MüllMagazin 2005_2

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

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Kurzübersicht

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge
ISBN: -
ISSN: 0934-3482
Veröffentlicht: 20. Juni 2005, Heft 2/2005. Auflage, Einband: geklammert, Seiten 72, Format 182 mm breit, 290 mm hoch, Gewicht 0.2 kg
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MüllMagazin
Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

Inhaltsübersicht HEFT 2_2005 

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EDITORIAL
Die EU muß dringend die Klärschlammrichtlinie novellieren
(Autor: Dr. Harald Friedrich, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) Nordrhein-Westfalen)

 

FORUM (Schwerpunkt: KLÄRSCHLAMM)
Abfälle aus Kläranlagen
Nordrhein-Westfalen führte eine Bestandsaufnahme der organischen Schadstoffe in Klärschlämmen aus der kommunalen Abwasserbehandlung durch
(Autoren: Harald Friedrich, Hans-Jürgen Fragemann, Gudrun Both, Dietmar Barkowski, Petra Günther und Florian Raecke)

 

In Nordrhein-Westfalen werden zur Zeit circa 700 kommunale Kläranlagen betrieben und teilweise entsprechend den steigenden Anforderungen an den Gewässerschutz weiter ausgebaut. Da der Klärschlamm, der in der Abwasserreinigung anfällt, eine Schadstoffsenke darstellt, reichern sich in ihm die nicht abgebauten Schadstoffe an. Im Hinblick auf die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung enthält die derzeit gültige EG-Klärschlammrichtlinie Anforderungen für ausgewählte Schwermetalle. Die deutsche Klärschlammverordnung enthält darüber hinaus Anforderungen für die organischen Summenparameter AOX, PCB und PCDD/PCDF. Die vorliegenden umfangreichen Daten zur Klärschlammbelastung mit diesen Stoffen sind teilweise bereits bezogen auf das Erhebungsjahr 1998 in die „Ökobilanz der Entsorgungsverfahren für Kläranlagenabfälle in NRW“ eingeflossen. Diese hat zu dem Ergebnis geführt, daß die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung grundsätzlich nicht den umweltverträglichsten Entsorgungsweg darstellt [MUNLV 2001]. Mit den Stoffen, die in der EG-Klärschlammrichtlinie und der deutschen Klärschlammverordnung geregelt sind, wird nur ein sehr kleiner Anteil der Stoffe erfaßt, die im Klärschlamm auftreten. Für eine Vielzahl der im Wesentlichen organischen Schadstoffe sind umfassende Untersuchungen in größerem Umfang bisher nicht bekannt. Mit dem hier vorgestellten Untersuchungsprogramm des Landesumweltamtes Nordrhein-Westfalen wurden die bestehenden Wissenslücken zum Teil behoben und eine Datengrundlage für eine noch umfassendere Bewertung der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung geschaffen.

 

BETRIEBE

Günstige Prognose
In einem Forschungsprojekt wurden die Voraussetzungen für einen grenzüberschreitenden sozioökonomischen Betrieb der Elektroaltgerätebehandlung untersucht
(Autoren: Markus Meissner und Christian Pladerer)
Sozioökonomische Betriebe, die in der Behandlung von Elektroaltgeräten tätig sind, setzen den Gedanken der Nachhaltigkeit konkret um: Regionale Wertschöpfung durch Reparaturdienstleistungen in der Region (ökonomischer Nutzen), die Wandlung vom arbeitslosen Transfergeldempfänger zum steuerzahlenden Beschäftigten (sozialer Nutzen) sowie die Verlängerung von Produktnutzungszyklen und die damit verbundene Ressourcenschonung (ökologischer Nutzen) ergeben eine ideale Win-Win-Win-Situation. Unter welchen Vorraussetzungen solch eine Initiative im Bezirk Bruck an der Leitha (Niederösterreich) erfolgreich sein könnte, recherchierte das Österreichische Ökologie-Institut im Auftrag des Energieparks Bruck an der Leitha.

