MüllMagazin 2006_3

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

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Kurzübersicht

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge
ISBN: -
ISSN: 0934-3482
Veröffentlicht: September 2006, Heft 3/2006. Auflage, Einband: Broschur, Seiten 48, Format DIN A5, Gewicht 0.15 kg
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MüllMagazin
Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

Inhaltsübersicht HEFT 3_2006 

Hinweis: Für Abonnenten des MüllMagazins mit registriertem Online-Zugang stehen die Beiträge dieser Ausgabe ab dem 28. September 2006 im Onlinebereich vorab zur Verfügung.

 

EDITORIAL
Können Ersatzbrennstoffe das Energieproblem lösen?
(Autor: Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c Karl J. Thomé-Kozmiensky)

 

FORUM (Schwerpunkt: ZWISCHENLAGERUNG)
Rechnung mit Unbekannten
Wie lange noch müssen Restabfälle und Ersatzbrennstoffe zwischengelagert werden?
Autoren: Christian Böllhoff, Geschäftsführer der Prognos AG, Dipl.-Ing. Holger Alwast, Marktfeldleiter Entsorgung&Umwelt der Prognos AG

 

Die Frage nach der minimalen oder der maximalen Zwischenlagerzeit für Restabfälle und heizwertreiche Abfälle, die später als Ersatzbrennstoffe eingesetzt werden könnten, kann zur Zeit niemand zuverlässig beantworten. Selbst wenn das Aufkommen der zwischenzulagernden Abfälle aus heutiger Sicht einigermaßen exakt bekannt wäre, ist es aufgrund mehrerer Faktoren nicht möglich, seriös einzuschätzen, wie sich die Akteure im europäischen Abfallmarkt tatsächlich verhalten werden. Man kann heute jedoch mit großer Sicherheit davon ausgehen, daß die deutsche Abfallwirtschaft sich noch in den Jahren 2010 bis 2015 mit dem Thema Zwischenlagerung und Rückholung von Abfällen aus diesen Zwischenlagern beschäftigen wird. In welchem Umfang sich diese Rückholung der Restabfälle und der heizwertreichen Abfälle auf die mittelfristige Auslastung von einzelnen Abfallverbrennungsanlagen oder Ersatzbrennstoff-Kraftwerken auswirken wird, ist jedoch weder einzeln noch in der Gesamtsumme genau prognostizierbar. Folglich sollten die Anlagenbetreiber diese rückholbaren heizwertreichen Abfälle auch nicht bei den Mittelfristplanungen der Auslastung ihrer Anlagen fest berücksichtigen. Eine verläßliche Rückholung der zwischengelagerten Abfallmengen, beispielsweise mit Hilfe eines Masterplans oder verbindlicher Regelungen, wird es in Deutschland für die einzelnen Akteure im Abfallmarkt aller Voraussicht nach nicht geben. Hierauf sollten sich alle Akteure mittel- bis langfristig einstellen.

Kein Königsweg
Die Verbringung von Abfällen in Nachbarstaaten kann die Situation bei den Zwischenlagern nicht nachhaltig entspannen
Autor: Assessor Jörg Rüdiger, Geschäftsführer der Niedersächsischen Gesellschaft zur Endablagerung von Sonderabfall mbH

Von Albert Einstein ist der Spruch überliefert: „Ich denke niemals an die Zukunft. Die kommt von selber und früh genug.“ Vertreter der abfallerzeugenden und -entsorgenden Wirtschaft haben trotz klarer gesetzlicher Vorgaben und Fristen dementsprechend gehandelt, so daß wir uns mit einem neuartigen Phänomen in der Abfallwirtschaft befassen müssen: der Zwischenlagerung von behandelten und unvorbehandelten Abfällen in bisher nicht gekannten Größenordnungen. Damit verbunden ist die Problematik, daß für Teilmengen dieser Abfälle, deren Qualität sich zudem durch die Lagerung verändert, nach Ablauf der Zwischenlagerfristen bei objektiver Betrachtung nur virtuell gesicherte Endentsorgungswege zur Verfügung stehen. Die vielfach als Königsweg angestrebte Verbringung von Abfällen in Nachbarstaaten, kann aus rechtlichen und tatsächlichen Gründen nicht nachhaltig zur Entspannung bei den Zwischenlagern beitragen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei unter anderem auch die novellierte EG-Abfallverbringungsverordnung, die am 15. Juli 2006 in Kraft getreten ist.

