MüllMagazin 2005_3

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

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Kurzübersicht

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge
ISBN: -
ISSN: 0934-3482
Veröffentlicht: 20. Oktober 2005, Heft 3/2005. Auflage, Einband: geklammert, Seiten 56, Format 182 mm breit, 290 mm hoch, Gewicht 0.16 kg
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MüllMagazin 2005_3

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Details

MüllMagazin
Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

Inhaltsübersicht HEFT 3_2005:
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EDITORIAL
Schwere Zeiten für Schnäppchenjäger
(Autorin:Henriette Berg, Abteilungsleiterin Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Altlasten, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU))

 

FORUM (Schwerpunkt: ABFALLWIRTSCHAFT BIS 2020)
Problemfelder in der Abfallwirtschaft bis 2020
Für die hochentwickelte Abfallwirtschaft in Deutschland müssen Antworten auf offene Fragen gefunden werden
(Autor: Professor Dr. Dr. h. c. Karl J. Thomé-Kozmiensky, Berlin)

Von der Abfallwirtschaft wird gefordert, daß sie sich zur Kreislaufwirtschaft entwickelt. Die idealistische Annahme, daß mit dem Schließen von Stoffkreisläufen die Abfallbeseitigung weitgehend überflüssig wird und der Ressourcenverbrauch mit der Abfallverwertung außerdem beendet werden kann, ist einer realistischen Betrachtungsweise gewichen. Mit geschlossenen Kreisläufen werden Schadstoffe in den Produkten, im Boden und damit auch im Wasser angereichert. Dieser unerwünschte Effekt kann nur mit offenen Kreislaufsystemen vermindert werden, aus denen Schadstoffe ausgeschleust werden. Mit der Abfallverwertung kann der Ressourcenverbrauch nicht beendet, sondern im besten Fall verlangsamt werden. Zum einen treten auch bei Kreislaufprozessen Verluste auf, die mit primären Rohstoffen ausgeglichen werden müssen. Zum anderen bewirkt ein auf Wachstum ausgerichtetes Wirtschaftssystemzwangsläufig eine Zunahme des Abfallaufkommens insgesamt. Die derzeitig zu beobachtende Verlangsamung der Zunahme des Abfallaufkommens ist wahrscheinlich vorübergehend und hat in erster Linie mit der Stagnation der Wirtschaft und nur wenig mit Abfallvermeidung zu tun. Die nahezu kontinuierliche Abnahme des Restabfallaufkommens wird von der gleichzeitigen Zunahme der Abfälle zur Verwertung mindestens ausgeglichen. Die Verlagerung von der Beseitigung zur Verwertung entspricht der Politik der Europäischen Union und der Absicht des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, das im fünften Punkt seines Eckpunktepapiers fordert, daß alle Siedlungsabfälle bis 2020 vollständig und umweltverträglich verwertet werden sollen. Die konsequente Verwirklichung dieses Postulats würde die Deponien überflüssig machen. Die Herausforderung an die in der Abfallwirtschaft Tätigen bleibt ausreichend groß, auch wenn diese Aussage so verstanden wird, daß es die übliche obertägige Reaktordeponie in Zukunft nicht mehr geben soll, das heißt, daß oberirdisch nur noch Abfälle abgelegt werden dürfen, die mit der sie umgebenden Biosphäre ohne technische Schutzmaßnahmen kompatibel sind, und daß die schadstoffhaltigen Abfälle in konzentrierter Form in Untertagedeponien mit sicherer Barriere gegen die Biosphäre abgelagert werden sollen.

 

KOMMUNEN

Modell zur Bilanzierung von Entsorgungsnetzen
Eine Input-Output-Analyse der Restabfallentsorgung in Berlin zeigt Energieflüsse und den Verbleib von Schwermetallen in Senken auf
(Autorinnen: Dipl.-Ing. Margit Löschau und Prof. Dr.-Ing. Susanne Rotter, Fachgebiet Abfallwirtschaft der Technischen Universität Berlin)
Mit steigender Komplexität von Entsorgungssystemen entstehen zwischen den Abfallbehandlungsprozessen vielfältige Abhängigkeiten. Diese beruhen meist auf Energie- und Stoffrekursionen in Verbindung mit Transportverflechtungen und führen dazu, daß Entsorgungsnetze entstehen. Für die Bilanzierung dieser Entsorgungsnetze wurde eine Methode entwickelt, die auf dem ökonomischen Input-Output-Ansatz beruht und
als Ergebnis die Verteilung von Nähr- und Schadstoffen sowie Energieflüssen auf Senken
liefert. Auf diese Weise kann man stoffliche und energetische Defizite im Abfallwirtschaftssystem identifizieren.

