Integration der Bestandsqualität in die Zertifizierung von Gebäuden

Entwicklung eines ökonomisch-ökologischen Bewertungssystems für nachhaltiges Bauen unter besonderer Berücksichtigung von Bestandsbauten und traditionellen Bauweisen

Stefan Dirlich
ISBN: 978-3-941216-65-5
Veröffentlicht: Dezember 2011, Band 55. Auflage, Einband: Broschur, Abbildung und Tabellen: Zahlr. Abbildungen und Tabellen, 12 davon farbig, Seiten 228, Format DIN B5, Gewicht 0.45 kg
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Integration der Bestandsqualität in die Zertifizierung von Gebäuden

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Stefan Dirlich
Integration der Bestandsqualität in die Zertifizierung von Gebäuden

Entwicklung eines ökonomisch-ökologischen Bewertungssystems
für nachhaltiges Bauen unter besonderer Berücksichtigung
von Bestandsbauten und traditionellen Bauweisen


228 Seiten. Zahlr. Abbildungen und Tabellen,12 davon farbig. Preis: 40,00 Euro
ISBN: 978-3-941216-65-5
Rhombos-Verlag, Berlin 2011

Band 55 der Reihe "IÖR Schriften", herausgegeben vom
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR)
Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Bernhard Müller
Weberplatz 1,  01217 Dresden
Tel.: (0351) 4679-0, Fax.: (0351) 4679-212
E-Mail: info@ioer.de, Homepage: http://www.ioer.de

Genehmigte Dissertation
zur Erlangung des akademischen Grades Doktor rerum politicum
an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
der Technischen Universität Bergakademie Freiberg
Disputation am 10. Dezember 2010

Gutachter:
Prof. Dr. Jan C. Bongaerts,
TU Bergakademie Freiberg,
Professur für Umwelt- & Ressourcenmanagement
Prof. Dr. Dieter Jacob,
TU Bergakademie Freiberg,
Professur für Baubetriebslehre


Zusammenfassung
In der vorliegenden Dissertation werden vorhandene Nachhaltigkeitsbewertungssysteme hinsichtlich verschiedener Kriterien vorgestellt, analysiert und verglichen. Basierend auf den vorhandenen Systemen und den Ergebnissen des Vergleichs wird ein ökonomisch­ökologisches Bewertungssystem für die Sanierung von Altbauten entwickelt, das einen besonderen Schwerpunkt auf die Sanierung mittels traditioneller Bauweisen setzt. Dabei werden neben traditionellen Bauweisen wie beispielsweise dem Einsatz von Lehm, der Nutzung alter Handwerkstechnik, intelligente Gebäudegestaltung zur Kühlung/Heizung etc. selbstverständlich auch moderne, effiziente Bauweisen und -elemente berücksich­tigt.
In der Arbeit wird das nachhaltige bzw. ökologische Bauen als eine wichtige Maßnahme im Rahmen des Klimaschutzes identifiziert und es werden die möglichen Einsatzbereiche bei der Sanierung von Bestandsbauten dargestellt. Traditionelle Bauweisen aus aller Welt werden anhand von Länderbeispielen vorgestellt und gemeinsame Prinzipien, die bei der Sanierung bestehender Gebäude aber auch beim Bau neuer Häuser Vorteile bieten, benannt.
Mittels einer vergleichenden Untersuchung und kritischen Betrachtung existierender Bewertungssysteme für nachhaltiges Bauen, die vor allem in Großbritannien, den USA, Japan, Kanada, Australien und ab Anfang 2009 auch in Deutschland zum Einsatz kommen, werden Kriterien herausgearbeitet, die für ein System wichtig sind, dessen Schwerpunkt auf Bestandsbauten liegt und in dem auch traditionelle Bauweisen eine Rolle spielen.
Übergeordnetes Ziel des Bewertungssystems ist die Information von Planern, Bauher­ren und sonstigen am Bauprozess Beteiligten mittels eines Instruments, mit dem veranschaulicht werden kann, dass eine Erhöhung der Ressourceneffizienz bei gleichzeitiger bauwerkserhaltender Sanierung möglich ist.
Forschungsfragen, die in dieser Arbeit explizit bzw. implizit überprüft werden, sind im Folgenden aufgeführt:
Durch den Einsatz von Prinzipien und Methoden des traditionellen Bauens und der Nutzung traditioneller Baumaterialien kann die Ressourcenproduktivität und Nachhaltigkeit von Gebäuden verbessert werden.
Bestandgebäude erfordern aufgrund der komplexen Zusammenhänge hinsichtlich des Wärme- und Feuchtigkeitsaustausches eine besondere Sorgfalt bei der Sanierung, vor allem bei einer Erhöhung der Energieeffizienz.
Traditionelles Bauen kann die regionale Wirtschaft durch die vermehrte Nutzung lokaler Handwerker stärken.
Das Wissen von Hauseigentümern um Vor- und Nachteile traditionellen Bauens kann durch ein Bewertungssystem verbessert werden. Die Anwendung traditioneller Bauprinzipien kann dadurch gefördert werden und Schäden an Gebäuden können vermieden werden.
Im internationalen Kontext gibt es vergleichbare Möglichkeiten traditionellen Bauens in verschiedenen Ländern bzw. Regionen. Die meisten neuen Gebäude werden in moder­ner Bauweise ausgeführt und sind sich sowohl aus konstruktiver Sicht als auch hinsicht­lich der eingesetzten Materialien sehr ähnlich und das unabhängig von der Klimazone, in der das Gebäude entsteht. Die Berücksichtigung traditioneller Bauprinzipien und -mate­rialien kann die Ressourcenproduktivität durch besser an das jeweilige Klima angepasste Bauweisen erhöhen.
Der Bau von neuen Häusern in hundertprozentiger Übereinstimmung mit der Bautradi­tion ist nicht wünschenswert, da die Erfordernisse heutiger Hausbesitzer deutlich höher sind und das Baurecht dem vielfach entgegen steht.