Brennstoff vor Feuer schützen
Brandschutztechnische Untersuchungen vermindern das Risiko einer Selbstentzündung bei der Lagerung von Ersatzbrennstoffen für die Zementindustrie
Autoren: Dipl.-Ing. Roland Pomberger, Leiter der Abt. Forschung & Entwicklung/der Abt. Stoffstrom- und Verwertungsmanagement der Saubermacher Dienstleistungs AG; Alexander Curtis, Saubermacher Dienstleistungs AG; Ao.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Harald Raupenstrauch, stellvertretender Leiter des Instituts für Apparatebau, Mechanische Verfahrenstechnik und Feuerungstechnik an der Technischen Universität Graz

Seit dem 1. Januar 2004 ist in Österreich die Deponierung von Abfällen, deren Gesamtkohlenstoff (TOC) mehr als fünf Gewichtsprozent beträgt, nicht mehr zulässig. Diese Bestimmung hat in der österreichischen Abfallwirtschaft einen Umbruch bewirkt und dazu geführt, daß die thermische Beseitigung und thermische Verwertung die Deponie als Senke ablösen. Aus heizwertreichen Fraktionen kann durch geeignete Verfahrensschritte ein hochwertiger qualitätsgesicherter Ersatzbrennstoff hergestellt werden. Der größte österreichische Zementerzeuger Lafarge Perlmooser AG und das Entsorgungsunternehmen Saubermacher Dienstleistungs AG haben sich nach langjähriger enger Zusammenarbeit entschlossen, ein Ersatzbrennstoffprojekt gemeinsam umzusetzen. Die ThermoTeam Alternativbrennstoffverwertungs GmbH in Retznei wurde als gemeinsame Firma gegründet und versorgt die Zementwerke Retznei und Mannersdorf der Lafarge Perlmooser AG exklusiv mit qualitätsgesichertem, blasfähigem und ofenfertigem Ersatzbrennstoff mit der Produktbezeichnung ASB. Um das Risiko einer Selbstentzündung in Zusammenhang mit der Lagerung des Brennstoffes besser einschätzen zu können, wird das Lagerverhalten des Brennstoffs mit einem Meßprogramm und einem Rechenmodell untersucht.

Anlagenübergreifende Steuerung
Ein Stoffstrommanagement für Abfallverbrennungsanlagen mit Zwischenlagerung stärkt die Leistungsfähigkeit im Verbund
Autoren: Dipl.-Ing. Rolf Kaufmann, Leiter des Bereiches Markt der BKB AG; Dr.-Ing. Dirk Zachäus, Projektleiter Stoffstrommanagement bei der BKB AG; Dipl.-Wirtsch.-Ing. Sebastian Heinemann, Bereich Markt der BKB AG

Die BKB Aktiengesellschaft steuert im Energiekonzern E.ON die Abfallverbrennungsaktivitäten und betreibt in Deutschland derzeit an neun Standorten Anlagen. Bis Ende 2006 wird die verfügbare Verbrennungskapazität auf etwa 2,7 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Weitere vier Anlagen zur Verwertung von Sekundärabfällen (EBS) befinden sich in der Errichtung. Die BKB AG ist damit insgesamt, gemessen an der Verbrennungskapazität, Marktführer in Deutschland. Die Größe des BKB-Netzwerkes und die Vielzahl der unterschiedlichen Anlagensysteme ermöglichen es, durch optimierendes Stoffstrommanagement eine insgesamt hohe Leistungsfähigkeit des Gesamtverbundes zu schaffen, wie sie einzelne Anlagen nicht erreichen können. Die Kunden erhalten hierdurch eine umfassende Entsorgungssicherheit. Da besonders für Sekundärabfälle Behandlungskapazitäten fehlen, erweitert die BKB AG ihr Angebot durch Bau und Betrieb von industrienahen Abfallverbrennungsanlagen, die für die Verwertung der Mittelkalorik geeignet sind. Im Hinblick auf diese Neubauanlagen spielt das BKB-Stoffstrommanagement auch eine wichtige Rolle bei der Besicherung der zwischengelagerten Mengen. Dabei werden die Fristen im Rahmen der derzeitigen Regelungen eingehalten und die zwischengelagerten Mengen entsprechend der energetischen Verwertung zugeführt. Vorzugskonzept der BKB AG ist die Ballenlagerung.

