Jochen, vertell doch mal...

Erlebnisse aus der Zeit, als Frachtschiffe auch noch segelten. Erzählt von Jochen Garrn.

Burkhard Ziegler (Hrsg.)

Kurzübersicht

Erlebnisse aus der Zeit, als Frachtschiffe auch noch segelten. Erzählt von Jochen Garrn.
ISBN: 978-3-938807-53-8
Veröffentlicht: September 2008, 1.. Auflage, Einband: Broschur, Seiten 138, Format DIN A5, Gewicht 0.17 kg
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Jochen, vertell doch mal...

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Vorwort des Herausgebers

Seemann Garrn, das ist Jochen, und wenn Jochen erzählt, dann erwartet man natürlich Seemannsgarn.
Aber das, was Jochen Garrn erzählt, das ist kein Seemannsgarn, sondern das ist die Wiedergabe des Lebens, das Seeleute zu Zeiten der Frachtensegler, also bis Mitte des 20. Jahrhunderts, führten und das sie liebten. So, wie sie die alten Segler liebten und heute noch lieben.
Alle haben sie klein angefangen, als Schiffsjungen, gerade von der Schule weg, hineingeworfen in ein hartes Leben. Von der Pike auf haben sie ihr Handwerk gelernt, sind Matrosen, Steuerleute und Kapitäne geworden. Und dort haben sie ihr Wissen weitergegeben, an jüngere Leu-te, auch wenn es keine Frachtensegler mehr gibt.
Auf Segelschulschiffen, Segel-Trainingsschiffen, zu denen einige der alten Frachtensegler umgebaut worden sind, geben sie ihr Wissen weiter. Andere Traditions-Segler sind aus Umbauten (etwa die ALEXANDER VON HUMBOLDT aus einem ausgedienten Feuerschiff, die ROALD AMUNDSEN aus einem Tanklogger entstanden. Ohne das Wissen der alten Kapitäne könnten sie nicht betrieben werden.
Jochen Garrn hat sein Wissen in mehreren Handbüchern für Traditionsschiffer niedergelegt, er hat es in praktischer Demonstration an Bord oder in den verniedlichend „Klöppelkursen“ genannten Seminaren an Hunderte von Nachwuchs-Segelschiff-Seeleuten weitergegeben und damit einen Beitrag dazu geleistet, dass überkommenes Wissen nicht verloren geht. Noch mit 74 Jahren hat er 2008 als Ausbilder einen Ausbildungstörn auf der ALEXANDER VON HUMBOLDT geleitet und selbst zu Segeltuch und Segelnadel gegriffen, als es galt, Spannschrauben einen wasserdichten Schutzüberzug zu verschaffen.
Wir, die Mitglieder der STAG, der Sail Training Association of Germany, und ihrer Mitgliedsvereine als Betreiber von Segel-Trainingsschiffen, sind Jochen Garrn zu allergrößtem Dank verpflichtet, haben wir doch von ihm nicht nur gute Seemannschaft gelernt, sondern was es heißt, auf hoher See aufeinander angewiesen zu sein und einander vertrauen zu können. Auf eine fundierte Ausbildung des Nachwuchses auf Groß-Seglern hat Jochen Garrn immer den allergrößten Wert gelegt, insbesondere darauf, das Notwendige mit den vorhandenen Möglichkeiten zu bewerkstelligen. Das betrifft nicht nur Kapitäne und Steuerleute, sondern vor Allem Bootsleute und Decksmatrosen. Und natürlich die Trainees, denen wir das auf uns gekommene Wissen weiterreichen wollen.
Und hier sind die Erinnerungen von Jochen aus seiner Fahrenszeit eine wertvolle Ergänzung zu seinen Handbüchern. Wer sie aufmerksam aufnimmt, wird wohl noch den einen oder anderen wertvollen Tipp mitnehmen.

Erfreulicherweise hat sich Jochen bereit erklärt, seine Erinnerungen zwecks Herausgabe eines Vorlesebuchs für lange Nachtwachen zur Verfügung zu stellen. Hierfür sei ihm ganz besonders gedankt.
Mit diesem Buch soll nicht nur das Wissen, sondern auch die Begeisterung für die traditionelle Segelschifffahrt weitergegeben werden.

 

 

Die neue Alexander von Humboldt

Die Eignerin des berühmtenWindjammers "Alexander von Humboldt", die Deutsche Stiftung SailTraining (DSST) Bremerhaven, will 2011 ein neues Nachfolge-Schiff bauenlassen. Das neue Schiff soll wieder eine Bark werden - 65 Meter lang,bis zu 13 Knoten schnell, und mit Platz für rund 80 Personen. Laut DSSTist ein Neubau kostengünstiger, weil deutlich weniger Reparaturen fürdas neue Schiff gegenüber der jetzigen "Alexander von Humboldt"anfallen. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf etwa 15 MillionenEuro. Die eine Hälfte wird über die Bank finanziert, die andere willdie Stiftung selbst aufbringen. Etwa 6,5 Millionen Euro sind denAngaben zufolge bereits an Geld- und Sachspenden zusammengekommen.
Infos über die neue "Alex" und Spendenmöglichkeiten findet man unter http://www.gruene-segel.de.

 

 

Einleitung

Bei einer Abendwache auf einem größeren Segler war es: Der tagsüber frische Wind schlief gänzlich ein und unter den Mitseglern wurde der Wunsch laut: „Lasst uns vor Anker gehen, baden und von den Manövern des Tages ausruhen!“
Vor Hiddensee, gleich bei der Einfahrtsrinne nach Stralsund, ging der Anker in den Grund, die Nachtwachen wurden eingeteilt und eine der schönen Nächte, lau, sternenklar und später noch mit hellem, fast Vollmond begann ihren Zauber über die ganze Besatzung auszubreiten. Etwas gemeinsames Singen und Musizieren, wir hatten einen Klarinettenspieler dabei, verklang, Ruhe kehrte ein, aber niemand mochte zur Koje gehen. Einige der jüngeren Mitsegler hatten schon Segelerfahrung auf Kuttern, Jollen und bei den Eltern auf Yachten gesammelt und verglichen nun ihr heutiges Tun auf dem ehemaligen Frachtsegler mit dem im Segelverein Gelernten. Und mit einem Male sprang das Wort in die Runde: „Du, Jochen, Du hast erzählt, als Du jung warst, hast Du auf solchen Schiffen angefangen zu fahren. Wie war das, vertell doch mal!“
Nun, da habe ich dann so das eine und das andere aus der Zeit vor 50 Jahren, so Anfang der fünfziger Jahre, erzählt, als es noch zwei Welten in der Seefahrt gab.
Weil aber immer ein paar dabei waren, die nicht alles mitbekamen, wollten diese, dass ich alles mal zum Nachlesen aufschreibe.


Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Herausgebers    7
Einleitung    9
Wie es damals war    11
Die erste Reise    16
Die Segnung der Strichteilung    22
Der Maschinenschaden    26
Winterreise    35
Schwatte Gäng    42
Im Englischen Kanal    47
Das Wiedersehen, oder: Knopf annähen    54
„Backbord vörut Auto“    61
Seekrank    65
Madenlöcher im Speck    70
Haukipudas    76
Vor Wind    82
Landunter    88
Getreide, oder auch: Blinde Passagiere    93
Bordmedizin    97
Familientradition    101
Das Seemannsheim    105
Der Friseur von Lübeck    110
Das Schlitzohr    114
Schwanengesang? Oder: Was ich noch nicht erzählte    118
Wortverklarung    137

 

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