KUNDENSTUDIE

Bedarf an Dienstleistungen zur Unterstützung des Wohnens von Menschen mit Behinderung

Monika Seifert

Kurzübersicht

Bedarf an Dienstleistungen zur Unterstützung des Wohnens von Menschen mit Behinderung
ISBN: 978-3-941216-28-0
Veröffentlicht: Juli 2010, 1.. Auflage, Einband: Hardcover, Seiten 420, Format DIN A4, Gewicht 1.2 kg
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KUNDENSTUDIE

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Details

Monika Seifert

KUNDENSTUDIE

Bedarf an Dienstleistungen zur Unterstützung des Wohnens von Menschen mit Behinderung

Abschlussbericht

1. Auflage 2010, 420 Seiten. DIN A4. Hardcover. Zahlr. Abbildungen und Tabellen, 6 davon farbig.
Preis: 35 Euro. ISBN 978-3-941216-28-0
RHOMBOS-VERLAG, Berlin 2010

Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen hat seit 2009 für die Behindertenpolitik in
Deutschland programmatische Bedeutung. Sie proklamiert die gleichberechtigte Teilhabe von
Menschen mit Behinderung am Leben in der Gemeinde. Die Umsetzung stellt das System
Behindertenhilfe vor erhebliche Herausforderungen.
Im Kontext der gegenwärtigen sozialpolitischen Entwicklungen und des aktuellen
sozialwissenschaftlichen Diskurses hat das Forschungsprojekt „KUNDENSTUDIE – UNTERSTÜTZTES
WOHNEN IN BERLIN“ exemplarisch den Stand der wohnbezogenen Unterstützungsleistungen für
Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung aus unterschiedlicher Perspektive analysiert und
den Handlungsbedarf beschrieben. Dabei haben im Sinne partizipativer Forschung die Sichtweisen der
behinderten Menschen und ihrer Angehörigen einen zentralen Stellenwert.
Die Forschungsarbeit weitet den Blick über das System der Behindertenhilfe hinaus auf
sozialraumorientierte Ansätze der Sozialen Arbeit und der Sozialen Stadtentwicklung. In Teilbereichen
wird Neuland betreten, z. B. durch das Einbeziehen der Sichtweisen der türkischen Community zu
Unterstützungsbedarfen für behinderte Menschen mit Migrationshintergrund. Die theoretischen
Erkenntnisse und empirischen Ergebnisse wurden in einem Strategiekonzept verdichtet, das konkrete
Maßnahmen auf dem Weg zur Inklusion benennt. Sie betreffen die Ebene des Individuums und seiner
Lebenswelt sowie die Ebene des Hilfesystems und des Sozialraums.
Die Studie besitzt für die Weiterentwicklung der Strukturen und Prozesse (nicht nur) der Behindertenhilfe
eine bundesweite Bedeutung.

Forschungsprojekt „Kundenstudie – Bedarf an Dienstleistungen zur Unterstützung des Wohnens von Menschen mit Behinderung“

Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB), Köpenicker Allee 39-57, 10318 Berlin

http://www.khsb-berlin.de, Kontakt: monikaseifert@gmx.de

Mitwirkende

Projektteam

Projektleitung: Prof. Dr. Monika Seifert

Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Birgit Steffens

Studentische Hilfskräfte: Elke Kuchinke (01/2007-09/2008); Selma Pfennigwerth (03/2008-06/2009)

Kooperationspartner

Dr. Heidrun Metzler, Forschungsstelle „Lebenswelten behinderter Menschen“, Universität Tübingen

Reinald Purmann, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Berlin

Projektbeirat

Sylvia Brinkmann, Angehörige

Prof. Dr. Reinhard Burtscher, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

Christa Frauenberger, Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Berlin

Angelika Ghaeni-Scheunemann, Eltern beraten Eltern von Kindern mit und ohne Behinderung

Uwe Hoppe, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

Dr. Christiane Kieslich, Bezirksamt Tempelhof-Schönbeberg

Ursula Klippel, Spastikerhilfe eG

Uwe Lehmann, Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales

Mechtild Lutze, Lotse Berlin

Martin Marquard, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung

Jutta Moltrecht, Vertreterin des diakonischen Trägerbereichs

Kurt Nelius, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Jeanette Pella, leben lernen Wohnstätten gGmbH

