MüllMagazin 2005_1

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

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Kurzübersicht

Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge
ISBN: -
ISSN: 0934-3482
Veröffentlicht: 23.2.2005, Heft 1/2005. Auflage, Einband: geklammert, Seiten 56, Format 182 mm breit, 290 mm hoch, Gewicht 0.17 kg
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MüllMagazin 2005_1

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Details

MüllMagazin
Fachzeitschrift für ökologische Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung und Umweltvorsorge

Inhaltsübersicht HEFT 1_2005


 

EDITORIAL
Hoffen auf Wunder bei der Altfahrzeugentsorgung?
(Autor: Dr. Karl-Heinz Striegel, Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen)

 

INTERNATIONAL
Eine Frage der Abgrenzung.
Im Zuge der europäischen Recyclingstrategie ließ die EU-Kommission die Definition von Verwertungs- und Beseitigungsverfahren untersuchen
(Autoren: Knut Sander, Dirk Jepsen, Stephanie Schilling und Christian Tebert)

Im Jahr 2003 leitete die Europäische Kommission eine Konsultation über die künftige „thematische Strategie für Abfallvermeidung und Recyling“ ein. Im Blickpunkt steht hierbei auch die europäische Abfallrahmenrichtlinie 75/442/EEC (ARRL)2. Diese definiert Verwertungs- und Beseitigungsverfahren, indem sie in Artikel 1(e) und 1(f) zwischen Verwertung und Beseitigung differenziert und auf die Anhänge IIA und IIB verweist, die Verwertungs- und Beseitigungsverfahren auflisten. Für die europäische Strategie zur Abfallbewirtschaftung sollte unter anderem eine mögliche Revision der genannten Anhänge überprüft werden. Dazu vergab die Europäische Kommission an die Ökopol GmbH eine Auftragsstudie. Als einen der Anlässe für diese Studie nannte die Kommission, daß in den vergangenen Jahren viele Verwertungs- und Beseitigungsverfahren wesentlich verändert und neue Verfahren entwickelt wurden. Hierdurch habe sich eine Situation ergeben, in der es oft nicht mehr möglich sei, Entsorgungsverfahren eindeutig zu den bestehenden Einträgen der Anhänge IIA und IIB zuzuordnen. Hinzu komme, daß der Wortlaut vieler Einträge keine zweifelsfreie Charakterisierung der Verfahren ermögliche und aufgrund fehlender Klarheit eine Reihe von unterschiedlichen Interpretationen vorgenommen wurden. Die Studie zielte darauf ab, eine technisch orientierte Basis für eine mögliche Revision der Anhänge IIA und IIB der ARRL zu erarbeiten. Dabei wurden Verfahren der energetischen Verwertung und der thermischen Behandlung im Auftrag durch die Kommission von der Bearbeitung ausgeschlossen. 

 

FORUM (Schwerpunktbeiträge Altautoverwertung)
Noch nicht auf Touren.
Der aktuelle Stand der Verwertung von Altfahrzeugen in Nordrhein-Westfalen zeigt Lücken bei der Entsorgung der Shredderleichtfraktion auf
(Autoren: Steffen Lippe und Karl-Heinz Striegel)
In einer Erhebung bei Demontage- und Shredderbetrieben hat das Landesumweltamt (LUA) im Auftrag des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein- Westfalen (MUNLV) den aktuellen Stand der Verwertung von Altfahrzeugen in NRW untersucht. Kurz vor Inkrafttreten der Quotenregelungen des Altfahrzeug-Gesetzes (1. Januar 2006) in Deutschland sollte ermittelt werden, ob das „System Altfahrzeugrecycling“ den zukünftigen Anforderungen bereits genügt oder ob zumindest die Aussicht besteht, daß die Betriebe die Anforderungen binnen der nächsten zwölf Monate erfüllen werden. Gegenwärtig, so das Ergebnis der Untersuchung, erfüllen die Demontagebetriebe für Altfahrzeuge in Nordrhein- Westfalen die zukünftigen Mindestanforderungen. Doch die derzeitige Konstruktionsweise der Fahrzeuge erschwert den kostendeckenden Rückbau, und somit eine weitere Steigerung der Materialrückgewinnungsquote. Ein zusätzliches Augenmerk muß auf die nach wie vor unzureichende Entsorgung der Shredderleichtfraktion gerichtet werden, da die Ablagerung dieser Fraktion in Deutschland in wenigen Monaten verboten sein wird. Zur Jahreswende 2004/2005 ist noch nicht erkennbar, wie die Verwertungs- und (stofflichen) Recyclingquoten erreicht werden sollen, die der Shredderleichtfraktion zugedacht sind: weder sind die aussichtsreichen neuen Technologien zum stofflichen Recycling der Shredderleichtfraktion bis zum 1. Januar 2006 zur Marktreife gebracht, noch stehen die vorhandenen thermischen Behandlungskapazitäten ab dem 1. Juni 2005 für diese Stoffe zur Verfügung. 

