Rhombos-Online-Nachrichten (RON)
02.03.2010
Kategorie: Allgemein

Weltweite Standards für Elektronikschrott-Recycling

 Bonn/St. Gallen (2.03.2010). Mit einem jährlichen, weltweiten Aufkommen von derzeit rund 40 Millionen Tonnen zählt Elektro- und Elektronikschrott zu den am schnellsten wachsenden Abfallströmen. Im Elektronikschrott befinden sich neben Schwermetallen und giftigen Halogenverbindungen, die zu schweren Gesundheits- und Umweltproblemen führen können, auch zahlreiche wertvolle Rohstoffe. In den Altgeräten sind große Mengen an Edelmetallen wie Gold, Silber und Palladium sowie seltene Sondermetalle (Zinn, Indium und Antimon) enthalten, die bei einer unzureichenden Entsorgung verloren gehen. Die internationale Initiative StEP - Solving the E-Waste Problem will jetzt weltweite Standards für Recycling von Elektronikschrott festlegen. Ziel von StEP ist es, den Verlust wichtiger Grund- und Rohstoffe zu verhindern und die Lebensdauer elektronischer Produkte zu verlängern. Neben großen Unternehmen der High-Tech-Industrie zählen Vertreter der Vereinten Nationen, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, wissenschaftliche Einrichtungen sowie Recyclingunternehmen zu den Gründungsmitgliedern.

Recycling - From E-Waste to Resources. Sustainable Innovation and Technology Transfer. Industrial Sector Studies, July 2009, Download (PDF)Urgent Need to Prepare Developing Countries for Surge in E-Wasteswww.step-initiative.org/news.phpUno-Berechnung zu Elektroschrott. Gold-Berge auf Müllhaldenwww.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,679381,00.htmlKontakt:Rüdiger Kühr, StEP Secretariat, United Nations University, Zero Emissions Forum, European Focal Point, UN Campus, Hermann-Ehlers-Str. 10, D-53113 Bonn, Tel. 0228-815-0213/-0214, Fax: 0228-815-0299, eMail: info@ step-initiative.org, kuehr[at]vie.unu.edu, Internet: www.step-initiative.org, www.unu.eduDr. Mathias Schluep, Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungs-Anstalt (EMPA), Technologie und Gesellschaft, Lerchenfeldstr. 5, CH-9014 St. Gallen, Tel.: + 41 712747857, eMail: Mathias.Schluep[at]empa.ch, Internet: www.empa.chUnited Nations Environment Programme, P.O. Box 30552 Nairobi, Kenya, Tel.: +254-(0)20-62 1234, Fax: ++254-(0)20-62 3927, eMail: cpiinfo@unep.org, Internet: www.unep.org.UNEP DTIE, Sustainable Consumption and Production Branch, 15 rue de Milan, F-75441 Paris CEDEX 09, France, Tel: +33 1 4437 1450, Fax: +33 1 4437 1474, eMail: unep.tie@unep.org, Internet: www.unep.fr.

  Laut OECD belief sich der Handel mit Informations- und Kommunikationstechnologien im Jahre 2004 weltweit bereits auf 1,33 Billionen Euro, somit also auf 7,7 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts. In den USA macht der Handel mit Informations- und Kommunikationstechnologien mittlerweile 4 Prozent, in Japan und Deutschland sogar 7 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Die Europäische Umweltagentur hat berechnet, dass das Elektronikschrottaufkommen circa dreimal schneller wächst als jede andere Form von Abfall. Weltweit wird es auf fast 40 Millionen Tonnen geschätzt – in Lkw gefüllt würde dies eine Schlange ergeben, die über den halben Erdball geht. Im Jahr 2004 war die Hälfte aller deutschen Haushalte mit einem PC ausgestattet. 2006 waren es bereits drei Viertel aller Haushalte. Ähnliche Verhältnisse finden wir auch in Japan (verglichen mit 0,7 % in Nigeria, 1,2 % in Indien, 2,3 % in Bolivien und 4,1 % in China). Der Verkauf von Elektronikgeräten wird auch weiterhin in Entwicklungsländern wie in Industriestaaten ansteigen, in denen die Tendenz mehr und mehr zunimmt, sich zu einem Gerät wie Computer oder Telefon ein jeweiliges Zweitgerät zu kaufen. Laut der UNU-Publikation „Computer and the Environment” aus dem Jahre 2004 erfordert die Herstellung eines durchschnittlichen 24 Kilogramm schweren Computers mit Monitor zirka das Zehnfache seines Gewichtes an fossilen Brennstoffen und Chemikalien. Dies ist bei Weitem materialintensiver als die Herstellung von beispielsweise einem Auto oder einem Kühlschrank, die bei ihrer Herstellung nur das ein- bis zweifache ihres eigenen Gewichtes an fossilen Brennstoffen bedürfen. So werden bei der Herstellung eines Computers mit einem 17 Zoll CRT Monitor mindestens 240 Kilogramm fossile Brennstoffe, 22 Kilogramm Chemikalien und 1.500 Kilogramm Wasser verbraucht – insgesamt also 1,9 Tonnen an Rohstoffen. Dies entspricht dem Gewicht eines Geländewagens oder eines Nashorns.