Ausbaufähiger Service
Handwerks- und Verwertungsfachbetriebe entwickeln ein Konzept für den Einsatz gebrauchter Ersatzteile bei der Reparatur von Elektro(nik)geräten
(Autorin: Christine Ax)

Für die Automobilindustrie ist es bereits selbstverständlich: Altautos gehen in den Rückbau; Teile, die wieder verwendbar sind, werden aufgearbeitet und gehen in die zeitwertgerechte Reparatur. Wer bei Mercedes einen neuen Motor für seinen Gebrauchten benötigt, hat die Wahl zwischen einem Austauschmotor und einem neuen Motor. Ob dieses Vorgehen auch für Elektrohaushaltsgeräte oder Unterhaltungselektronik Sinn macht, und wie die Gewinnung und die Markteinführung solcher Teile realisiert werden kann, dies ist Gegenstand des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens Netzwerk „Weiter- und Wiederverwendung von Elektro(nik)geräten und ihren Teilen“ (NeWET), das vom BMBF seit fast einem Jahr gefördert wird. Bei NeWET handelt es sich um ein Kreislaufwirtschaftsvorhaben mit Handwerksbetrieben und Verwertungsfachbetrieben. Ziel ist es, die Nutzungsdauer von Elektrogeräten deutlich zu verlängern. Durch eine systematische Gewinnung von Austauschteilen für eine zeitwertgerechte Reparatur sollen in Zukunft auch solche Reparaturen ausgeführt werden können, die heute wegen fehlender Ersatzteile oder unverhältnismäßig hoher Materialkosten nicht beauftragt werden. Dazu wird ein dezentral organisiertes, bundesweites Verwerternetzwerk unter Einbindung von Reparatur- und Servicebetrieben aus dem Handwerk etabliert. Die NeWETDatenbank soll Angebot und Nachfrage nach Austauschteilen zusammenbringen und als Drehscheibe im Netzwerk die Arbeit unterstützen. Kluge Logistikkonzepte können dabei helfen, unnötige Transporte zu vermeiden. Ein hoher Qualitätsstandard bei der Gewinnung und Aufarbeitung im Netzwerk wird dafür sorgen, daß die Handwerksbetriebe ihre Kunden zufriedenstellend bedienen können. Für die Kunden führt dies zu einer deutlichen Senkung der Kosten für die Instandhaltung von Elektrogeräten. Mit dieser nachhaltigen Wirtschaftsweise sollen zudem Arbeitsplätze im Handwerk erhalten und geschaffen werden.

 

DEMONTAGE
Darum prüfe, wer etwas ewig bindet
Das neue ElektroG gibt der Demontage von Elektro(nik)altgeräten neue Impulse
(Autoren: Ralf Brüning und Robert Harms)
Am 23. März 2005 wurde das „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektround Elektronikgerätegesetz – ElektroG)“ im Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 17 veröffentlicht1. Mit diesem Gesetz werden die europäische Richtlinie 2002/96/ EG über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE)2 und die Richtlinie 2002/95/EG zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (ROHS)3 vom 27. Januar 2003 in nationales Recht umgesetzt. Damit wird formal die Rechtssicherheit geschaffen, auf die die betroffenen Kreise (Hersteller, Öffentlich-Rechtliche Entsorgungsträger, Behandler und Verwerter) seit 1991 mit der Veröffentlichung des ersten Referentenentwurfes zu diesem Thema, gewartet haben. Mit der Verabschiedung des Gesetzes und den darin enthaltenen Vorgaben kommt eine Vielzahl von Aufgabenstellungen auf die betroffenen Kreise zu. Daher ist es unbedingt erforderlich, die Organisation und die Durchführung des Recyclings von elektr(on)ischen Altgeräten den veränderten Randbedingungen anzupassen und durch die Konzeption neuer, sowohl ökologisch als auch ökonomisch effizienter abfallwirtschaftlicher Strategien, Rechnung zu tragen.

 

KOMMUNEN
Und wer kümmert sich um den Verbraucher?