Dr. Johannes Schädler, Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE), Universität Siegen

Dr. Martin Theben, Rechtsanwalt (Beiratsmitglied bis 2008)

Yvonne Tenner-Paustian, Bezirksamt Pankow

Freie Mitarbeit in ausgewählten Bereichen

Dipl.-Heilpäd. Janna Harms, Dipl.-Heilpäd. Michael Komorek, Dipl.-Päd. Florian Kiuppis;

Dipl.-Päd. Elisabeth Lawonn; Berit Gleitsmann, Sarah Gude, Nadine Richert

Diplom- und Bachelorarbeiten zu ausgewählten Themenfeldern

Juliane Bloß, Christian Bösing, Heike Braun, Silke Fritzsch, Markus Jankowski, Elke Kuchinke,

Christoph Sasse, Josefine Schwandt, Stefanie Wenzel

Praxisprojekt „Leben im Quartier“

22 Frauen und Männer mit Behinderung (aus Datenschutzgründen ohne Namen)

Studierende der KHSB: Christian Bösing, Josefine Böwe, Bernadett Gazsi, Jenny Gmerek, Katharina Grub, Felix Iben, Marie Hartmann, Kathleen Hofmann, Markus Jankowski, Steffi Mrotzek, Antje Neumann, Karin Rogner, Rafael Pomm, Friederike Scholz, Diana Streich, Melanie Vahlert, Stefanie Wenzel, Sandra Winterfeld;

Dipl.-Heilpäd. Janna Harms, Dipl.-Heilpäd. Michael Komorek

Förderer des Forschungsprojekts

Deutsche Behindertenhilfe – Aktion Mensch e. V., Bonn

Heidehof-Stiftung GmbH, Stuttgart

D. Ludwig Schlaich Stiftung, Waiblingen

Franz-Neumann-Stiftung für Behinderte, Berlin

 

Grußwort

Wenn es endlich ganz selbstverständlich ist, verschieden zu sein, wäre das Ziel der inklusiven Gesellschaft erreicht. Berlin hat den Anspruch, ein offenes Gemeinwesen zu sein, in dem jeder Einzelne dazugehört und in dem Ausgrenzungen aufgrund von sozialer Lage, Herkunft, Alter oder auch Behinderung überwunden werden.

Aber – welche Schritte sind konkret notwendig, um diesen Prozess weiter zu fördern? 

Frau Prof. Dr. Monika Seifert und ihr Team in der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin haben im mehrjährigen Forschungsprojekt „Kundenstudie“ eine sehr detaillierte Bestandsaufnahme dokumentiert, sie haben kritische Fragen analysiert und weitreichende Vorschläge für eine zukünftige Gestaltung dieses Bereiches des Sozialen Berlins gemacht.  

Dabei haben die Forscherinnen sich konsequent auf die Perspektive von Menschen mit Behinderungen und ihrer Angehörigen eingelassen und die vorhandenen Strukturen daraufhin überprüft, ob sie diesen Wünschen und Vorstellungen genügen.

Wie kann die von der Forschergruppe beschriebene Zukunft eines inklusiven Gemeinwesens erreicht werden? Aus der Sicht des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes Berlin möchte ich zwei positive Entwicklungskräfte benennen, die unser Verband gerne auch in Zukunft unterstützen will:

  • Das eine ist die Entwicklung und Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements des Ehrenamtes. Diese Ressource der Zivilgesellschaft kann Menschen mit Behinderungen wichtige Räume der Teilhabe im Gemeinwesen ermöglichen jenseits der professionell gestalteten „Sonderwelten“.  

  • Ebenso wichtig ist der Bereich der inklusiven Bildung, d. h. der Schaffung und Stärkung von Angeboten lebenslangen Lernens gerade auch für Menschen mit Lernbehinderungen. Denn – Bildung ist die Basis von allem. Ausgrenzungen im Bildungsbereich sind daher zu überwinden und unser Verband möchte sich gerade auch in diesem Bereich besonders einmischen.