Tragfähige Alternative.
Die kosteneffiziente Kreislaufführung von Kunststoffen bietet einen Ansatz zur Umsetzung der Produktverantwortung in der Automobilindustrie
(Autoren: Moritz Zumkeller, Frank Schultmann, Magnus Fröhling und Otto Rentz)
Zur Ausgestaltung der im § 22 des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes1 festgeschriebenen Produktverantwortung sind zahlreiche Verordnungen erlassen worden, die Herstellern bestimmter Produktgruppen definierte Rücknahme- und Verwertungspflichten auferlegen. Während etwa entsprechende Regelungen für Verpackungen2 oder Batterien3 bereits seit längerem bestehen, befindet sich eine Verordnung zur Rücknahme von Elektro- und Elektronikaltgeräten4 kurz vor ihrer Umsetzung.5 In naher Zukunft müssen darüber hinaus die Vorgaben aus dem Altfahrzeug-Gesetz7 umgesetzt werden, so daß auch die Automobilindustrie die Vorgaben der Produktverwertung konsequent erfüllen muß. In Forschungsarbeiten am Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion der Universität Karlsruhe (TH) konnte jetzt aufgezeigt werden, daß die Kreislaufführung von Kunststoffbauteilen aus Altfahrzeugen unter bestimmten Rahmenbedingungen eine tragfähige Alternative zur bisher praktizierten Entsorgung darstellt, die nicht nur zur Erfüllung der Verwertungsvorgaben im Sinne der Produktverantwortung beiträgt, sondern auch aus ökonomischer Sicht zielführend ist. 

Markt der Zukunft.
Die Konstruktion von Brennstoffzellen sollte bereits jetzt das spätere Produktrecycling berücksichtigen

(Autoren: Bernd Rosemann und Stefan Freiberger)
Mit dem industriellen Remanufacturing von Produkten, der Produktaufarbeitung, kann man genutzte Produkte, Systeme, Komponenten und Ersatzteile gewinnbringend einer erneuten Nutzung zuführen. Sorgfältig aufgearbeitete Produkte besitzen dabei einen Qualitätsstandard, der mit der Neuproduktion vergleichbar oder sogar besser ist. Gleichzeitig lassen sich durch die erneute Verwendung der Produkte ökologische Vorteile im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erzielen. Zudem steckt im Produktrecycling, das bereits in verschiedenen Anwendungen etabliert ist, ein enormes Potential für künftige Produkte, Dienstleistungen und Märkte. Dieses Potential, das durch eine vorausschauende Planung bei Produktion und Vermarktung erschlossen werden kann, findet als strategischer Ansatz derzeit noch zu wenig Beachtung.

 

BUND & LÄNDER
In die Pfanne gehauen.
Die Altlasten aus der Hochzeit der Chlorchemie sind für die heutige Dioxinbelastung von Freilandeiern verantwortlich

(Autor: Uwe Lahl)
Als die Sonntagsausgabe der Zeitung mit den vier großen Buchstaben am 16. Januar 2005, wenige Tage vor der Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“, über hohe Dioxinbelastungen in Freilandeiern aus Baden- Württemberg berichtete, war dies der Startschuß für eine hektische agrarpolitische Woche. Es wurden alle Freilandeier in eine Pfanne gehauen und anschließend pauschal beurteilt. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister riet sogar vom Verzehr von Freilandeiern ab und empfahl aus Gesundheitsgründen die Käfigeier. Niedersachsen wies darauf hin, daß jedes dritte Ei zuviel Dioxin enthielt. Das stimmt: von sieben untersuchten Eiern waren zwei mit Dioxinen oberhalb des EU-Grenzwertes von 3 Pikogramm Toxizitätsäquivalente (3 pg WHO PCDD/F-TEQ ) pro Gramm Eifett belastet. Die derzeit verwendete Datenbasis (siehe Tabelle 1) ist jedoch viel zu schmal, um den „Dioxinskandal“ zu beurteilen. Im Folgenden wird dargestellt, warum es ein Problem bei der Hühnerhaltung auf Naturboden geben kann, und was dies unter anderem mit der Abfallwirtschaft zu tun hat.