Summary
In the doctoral thesis at hand existing sustainability assessment schemes are presented, analysed and compared with each other. On the basis of existing systems and the re­sults of the comparison an economical-ecological assessment system is being developed focusing on the refurbishment of buildings using traditional building principles. Beside traditional building principles such as the utilisation of clay, the integration of old techniques of crafts, intelligent building architecture for heating and cooling etc. modern and efficient building technologies are considered as well of course.
In the thesis sustainable or ecological building respectively is identified as a crucial measurement in the framework of the protection of the climate. Furthermore, possible areas of integrating such principles in the refurbishment of existing buildings are described. Traditional building principles from all over the world are presented and common principles offering advantages for the refurbishment as well as for the construction of new buildings are named.
With a comparative analysis and cirital review of existing assessment schemes for sustainable building being in use in the United Kingdom, the United States of America, Japan, Canada, Australia and as of 2009 in Germany as well criteria are developed being important for a system focussing on existing buildings and in which traditional building principles are relevant as well.
At the end of the day the overall target of such an assessment scheme is to inform planners, house owners, and other stakeholders involved in the building process by the means of an instrument that illustrates the possibility of an increase of resource efficiency while at the same time a refurbishment that protects the existing construction.
Research questions being dealt with implicitly and explicitly are listed in the following:
Applying principals and methods of traditional building and the use of traditional building material can improve resource productivity and the overall sustainability of buildings.
Existing buildings require a specific accuracy in case of refurbishment due to the complex interrelations concerning the exchange of warmth and moisture inside the building, especially when the building is retrofit in terms of its energetic efficiency.
Traditional building can strengthen regional economies through the assignment of local craftsmen.
Assessment schemes are able to improve the knowledge of house owners concerning advantages and disadvantages of traditional building. As such the application of traditional building can be fostered and damages at buildings can be avoided.
There a comparable opportunities of traditional building in international context. Most new buildings are built according to modern architecture and are therefore similar concerning the construction as well as the used materials independent from the climatic zone they are located in. Traditional building principles and materials may improve resource productivity as a construction method being better adapted to the respective climatic conditions.
The building of new houses in thorough accordance with building tradition is not desirable as the requirements of modern house owners are considerably higher, and in many cases the building legislation is restricting this.