Fossilien im Tank
Die Umstellung des Fuhrparks auf erdgasbetriebene Fahrzeuge stellt keine echte Alternative für Personenkraftwagen auf Benzin- oder Dieselbasis dar
(Autorin: Dr. Barbara Zeschmar-Lahl, BZL Kommunikation und Projektsteuerung, Oyten)

Statistische Erhebungen zeigen, daß der Verkehr nach der Industrie den zweitgrößten Beitrag zur Freisetzung von klimarelevantem Kohlendioxid (CO2) und anderen Treibhausgasen in Österreich leistet. Die Stadt Wien hat es sich daher zum Ziel gesetzt, ihre Emissionen an Treibhausgasen insgesamt und insbesondere auch im Verkehrssektor zu reduzieren. Unter dem Programmpunkt Fuhrpark effizient des Klimaschutzprogramms (KliP Wien) sind unter anderem Maßnahmen für den städtischen Fuhrpark vorgesehen. Für diesen ist die Magistratsabteilung (MA) 48 – Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark- zuständig. Zu den Maßnahmen, die die MA 48 überprüft, zählen unter anderem der umweltgerechte Einkauf von Fahrzeugen, das heißt Austausch alter Fahrzeuge gegen abgasarme Modelle, eine umweltgerechte Beschaffung im städtischen Fuhrpark (Projekt ÖkoKauf Wien), der Einsatz von Nutzfahrzeugen mit TIP-Matik und der Einbau eines Oxikats (Oxidationskatalysator) für Müllfahrzeuge. Neben Tests mit verschiedenen alternativen Antrieben und Treibstoffen hat die MA48 auch die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf Erdgasfahrzeuge prüfen lassen. Eine der beauftragten Studien befaßt sich mit der Leistungsfähigkeit von Erdgas-Fahrzeugen unter Berücksichtigung der Nutzlast und des Ladevolumens. Die Untersuchung für Nutzfahrzeuge (Teil II) ist noch in Bearbeitung, die Ergebnisse für Pkw (Teil I, Stand April 2005) werden hier kurz vorgestellt. Die vollständige Fassung des Teil I der Studie ist im Internet beim Auftragnehmer verfügbar.

 

BUND & LÄNDER
Gefährliches Spiel
Verzögerungen bei der Umsetzung der TASi können zum Entsorgungsnotstand im hochentwickelten Industrieland führen
(Autorin: Dr. Beate Kummer, Bad Honnef)
Die Deponieschließung zum 1. Juni 2005 hat zu weitreichenden Konsequenzen für die Abfallwirtschaft geführt. In den Fach- und Wirtschaftsmedien häufen sich seither Diskussionen und Berichte über Entsorgungsengpässe in der Müllverbrennung, über neue Abfallager auf Deponien und bei Entsorgungsunternehmen sowie über unzählige nicht abgeholte Abfälle in Containern bei Tausenden von Abfallerzeugern der Produzierenden Industrie. Nun kam erstmals aus den Reihen der Umweltminister der Vorschlag, daß das „Aus für Deponien überdacht werden sollte“. Dies sagte Anfang August 2005 der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander auf einer Pressekonferenz in Northeim. Das Abweichen von bestehenden Umweltstandards war lange Zeit ein Tabuthema. Handelte es sich bei diesem Statement der niedersächsischen Landesregierung um einen wahltaktischen Zug oder gibt es tatsächlich einen Müllnotstand, der zu schnellem Handeln zwingt?

