Der Mensch und sein kosmischer Urgrund

Anthropologische und metaphysische Grundlagen der Kultur und der Religion

Karl-Heinz Wollscheid
ISBN: 978-3-944101-35-4
Veröffentlicht: 19. Mai 2014, 1. Auflage, Einband: Hardcover mit Lesezeichen, Seiten 426, Format DIN A5, Gewicht 0.7 kg
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Karl-Heinz Wollscheid

Der Mensch und sein kosmischer Urgrund

Anthropologische und metaphysische Grundlagen der Kultur und der Religion

426 Seiten. DIN A5. Einband: Hardcover mit Lesezeichen. Preis: 28,00 Euro. ISBN 978-3-944101-35-4
Rhombos-Verlag, Berlin 2014

 

Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?

Wer eine Antwort auf diese Fragen sucht, steht oft vor einer verwirrenden Vielzahl von Erklärungen.

Dieses Buch enthält den Versuch einer einheitlichen Antwort.

Der Autor untersucht aktuelle und historische Theorien der Grenzen und Möglichkeiten unserer Erkenntnis, der Anthropologie, der Ontologie und der Metaphysik. Die anschließend erörterten Grundlagen der Kultur und der Religion bauen auf dem Ergebnis dieser Untersuchungen auf.

Die Antwort auf die Frage "Woher komme ich?" darf nicht auf die Eltern reduziert werden. Sie geben nur das Lebensprinzip weiter, das sich aus dem Menschheitsprinzip und dem allgemeinen Lebensprinzip entwickelt hat.

Das Leben des Menschen hat eine horizontale-immanente Dimension, die von der Zeugung bis zum Tode währt. Sie wird durchkreuzt von einer vertikalen-transzendenten Dimension, die in seinem Lebensprinzip, seiner Seele, beginnt und bis zu seinem kosmischen Urgrund zurückreicht.

 

Einleitung

Jeder Mensch verfügt über ein Menschen-, Welt- und Gottesbild, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht. Auch wer nicht an Gott glaubt, hat oft ein bestimmtes Gottesbild, das er ablehnt. Das Bewusstwerden sollte zu einer kritischen Überprüfung  führen, die auf verschiedenen Ebenen erfolgen kann. Wer im Alltag wenig Zeit und Gelegenheit zur Überprüfung hat oder wer seine Lebensgestaltung derartig von anderen Interessen bestimmen lässt, dass er solche Gedanken für überflüssig erachtet, kommt dennoch nicht an einer Entscheidung darüber vorbei, was er für wirklich hält und was es für ihn nicht gibt, was er langfristig für wichtig in seinem Leben erachtet und ob er an Gott und ein Weiterleben nach dem Tode glaubt oder nicht. Auf der Ebene dessen, der sich mit geistesgeschichtlichen Theorien darüber auseinandergesetzt hat, ergibt sich eine Reflexion über die anthropologischen, ontologischen und metaphysischen Grundlagen seiner Weltanschauung. Die Antwort auf die Frage: Was können wir erkennen? also eine Erkenntnistheorie, erweist sich dabei als Voraussetzung für alle weiteren Überlegungen.

In diesem Buch beschreibe ich mein Menschen-, Welt- und Gottesbild, das ich – soweit es mir möglich war – von inneren Widersprüchen befreit habe, obwohl mir bewusst ist, dass dies nie vollständig gelingen kann. Außerdem habe ich mich darum bemüht, meine Theorien zu überarbeiten, und zwar auf dem Wege der Rückkoppelung mit Gesprächspartnern und mit Ergebnissen der Philosophie und der Naturwissenschaft in der Primär- und Sekundär-Literatur. Ich vertraue daher darauf, dass meine subjektiven und persönlichen Erkenntnisse für den Leser meines Buches Anlass dafür sein können, seinen Standpunkt mit meinem zu vergleichen. Ein solcher Vergleich wäre überflüssig, wenn es keine nennenswerten Unterschiede gäbe.