So soll die „Kundenstudie“ nicht nur gelesen werden, sondern sie soll auch Anregungen geben, Visionen zu entwickeln für die künftige Gestaltung eines großen Bereiches der sozialen Arbeit in Berlin – aus der Sicht der „Kunden“. Dies ist keine Aufgabe der Politik allein, sondern schließt alle Akteure unseres Gemeinwesens ein. Dafür kann die „Kundenstudie“ ein Kursbuch sein.    

Prof. Barbara John

Vorstandsvorsitzende

Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband

Landesverband Berlin e. V.

Berlin, Frühjahr 2010

 

Grußwort

Spätestens die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesregierung im Jahr 2009 fordert Politik und Träger der Behindertenhilfe zur Überprüfung ihrer Praxis und zur Praxisentwicklung heraus. Die Realisierung des Rechts von Menschen mit Behinderung auf selbstbestimmte Teilhabe am Leben der Gesellschaft birgt Anfragen an die Strukturen des Hilfesystems und die Form der Unterstützungsleistungen. Unterstützen diese Strukturen die Möglichkeit der selbstbestimmten Alltagsgestaltung und der sozialen Einbindung in das Wohnumfeld oder leisten sie unbedacht der Separierung und Ausgrenzung von Menschen Vorschub? Für die selbstbestimmte Alltagsgestaltung ist die Wohnform von zentraler Bedeutung. Aber können Menschen mit Behinderung entsprechend ihren Wünschen die Wohnform wählen? Die Behindertenrechtskonvention fordert dazu auf, dieses Wahlrecht zu gewährleisten. Was müssen Träger der Behindertenhilfe und Kommunalpolitiker über die wohnbezogenen Wünsche und Bedarfe von Menschen mit Behinderung wissen?

Die vorliegende Studie will auf diese Fragen geprüfte Antworten geben. Sie ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das von 2007 bis 2009 an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin durchgeführt wurde. Das Projekt untersuchte in einem mehrperspektivischen Ansatz, welche Vorstellungen vom selbstbestimmten Wohnen Menschen mit einer Behinderung haben, wie Angehörige diese Wünsche sehen und von welchen Sichtweisen das Verwaltungssystem bestimmt ist.

Es ist die Stärke der Untersuchung, dass sie die Sichtweisen und Perspektiven der verschiedenen Betroffenen und Akteure sorgfältig erhebt und zueinander in Beziehung setzt. Sie bietet differenzierte Einblicke in einen vielschichtigen Lebenszusammenhang. Gestützt auf die Ergebnisse der Befragungen legt sie Anregungen zur Praxis- und Politikentwicklung vor, die auf unterschiedlichen Ebenen die Entwicklung von Unterstützungsformen fördern, die Teilhabe ermöglichen.

Ich wünsche der Studie die Aufmerksamkeit von Politik, von Betroffenen, von Trägern der Behindertenhilfe und von Studierenden der Heilpädagogik und Sozialen Arbeit und hoffe, dass sie den Anstrengungen zur Umsetzung des Leitbilds einer inklusiven Gesellschaft dienlich ist.

Prof. Monika Treber

Rektorin

Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

Berlin, April 2010

     

Geleitwort

Die „Kundenstudie“ ist Auftragsforschung im besten Sinne!

Die Projektgruppe „Kundenstudie“ an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin unter Leitung von Frau Prof. Dr. Monika Seifert hat sich ihren Auftraggeber selbst gewählt: Die Perspektive von Menschen mit Behinderungen, ihrer Angehörigen und Freunde, also die „Kundenperspektive“ bestimmte das erkenntnisleitende Interesse. Die „Aktion Mensch“ hat dieses innovative Vorhaben dann möglich gemacht!

Forschungen zu Leistungen der Eingliederungshilfe, zumal aus der Sicht der Menschen mit Behinderungen, sind in der Bundesrepublik Deutschland bezeichnenderweise Mangelware. An der Relevanz des Themas kann dies nicht liegen: Nahezu 200.000 Menschen werden in der Bundesrepublik Deutschland in Formen des Betreuten Wohnens betreut und gefördert, zehntausende Fachkräfte sind in Einrichtungen und Diensten dieses Bereiches tätig und der wachsende gesellschaftliche Aufwand beträgt viele Milliarden Euro.

