Engagement zivilgesellschaftlicher Akteure für die Entwicklung der Region

IÖR Schriften - Band 72 - 2017

Sabine Scharfe

Kurzübersicht

Wie Menschen in der Oberlausitz im Dreiländereck zu Polen und Tschechien tatsächlich wohnen und welchen Sinn sie selbst in ihrem Alltagshandeln sehen, ist Thema der Arbeit. Im Fokus stehen zugezogene Bewohner sogenannter Umgebindehäuser – einer lokalen Spielart historischer Fachwerkbauten zu Wohnzwecken. Das Datenmaterial für die phänomenologisch-hermeneutische Auseinandersetzung liefern Gespräche und Spaziergänge mit Umgebindehausbewohnern. Dargestellt werden die Erkenntnisse in der Form von sechs lebendig erzählten Wohn-Geschichten. Prinzipien zum gegenwärtigen Wohnen und zur Realität des Engagements für die Entwicklung der Region werden herausgearbeitet und zu Thesen verdichtet.

ISBN: 978-3-944101-72-9
Band 72. Auflage, Einband: Broschur, Abbildung und Tabellen: Zahlreiche Tabellen und Abbildungen, z.T. farbig, Seiten 426, Format 168 x 240 mm, Gewicht 0 kg
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Details

Sabine Scharfe

Engagement zivilgesellschaftlicher Akteure für die Entwicklung der Region

Annäherungen an ein Phänomen über Erfahrungen des Wohnens im Umgebindehaus in der Oberlausitz

Band 72 der Reihe "IÖR Schriften", herausgegeben vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR), Dresden

Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Bernhard Müller, Weberplatz 1, 01217 Dresden Tel.: (0351) 4679-0, Fax: (0351) 4679-212 eMail: info@ioer.de, Homepage: http://www.ioer.de

426 Seiten. Einband: Broschur. Format 168 x 240 mm. Zahlreiche Tabellen und Abbildungen, z.T. farbig. Preis: 39,80 Euro (incl. MwSt. und Versand in Deutschland) ISBN 978-3-944101-72-9. Rhombos-Verlag, Berlin 2017.

Zugleich:

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Ingenieurwissenschaften (Dr.-Ing.) an der Fakultät Architektur der Technischen Universität Dresden vorgelegt von Diplom-Ingenieurin (Landschaftsarchitektur) Sabine Scharfe.

Gutachter

Prof. Dr. Achim Hahn (Technische Universität Dresden)

Prof. Dr. Uwe Altrock (Universität Kassel)

Disputation am 17. November 2016 in Dresden


Zum Buch

Wohnen hat immer zeitliche und räumliche Bezüge. Jeder Mensch möchte das eigene Wohnen gelingen lassen. In Regionen Deutschlands, die als „strukturschwach“, „ländlich“ oder „peripher“ bezeichnet werden, ist dies gegenwärtig eine Herausforderung. Dies gilt auch für die Oberlausitz im Dreiländereck zu Polen und Tschechien. Die seit Jahrzehnten anhaltende wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation soll dort überwunden und eine Gegend entwickelt werden, „in der man gerne lebt“. An die Bewohner wird appelliert, sich dafür zu engagieren. Wie Menschen in dieser Gegend tatsächlich wohnen und welchen Sinn sie selbst in ihrem Alltagshandeln sehen, ist Thema der Arbeit. Im Fokus stehen zugezogene Bewohner sogenannter Umgebindehäuser – einer lokalen Spielart historischer Fachwerkbauten zu Wohnzwecken.

Das Datenmaterial für die phänomenologisch-hermeneutische Auseinandersetzung liefern Gespräche und Spaziergänge mit Umgebindehausbewohnern. Dargestellt werden die Erkenntnisse in der Form von sechs lebendig erzählten Wohn-Geschichten. Prinzipien zum gegenwärtigen Wohnen und zur Realität des Engagements für die Entwicklung der Region werden herausgearbeitet und zu Thesen verdichtet. Deutlich wird die große Bedeutung des Hauses für seine Bewohner. Es ermöglicht, sich bauend in der Welt einzurichten und sie zu „fügen“. Die Bewohner selbst nennen ihr Handeln eher „Machen“ als „Engagement“. Deutlich wird auch, unter welchen Umständen selbstverständliches „Machen“ zu explizitem „Engagement“ wird und welche Gefahren damit verbunden sind. Geschlussfolgert wird, dass Regionalentwickler Engagement-Appelle vorsichtiger formulieren und genauer adressieren sollten.