 

  • Im Gegensatz zur phänomenalistischen, positivistischen und konstruktivistischen Erkenntnistheorie gehe ich davon aus, dass der Mensch eine Schnittmenge zwischen seiner inneren Ordnung und der Ordnung außerhalb von ihm herstellen kann.
  • Als Seele definiere ich das Lebensprinzip eines Lebewesens. Diese Definition geht über die Kirchenlehre hinaus, denn auch Tiere und Pflanzen haben eine Seele. Auch die Seelendefinition der heutigen Psychologen im Sinne des Bewusstseins oder aller Hirnfunktionen lehne ich ab.
  • Das Lebensprinzip ist als Erbinformation in der DNA gespeichert. Die Erbinformation umfasst nicht nur die Aufbau- und Funktionsprogramme, sondern bei Tier und Mensch auch alle angeborenen Verhaltensprogramme. Sie ist – wie jede Information – nicht materiell, benötigt aber einen materiellen Träger.
  • Als Geist definiere ich die Fähigkeit zur personalen Lebensgestaltung mit Hilfe des Denkens und der Sprache. Die spezifische Differenz des Menschen zu anderen Lebewesen sehe ich nicht in erster Linie in der Vernunft, sondern im Personsein.
  • Person ist jeder Mensch von der Zeugung an. Er hat Würde und Rechte. Die Personalität mit ihren beiden Polen der Individualität und der Sozialität ist als Anlage angeboren, sie muss aber bis zur Reifung der Persönlichkeit erst entfaltet werden.
  • Führende Neurologen leugnen die Willensfreiheit, indem sie auf Ergebnisse der Hirnforschung und das so genannte Libet-Experiment verweisen. Ich werde diese Leugnung widerlegen.
  • Alles in der Welt geschieht auf natürliche Weise. Es gibt keine Übernatur, keine Wunder im Sinne der Durchbrechung von Naturgesetzen und kein Jenseits, in das der Mensch nach seinem Tode hinüberwechseln kann.
  • Es gibt kein individuelles Weiterleben nach dem Tode. Die Wurzeln des Menschseins bleiben vom Tode unberührt, die Früchte des individuellen Lebens bleiben als Spuren erhalten.
  • Die Natur besteht nicht nur aus der Natura naturata, sondern auch aus der Natura naturans.
  • Metaphysik ist keine esoterische Spekulation, sondern die Erforschung der tieferen Ursachen. Wer nur einfache Ursachen anerkennt, übersieht z. B., dass die Eltern zwar das Leben an ihre Kinder weitergeben, dass sie aber nicht ihre tiefere Ursache sind.
  • Der Zufall lässt sich stets durch die Erkenntnis ersetzen, dass man das Ergebnis eines Prozesses vieler sich durchkreuzender Ursachen nicht vorhersagen kann. Den Zufall als Wirkursache gibt es nicht, also kann er auch nicht als kausale Erklärung für die kosmische und die biologische Evolution herangezogen werden.
  • Kultur ist nicht einfach alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt. Zur Kultur gehören nur die Gedanken, Handlungen und Werke, in denen die Personalität des Menschen zum Ausdruck kommt.
  • Anstatt der Definition der Religion als Glaube an Gott bezeichne ich als Religion: das bejahende Verhältnis des Menschen zur transzendenten Dimension seines eigenen Lebens und der ganzen Natur.
  • Ich gehe davon aus, dass die bestehenden Religionen von einer zukünftigen Meta-Religion abgelöst werden.
  • Gott ist kein menschenähnliches, allwissendes, barmherziges Wesen, welches das Schicksal der Menschen lenkt, und auch kein intelligenter Designer der Evolution. Gott ist die vertikale Dimension im Leben des Menschen, die in der Seele beginnt und beim Urgrund des Seins endet.

 

Hinweis zu Form und Herkunft von Zitaten in diesem Buch

 

Die Belege der aristotelischen Schriften beruhen auf den Seiten der Preußischen Akademie-Ausgabe von I. Bekker, Berlin 1831, nach der die Aristoteles-Texte international zitiert werden. Ich verwende das Kürzel: Met. für die Schriften der Metaphysik und das Kürzel: De anima für die Schrift Über die Seele.

Das altgriechische Eta (h – wie ä auszusprechen) gebe ich durch ë wieder, um es von Epsilon (e – meistens wie geschlossenes e auszusprechen) unterscheiden zu können. Omega (w – geschlossenes langes o) ersetze ich durch ō, um den Unterschied zu Omikron (o – offenes o) kenntlich zu machen.

Die Zitate aus der Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant werden durch das Kürzel K.d.r.V. gekennzeichnet und geben die Seitenzahlen der Originalausgabe A von 1781 und der überarbeiteten Ausgabe B von 1787 wieder.

Alle Bibelzitate sind der Schulbibel entnommen, die von den Bischöfen aller deutschsprachiger Diözesen lizensiert wurde: Die Bibel. Altes und Neues Testament. Einheitsübersetzung. Herder, Freiburg i. Br. 1991.