Einer Empfehlung der OECD zufolge, sollen für die Evaluation von Projekten der Entwicklungshilfe mindestens 2 Prozent eingeplant werden: Nur so kann sichergestellt werden, dass die Projekte zielgerichtet laufen, dass sie erfolgreich sind und an den Bedürfnissen der Partner anknüpfen.

Übertragen auf die Rehabilitationsforschung im Bereich der Eingliederungshilfe wäre dies ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit in diesem Feld. Dieses Missverhältnis von geringen Ressourcen für Forschung, wissenschaftliche Analyse und dem hohen Aufwand der Leistungserbringung führt leicht zu einer „Praxislastigkeit“ oder „Betriebsblindheit“ der Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderungen, aber auch bei der Verwaltung und Politik. Man kann sogar von einer Stagnation der Fachdiskussion sprechen! So gibt es Veröffentlichungen zu (neu) gesetzten Politikzielen, z. B. zur Umsetzung des „Trägerübergreifenden Persönlichen Budgets“, zur UN-Konvention oder zur Inklusion als Sozialstrategie. Zwar sind solche entfernten „Orientierungssterne“ wichtig, sie ersetzten aber nicht den Brückenbau in die Alltagspraxis.

Die „Kundenstudie“ kann für alle Beteiligten im Bereich der Eingliederungshilfe eine solche Brücke bauen. Wie können Veränderungsprozesse an der Praxis der Einrichtungen und Dienste anknüpfen und zukunftsgerichtete Entwicklungsmöglichkeiten schaffen? – Und: Wie sehen die „Kunden“ die „Angebote“, die häufig ohne Alternative sind?

Ohne kritische Reflektion und wissenschaftliche Analyse besteht die Gefahr, dass die Mittel (also die Angebote für Menschen mit Behinderungen) Selbstzweck werden und sich verselbstständigen. Die Planung besteht dann darin, immer mehr vom Gleichen zu schaffen mit dem Argument, dieses habe sich in der Vergangenheit ja bewährt…

Aber quantitative Aspekte beim Ausbau einer Versorgungsstruktur stehen heute endgültig nicht mehr im Mittelpunkt, sondern es geht um Qualitäten: Was heißt „Individualisierung der Eingliederungshilfe“ tatsächlich, wie können sich Angebote in das Gemeinwesen mit einbeziehen und – so wie wir stolz darauf sind, die „Anstalt“ als Lebensort für Menschen mit Behinderungen unumkehrbar überwunden zu haben – was bringt die fachliche Weiterentwicklung für die Wohnheime für Menschen mit Behinderungen?

Frau Prof. Dr. Seifert hatte in den 90er Jahren an einer großen Studie im Land Berlin gearbeitet, die wichtige Grundlagen für die 1994 von der Senatsverwaltung für Soziales vorgelegte „Wohnentwicklungsplanung“ geschaffen hatte. Die Kundenstudie knüpft an diese Erfahrungen an, zieht aber den Fokus nicht auf den Ausbau, sondern auf die innovative Weiterentwicklung der Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen.

Programmatisch (wenn natürlich auch kritisch problematisiert) ist der gewählte Titel „Kundenstudie“, der deutlich macht, dass die Menschen das Ziel und der Zweck der Angebote sind und sie daher die Richtung der Entwicklung vorgeben müssen. Ein ganz wichtiger Beitrag dabei ist der „Nueva-Ansatz“ aus Österreich, der Nutzern von Angeboten der Eingliederungshilfe die Bewertung der Ergebnisqualität überträgt.

Es gibt genug Themen und Ansätze für weitere „Kundenstudien“.

Unser Dank gilt den Finanziers dieses Forschungsvorhabens, allen voran der „Aktion Mensch“!

Dipl.-Psych. Reinald Purmann

Fachreferent

Der Paritätische Wohlfahrtsverband

LV Berlin

Berlin, im Frühjahr 2010

 

Vorwort

Das Forschungsprojekt „Kundenstudie“ – Unterstütztes Wohnen in Berlin entstand auf Initiative des Fachausschusses Behindertenhilfe der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin, unterstützt durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales. Nach mehrjähriger Forschungsarbeit liegt nun eine differenzierte qualitative Analyse des gegenwärtigen Stands der Behindertenhilfe im Bereich des Wohnens von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung im Land Berlin vor.