Current policy for the development of rural and structural weak areas in Germany follows the idea to activate and engage people for the development of their daily environment. This is also true for Upper Lusatia, where living and keeping up of “Umgebindehäuser” – a local type of historic half-timbered houses – is a challenge these days. In view of missing knowledge about the perspective of dwellers on the self, on others, and on the environment, the dissertation characterises the experience-based sense of what the world is like when dwelling in a “depressed” area and being confronted with governmental appeals to become active for the development of the region.

 

Inhaltsverzeichnis


1             EINLEITUNG      1

1.1          Hintergrund und Problemstellungen     2

1.1.1      Bedeutungszuwachs der Region – Folge gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Veränderungen     3

1.1.2      Periphere Regionen und deren Entwicklung – Praxisproblem der Raumordnung            6

1.1.3      Verantwortungsübertragung an „zivilgesellschaftliche“ und andere

„Akteure“ – Problemlösungsansatz der Politik  8

1.1.4      Regional Governance und eigenständige Regionalentwicklung – Theoretische Konzepte zum Problemlösungsansatz                11

1.1.5      Betrachtungsebene der Konzepte – Theoretisches Problem I  15

1.1.6      Perspektive der Konzepte – Theoretisches Problem II 21

1.1.7      Perspektive „zivilgesellschaftlicher Akteure“ auf ihr „Engagement“ für die Entwicklung der Region – Forschungslücke             27

1.2          Zielstellung, Anlage und Aufbau der Arbeit        28

1.2.1      Erkenntnisinteresse, Annahme und Forschungsfrage   28

1.2.2      Forschungsdesign           30

1.2.3      Aufbau und Stilmittel    30

 

2             KONZEPTIONELLER RAHMEN     35

2.1          Entwicklung einer Forschungshaltung   35

2.1.1      Vielfältige Raumverständnisse in Geografie und Soziologie        36

2.1.2      Wie das Raumverständnis den Untersuchungsgegenstand formt           43

2.1.3      Würdigung des Raumverständnisses des Alltags/Menschenbild              46

2.1.4      Phänomenologie – Auseinandersetzung mit Sich-Zeigendem   51

2.1.5      Phänomenologisches Raumverständnis – „Raum“ = Welt           53

2.2          Entwicklung eines Untersuchungsansatzes        56

2.2.1      Sich-Beziehen auf Welt und Folgen – Untersuchungsgegenstand           57

2.2.2      Nach dem Wohnen fragen – Untersuchungsansatz       57

2.2.3      Geäußerte Wohnerfahrungen – Untersuchungseinheit              64

2.3          Reflexion und Implikationen für die empirische Studie 67

2.3.1      Potenziale und Grenzen einer Studie im gewählten Rahmen    67

2.3.2      Sensibilität für leibliche Aspekte des Sich-Beziehens     70

2.3.3      Rücksichtnahme auf alle Teilnehmer der Forschung      71

2.3.4      Beispielverstehen und Beispielgeben   73

2.3.5      Gegenstandsbegründete Theoriebildung           75

 

3             FORSCHUNGSFELD UND METHODIK      77

3.1          Forschungsfeld                77

3.1.1      „Wohnen im Umgebindehaus in der Oberlausitz“ – Überblick  77

3.1.2      „Wohnen im Umgebindehaus in der Oberlausitz“ – Einblicke    92

3.1.3      Irritationen, Orientierungen, Fragen an das Datenmaterial        102

3.2          Methoden der Datenerhebung und -verarbeitung (Beispiele) 106

3.2.1      Wohnerfahrungen begegnen und einsammeln               107

3.2.2      Wohnerfahrungen analysieren und interpretieren        114

3.2.3      Wohnerfahrungen darstellen und vermitteln   118

3.3          Methoden der Theorieentwicklung (Prinzipien)              120

3.3.1      Von Beispielen zu Prinzipien finden       120

3.3.2      Wohnerfahrungen vergleichen und Schlüsse daraus ziehen      121

3.3.3      Eine Typologie entwerfen          122

3.4          Ablauf der empirischen Studie und Reflexion der Methodik      124

3.4.1      Ablauf der empirischen Studie 124

3.4.2      Reflexionen der Methodik         126

 