Die Zitate aus dem Koran beruhen auf der Übersetzung von Scheich Abdullah As-Samit (F. Bubenheim) und Dr. Nadeem Elyas, die vom Königreich Saudi-Arabien herausgegeben wurde. Der edle Qur'an und die Übersetzung seiner Bedeutungen in die deutsche Sprache. 1424 n. H. / 2003 n. Chr. (2. Auflage).

Alle Zitate sind der neuen Rechtschreibung größtenteils angepasst, z. B. ist daß stets durch dass ersetzt.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung           9

1.  Grenzen und Möglichkeiten im Erkennen     13

1.1  Sinneswahrnehmung           13

1.1.1  Sensualismus        13

1.1.2  Konstruktivismus                18

1.1.3  Evolutionäre Erkenntnistheorie   20

1.2  Innere Vorstellung und äußere Realität       25

1.2.1  Analogie, Teilhabe und Dialektik  25

1.2.2   „Welten“:  Wege zur Wirklichkeit               33

1.2.3  Quellen der Erkenntnis    41

1.3  Die Perspektive der Systemtheorie               45

1.3.1  Perspektive           45

1.3.2  Kybernetik, Informatik und Systemtheorie            47

 

2.  Seele, Gehirn und Geist (Anthropologie)      57

2.1  Begriffs-Geschichte               57

2.2  Seele            66

2.3  Hirnfunktionen        71

2.3.1  Das Gehirn als Organ         71

2.3.2  Gedanken              78

2.3.3  Das Feuern der Neuronen              82

2.3.4  Libet-Experiment und Willensfreiheit       87

2.4  Person und Geist    94

2.4.1  Personalität           94

2.4.2  Person     96

2.4.3  Geist         103

2.5  Modell der Psyche 109

3  Natur und Wirklichkeit (Ontologie)    125

3.1  Ontologie als Lehre von dem, was „ist“        125

3.1.1  Geschichtlicher Überblick               125

3.1.2  Alltagsontologie und Positivismus               129

3.2  Theorien über die Gesamtheit von allem    134

3.2.1  Welt, Weltall, Universum, Kosmos             134

3.2.2  Materie, Atom und subatomare Teilchen               137

3.2.3  Natur        147

 

3.3  Ordnender Mensch und ordnende Natur   159

3.3.1  Ordnender Mensch           160

3.3.2  Ordnende Natur  164

3.4  Aktuelle Theorien über die Evolution            169

3.5  Die Ontologie Heideggers   180

4.  Tiefere Ursachen (Metaphysik)         187

4.1  Warnschilder am Eingang zur Metaphysik   187

4.2  Aristoteles 191

4.3  Kant              196

4.4  Kausalität    202

4.4.1  Das Axiom der Kausalität 202

4.4.2  Kausalprinzip und Kausalgesetz    204

4.4.3  Relation   210

4.4.4  Physische Kausalität          212

4.4.5  Metaphysische Kausalität               217

5.  Kultur             223

5.1  Definitionen und Thesen    223

5.1.1  Lexikalische Definition      223

5.1.2  Sozial-philosophische Definitionen             227

5.1.3  Meine Definition der Kultur           234

5.2  Die Kultur des Guten und des Schönen        237

5.2.1  Das Gute: Ethik, Moral und Recht               237

5.2.2  Das Schöne: Kunst              242

5.3 Kult 247

5.3.1  Religiöser Kult (Kultus)     247

5.3.2  Festtagskult, Alltagskult und Brauchtum  250

5.4  Sprache und Erziehung        254

5.4.1  Die symbolische Sprache des Kults             254

5.4.2  Die Sprache als Kulturelement      256

5.4.3  Enkulturation und Erziehung         260

5.5  Kultur der Menschheit         267

 

6.  Religion          271

6.1  Auf dem Weg zu einer Meta-Religion           271

6.2  Mängel der bestehenden Religionen            275

6.2.1  Religionsübergreifende Mängel   275

6.2.2  Mängel im Christentum   300

6.2.3  Mängel anderer Religionen            320

6.3  Mängel der Ersatz-Religionen           336

6.3.1  Konsumismus       336

6.3.2  Mammonismus    341

6.3.3  Hedonismus          345

6.3.4  Aberglaube            352

6.4  Sechs Kreise der Lebensgestaltung                358

6.5  Wege zu Gott           374

6.6  Die Zukunft der Religion      401

6.6.1  Der erhaltenswerte Kern der alten Religionen      401

6.6.2  Einheit der Religionen       407

 

Anhang: Literatur, Personen, Stichwörter, Abkürzungen            421

 

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