Mein Köpfchen sagt: Ich muss erbrechen!

Mit Achtsamkeit aus der Emetophobie. Ein Leitfaden für Betroffene und Therapeuten

Michael Stefan Metzner

Kurzübersicht

Das vorliegende Buch ist als Leitfaden für Betroffene und Therapeuten gedacht, als ermutigendes »Mitlese- und Arbeitsbuch«, das über die Symptomatik der Emetophobie aufklärt und Wege vermittelt, Angst zu überwinden. Die Methodik basiert auf dem aktuellen Stand der Forschung und orientiert sich an einer zeitgemäßen kognitiven Verhaltenstherapie, wie sie die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) darstellt. Neben der Ausrichtung auf persönliche Lebenswerte betont dieser moderne Ansatz eine Geisteshaltung von Achtsamkeit. Diese ermöglicht es, aus dem Gefängnis einschränkender Gedanken auszubrechen, und schafft die Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Mit vielen Meditationsübungen wird die Praxis der Achtsamkeit vermittelt, die sich mehr und mehr zu einer heilsamen Lebenshaltung entwickeln kann. In das vorgestellte Behandlungskonzept fließen darüber hinaus Methoden der Therapieform »Biofeedback« ein, die vor allem darauf abzielt, körperliche Beschwerden zu lindern, unter denen viele Betroffene leiden – etwa Bauchschmerzen oder Übelkeit.
ISBN: 978-3-944101-87-3
Veröffentlicht: 27.02.2020, 1. Auflage, Einband: Festeinband/Hardcover, Abbildung und Tabellen: zahlr., z.T. farb., Seiten 312, Format DIN A5, Gewicht 0.55 kg
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29,50 €

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Details

Michael Stefan Metzner

Mein Köpfchen sagt: »Ich muss erbrechen!«

Mit Achtsamkeit aus der Emetophobie. Ein Leitfaden für Betroffene und Therapeuten

Einband: Festeinband/Hardcover, 312 Seiten, Format DIN A5, Gewicht: 550 g, ISBN 978-3-944101-87-3. Rhombos-Verlag, Berlin 2020, 29,50 Euro

Zum Buch

Emetophobie – die Angst vor dem Erbrechen – ist eine psychische Erkrankung, die viel zu wenig beachtet wird und die Betroffenen in zahlreichen Lebensbereichen einschränkt: beim Essen, Feiern, Reisen, beim entspannten Umgang mit körperlichem Unwohlsein bis hin zur Erfüllung eines Kinderwunsches. Dennoch erhalten viele der erkrankten Menschen, zumeist Frauen, keine angemessene Therapie oder scheuen sich davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das vorliegende Buch ist als Leitfaden für Betroffene und Therapeuten gedacht, als ermutigendes »Mitlese- und Arbeitsbuch«, das über die Symptomatik der Emetophobie aufklärt und Wege vermittelt, Angst zu überwinden. Die Methodik basiert auf dem aktuellen Stand der Forschung und orientiert sich an einer zeitgemäßen kognitiven Verhaltenstherapie, wie sie die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) darstellt. Neben der Ausrichtung auf persönliche Lebenswerte betont dieser moderne Ansatz eine Geisteshaltung von Achtsamkeit. Diese ermöglicht es, aus dem Gefängnis einschränkender Gedanken auszubrechen, und schafft die Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Mit vielen Meditationsübungen wird die Praxis der Achtsamkeit vermittelt, die sich mehr und mehr zu einer heilsamen Lebenshaltung entwickeln kann. In das vorgestellte Behandlungskonzept fließen darüber hinaus Methoden der Therapieform »Biofeedback« ein, die vor allem darauf abzielt, körperliche Beschwerden zu lindern, unter denen viele Betroffene leiden – etwa Bauchschmerzen oder Übelkeit.

Der Autor lädt durch seinen lockeren Schreibstil an vielen Stellen zum Schmunzeln ein und erinnert daran, dass unsere persönlichen Schreckgespenster durch kaum etwas so sehr entmachtet werden wie durch Achtsamkeit und Humor.