4             BEISPIELE DES WOHNENS IM UMGEBINDEHAUS             135

4.1          Übrig geblieben sein – Frau Bauer          137

4.2          Nicht länger bleiben können – Familie Vonderau/Tichy               152

4.3          Einen Weg suchen – Herr Leisegang      173

4.4          Wie auf den Mond geschossen dastehen – Herr Mehnert         192

4.5          Eingefügt sein – Familie Goldammer     209

4.6          Distanz wahren – Frau Trautmann.         229

 

5             PRINZIPIEN DES WOHNENS        251

5.1          Welt – Vergleich von Situationen            251

5.1.1      Vom Beispiel: Als Familie wohnen          251

5.1.2      Über Deutungen             255

5.1.3      Zum Prinzip: Gefügte Welt         258

5.2          Sich-Beziehen auf Welt – Vergleich von Themen            263

5.2.1      Vom Beispiel: Anbauen               264

5.2.2      Über Deutungen             267

5.2.3      Zum Prinzip: Herstellen der gefügten Welt durch Bauen             271

5.3          Folgen des Sich-Beziehens auf Welt – Vergleich von Thematisierungsregeln.. 276

5.3.1      Vom Beispiel: Sein Wohnen begründen              277

5.3.2      Über Deutungen             283

5.3.3      Zum Prinzip: Sich-Vertiefen       285

5.4          Thesen zum Wohnen im Umgebindehaus in der Oberlausitz     287

 

6             RÜCKSCHLÜSSE AUF „ENGAGEMENT“  291

6.1          Differenzierung des bauenden Sich-Beziehens der „Akteure“  291

6.1.1      „Machen“ – Sich-Beziehen in einer (bereits) gefügten Welt      292

6.1.2      Sich „Engagieren“ – Sich-Beziehen in einer (noch) nicht gefügten Welt ..294

6.2          Differenzierung der „Akteure“ 295

6.2.1      Anbinderin sein – Beziehungen entwickeln       297

6.2.2      Pionierin sein – Welt entwickeln             305

6.2.3      Umdeuterin sein – Sich selbst entwickeln           312

6.2.4      Gastgeberin sein – Gemeinsam etwas entwickeln         318

6.3          Thesen zum „Engagement für die Entwicklung der Region“       321

 

7             ZUSAMMENFASSUNG, DISKUSSION, SCHLÜSSE              327

7.1          Zusammenfassung         327

7.1.1      Problemaufriss, Forschungsfrage und Gang der Untersuchung                327

7.1.2      Ergebnisse der empirischen Studie        329

7.2          Diskussion und Schlussfolgerungen       330

7.2.1      Reflexionen zum konzeptionellen Rahmen und zur empirischen Studie ...331

7.2.2      Einordnung der Thesen zum Wohnen   337

7.2.3      Einordnung der Thesen zum „Engagement“      340

7.2.4      Theoretischer Beitrag und Grenzen der Arbeit 342

7.2.5      Schlussfolgerungen für die wissenschaftliche Diskussion, offene Fragen ..344

 

LITERATURVERZEICHNIS              347

ABBILDUNGSVERZEICHNIS         375

ANHÄNGE          377

Anhang 1: Anschreiben Umgebindehausbewohner (Vorlage)  378

Anhang 2: Leitfaden für die Wohngespräche     379

Anhang 3: Einverständniserklärungen (Vorlagen)           380

Anhang 4: Verwendete Transkriptionszeichen 382

Anhang 5: Übersicht über die geführten Gespräche      383

Anhang 6: Übersicht über die gehaltenen Vorträge       385

Anhang 7: Autoethnografien    

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