Ausgangspunkt war die Frage nach der konkreten Umsetzung der Leitideen Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, die durch die UN-Behinder¬ten¬rechtskonvention normative Bedeutung erlangt haben. In einem mehrdimensionalen Forschungsdesign wurden aktuelle Entwicklungen und Handlungsbedarfe aus unterschiedlicher Perspektive betrachtet und in Eckpunkten für ein Strategiekonzept verdichtet, das konkrete Maßnahmen auf der Ebene des Individuums und seiner Lebenswelt sowie auf der Ebene des Hilfesystems und des Sozialraums benennt. Dabei finden individuelle Bedarfslagen Berücksichtigung, die z. B. durch Alter und Geschlecht, den kulturellen Hintergrund oder die Behinderung bedingt sind. Angesichts der Komplexität des Berichts ist jedem Hauptkapitel zur schnellen Orientierung eine kurze Zusammenfassung mit Handlungsempfehlungen vorangestellt. Das erste Kapitel gibt einen Überblick über zentrale Erkenntnisse.

Die Ergebnisse der KUNDENSTUDIE geben vielfältige Impulse zur Weiterentwicklung der wohnbezogenen Unterstützungsleistungen. Sie basieren auf den Erfahrungen, Vorstellungen und Einschätzungen von Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen sowie von Expertinnen und Experten in Verantwortungsbereichen innerhalb und außerhalb der Behindertenhilfe und Vertreterinnen und Vertretern der Bezirks- und Senatsverwaltungen. Ihnen allen sagen wir für Ihre Bereitschaft zur Mitwirkung herzlichen Dank!

Bemerkenswert ist die große Zahl der behinderten Menschen, die an der Studie beteiligt waren. Über 250 Frauen und Männer mit Behinderung haben an Fragebogenerhebungen, Interviews und Workshops mitgewirkt. Dadurch konnten – im Sinne partizipativer Forschung – ihre subjektiven Erfahrungen in ihrer Lebenswelt und ihre Veränderungsvorschläge ermittelt werden. Zentrale Ergebnisse der KUNDENSTUDIE werden in einer separaten Broschüre in leichter Sprache verfasst und verbreitet, damit die Impulse auch von den Betroffenen aufgegriffen und umgesetzt werden können.

An der Erhebung und Analyse der Daten sowie an der Organisation und Durchführung der Projektaktivitäten waren viele Menschen beteiligt. Mein besonderer Dank gilt Dr. Birgit Steffens, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Projektaktivitäten mit großem Engagement durchgeführt bzw. unterstützt und die konzeptionelle Arbeit durch konstruktive fachliche Impulse aus der sozialraumorientierten Sozialen Arbeit bereichert hat. Das Themenfeld „Migration und Behinderung“ wurde von Janna Harms bearbeitet, Michael Komorek hat projektbezogene Erhebungen zum Handlungsfeld „Alter und Behinderung“ durchgeführt. Elke Kuchinke und Selma Pfennigwerth gaben als studentische Hilfskräfte durch ihre umsichtige und kompetente Unterstützung den Projektaktivitäten einen verlässlichen Rahmen. Der multidisziplinär zusammengesetzte Projektbeirat hat die Durchführung der Studie mit wertvollen Anregungen und kritischen Diskussionen konstruktiv begleitet. Besonders hervorheben möchte ich die kontinuierliche Unterstützung der Projektarbeit durch unsere Kooperationspartner, Frau Dr. Metzler (Universität Tübingen) und Herrn Purmann (Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin).

Allen Genannten sagen wir an dieser Stelle herzlichen Dank für die Mitwirkung am Projekt. Der Dank schließt alle anderen Mitwirkenden ein, die nicht namentlich genannt wurden.

Ohne die großzügige Unterstützung der Förderer des Forschungsvorhabens wäre die breit angelegte Durchführung des Projekts nicht möglich gewesen. Wir danken Aktion Mensch, die durch die Förderung des zukunftsweisenden Projekts ein Signal für neue Wege in der Behindertenhilfe gesetzt hat, sowie der Heidehof-Stiftung, der D. Ludwig Schlaich Stiftung und der Franz-Neumann-Stiftung für Behinderte.

