sonderabfall entsorgt werden. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum für Sondertechnologien (FES) hat in Kooperation mit Industriepartnern ein Verfahren entwickelt und im Pilotmaßstab umgesetzt, mit dessen Hilfe die in den Mischbeizen enthaltenen Wertstoffe Eisen und Zink nachhaltig in den Wirtschaftskreislauf rückgeführt werden können. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz förderte die Realisierung des Forschungsprojekts im Rahmen der EU-Strukturförderung für regionale Entwicklung (EFRE).

Mit dem Röntgenauge
Ein sensorgestütztes Sortierverfahren ermöglicht eine umfangreiche Kunststoffrückgewinnung aus der Shredderleichtfraktion

Autoren: Univ. Prof. Dr.-Ing. Thomas Pretz, Leiter des Instituts und Lehrstuhls für Aufbereitung und Recycling fester Abfallstoffe (I.A.R.) an der Rheinisch Westfälisch Technischen Hochschule Aachen
Dr.-Ing. Jörg Julius, Oberingenieur am I.A.R. an der RWTH Aachen

Die Shredderleichtfraktion (SLF) stellt ein außergewöhnlich komplex zusammengesetztes Abfallprodukt dar. Bislang bekannte Verfahren zur Aufbereitung der Shredderleichtfraktion konzentrieren sich darauf, die noch enthaltenen Metalle abzutrennen. Die Vorgaben der Altautoverordnung lassen sich jedoch nur erfüllen, wenn zusätzlich zu Metallen auch werkstofflich verwertbare Kunststoffe zurückgewonnen werden können. Im vorliegenden Beitrag wird eine sinnvolle Vorgehensweise zur Anreicherung verwertbarer Kunststoffe aus der Shredderleichtfraktion aufgezeigt. Mit konventionellen Verfahren der mechanischen Aufbereitung gelingt es zunächst, Polymere auf ungefähr mehr als 60 Massenprozent aufzukonzentrieren. Eine nachgeschaltete sensorgestützte Sortiermaschine mit dem Messverfahren Röntgentransmission erlaubt, dass die Massenkunststoffe PE/PP und Polystyrole zusammen auf fast 80 Massenprozent angereichert werden. Aus diesem Konzentrat lassen sich beide Kunststoffsorten mit Röntgensortierstufen selektiv abtrennen. Kostengünstigere und technisch vorteilhaftere Alternativen werden zurzeit entwickelt.

Technik zum Zweck
Moderne Sortierverfahren ermöglichen eine weitgehende Rückgewinnung von Metallen aus Elektronikschrott

Autor: Dipl.-Wirtsch.-Ing. Jörg Schunicht, CommoDaS GmbH, Wedel

Mit Hilfe der automatischen Sortiertechnik und moderner Sensorsysteme können in Recyclingprozessen wirtschaftliche Durchsätze und hochwertige Fraktionen erzeugt werden. Beim Recycling von Elektronikschrott geht es deshalb vorrangig darum, stark werthaltige Fraktionen wie Metalle und – immer häufiger – sortenreine Kunststoffe zu erzeugen und hohe Durchsätze und Verfügbarkeiten zu erzielen. Da die Sortiersysteme sehr flexibel ausgelegt sind, können auch bestehende Anlagen nachgerüstet werden. Bei Kunststoffen aus alten Elektrogeräten gewinnt – neben der Erzeugung einzelner Polymerarten mittels NIR-Technik – die Erkennung und Sortierung von Kunststoffen mit brombasierten Flammhemmern zunehmende Bedeutung. Im Hinblick auf relevante giftige Stoffe wie Blei oder Cadmium müssen die Vorgaben der RoHS-Richtlinie in Bezug auf maximal zulässige Konzentrationen eingehalten werden. Um Kunststoffe aus ausgedienten Elektrogeräten wieder in den Produktkreislauf zurückzuführen, dürfen deshalb bestimmte Grenzwerte für giftige Stoffe – zum Beispiel im Regranulat – nicht überschritten werden. Mit der Röntgentransmissionstechnik ist es möglich, diese dotierten Stoffe durch Dichteunterscheidung zu erkennen und effizient abzutrennen.

 

RUBRIK: RECHT

Geben & Nehmen

Gesetzesvorschriften und rechtliche Anforderungen regeln dieTätigkeit von Rücknahmesystemen in der Verpackungsentsorgung

Autor: RA Dr. Bodo A. Baars, Kuhbier Rechtsanwälte, Büro Hamburg

Mit der Verpackungsverordnung (VerpackV) wurde für die Verpackungsabfälle die bereits in § 14 des alten Abfallgesetzes normierte programmatische Produktverantwortung im Jahre 1991 erstmalig operativ umgesetzt, die im Jahre 1991 durch die §§ 22 ff. Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) noch deutlich erweitert wurde]. Das wesentliche Motiv des Gesetzgebers, den Herstellern und Vertreibern für die Entsorgung von Stoffen, die diese verwenden oder produzieren, eine erweiterte Produktverantwortung aufzuerlegen, besteht darin, diese dazu zu veranlassen, eine Vermeidung oder Verringerung des Abfallanfalls, eine Verringerung des eingesetzten Materials und eine Wiederverwendung oder Verwertung der entstehenden Reststoffe oder Abfälle konkret zu planen.

 

RUBRIK: KONZEPTE

Von NUTZbar, brauchBAR und Recycel Bar

Rohstoff- und energiesparende Nutzungskonzeptekommen wieder in Mode

Dr.-Ing. habil. Norbert Kopytziok Büro für Umweltwissenschaften, Berlin

Auf dem Welt-Nachhaltigkeitsgipfel 2002 in Johannesburg wurde ein zehnjähriges Aktionsprogramm zu „nachhaltigen Produktions- und Konsummustern“ verabschiedet. Dabei spielen Produkte eine zentrale Rolle. Umso seltener ein Produkt gebraucht wird und umso aufwändiger die Herstellung war, desto größer ist das Missverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen. Das gilt nicht nur für Alltagsprodukte wie Verpackungen, Zeitungen und sogenannte Convenience-Produkte, sondern auch für wenig benutzte Gebrauchsgegenstände wie Rasenvertikulierer, Näh- und Bohrmaschinen. Als neue Nutzungskonzepte werden in jüngerer Zeit neben der Weiterverwendung und der Reparatur das Mieten, Ausleihen und Gemeinschaftssysteme diskutiert. In diesem Beitrag wird das Spektrum von Projekten vorgestellt, das derzeit in Deutschland zur Nutzungsoptimierung alltäglicher Gebrauchsgegenstände zu finden ist. Abgerundet wird der Beitrag mit Ergebnissen einer wissenschaftlichen Auswertung neuer Nutzungsstrategien.

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