Chancen und Risiken.
Aus der Liberalisierung des Abfallmarktes können sich Chancen für die Nachhaltige Abfallwirtschaft ergeben

(Autor: Fritz Rahmeyer)

Der Begriff der Nachhaltigkeit ist zu einem zentralen Bestandteil der nationalen und internationalen Umweltpolitik geworden. Für die Abfallwirtschaft läßt sich daraus das Ziel der Ressourcen- und Rohstoffschonung ableiten. Chancen einer Liberalisierung der Abfallwirtschaft ergeben sich aus der erhofften höheren Wirtschaftlichkeit bei der Logistik und Behandlung von Abfällen. Zusätzliche Risiken in Bezug auf die Entsorgungssicherheit sind aufgrund der staatlichen Gewährleistungsverantwortung nicht zu erwarten. Der „Rat von Sachverständigen für Umweltfragen“ (RSU) empfiehlt als Kern einer nachhaltigen Abfallwirtschaft eine „anlagen-, stoff- und produktbezogene Rahmensteuerung“, die an die Stelle der bislang praktizierten „detaillierten Verwertungspfadsteuerung“ treten soll.

 

BETRIEBE
Zukunft der Abfallwirtschaft.
Betriebs- und Personalräte diskutieren neue Wege, Perspektiven und Herausforderungen

(Autor: Norbert Steinhaus)

Die Entsorgungswirtschaft kommt in neue Strukturen, der Markt verändert sich nachhaltig. Vom 8. bis 10. November 2004 kamen in Bayreuth auf Einladung der Vereinten Dienstsleistungsgewerkschaft (ver.di) Betriebs- und Personalräte der Ver- und Entsorgungswirtschaft zusammen, um die aktuellen Entwicklungen der Branche zu diskutieren und zu bewerten. 

 

BIOLOGISCHE VERFAHREN
Metall(oid)organische Verbindungen in Kompostwerken.
Im Verlauf der Kompostierung werden Metalle und Metalloide durch Mikroorganismen methyliert und demethyliert
(Autoren: Maren Raabe, Roland A. Diaz-Bone, Martin Denecke, Alfred V. Hirner und Renatus Widmann)
Metall(oid)organische Verbindungen entstehen durch mikrobiologische Prozesse in der Umwelt. Im Vergleich zu anorganischen Spezies sind Toxizität, Mobilität, Bioverfügbarkeit und Fettlöslichkeit eines Metall(oid)s in der Regel stark erhöht. Neueste Ergebnisse zeigen, daß während der Kompostierung aufgrund der hohen mikrobiellen Aktivität bis zu zwei Größenordnungen höhere Konzentrationen als in anderen Umweltkompartimenten entstehen können. Ziel dieser Arbeit war es herauszufinden, ob Arbeiter in Kompostwerken flüchtigen metall(oid)organischen Verbindungen ausgesetzt sind und ob über das Ausbringen von Frisch- und Fertigkompost eine Emission ionischer metall(oid)organischer Verbindungen in die Umwelt möglich ist. Es wurde Kompost von verschiedenen Kompostwerken untersucht. Beprobt wurden die Feststoffphase und die Raumluft der Kompostierhallen. Aufgrund der Saugbelüftung lagen die Konzentrationen metall(oid)organischer Verbindungen in der Raumluft in allen Werken in Bereichen von wenigen Pikogramm pro Kubikmeter. Eine Gefährdung der Arbeiter durch volatile metall(oid)organische Verbindungen scheint bei Nutzung der Saugbelüftung unwahrscheinlich. Die Feststoffproben wiesen Gehalte methylierter Arsenverbindungen bis 175 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) sowie mehrere µg/kg methylierter Antimon- und Zinnverbindungen auf. Die höchsten Werte wurden während der Heißrotte ermittelt, danach nahmen die Konzentrationen ab. Im Gegensatz zu Fertigkompost weist Frischkompost Konzentrationen metall(oid)organischer Verbindungen von bis zu 40 µg/kg auf. Um den Eintrag metall(oid)organischer Verbindungen in die Umwelt zu minimieren, ist deshalb die Nutzung von Fertigkompost zu bevorzugen 

Alles unter Kontrolle.
Eine neue modellbasierte Regelung der aeroben biologischen Abfallbehandlung unter Nutzung eines Fuzzy-Logic-Prozeßmodells ermöglicht definierte Produkte aus Abfall
(Autor: Frank Scholwin)