Wir hoffen, dass die Erkenntnisse der KUNDENSTUDIE auf fruchtbaren Boden fallen und Anstoß für Diskussionen und Strategien zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung geben.

Für das Projektteam:

Prof. Dr. Monika Seifert

Projektleitung der KUNDENSTUDIE

Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

 Berlin, April 2010

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Leseproben (siehe oben Dateien zum Herunterladen / "Downloads"):
001- Ausgangslage/Forschungsansatz/Wohnbedürfnisse: S. 17-20
002- Zufriedenheit von Menschen mit Behinderung: S. 104-105
003- Sicht von Angehörigen (soz. Einbindung): S. 158-159
004- Sicht der Behindertenhilfe (Pflege; Regionalisierung): S. 231-232
005- Sicht der Sozialverwaltung: S. 237-238
006- Interkulturelle Öffnung der Behindertenhilfe: S. 258-261
007- Sicht von Familien mit Migrationshintergrund / türk. Community: S. 274-276
008- Teilhabe aus sozialräumlicher Perspektive: S. 374-375
009- Handlungsbedarf aus der Perspektive der Inklusion: S. 382-384
010- Ansatzpunkte Ebene Individuum: S. 388-390
011- Ansatzpunkt Partizipation (Teilhabe-Formel): S. 394-395
012- Perspektiven: S. 398 

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Inhaltsverzeichnis

Grußwort (Barbara John)    11
Grußwort (Monika Treber)    12
Geleitwort (Reinald Purmann)    13
Vorwort     15

 

I    Ergebnisse der KUNDENSTUDIE im Überblick    17
1    Ausgangslage    17
2    Fragestellung und methodischer Ansatz    19
3    Wohnbedürfnisse von Menschen mit Behinderung    20
4    Wohnvorstellungen und Erfahrungen von Angehörigen    22
5    Entwicklungen im Bereich Wohnen  – Sicht der Behindertenhilfe    24
6    Kundenorientierung – Sicht der Verwaltung    25
7    Teilhabe von behinderten Menschen mit Migrationshintergrund    26
8    Teilhabe aus sozialräumlicher Perspektive    28
9    Handlungsbedarf    29
9.1 Anforderungen aus der „Kundenperspektive“    29
9.2 Entwicklungsbedarf aus fachlicher Sicht    30
10    Ansätze zur Weiterentwicklung    33
10.1 Handlungsfeld: Individuum und Lebenswelt    35
10.2 Handlungsfeld: Hilfesystem und Sozialraum    37
10.3 Flankierende Maßnahmen    39
11    Eckpunkte für ein Strategiekonzept    39
12    Perspektiven    41

 

II    Ausgangslage und Entwicklungen im Berichtszeitraum    43
1    Leitorientierung der Behindertenhilfe    43
2    Novellierung der Eingliederungshilfe    46
3    Wohnbezogene Angebote für Menschen mit Behinderung in Berlin    48
3.1 Entwicklung und aktueller Stand    49
3.2 Unterbringung außerhalb Berlins    55
3.3 Projekte im Bereich Wohnen    60
4    Aktuelle Herausforderungen    60
5    Zusammenfassung    62

 

III    Fragestellung, Bezugsrahmen und methodischer Ansatz der Studie    65
1    Zur Zielgruppe    65
2    Bezugsrahmen    68
2.1 Teilhabe im ökologischen Kontext    68
2.2 Bedingungen für gelingende Teilhabe    70
2.2.1 Handlungsebene Sozialraum    71
2.2.2 Leben in Nachbarschaften    76
2.2.3 Strukturelle Voraussetzungen    78
3    Untersuchungsverfahren    79
3.1 Landesweite Erhebungen    82
3.2 Untersuchungen in ausgewählten Bezirken    83
3.2.1 Ermittlung der Wohnbedürfnisse    86
3.2.2 Angebots- und Sozialraumanalyse    87
3.2.3 Praxisprojekt und Bezirkskonferenzen    87
3.3 Güte der Daten    87
4    Zusammenfassung    89

 