Ohne komfortable, ortsnahe Sammelstellen werden die Konsumenten nur wenig zum Gelingen des Elektrogesetzes beitragen
(Autorin: Gudrun Pinn)

Die Vorbereitungen zur Rücknahme und Verwertung von Elektroschrott laufen auf vollen Touren. Verbraucherinnen und Verbraucher können ab dem 24. März 2006 alte Radios, Computer und andere Elektround Elektronikgeräte kostenlos bei kommunalen Sammelstellen, zum Beispiel Wertstoffhöfe, abgeben. Von diesem Zeitpunkt an müssen die Hersteller die dort gesammelten Geräte zurücknehmen und entsorgen. Das sieht das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)1vor, das am 23. März 2005 im Bundesgesetzblatt verkündet wurde und am 24. März 2005 in Kraft getreten ist. Während die Planungen bei der deutschen Elektro- und Elektronikindustrie sowie bei den Kommunen weit fortgeschritten sind, fühlt sich für die 82 Millionen Verbraucher in Deutschland niemand zuständig. Die Kommunen verweisen auf ihr bewährtes Informations- und Sammelangebot. In der Regel handelt es sich hierbei um Bekanntmachungen im Abfallkalender und um Wertstoffhöfe. Und an diesem Angebot wird sich nicht zuletzt aus Kostengründen kaum etwas ändern. Wird der Verbraucher durch die halbe Stadt fahren, um beispielsweise sein defektes Handy oder Radio umweltgerecht zu entsorgen? Oder wird er den unschlagbaren bürgernahen Service der Hausmülltonne wahrnehmen? Bleibt also vieles wie es ist? Kritiker weisen auf diese Lücke im Konzept des ElektroG hin. Sie befürchten, daß ohne ein komfortables, ortsnahes Sammelstellenangebot für den Verbraucher die Ziele des ElektroG nicht erreicht werden.

 

LOGISTIK
Umweltverträglicher und günstiger
Mit moderner Logistik können beim Transport von Abfällen in Deutschland jährlich 36 Millionen LKW-Kilometer und 20,5 Millionen Euro Fahrzeugkosten eingespart werden
(Autorin: Silke Kremer)

Unter Einsatz von moderner Logistik können beim Transport von Abfällen in Deutschland jährlich über 36 Millionen LKW-Kilometer und 20,5 Millionen Euro Fahrzeugkosten eingespart werden. Dies ist das Ergebnis des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Schwerpunktes „Optimale Transporte in der Kreislauf- und Abfallwirtschaft“. Das BMBF förderte 24 Projektverbünde von Unternehmen der Entsorgungswirtschaft, Produzenten, Softwarefirmen und wissenschaftlichen Institutionen mit 10,6 Millionen Euro. Damit soll das veränderte Transportaufkommen durch das Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetz mit seinen geschlossenen Stoffkreisläufen umweltverträglich bewältigt werden.

Die günstigere Variante
Mehrwegtransportverpackungen für Obst und Gemüse sind ein aktiver Beitrag zur Abfallvermeidung
(Autoren: Christian Pladerer und Markus Meissner)

Der Einsatz von Mehrwegtransportverpakkungen für den Transport von Obst und Gemüse trägt zur Abfallvermeidung bei. Wie ökologische Vergleiche zeigen, verbrauchen Mehrwegtransportverpackungen, die bis zu hundertmal eingesetzt werden können, gegenüber Einwegtransportverpakkungen bedeutend weniger Energie, benötigen weniger Rohstoffe und Ressourcen, erzeugen geringere CO2-Emissionen und vermeiden Abfälle. Außerdem zeigt die Praxis, daß mit Mehrwegtransportverpakkungen Verluste über den gesamten Transportweg auf nahezu Null reduziert werden können. In einem Projekt des Österreichischen Ökologie-Instituts konnten in einer erfolgreichen Kooperation mit der Handelskette Spar Österreichische Warenhandels AG im Jahr 2004 rund 3.500 Tonnen Verpackungsabfälle vermieden werden. Das Projekt wurde in der Initiative „Abfallvermeidung in Wien“ mit Unterstützung der Wiener Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima durchgeführt.

