Das Lebensprinzip im Kosmos

Band 2: Das Lebensprinzip und das Prinzip des Kosmos - Modell der Psyche - Weltbilder und Lebensentwürfe

Wollscheid, Karl-Heinz

Kurzübersicht

Band 2: Das Lebensprinzip und das Prinzip des Kosmos - Modell der Psyche - Weltbilder und Lebensentwürfe
ISBN: 978-3-937231-25-9
Veröffentlicht: Mai 2004, 1.. Auflage, Einband: Broschur, Seiten 150, Format DIN A5, Gewicht 0.2 kg
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Das Lebensprinzip im Kosmos

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Karl-Heinz Wollscheid war Lehrer am Gymnasium und hat sein Menschen- und Weltbild in zwei Bänden zusammengefasst.

Er zeigt, dass der klassische Begriff der Psyche, der auch das Lebensprinzip umfasst, sich mit dem heutigen Begriff verbinden lässt, wenn man die Gehirnfunktionen als Meta-Information zur Erb-Information begreift.

In seinem psychischen Modell sind Verstand, Gefühl und Gewissen dem personalen Ich untergeordnet.

Das Universum wird in fünf Weltbildern erschlossen und als Einheit von Ordnendem und Geordnetem (= Kosmos) beschrieben.

Die autonome Lebensgestaltung darf sich nicht im Ich-Kreis erschöpfen, sondern muss sich auf den Kreis der Menschheit und den Kreis des Lebens ausweiten.

Es wird auch ein Weg zum Kreis der Religion aufgezeigt.

Vorwort
Im ersten Band hat der Autor die klassische Lehre von der Seele und von Gott mit Hilfe der Systemtheorie in das heutige Weltbild integriert, das durch die kosmische und die biologische Evolution und die Relativitätstheorie Einsteins geprägt ist.

Die im ersten Band entwickelte Erkenntnistheorie geht von einer vergrößerbaren Schnittmenge zwischen innerer und äußerer Ordnung aus und kann so einige Sackgassen der Geistesgeschichte aufdecken. Die Vorurteile der Phänomenalisten und Positivisten gegenüber einer Entsprechung zwischen kausalem Denken und Strukturen in der Natur werden abgebaut, und so wird der Weg frei für eine Metaphysik, welche die Seele als Prinzip des Menschen und Gott als Prinzip des Kosmos begreift.

Im zweiten Band fasst der Autor zunächst die Ergebnisse des ersten Bandes zusammen und beschreibt dann darauf aufbauend sein Modell der menschlichen Psyche sowie fünf verschiedene Weltbilder und sechs Kreise der Lebensgestaltung.

Während der erste Band der Zielsetzung entsprechend der wissenschaftlichen Sprache und Methode angenähert ist und sich in der Gotteslehre nur im Vorhof des Glaubens bewegt, enthält der zweite Band allgemein verständlichere Gedanken, die des Autors Modellbildung vom Menschen und von der Welt wiedergeben, und Ansätze zum tieferen Verständnis des Glaubens.

 

Einleitung

Zusammenfassung der Ergebnisse des ersten Bandes

In meiner Erkenntnistheorie (1. Kapitel, Band I), die ich als dialektisch-analoge Partizipation beschrieben habe, gehe ich von einer erweiterbaren Schnittmenge zwischen der inneren Ordnung im Menschen und der Ordnung in der Natur aus. Leugnet oder verkürzt man die gemeinsame Schnittmenge, gerät man in Sackgassen, wie sie in der europäischen Geistesgeschichte anzutreffen sind (2. Kapitel, Band I).

Unter dem Einfluss der Empiristen, Konzeptualisten, Phänomenalisten und Positivisten wird heute sehr häufig die Annahme von realer Kausalität, von Prinzipien und nicht-dinglicher Einheit als Scheinproblem abgetan. Dahinter steht die dogmatisch vorgetragene Behauptung aller dieser Positionen: Es gibt keine Erkenntnis, die über die Sinneswahrnehmung hinausgeht.

Diese Behauptung selbst ist aber empirisch (mit Hilfe direkter oder indirekter Sinneswahrnehmung) nicht nachweisbar, daher enthält sie einen inneren Widerspruch (Argument der Retorsion). Dazu kommt, dass die Relativitätstheorie Einsteins und die Quantenphysik das Vertrauen der Sensualisten und Empiriker in die Sinneswahrnehmung erheblich erschüttert haben. Ein Elektron kann man beispielsweise nicht sehen und es ist auch falsch anzunehmen, die Elektronen kreisten um den Atomkern wie Planeten um die Sonne, denn Ort- und Zeitkoordinaten eines Planeten kann man bestimmen, was beim Elektron nicht gleichzeitig möglich ist.

Die evolutionäre Erkenntnistheorie (Lorenz, Vollmer, Riedel) geht davon aus, dass viele unserer Erkenntnisstrukturen im Verlaufe der stammesgeschichtlichen Entwicklung im Sinne der Anpassung an unsere Umwelt erworben wurden (phylogenetisch a posteriori) und daher im Erkenntnisapparat des individuellen Menschen angeboren sind (ontogenetisch a priori). Das angeborene Denkschema der kausalen Verknüpfung bei allen Menschen wäre im Verlauf des Selektionsprozesses der Menschheits-Evolution ausgemerzt worden, wenn es keine Entsprechung in der Realität gäbe. Ich füge hinzu, dass dies auch für reale Prinzipien gilt, denn ich habe als Prinzip die einheitliche Ursache mehrerer Teilursachen definiert.