IV    Wohnbedürfnisse von Menschen mit Behinderung    91
1    Personenkreis    92
1.1 Teilnehmer/innen der Fragebogenerhebung    92
1.1.1 Unterstützungsbedarf    93
1.1.2 Gegenwärtige Wohnsituation    96
1.2 Teilnehmer/innen der Interviews    97
2    Wohnerfahrungen und Wohnwünsche in betreuten Wohnformen    97
2.1 Zufriedenheit mit der gegenwärtigen Wohnsituation    99
2.2 Selbstbestimmung im Alltag    106
2.3 Ansprechpartner bei Problemen    108
2.4 Soziale Beziehungen und Kontakte    112
2.5 Veränderungsbedarf    119
2.5.1 Persönliche Wünsche    119
2.5.2 Wohnen von Menschen mit Behinderung in der Zukunft    124
3    Wohnerfahrungen und Wohnwünsche in der Herkunftsfamilie    126
3.1 Einschätzung der gegenwärtigen Wohnsituation    126
3.2 Soziale Beziehungen und Kontakte    128
3.3 Veränderungsbedarf    131
4    Vergleich der Aussagen in betreuten Wohnformen und Familien    132
5    Weitere Studien zur „Kundenperspektive“    136
6    Zusammenfassung und Handlungsbedarf    142

 

V    Wohnvorstellungen und Erfahrungen von Angehörigen    147
1    Personenkreis    147
2    Einschätzung der Wohnsituation    150
3    Soziales Netzwerk    154
3.1 Gestaltung der freien Zeit    154
3.2 Soziale Beziehungen und Kontakte    155
3.3 Verhältnis zur Nachbarschaft    156
3.4 Einbindung ins Wohnumfeld    158
3.5 Teilhabe am Arbeitsleben    162
4    Gestaltung der künftigen Wohnsituation    163
4.1 Wohnformen    164
4.2 Wohnbedingungen    167
4.3 Präferenzen    167
4.4 Wohnvorbereitung    173
5    Bedarfsermittlung und Finanzierung    174
6    Zukünftiges Wohnen von Menschen mit Behinderung    178
7    Weitere Studien zur „Angehörigenperspektive“    178
8    Zusammenfassung und Handlungsbedarf    181

 

VI    Entwicklungen im Bereich Wohnen – aus der Perspektive der Behindertenhilfe    185
1    Adressaten der Befragung    185
2    Gegenwärtige Wohnangebote    186
2.1 Innovative Konzepte    188
2.2 Teilhabeleistungen bei spezifischen Unterstützungsbedarfen    189
2.3 Handlungsbedarf    196
3    Weiterentwicklung der Angebote    201
3.1 Veränderung der Nachfrage    201
3.2 Veränderungen im Leistungsangebot    205
3.3 Veränderungen der Personalstruktur    207
3.4 Anwendung des Persönlichen Budgets    208
3.5 Fachlich-konzeptionelle Planungen    213
3.6 Hemmnisse für Innovation    216
4    Künftige Strategien    219
4.1 Stärkung der Teilhabechancen    219
4.2 Kundenorientierung    221
4.3 Koordination der Angebote    225
4.4 Versorgungssystem    227
4.5 Landesplanung    233
5    Zusammenfassung und Handlungsbedarf    234

 

VII    Kundenorientierung – aus Sicht der Verwaltung    237
1    Wandel der Rolle des Sozialhilfeträgers    237
2    Erfahrungen im Fallmanagement    238
2.1 Personzentrierung    238
2.2 Hilfen im Bereich des Wohnens    239
2.3 Passgenaue Leistungen    240
2.4 Rahmenbedingungen    242
3    Perspektiven    245
4    Zusammenfassung und Handlungsbedarf    246

 