 

INTERNATIONAL
Ping Pong-Effekte

Die Abhängigkeit Deutschlands von internationalen Rohstoffkonzernen führt zu Rohstoff-Engpässen, Kosten- und Effizienzsteigerungen
(Autorin: Beate Kummer)

Auf einer Euroforum-Konferenz Anfang Juni diskutierten verschiedene Experten über das wichtige Zukunftsthema der Rohstoffsicherung. Wissenschaftler und Unternehmensvertreter waren sich in ihren Beiträgen einig darüber, daß die Reichweite der wichtigsten Rohstoffe keinen Anlaß zur Besorgnis gibt. Allerdings seien die Übernutzung und die Ausbeute in den Lagerstätten so stark gestiegen, daß eine weiter steigende Weltbevölkerung zukünftig nicht ausreichend versorgt werden könne. Es sei denn, alle Industriestaaten und Schwellenländer, vor allem China und Indien, würden es schaffen, die Effizienz zu steigern, um die Rohstoffe besser zu nutzen.

Südafrika schreitet zur Tat
Ein Pilotprojekt zur Entsorgung von infektiösen Abfällen in ländlichen Gebieten Südafrikas liefert wichtige Erfahrungen für eine landesweite Umsetzung
(Autoren: Ute Pieper und Jan-Gerd Kühling)

Krankenhausabfälle in ländlichen Gebieten Südafrikas werden nach Erfahrung der ETLog Health EnviroTech & Logistics GmbH in den seltensten Fällen sicher und fachgerecht entsorgt. Deshalb entwickelte die Berliner Firma, in Kooperation mit deutschen und südafrikanischen Partnern eine Methodik, die es effizient und ökonomisch erlaubt, gefährliche Abfälle aus den Kliniken und Krankenhäusern zu sammeln, zu transportieren und zu entsorgen. Das Konzept ist eingebettet in ein umfangreiches Schulungsprogramm, das auf die besonderen kulturellen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen angepaßt ist: Die HIV/ AIDS-Problematik, das geringe Bewußtsein über die Risiken von Krankenhausabfällen, behördliche Unsicherheiten und die mangelhafte Entsorgungsstruktur sind als wichtigste Herausforderungen bei diesem Pilotprojekt zu nennen.

 

RECYCLING
In der Pflicht
Viele Kommunen nutzen die Infrastruktur für das PU-Schaumdosenrecycling bislang nur unzureichend
(Autoren: Dietrich Klimmeck und Ralf Lauk)

Polyurethanschaumdosen (kurz PU-Schaumdosen) stuft der Gesetzgeber als besonders überwachungsbedürftigen Abfall ein. Die PDR Recycling GmbH + Co KG, Thurnau, hat bundesweit ein entsprechendes Rücknahme- und Recyclingsystem dafür aufgebaut und verwertet die zurückgekommenen Dosen zu 94 Prozent stofflich. Trotz einer Entlohnung für die Kommunen, eines bequemen Rücknahmeangebotes und eindeutiger gesetzlicher Vorgaben beteiligen sich nur etwa 40 Prozent der Kommunen an dem System. Auch die gesammelten Mengen sind höchst unterschiedlich und in der Summe unbefriedigend. Es sind deutliche Defizite bei der Bürgerinformation festzustellen. Teilweise sind die Sammelfrequenzen für Sonderabfälle nicht ausreichend.

Einstieg in die Leichtgewichtsklasse
Am Standort Espenhain ging eine moderne Aufbereitungsanlage für die Shredder-Leichtfraktion in Betrieb
(Autoren: Oliver Scholz und Beate Kummer)

Im Mai 2005 nahm die Scholz AG am Standort Leipzig-Espenhain eine der modernsten Aufbereitungsanlagen für Shredderleichtfraktion (SLF) in Betrieb. In Espenhain werden monatlich rund 45.000 Tonnen Eisen- und Metallschrotte und Shredderfraktionen aufbereitet. Neben der Aufbereitungsanlage für Shredderleichtfraktion betreibt die Scholz AG an dem Standort eine 2.000-PS-Kondiratoranlage, eine 1.250-Tonnen-Großschere und eine moderne Nichteisen-Metall-Aufbereitungsanlage. In diesem Beitrag werden die Zielsetzung der Aufbereitung der Shredderleichtfraktion sowie die technischen Details der SFL-Anlage beschrieben.

 

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