Auch den intersubjektiven Bewusstseins-Inhalt, dass ich derselbe bin, der ich bei der Geburt war, halte ich für eine stammesgeschichtlich erworbene \"Erfahrung\". Die Materie (die Atome, Moleküle und Zellen) meines Körpers hat sich in meinem Leben schon derartig oft erneuert, dass diese für das \"Beharrliche gegeüber allem Veränderlichen \" (=Definiton Kants für die Substanz) nicht in Frage kommt.

Der Systemtheorie (5. Kapitel, Band I) liegt das Axiom zu Grunde: Das Ganze ist mehr als die Summe aller Teile. Diesem Axiom haftet der Verdacht der Zirkeldefiniton an, d. h. dass in der Satzaussage (Prädikat) nur wiederholt wird, was im Satzgegenstand (Subjekt) bereits enthalten ist (analytisches Urteil im Sinne Kants). Ich habe daher das Ganze der Systemtheorie durch den philosophischen Begriff der substantiellen Einheit ersetzt.

Die Ursache der substantiellen Einheit des Menschen ist nicht mit der einmaligen Kombination der Atome im Körper begründbar, da diese ständig wechseln. Es bleibt im heutigen Denken nur der Verweis auf die Erbinformation, die gleich bleibt (im Sinne Kants: die beharrlich bleibt gegenüber allen Veränderungen), wovon auch ich ausgehe. Allerdings muss der Informations-Begriff in zweierlei Hinsicht präzisiert werden:

1. Information ist niemals materiell, sie benötigt aber einen materiellen Träger, der häufig damit verwechselt wird
2. Information ist eine Beziehungsgröße (Relation); von einem System wird Ordnung auf ein anderes System übertragen.

Daher muss man zwischen dem Subjekt und der Relation (wovon die Beziehung ausgeht) und dem Objekt der Relation (worauf sie sich auswirkt), sowie der eigentlichen Beziehung unterscheiden. Auch die Kausalität ist eine Beziehungsgröße (Relation), was im 6. Kapitel des ersten Bandes ausgeführt wurde. Wenn ein Stein auf eine Fensterscheibe geworfen wird und diese dann  zerspringt, darf man genau genommen nicht sagen, der Stein sei die Ursache dafür. Entscheidend ist die Energie-Übertragung: Im Falle der transitiven (lat. transire = hinübergehen) Kausalität wird Energie von einem System auf ein anderes übertragen und wird dann umgewandelt: die Energie des fliegenden Steines wird auf die Fensterscheibe übertragen und bewirkt in der Umwandlung das Zerspringen.

Es gibt aber nicht nur transitive Kausalität, sondern auch eine immanente (lat. immanere = darinbleiben) Kausalität, wobei Ordnung von einem System auf ein anderes übertragen wird, die nun darin nicht aufgeht, sondern erhalten bleibt. Bei der Zeugung eines Lebewesens wird die Ordnung der Eltern (die Erbinformation; Information = das Übertragen der Ordnung) auf das gezeugte Lebewesen übertragen und sie bleibt darin während der gesamten Lebensphase aktiv. Die Eltern sind nicht die eigentliche (tiefere) Ursache für das Entstehen neuen Lebens, sie geben das Lebensprinzip weiter. Aristoteles nennt die Suche nach den tieferen Ursachen Weisheit, was man später als Metaphysik (7. Kapitel, Band I) bezeichnet wird.

 

Erschienene Rezensionen

Publik-Forum, Torsten Habbel, 22.04.2005

Die Moderne in die Scholastik integrieren?

Der Autor nimmt sich die Zeit, sein Menschen- und Weltbild in zwei Bänden darzulegen. Und diese Ruhe merkt man den Büchern an. Wollscheid geht von einer \"erweiterbaren Schnittmenge der inneren Ordnung im Menschen und der Ordnung in der Natur\" aus. Band 1 liest sich wie eine zugespitzte Philosophiegeschichte der Erkenntnistheorie, wobei sich der Autor auf Aristoteles und Kant konzentriert. Gelungen zeigt Wollscheid Grenzen naturwissenschaftlichen Denkens auf. Band 2 führt die Gedanken theologisch weiter, indem Wollscheid sein Modell der Psyche, fünf Weltbilder und sechs Kreise der Lebensgestaltung entfaltet. Mit Hilfe der Systemtheorie will der Autor die aristotelisch-scholastische Lehre von der Seele und den Glauben an den Schöpfer in das heutige Menschen- und Weltbild integrieren. Beide Bände zeugen von einer enormen Weite des Autors, viele Grafiken - die manchmal an ein Tafelbild erinnern - erläutern das Gesagte sinnvoll. Und doch: Bei aller Darlegung des persönlichen Weltbildes Wollscheids geht manchmal der \"rote Faden\" verloren, die zentrale Aussage bleibt letztlich unklar.

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