VIII    Teilhabe von behinderten Menschen mit Migrationshintergrund    249
1    Einwanderungsgründe und Lebensrealitäten    252
2    Integrationsstrategien und -konzepte    254
2.1 Der Nationale Integrationsplan    254
2.2 Das Berliner Integrationskonzept    256
3    Interkulturelle Öffnung der Behindertenhilfe    258
3.1 Forschungslage    258
3.2 Bundesweite Initiativen    260
3.3 Initiativen und Projekte in Berlin    263
4    Sichtweisen von Akteuren an der Schnittstelle Migration und Behinderung    267
5    Erfahrungen von Menschen mit Behinderung und Angehörigen    272
6    Einschätzungen aus der türkischen Community    276
6.1 Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung in den Vereinen    277
6.2 Unterschiedliche Bedeutung von Behinderung    279
6.3 Kulturelle Unterschiede in den Lebensentwürfen    281
6.4 Diskriminierungserfahrungen    282
6.5 Fremd- und Selbstbilder von Familien türkischer Herkunft    283
6.6 Bedarf an unterstützten Wohnangeboten    285
6.7 Barrieren des Zugangs und der Inanspruchnahme    286
6.8 Ansätze zur Verbesserung der Teilhabechancen    289
6.8.1 Gestaltung der Wohnangebote    289
6.8.2 Zielgruppenspezifische Beratungs- und Informationsangebote    292
6.8.3 Niedrigschwellige Kontakt- und Begegnungsstätten    293
6.8.4 Ressourcen der türkischen Community    293
6.8.5 Kooperation und Vernetzung    294
6.8.6 Öffentlichkeitsarbeit    295
7    Zusammenfassung und Handlungsbedarf    296

 

IX    Teilhabe aus sozialräumlicher Perspektive    299
1    Der städtische Raum    299
2    Sozialraumanalyse    300
2.1 Kerndimensionen    300
2.2 Sozialstatistische Daten    302
3    Sozialraum als Struktur    303
3.1 Bevölkerungsstruktur    304
3.2 Sozialräumliche Bezirksbetrachtung    306
3.3 Unterstützende Strukturen    312
3.3.1 Angebote für Menschen mit Behinderung    312
3.3.2 Interessenvertretung    318
3.3.3 Fokus: Psychosoziale Versorgung    318
3.4 Stadtteilbezogene Strukturen    322
3.4.1 Beteiligungsstrukturen im Bezirk    322
3.4.2 Ressortübergreifende Strukturen    326
4    Sozialraum als individueller Erfahrungsraum    328
4.1 Soziale Integration    328
4.2 Zufriedenheit mit der Wohnsituation    332
4.3 Leben im Quartier    335
4.3.1 Unterstützungsnetzwerke    336
4.3.1.1 Persönliche Teilhabenetze    337
4.3.1.2 Erkenntnisse    341
4.3.2 Aneignungsräume    342
4.3.2.1 Persönliche Kiezkarten    342
4.3.2.2 Persönliche Teilhabepläne    346
4.3.2.3 Erkenntnisse    348
5    Sozialraum als professioneller Handlungsraum    349
5.1 Leitorientierung Inklusion    349
5.2 Freiwilligenengagement    351
5.3 Soziale Akzeptanz    353
5.4 Zusammenarbeit    354
5.5 Interkulturelle Öffnung    355
5.6 Fokus: Teilhabe im Alter    357
6    Sozialraum als Planungsraum    363
6.1 Forum: Bezirkskonferenzen    364
6.2 Lokale Teilhabeplanung    368
6.2.1 Bezirkliche Orientierung    370
6.2.2 Soziale Stadt(teil)entwicklung    371
7    Zusammenfassung und Handlungsbedarf    374

 

X    Erkenntnisse und Konsequenzen    377
1    Zusammenführung der Ergebnisse der KUNDENSTUDIE    377
1.1 Das wohnbezogene Unterstützungssystem unter qualitativen Aspekten    377
1.2 Impulse zur Weiterentwicklung aus der „Kundenperspektive“    380
1.3 Zukunftsweisende Konzepte    382
2    Maßnahmen zur Stärkung der Teilhabe    382
2.1 Handlungsfeld: Individuum und Lebenswelt    384
2.1.1 Individuelle Ressourcen stärken    384
2.1.2 Persönliches Netzwerk erweitern    386
2.1.3 Ressourcen im Stadtteil erschließen    387
2.1.4 Partizipation realisieren    388
2.2 Handlungsfeld: Hilfesystem und Sozialraum    389
2.2.1 Organisationsentwicklung    389
2.2.2 Unterstützungsstrukturen    391
2.2.3 Kooperation und Vernetzung    392
2.2.4 Steuerung und Finanzierung    393
2.3 Flankierende Maßnahmen    394
3    Eckpunkte für ein Strategiekonzept    395
4    Perspektiven    398

 

XI    Verzeichnisse    399
1    Literatur    399
2    Abbildungen    415
3    Tabellen    419

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