 
Inhaltsverzeichnis
A Grundlagen...............17
1 Nachhaltiges und Traditionelles Bauen im Kontext der Nachhaltigkeit .. 17
1.1 Hintergrund .... 18
1.2 Nachhaltigkeit und Nachhaltiges Bauen....... 18
1.3 Ressourcenproduktivität und Energieeffizienz im Bauwesen.......... 22
1.4 Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden ........ 24
1.5 Zielstellung der Arbeit und Abgrenzung ...... 25
2 Rechtlicher Rahmen der Nachhaltigkeit im Bauwesen in Deutschland...33
2.1 Entwurf der Norm DIN EN 15643-1 und -2. 35
2.2 Norm DIN V 18599.... 42
2.3 EU-Richtlinie 2002/91/EG..... 45
2.4 Energieeinsparverordnung.....47
B Nachhaltiges und Traditionelles Bauen ...... 43 3 Nachhaltiges Bauen .. 43
3.1 Einzelansätze... 46
3.2 Integrative Ansätze .... 48
3.2.1    Das Zellenmodell von Glücklich ...... 49
3.2.2    Der Diskurs zwischen Engineering Approach und Architectural Approach........ 52
3.3 Vorteile des Nachhaltigen Bauens..... 53
3.4 Hemmnisse für Nachhaltiges Bauen.. 55
3.5 Kosten des Nachhaltigen Bauens......57
3.6 Der Markt für Nachhaltiges Bauen ... 60
3.6.1    Europa .......... 61
3.6.2    Nordamerika . 62
3.6.3    Südamerika ... 63
3.6.4    Australien/Neuseeland ........ 63
3.6.5 Asien ..... 64
3.6.6 Mittlerer Osten/Nordafrika.....64
3.6.7 Afrika – Sub-Sahara ..... 65
4 Die Sanierung von Altbauten aus ökologischer Sicht ....... 69
4.1 Ressourcenschonung durch Bauen im Bestand ....... 70
4.2 Energetische Verbesserungen von Altbauten .......... 71
5 Traditionelles Bauen weltweit.........77
5.1 Deutschland....82
5.2 Zypern . 86
5.3 Türkei... 88
5.4 Nigeria . 90
5.5 Kamerun ......... 92
5.6 Mali ..... 95
5.7 China ... 97
5.8 Thailand........101
5.9 Indonesien .... 105
5.10 Brasilien......... 108
5.11 Iglubauten der Inuit.. 109
5.12 Vor- und Nachteile Traditioneller Bauweisen.........110
5.13 Traditionelles Bauen in modernen Gebäuden........114
5.14 Die Marktsituation für Traditionelles Bauen in Deutschland ........ 116
5.15 Hemmnisse ... 117
C Bewertungssysteme119 6 Vergleich bestehender Bewertungssysteme für Nachhaltiges Bauen.... 119
6.1 Interessengruppen, Ziele und Kosten.........121
6.2 Bewertungssysteme im internationalen Kontext ... 123
6.3 BREEAM – Großbritannien .. 124
6.4 CASBEE – Japan ....... 126
6.5. Green Star – Australien........ 130
6.6. LEED – USA... 133
6.7 LEED – Kanada......... 136
6.8 Das Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen – Deutschland .... 137
6.8.1 Die Kriterien des Deutschen Gütesiegels ..... 139
6.8.2 Die Punktevergabe im deutschen System.... 140
6.8.3 Bewertung des deutschen Gütesiegels ........ 142
7 Vergleich...... 147
7.1 Auswahl der Kategorien und Kriterien der Bewertungssysteme... 147
7.2 Berücksichtigung der Nachhaltigkeit.......... 150
7.3. Wissenschaftliche Grundlage..........150
7.4 Flexibilität...... 152
7.5 Eignung für die Integration traditioneller Bauprinzipien ... 153
7.6 Internationalität........ 153
7.7 Bewertung der Systeme....... 154
8 Ableitung eines angepassten Bewertungssystems.........159
8.1 Zielsetzung.... 162
8.2 Ableitung von Kriterien ....... 162
8.3 Struktur eines angepassten Bewertungssystems.... 163
8.4 Der Weg zu einer Implementierung 169
8.5 Umsetzung in ein Informationssystem.......170
8.6 Schlussfolgerungen & Ergebnisse.... 170
9 Zusammenfassung der Ergebnisse & Ausblick .... 175
10 Literatur ....... 177
11 Internetadressen ..... 187
Abkürzungsverzeichnis... 189
Glossar..... 191
Abbildungsverzeichnis...  193
Tabellenverzeichnis ........ 199
Anhang: Kriterienkataloge der untersuchten Bewertungssysteme....201

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