Zum Autor:

Dr. phil. Michael Stefan Metzner, 1974 in Rosenheim geboren, studierte Psychologie, Philosophie und Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit Promotion zum Thema »Zeiterleben«. Approbation als Psychologischer Psychotherapeut. Seit 2003 tätig in der Schön Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee, zunächst auf verschiedenen Stationen für Depression, Angst, Zwang und Schmerz, Tinnitus, Traumafolgeerkrankungen, Borderline und Essstörungen, seit 2010 in der Abteilung Biofeedback. Interessensschwerpunkt: Achtsamkeitsbasierte Therapie (mit Humor).

Vorwort

Stellen Sie sich einmal vor, Sie säßen bei Wer wird Millionär auf dem heißen Stuhl und Günther Jauch stellte Ihnen folgende Frage:
Wie nennt man in der Fachsprache die krankhafte Angst vor dem Erbrechen?

A:    Enetophobie , B:    Enophobie
C:    Emetophobie    D:    Erythrophobie

Auflösung: A: Enetophobie = Angst vor Nadeln, B: Enophobie = Angst vor Wein, C: Emetophobie = Angst vor dem Erbrechen, D: Erythrophobie = Angst vor dem Erröten.

Die allermeisten Menschen müssten an dieser Stelle passen oder den Telefonjoker anrufen. Sogar die Mehrheit der Betroffenen weiß lange Zeit nicht, dass ihr Problem einen Namen hat und gut zu behandeln ist. Möglicherweise ist das einer der Gründe, warum sich viele der an Emetophobie Erkrankten (über 83% sind weiblich) lange Zeit ohne angemessene Therapie durchquälen, obwohl ihr Leidensdruck extrem hoch ist. Immerhin betrifft die Krankheit viele verschiedene Lebensbereiche, die nicht leicht zu vermeiden sind (z.B. gewöhnliche Infekte) bzw. für viele Menschen eine Quelle von Genuss und Lebensqualität darstellen: Essen, Feiern, Reisen und das Eingehen von Schwangerschaften zur Gründung einer Familie. Darum sind einer Umfrage zufolge viele Therapeuten im Essstörungsbereich der Meinung, dass die krankhafte Angst vor dem Erbrechen mehr Aufmerksamkeit in Forschung und Therapie verdiene (Vandereycken, 2011). Wäre das Krankheitsbild bekannter, erhielten Betroffene schneller die korrekte Diagnose und könnten mit einer wirksamen Therapie beginnen, die ihr Leben wieder lebenswert macht.

Dieses Buch soll hierzu einen kleinen Beitrag leisten. Es soll zunächst diejenigen, die selbst unter der klinischen Erbrechensangst leiden, über ihre Erkrankung aufklären: über die verschiedenen Ausprägungen und Facetten der Symptomatik, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Angststörungen, ihre Verbreitung in der Gesamtbevölkerung bis hin zu den Bedingungen ihrer Entstehung und Aufrechterhaltung. Ferner möchte es Betroffene zu einer Psychotherapie ermutigen, egal ob sie in dieser Hinsicht noch völlig unbeleckt sind oder vielleicht schon enttäuschende Erfahrungen gemacht haben.
Dazu werden die bisher gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Behandlung der Emetophobie, wie sie in der Fachliteratur beschrieben sind, gemeinsam mit den Erfahrungen des Autors als ein therapeutisches Gesamtkonzept vorgestellt, das sich an der kognitiven Verhaltenstherapie in ihrer aktuellen Form orientiert. Diese verbindet ganz praktische, übende Elemente zur Symptombewältigung mit der Bearbeitung wichtiger Hintergrundthemen (z.B. Einstellungen, Persönlichkeitszüge etc.), die aus der Lebensgeschichte des einzelnen Menschen entstanden sind. Und sie betont eine innere Haltung von Achtsamkeit, wie sie in den spirituellen Traditionen seit jeher vermittelt und in diversen Formen der Meditation geübt wird.

