Rhombos-Online-Nachrichten (RON)
25.02.2010
Kategorie: Allgemein

Kernkraft ist keine Alternative

Zürich (25.02.2010). Bei der Stromerzeugung mit Atomkraft entstehen mehr Emissionen an Kohlendioxid (CO2) als bisher angenommen. Atomkraftwerke besitzen deshalb keine bessere Klimabilanz als Erneuerbare Energien wie Photovoltaik oder Windkraft. Zu diesem Ergebnis kommt die Schweizerische-Energie-Stiftung (SES)  in einer aktuellen Untersuchung. Mit 2,5 Prozent sei der Anteil der Kernkraft an der weltweiten Energieversorgung zudem zu gering, um einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können, berichtet die Stiftung.

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Die Expertin kritisiert die niedrigen CO2-Werte, die von Atombetreibern genannt werden. So hätten beispielsweise die Betreiber des Atomkraftwerkes Beznau (Kanton Aargau, Schweiz) 2008 in ihrer Klimabilanz einen Wert von 3,04 Gramm CO2 pro Kilowattstunde genannt. „Diese Zahl musste erst kürzlich revidiert werden“, betont von Stockar. „Ein Grund war die Komplexität und die Intransparenz der Urankette, die der Betreiber Axpo offensichtlich selbst nicht kennt.“Um eine belastbare Aussage über den CO2-Anteil von Atomstrom treffen zu können, muss laut von Stockar die ganze Kette der Produktion berücksichtigt werden. Unter dieser Voraussetzung habe Storm van Leeuwen in einer Studie im Jahr 2007 für Atomstrom einen CO2-Anteil von 139,1 Gramm errechnet. Eine Studie der World Information Service of Energy (WISE) komme auf 230 Gramm. „Die Schweizerische-Energie-Stiftung stützt sich deshalb auf höhere Werte als die Stromwirtschaft“, so von Stockar. Das Ökoinstitut Darmstadt hatte 2007 in einer Studie festgestellt, dass Atomkraftwerke mehr Kohlendioxid-Emissionen verursachen als erneuerbare Energien und ähnlich viel wie Erdgas-Blockheizkraftwerke. (cb)Kontakt: Sabine von Stockar, SES - Schweizerische Energie-Stiftung, Sihlquai 67, CH - 8005 Zürich, Tel. +41 (0)44 271 54 64, Fax +41 (0)44 273 03 69, eMail: info@energiestiftung.ch, sabine.vonstockar[at]energiestiftung.ch, Internet: www.energiestiftung.chLiteratur:Bundesamt für Energie BFE (Hrsg.): Literaturübersicht Kernenergie. Schlussbericht 22. Juli 2009. Bern 2009. Download: www.energiestiftung.ch/files/textdateien/aktuell/uebriges/BFE%20Literaturuebersicht%20Kernenergie%202009.pdfÖko-Institut e.V.: Treibhausgasemissionen und Vermeidungskosten der nuklearen, fossilen und erneuerbaren Strombereitstellung. Arbeitspapier. Darmstadt 2007Download: www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/hintergrund_atomco2.pdfWISE (Hrsg.): No leading-role for nuclear power in preventing the greenhouse effect. News Communique on April 8, 1993, Amsterdam 1993Download: www10.antenna.nl/wise/389/3791.html