Nur bedingt ansatzfähig
Die Kosten der Zwischenlagerung können nicht in jedem Falle in die Abfallgebühren eingerechnet werden
Autorin: Dr. Andrea Versteyl, Dr. Andrea Versteyl Rechtsanwälte, Berlin – Hamburg – Hannover

Das Ablagerungsverbot für unvorbehandelte Abfälle auf Deponien zum 1. Juni 2005 hat in Deutschland zu gravierenden Entsorgungsengpässen geführt. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Firmen, die an der Errichtung von mechanisch-biologischen Anlagen beteiligt waren, wurden insolvent, die Inbetriebnahme von Anlagen verzögerte sich aus technischen Gründen, die behandelten Abfälle hielten die Qualitätsanforderungen für die weitere Entsorgung nicht ein oder den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern wurden zusätzliche Mengen an Gewerbeabfällen überlassen, für deren Behandlung sie keine Kapazitäten vorgesehen haben. Die Entsorgungssituation wird sich in den nächsten Jahren nicht entspannen. Studien haben ergeben, daß für vorzubehandelnde Abfälle frühestens 2008 wieder Kapazitäten zur Verfügung stehen.1 Für Ersatzbrennstoffe werden über diesen Zeitpunkt hinaus Entsorgungsengpässe prognostiziert. Die Engpässe bei der Abfallentsorgung werden durch Zwischenlagerungen überbrückt. Nach mehr als einem Jahr nimmt die Zahl der Anträge nicht ab, die zwischengelagerten Mengen steigen weiter. Damit sind neben genehmigungsrechtlichen Problemen zahlreiche Risiken – Brände, Geruch, Ungeziefer – und zusätzliche Kosten verbunden. Am Beispiel des Niedersächsischen Kommunalabgabengesetzes (NKAG), des Abfallgesetzes (NAbfG) und der allgemeinen gebührenrechtlichen Grundsätze erörtert der folgende Beitrag anhand bestimmter Fallgestaltungen und Fragestellungen die Kosten der Zwischenlagerung aus der Sicht des Gebührenrechts.

 

RECYCLING

Bayerisches Reinheitsgebot
Für die optimale Wiedergewinnung von Sekundäraluminium in Aluminiumhütten sollte die Fraktion Reinaluminium getrennt erfaßt werden
Autoren: Dipl.-Ing. Stefan Skutan, Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft an der Technischen Universität Wien; Dipl.-Wirtschafts-Ing. (FH) Bernhard Lipowsky und Dipl.-Ing. Markus Stahl, ia GmbH; Dipl.-Ing. (TU) Werner P. Bauer, Geschäftsführender Gesellschafter der ia GmbH – Wissensmanagement und Ingenieurleistungen, München.

Mit der Umsetzung der Verpackungsverordnung im Jahr 1991 wurde die getrennte Sammlung von Verkaufsverpackungen in Deutschland eingeführt. Auch Verpackungen aus Aluminium sind seitdem eine Abfallfraktion, für die ein eigener Mengennachweis geführt sowie Mindestquoten bei der Sammlung und Verwertung erfüllt werden müssen. Bis heute haben sich zahlreiche Sammelsysteme zur Erfassung von Aluminiumverpackungen etabliert. Neben Holsystemen für gemischte Verkaufsverpackungen wie dem Gelben Sack setzen die Kommunen auch auf sortenreine Bringsysteme an Containerinseln und Wertstoffhöfen. Im oberbayerischen Landkreis Neuburg- Schrobenhausen werden neben Dosenaluminium auch Aluminium- und Aluminiumverbundverpackungen als separate Fraktion gesammelt. Die vorliegende Untersuchung gibt einen Überblick über die aktuelle Situation beim Recycling von Aluminium und der Sammlung im landesweiten und regionalen Kontext. Auf Basis einer Sortieranalyse im Landkreis Neuburg- Schrobenhausen werden die einzelnen Verpackungstypen hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, des durchschnittlichen Aluminiumgehaltes und der Verwertungsmöglichkeiten betrachtet und Empfehlungen für die Optimierung der Erfassung im Landkreis gegeben.

Weiterverwendung mit Spaß
Sperrmüll-Märkte ergänzen die kommunale Sperrmüll-Entsorgung
Autor: Dr. Norbert Kopytziok, Büro für Umweltwissenschaften Berlin

In Moabit, einem Stadtgebiet von Berlin-Mitte, ergänzen sogenannte Sperrmüll-Märkte seit einigen Jahren die Sperrmüll-Entsorgung.Über die beiden Sperrmüll-Märkte werden circa 20 Tonnen Sperrmüll pro Jahr angeliefert. Das entspricht etwa 10 Prozent des Sperrmülls, der in dem Wohngebiet anfällt. Etwa ein Drittel dieser Menge nehmen die Anwohner wieder zur weiteren Verwendung mit. Die angelieferte Menge enthält circa drei Tonnen E-Schrott, der zur Verwertung weitergegeben wird, so daß etwa zehn Tonnen Sperrmüll von der Berliner Stadtreinigung zur Entsorgung abgeholt werden. Initiiert wurde der Sperrmüll-Markt 2004 mit finanzieller Förderung der EU vom Quartiersmanagement Moabit; einem Instrument der sozialen Stadtentwicklung, mit dem den räumlichen Disparitäten entgegengewirkt werden soll.

 

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