 

BETRIEBE
Neue Perspektiven für das EcoDesign

Umweltgerecht gestaltete und kundenfreundlich auf dem Markt plazierte Produkte könnten weltweit als Vorbilder für ein nachhaltiges Wirtschaften dienen
(Autor: Dr.-Ing. habil. Norbert Kopytziok, Umweltwissenschaftler, Berlin)

Bereits in der Zeit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts gab es Überlegungen, mittels einer zielgerichteten Produktkonstruktion natürliche Ressourcen zu sparen und die abfallwirtschaftlichen Probleme in Grenzen zu halten. Die Strategien aus der jüngeren Zeit basieren auf den Studien „Grenzen des Wachstums“, die der Club of Rome 1972 veröffentlichte, sowie auf den Energiekrisen in den 1970er und 1980er Jahren1. Während sogenannte „Non-Waste“-Technologien diskutiert wurden, etablierten sich in der Praxis jedoch vor allem recyclinggerechte Produktkonstruktionen. Gleichzeitig begann der Aufbau einer Infrastruktur für die Wiederverwertung. Seit einigen Jahren rückt die Öko- Effizienz-Diskussion in den Vordergrund der ökologischen Produktkonstruktion. Im vorliegenden Beitrag werden die aktuellen Ansätze des EcoDesign als gestalterische Lösungsstrategien zur Reduzierung des Rohstoff- und Energieverbrauchs dargestellt und kritisch reflektiert. Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit den zentralen Instrumenten und Strategien, mit denen das Ökoeffizienzpotential ausgeschöpft werden kann. Darüber hinaus werden Anregungen gegeben, wie diese Ansätze weiterentwickelt werden könnten. Deutlich wird, welchen Einfluß Maßnahmen einer recyclinggerechten Produktkonstruktion und die Wahrnehmung der Produktverantwortung auf Strategien einer nachhaltigen Entwicklung nehmen.

Blick in die Ladenkasse
Der Getränkeverkauf in Mehrweg-Kästen verursacht für den Handel die geringsten Kosten pro Flasche an der Verkaufsstelle
(Autoren: Dr. Volker Lange und Dipl.-Kfm. Sven Dirkling, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund)

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) hat in einer aktuellen Studie die Kosten untersucht, die dem Einzelhandel beim Handling von Einweg- und Mehrweg- Einzelflaschen sowie der gängigen Gebinde 12er-, 20er-Kiste und Sechserpack entstehen. In die Erhebung wurden Getränkeabholmärkte und unterschiedliche Filialgrößen des Lebensmitteleinzelhandels einbezogen. Die Untersuchungen zeigen, daß der Getränkeverkauf in Mehrweg-Kästen (Mehrweggebinde sowie Petcycle und andere kastengestützte Rücklaufsysteme) für den Handel die geringsten Kosten pro Flasche an der Verkaufsstelle (Point of Sale / POS) verursacht. Der Verkauf von Einzelflaschen (Einweg oder Mehrweg), der der derzeit stark zunimmt, führt hingegen zu deutlich erhöhten Kosten für den Handel, wenn die komplette Prozeßkette des Handels betrachtet wird.

 

TAGUNG
Sichten und Aussichten

10. Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg
(Autorin: Dipl.-Ing. Dagmar Pfeiffer, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Fakultät für Maschinenbau, Institut für Förder- und Baumaschinentechnik, Stahlbau, Logistik, Magdeburg)

Unter dem Motto „Sichten und Aussichten“ fand am 1. und 2. September 2005 die 10. Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg (TaSiMa) statt. Mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, der Müllheizkraftwerk Rothensee GmbH und dem Institut für Förderund Baumaschinentechnik, Stahlbau, Logistik (ifsl) der Universität Magdeburg hatten in diesem Jahr erstmalig drei Veranstalter zu der Tagung geladen. Mehr als 150 Teilnehmer aus der Region, aber auch aus vielen anderen Bundesländern waren der Einladung gefolgt.

 

VERBÄNDE
Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling-und Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV)
Herausforderung der deutschen Stahlrecyclingwirtschaft in einer globalisierten Welt
(Autorin: Dr. Beate Kummer, Bad Honnef)

Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV) ist ein Zusammenschluß von zur Zeit etwa 700 Mitgliedsunternehmen, die einen Jahresumsatz von rund 12 Milliarden Euro erwirtschaften und etwa 35.000 Mitarbeiter beschäftigen. Der überwiegend mittelständisch geprägte Verband ist der wichtigste Interessensvertreter für den Bereich Stahlrecycling und andere Entsorgungsdienstleistungen in Deutschland und größter Stahlrecyclingverband in Europa. Zu den BDSV-Arbeitsschwerpunkten in den vergangenen Jahren zählten die Umsetzung der Altfahrzeugverordnung, die neuen Herausforderungen der Rücknahme von Elektro- und Elektronikgeräten sowie die steigenden Anforderungen der wichtigsten Abnehmerindustrie – die international agierenden Stahlwerke..

 

 

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