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist ein zeitgemäßer psychotherapeutischer Ansatz, der seelisches Wohlergehen mit der Ausrichtung auf persönliche Werte in Verbindung bringt und Achtsamkeit als diejenige Geisteshaltung nahelegt, die ein Ausbrechen aus dem Gefängnis ein¬schrän¬kender Gedanken ermöglicht. Das hier beschriebene Konzept zur Behandlung der Emetophobie ist in der Sprache dieses Ansatzes abgefasst, wobei im Zusammenhang mit der Meditation auf ältere Quellen zurückgegriffen wird, die diesbezüglich eine höhere Autorität besitzen. Ferner fließen Methoden einer faszinierenden Therapieform ein, die sich »Biofeedback« nennt und vor allem auf die Linderung körperlicher Beschwerden abzielt, unter denen viele Betroffene leiden (z.B. Bauchschmerzen, Übelkeit). Insofern ist dieses Buch auch als Leitfaden und Anregung für Therapeuten gedacht, die bisher noch keine Erfahrung in der Behandlung von Menschen mit ausgeprägter Angst vor dem Erbrechen haben und sich in dieser Richtung informieren möchten. Für Betroffene dient es als Orientierung im Verlauf einer Therapie, als ermutigendes »Mitlese- und Arbeitsbuch«, das mit vielen praktischen Übungen vor allem zur Praxis der Achtsamkeit einlädt. Und als ein Angebot zur Selbsthilfe, falls sich die Ängste noch in einem annehmbaren Rahmen halten.

Sich mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzten, löst oft schon Angst aus. So wird denjenigen Lesern, die selbst unter einer Emetophobie leiden, spätestens bei Themen wie »Konfrontation« mulmig werden. In der Panik ist man nicht mehr aufnahmefähig und die Freude am Lesen ist sowieso dahin. Um den Gruselfaktor im Verlauf der Lektüre auf einem erträglichen Maß zu halten, ist der Text deshalb an vielen Stellen unterbrochen von kleinen Witzen, die den Leser hoffentlich ebenso zum Schmunzeln bringen werden wie den Autor. Und ein Lächeln lässt uns emotional so viel Distanz gewinnen, dass wir in eine spielerische Geisteshaltung kommen – die optimale Haltung zum Lernen und damit auch für eine Psychotherapie. Kinder erobern die ganze Welt im Spiel, ohne jede Anstrengung. Nehmen wir uns ein Vorbild an ihnen!

Michael S. Metzner
Januar 2020
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Inhalt

Vorwort    XIII
1    Emetophobie: Die Angst vor dem Erbrechen    1
1.1    Phänomenologie der Emetophobie: Facetten der Angst    3
1.2    Diagnostisches: Knapp daneben ist auch vorbei!    11
1.3    Zur Prävalenz: Bin ich die Einzige auf diesem Planeten?    22
1.4    Psychometrisches: Wie schlimm ist es bei mir?    24
1.5    Übung: Was würde ich meiner besten Freundin raten?    30

2    Wie die Erkrankung entsteht und aufrechterhalten wird: Verhaltens- und Bedingungsanalyse    33
2.1    Die Verhaltensanalyse nach dem SORKC-Schema    34
2.2    Das Problem im Kleinen und im Großen betrachtet: Die Mikro- und die Makroperspektive    40
2.3    Das Störungsmodell der Emetophobie    48
2.4    Ableitung der Behandlungsstrategie    52
2.5    Übung: Das Modell meiner Emetophobie    58

3    Ein Kraut gegen die Emetophobie: Achtsamkeit    62
3.1    Achtsamkeit: Im Hier-und-Jetzt zu Hause sein    62
3.2    Die Vier Grundlagen der Achtsamkeit    67
3.3    Achtsamkeit und Meditation    71
3.4    Meditation und Gehirn    77
3.5    Achtsamkeitsbasierte Therapieansätze    85
3.6    Übung: »Formlose« Meditation    96
3.7    Übung: Gehmeditation    100