Die Erzeugung eines Produktes mit hoher und vor allem konstanter Qualität und einem gesicherten Absatz ist das Hauptziel des erfolgreichen Betriebes biologischer Abfallbehandlungsanlagen. Die Optimierung des biologischen Abbauprozesses der Abfälle, die die Produktqualität bestimmt, bietet den Schlüssel, um diese Ziel zu erreichen. Die herkömmlichen Prozeßsteuerungen und Prozeßregelungen, die derzeit angewandt werden, scheinen weder eine sichere Hygienisierung gewährleisten zu können noch eine gleichmäßig hohe biologische Stabilität des Behandlungsproduktes zu erreichen. Daher wurde in der hier vorgestellten Forschungsarbeit eine modellbasierte produktorientierte Regelung (Navi- Rott®) für die aerobe biologische Abfallbehandlung entwickelt und ihre Funktion nachgewiesen.

Saubere Sammlung.
Kompostierbare Bioabfall-Säcke auf Basis von Stärke verringern Feuchtigkeit, Geruchsbildung und Festfrieren des Bioabfalls
(Autorin: Bettina Schmidt)

Die getrennte Sammlung von Bioabfällen ist im Sinne der Kreislaufwirtschaft und stabiler Abfallgebühren. Mangelhafte Sortierdisziplin und Akzeptanz bei den Haushalten bringen jedoch auch eine Reihe von Problemen mit sich: Störstoffe im Bioabfall erfordern einen erhöhten technischen Aufwand um aus ihm ein qualitativ hochwertiges Produkt wie Kompost oder Energie aus Bioabfall herzustellen. Kompostierbare Bioabfall-Tüten auf der Basis von Stärke – ob für das haushaltseigene Sammelgefäß oder in Form von Inlett-Säcken für die Biotonne – können einen Beitrag dazu leisten, den Bürgerinnen und Bürgern das Sammeln von Bioabfall zu erleichtern. Die Erfahrung zeigt: Diese Tüten sind praktischer, hygienischer und umweltverträglicher als die gängigen propagierten Hilfsmittel, zum Teil sogar wirtschaftlicher, wenn sie in Form einer Sack-Sammlung eingesetzt werden.

 

DEPONIE
Maßgeschneiderte Sicherheit.
Anhand verschiedener Varianten eines Technischen Deponiekonzepts können Deponiebetreiber die Sicherheitsleistungen für die Nachsorge besser eingrenzen

(Autoren: Stefan Meisinger, Bernhard Lipowsky und Reinhold Götz)

Bei der Berechnung der Sicherheitsleistungen von Deponiebetreibern zeigt sich, daß nicht die Dauer der Nachsorgephase von entscheidender Bedeutung ist. Den Ausschlag geben vielmehr eine detaillierte Erarbeitung des Technischen Deponiekonzepts in Verbindung mir einem Zeitplan der einzelnen Ausgaben sowie die Haben- Zinssätze, die am Finanzmarkt oder intern zu erzielen sind. Für den Deponiebetreiber bedeutet dies, daß Unsicherheiten in der Einschätzung der Dauer der Nachsorgephase durch eine Variantenbetrachtung eingegrenzt werden können, die auf einem Technischen Deponiekonzept basiert. Eine Einschätzung von Zinssätzen durch Banken und Finanzinstitute erhöht die Genauigkeit des Berechnungsergebnisses. Wird das Technische Deponiekonzept regelmäßig überprüft, lassen sich Änderungen oder Anpassungen frühzeitig erkennen, die sich im Laufe der Betriebs-, Stillegungs- und Nachsorgephase zwangsläufig ergeben werden. Mit Hilfe einer geeigneten Software zur Berechnung der Sicherheitsleistungen können diese dann aktualisiert beziehungsweise neu bestimmt werden. Auch können die Auswirkungen auf die Höhe der erforderlichen Sicherheitsleistungen dargestellt werden.

 

TAGUNG
Markt der Möglichkeiten.
Transdisziplinärer Austausch für eine nachhaltige Entwicklung in der Abfallwirtschaft

(Autor: Hartmut Schug)
Akteure aus kommunaler und privatwirtschaftlicher Abfallwirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft diskutierten im Rahmen eines Workshops am 16. Dezember 2004 in Düsseldorf über Wege und formulierten Ziele für eine nachhaltige Abfallwirtschaft.

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