4    Achtsamer Umgang mit Körperreaktionen: Erlauben, Fokus weiten und tief atmen    103
4.1    Stress und Regeneration    104
4.2    Bauchweh, Übelkeit und Erbrechen: Ein Erklärungsmodell    107
4.3    Biofeedback: Erleben und Sichtbarmachen psychophysiologischer Zusammenhänge    111
4.4    Die Atmung und der Bauch    116
4.5    Das Herz in Schwingung bringen: Atemtraining mit Feedback der Herzratenvariabilität (HRV)    122
4.6    Achtung! Nabelschau vermeiden – raus mit der Aufmerksamkeit!    129
4.7    Übung: Tief in den Bauch atmen – die Zwerchfellatmung    130
4.8    Übung: Bodyscan    134

5    Achtsamer Umgang mit Gedanken – Abstand gewinnen: Die kognitive Defusion    140
5.1    Kopfkino: Die kognitive Fusion    141
5.2    Die Sinne, das »Spürmännchen« und die kognitive Defusion    143
5.3    Strategien zur kognitiven Defusion    147
5.4    Imagery Rescripting    154
5.5    Übung: 3-2-1-Übung    157
5.6    Übung: Sitzmeditation    158

6    Achtsamer Umgang mit Gefühlen: Radikale Akzeptanz    162
6.1    Kreative Hoffnungslosigkeit: Was hat bisher gegen die Angst wirklich geholfen?    164
6.2    Sauberes und schmutziges Leid    167
6.3    Akzeptanz: Freundschaft schließen mit den Gefühlen    169
6.4    Über Gefühle und Bedürfnisse    171
6.5    Übung: Auf Gefühle gerichtete Achtsamkeit    180
6.6    Übung: Primär- und Sekundäremotionen unterscheiden    183

7    Dem Leben eine Richtung geben: Werte    186
7.1    Werte und Ziele: Der Weg ist das Ziel!    186
7.2    Engagiertes Handeln: Smarties für alle!    191
7.3    Übung: Der eigene Grabstein    195
7.4    Übung: Was spricht mich an?    198
7.5    Übung: Imagination zum wertorientierten Handeln    199

8    Sich der Angst aussetzen, um sie zu überwinden: Exposition    201
8.1    Achtsamkeit ist »Exposition ans Leben«    202
8.2    Herangehensweisen an die Angst: Systematische Desensibilisierung, Reizüberflutung und graduierte Exposition    204
8.3    Die Angsthierarchie    217
8.4    Exposition in vivo    220
8.5    Exposition in sensu: »Horrorfilm schauen«    227
8.6    Sorgentagebuch: Tausend Tode gestorben?    229
8.7    Ist Sport wirklich Mord?    231
8.8    Übung: Wie möchte ich ins Schwitzen kommen?    233
8.9    Übung: Achtsame Bewegungen – Yoga    234
8.10    Übung: Dem erbrechenden Kind helfen – Imagery Rescripting    238

9    Was hat das Ganze mit mir zu tun?    241
9.1    Über Persönlichkeit, Überlebensregeln, Grundannahmen und Antreiber    241
9.2    Funktionalität: Die positiven Seiten des Problems – oder: Wozu »Emi« gut war    245
9.3    Wer oder was bin ich?    250
9.4    Übung: Meine Antreiber    253
9.5    Übung: Abschiedsbrief an »Emi«    254
9.6    Übung: Alles auf Reset    256

10    Und wie geht es weiter? Maintenance und Rückfallprophylaxe    258
10.1    Dranbleiben!    258
10.2    Orientiert bleiben: Bin ich in dieser Therapie richtig?    260
10.3    Wach bleiben!    263
10.4    Locker bleiben! Umgang mit »Vorfällen«    264
10.5    Übung: Der »Zukunftsblick« – mein Leben in fünf Jahren    266
10.6    Übung: »Bewältigungsfilme« – Imagination von Coping-Verhalten    267
10.7    Übung: Verliebt ins Leben – Hier-und-Jetzt!    269

11    Kontakte, Buchempfehlungen und Apps für Betroffene    270
11.1    Kontakte    270
11.2    Buchempfehlungen    271
11.3    Apps    271

12    Literatur    273
Stichwortverzeichnis    288


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